Was wollen Frauen in der FDP?

Dass Frauen in der FDP kaum hohe Ämter haben, das ist bekannt. Ich fand das immer frag­wür­dig und habe mich gewun­dert, warum das die FDP-Frauen mitma­chen. Nun startet eine Gruppe von FDP-Frauen eine neue Initiative, um eine Frauenquote durch­zu­set­zen. Dabei führen sie u.a. dieses Argument an:

Die Autorinnen monie­ren schließ­lich, dass die Einführung einer Quote der FDP keines­wegs fremd sei. „Es gibt heute schon zahl­rei­che Quoten in der FDP – ‚Kurfürstenlisten’, Bezirkslisten, Landeslisten mit Bezirksproporz, Jugendquoten, Berufsquoten usw. In allen diesen Bereichen wird dies unan­ge­foch­ten für demo­kra­tisch erwünscht und für liberal gehal­ten.“

Mal im Ernst. Regionalproporz ist mir bekannt, das machen wohl alle Parteien so. Aber „Jugendquoten, Berufsquoten usw.”, das habe ich noch nie gehört. Eine Frauenquote hinge­gen ist „sozia­lis­tisch”, wenn man den diver­sen Wortmeldungen von FDP-Mitgliedern (fast immer Männer) Glauben schen­ken möchte.

Nein, ich verstehe Frauen nicht, die sich nach wie vor in der FDP enga­gie­ren. Ich verstehe sie einfach nicht.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

6 Gedanken zu „Was wollen Frauen in der FDP?“

  1. Christian, die von dir zitierte Formulierung enthält erheb­li­che inhalt­li­che Mängel.

    Die genann­ten „Quoten” mögen auf eine obskure Art exis­tie­ren und viel­leicht zum Teil sogar funk­tio­nie­ren (was immer das bedeu­ten mag). Aber dann fehlt in dieser Aufzählung eben auch die Frauenquote, die es sehr wohl gibt. Sie ist nur nicht verpflich­tend — genau­so­we­nig wie all die anderen aufge­zähl­ten Quoten. Wenn es irgend­wie geht, versucht man nunmal einen irgend­wie reprä­sen­ta­ti­ven Vorstand zustan­de­zu­brin­gen aber der beinhal­tet für gewöhn­lich dann eben nicht nur junge, alte und ange­mes­sen geogra­phisch verteilte Leute, sondern auch Frauen. Wie, wenn nicht durch eine solche imagi­näre Quote sind denn Parteikarrieren wie beispiels­weise die von Koch-Mehrin erklär­bar?

    Mein Ortsverband wird sich nach erfolg­rei­cher Einführung einer 40%-Quote wohl auflö­sen müssen. Wir haben nicht eine einzige aktive Frau. Hätten wir eine, sie könnte wahr­schein­lich jeder­zeit Vorsitzende werden, wenn sie denn wollte. Wir sind alle nicht beson­ders verses­sen auf Karriere.

    Männer und Frauen, die Quoten für sinn­voll oder sogar nötig halten, sind in der Tat in anderen Parteien besser aufge­ho­ben. Das ist okay, die FDP ist nunmal eine vergleichs­weise libe­rale Partei und ich habe kein Problem damit, wenn das dann auf nicht­li­be­rale Menschen biswei­len abschre­ckend wirkt.

    1. „Christian, die von dir zitierte Formulierung enthält erheb­li­che inhalt­li­che Mängel.”

      Okay, das ist natür­lich schlecht. :-)

  2. Jeder der sich in einer Partei enga­giert ist sowieso verrückt. ;)

    Aber mal ernst­haft, man liest die FDP habe ca. 25% weib­li­che Mitglieder — da muss man sich fragen wie man daraus 40% Quote ablei­tet.

    1. Damit es noch mehr werden natür­lich. Frauen werden offen­sicht­lich nicht Parteimitglied wegen der poli­ti­schen Ausrichtung, sondern wegen Pöstchen.

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