Hamburger Linkspartei: pragmatisch?

18. Februar 2011
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Spannend: quasi überall liest man, die Hamburger Linkspartei sei ach so bürgerlich und hebe sich von den anderen Landesverbänden so positiv ab. Und dann dieser Bericht im „Report Mainz” mit dem Verweis auf die Vorsitzende der Hamburger Linkspartei-Jugend, die den Kommunismus als Ziel propagiert und das Parlament „auch als Bühne für den Klassenkampf” nutzen will.

Wirklich sehr skurril. Eine Chaostruppe, offensichtlich. Sehr vernünftig, dass Olaf Scholz Rot-Rot ausgeschlossen hat.


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11 Responses to Hamburger Linkspartei: pragmatisch?

  1. jürgen on 18. Februar 2011 at 13:28

    herr soeder,
    schon die einleitenden sätze dieses machwerks sollten sie davon abhalten sich darauf zu beziehen.
    „porschefahrer klaus ernst.…” — um mich auf dasselbe niveau herabzulassen müsste ich fragen ob der spd-vorsitzende auch eine über 10 jahre alte kiste fährt!
    aber das tu ich nicht!
    ich müsste auch fragen, warum die spd 1998 den berufsdemonstranten und steineschleuderer joschka fischer zum aussenminister gemacht hat.
    aber das tu ich auch nicht! (er war übrigens ein guter aussenminister)

    aber eins frag ich mich schon lange: auf welche zeit hat die spd eigentlich ihren wecker gestellt?? wann will sie endlich aufwachen?
    ich für mich stelle fest: die linke besetzt über weite strecken die politikfelder, die die spd besetzen sollte. die spd kann von glück reden, dass die armen (hartzler) wahlmüde sind.
    ich behaupte mal, dass zumindest für den westen gilt: die wähler der linken sind zu einem sehr hohen prozentsatz frustrierte ehemalige spd-wähler. stellen wir uns mal für einen kurzen augenblick vor, die wahlmüden armen würden sich nochmal aufraffen und ihr kreuzchen machen.
    punkt 18 uhr am wahlabend würde ich feststellen, dass von der spd nur noch trümmer übriggeblieben sind.….… und ich würde heulen!

    • Christian Soeder on 18. Februar 2011 at 13:35

      die linke besetzt über weite strecken die politikfelder, die die spd besetzen sollte.”

      Das ist richtig. Dafür setze ich mich auch innerparteilich ein.

      Es ist aber niemandem damit gedient, wenn eine Bürgerschafts-Kandidatin die Bürgerschaft „als Bühne für den Klasenkampf” nutzen will.

      Dass der Bericht von der Machart her fragwürdig ist — geschenkt. Die Originalzitate wurden jedoch zweifelsohne getroffen.

      • jürgen on 18. Februar 2011 at 15:13

        sie will ihr mandat nutzen um ihre überzeugungen — um deretwillen sie ja gewählt wurde — öffentlich darzulegen. in ihrem fall ist es eben der „klassenkampf”. und damit ist sehr wohl jemandem gedient ( ich meine jetzt nicht mit dem klassenkampf sondern damit, dass sie in einem parlament im auftrag ihrer wähler ihre darstellung der dinge vertritt), nämlich der demokratie!!

        was die „originalzitate” aus den lokalberichten hamburg betrifft:
        http://antifadueren.blogsport.de/2011/02/02/solidaritaet-2/
        (vorletzter absatz)

        stoppen sie den report-bericht mal an der richtigen stelle:
        „zudem ist es ein problem, dass äusserungen zur BERECHTIGUNG MILITANTER INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN dort immer denunziatorisch wiedergegeben werden.…„
        (die groß-geschriebenen stellen sind im report gelb markiert und ich denke — auch für sie ersichtlich — aus dem zusammenhang gerissen!

        genauso verhält es sich mit dem raf-logo und den texten der gefangenen, mit denen man sich auseinandersetzen soll.
        eine auseinandersetzung ist immer ergebnisoffen. über das ergebniss der auseinandersetzung berichtet der report aber nicht. offensichtlich wieder aus dem zusammenhang gerissen!

        beispiel: ich habe schon „mein kampf” gelesen (wegen brechreiz abgebrochen), den hexenhammer, das 7. buch moses, die bibel…habe mich also damit „auseinandergesetzt”.
        was soll ich sagen!? sie entnehmen meinen kommentaren, dass ich auf keinen fall ein nazi bin. ich bin aber auch kein katholischer inquisitor, kein hexer. ja, die auseinadersetzung mit bibel und kirchengeschichte hat zu dem ergebnis geführt, dass ich nichtmal mehr christ bin!!

        also, herr soeder: fallen sie nicht auf die „berichterstattung” dieser journaille rein deren opfer bei bedarf im übrigen auch die spd ist.
        der reichspropagandaminister hätte sich ob der derzeitigen gleichschaltung der medien sowieso verwundert die augen gerieben.

        ihren innerparteilichen einsatz begüße ich und ich hoffe sehr, dass er zum erfolg führt.
        sie sind ja noch jung und haben zeit.
        ein tip: überzeugen sie nur ihre altersgenossen, die jungen!
        den rest erledigt die biologie *lach

  2. Volker on 18. Februar 2011 at 22:53

    Kommunismus ist ein legitimes Ziel. Andere wollen Ökogesellschaft (Grüne) oder Kapitalismus pur (FDP). Alles legitim.
    Das Parlament ist selbstverständlich immer auch Bühne. Was denn sonst?
    Die FDP macht es zu Bühne für Klassenkampf von oben. Die Linke vertritt den Klassenkampf von unten. So what?
    Wenn der Juli-Bundeschef hier freundlicherweise einen Gastauftritt bekommt („Rotgelb ohne Scheuklappen”), sollte auch ein Artikel von der Linksjugend Solid möglich sein.
    Irgend ein Widerspruch?

    • Christian Soeder on 19. Februar 2011 at 01:28

      Kommunismus ist ein legitimes Ziel.”

      Nein, ist es nicht. Denn Kommunismus geht nicht, ohne unsere Verfassung und unsere Parlamente abzuschaffen. Ich bin da ein bisschen altmodisch: ich finde unsere repräsentative Demokratie und unsere Freiheit gut.

      • Volker on 19. Februar 2011 at 01:58

        Wer genau in der Linkspartei will Verfassung & Parlamente abschaffen? Wäre mir neu.

        • Christian Soeder on 19. Februar 2011 at 02:00

          Kommunismus geht nicht demokratisch. Wer Kommunismus will, ist kein Demokrat.

          • Volker on 19. Februar 2011 at 03:09

            Konkrete Frage, Bundespressekonferenz-Antwort.
            Schade, hätte Sozis mehr zugetraut…

    • Jan on 21. Februar 2011 at 05:50

      Kapitalismus pur (FDP)”

      Würde die Die Linke es mit dem Kommunismus so „ernst” nehmen, wie die FDP mit ihrem „Kapitalismus”, wäre an sich alles in Butter. Ich habe leider einen anderen Eindruck.

  3. Thomas Maier on 19. Februar 2011 at 00:32

    Jusos und SPD unterscheiden sich doch auch in etwa so wie Lafo und Münte. Da scheint mir das sind besonders verwunderlich oder abseits zu sein.

  4. Volker on 20. Februar 2011 at 03:57

    Interessant der Rassismus mancher „Jusos”:
    http://blog.jusos.de/2011/02/rassismus-inside-asta/
    Was sagen blos Scholz & Friends dazu?

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