Demokratie und Freiheit

Das ägyp­ti­sche Volk hat jedes Recht der Welt, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Ja, zu kämpfen! Die Machthaber und Potentaten werden nicht frei­wil­lig das Feld räumen. Niemals in der Geschichte der Menschheit verlief eine Revolution unblu­tig. Warum auch? Demokratie und Freiheit, das ist ein radi­ka­les Konzept. Ein Konzept, das erst errun­gen werden muss. Das nicht vom Himmel fällt. Dafür zu kämpfen — das ist aller Ehren wert.

Demokratie und Freiheit gibt es nicht umsonst. Demokratie und Freiheit müssen erkämpft und vertei­digt werden. Jahr für Jahr, Tag für Tag.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

4 Gedanken zu „Demokratie und Freiheit“

  1. „Niemals in der Geschichte der Menschheit verlief eine Revolution unblu­tig.”

    Das stimmt so nicht. Es gab auch eine Revolution 1989, welche zum Fall der DDR führte diese war unblu­tig. Ich gebe aber zu, dass dies leider eine Ausnahme war, als die Regel.

    1. Die „Revolution von 1989” gehört zwar zum Gründungsmythos des wieder­ver­ei­nig­ten Deutschlands, aber ob die Ereignisse von damals diesen Begriff wirk­lich für sich bean­spru­chen können, ist frag­lich. Der Staat „DDR” konnte nur exis­tie­ren, weil es die Mauer gab, und als diese große Lücken aufzu­wei­sen begann (Ungarn, Tschechoslowakei) bzw. endgül­tig durch­läs­sig wurde, fiel sie einfach in sich zusam­men. Die Montagsdemos waren zwar eine mutige und symbo­li­sche Tat, aber es war nicht das Marschieren um den Leipziger Ring, das diesen Staat erle­digte, sondern das über den „Eisernen Vorhang” in den Westen.

      Und das alles wurde auch nur möglich durch Gorbatschows Politik der Nichteinmischung.

      Insgesamt also mehr eine „Revolution von ganz oben”, kombi­niert mit der ersten unge­fälsch­ten Abstimmung der DDR, nämlich der mit den Füßen.

      1. „Insgesamt also mehr eine „Revolution von ganz oben””

        Sogar von Rayson ist mal was korrek­tes zu hören.

      2. Die Republikflüchtigen hätte die DDR evtl. noch verkraf­tet (darüber mag man strei­ten) — die innere Widerständigkeit und offene Auflehnung ihrer Bürger (sicht­bar u.a. in den Demos) führte aber zu einem inneren Zusammenbruch, und auch zu einem Zusammenbruch der Lebenslügen der DDR. Man sollte auch beden­ken, erstens (anders als es Rayson schreibt), dass es nicht „nur in Leipzig” Demos gab, sondern in der ganzen DDR inkl. der vergleichs­weise verwöhn­ten Hauptstadt, zwei­tens, dass die Grenzöffnung der Ungarn ein Ergebnis eines Prozesses war, an dessen Anfang die oppo­si­tio­nel­len Friedensgebete in der Leipziger Friedenskirche standen sowie die erste Montagsdemo — und danach direkt daraus hervor gehend eben auch die Folge weite­rer Demonstrationen, welche den Herrschaftsanspruch der DDR zum Einsturz brach­ten.

        Der Umstand, dass Ungarn am 11. September die Grenzen öffnete und damit die massen­hafte Republikflucht auslöste, hatte viele verschie­dene Ursachen — teils hatte das auch mit dem inneren Zerfall der DDR zu tun, teils waren beiden Prozessen weitere Ursachen vorge­la­gert.

        Aber — nicht verges­sen — die Montagsdemos began­nen bereits vor dem 11. September.

        Ich schließe nicht aus, ganz und garnicht, dass von Rayson neben arro­gan­ter Rhetorik gele­gent­lich auch „was Korrektes” zu hören ist — aber von DDR-Geschichte hat er wenig Ahnung. Er kennt weder den Namen des DDR-Pfarrers, der die Friedensgebete orga­ni­sierte (Führer), noch andere wich­tige Dinge über die Ursprünge des Zusammenbruchs der DDR.

        Was er kennt: Fast nur das, was in sein rechts­li­ber­tä­res Weltbild passt…

        (und in diesem Weltbild ist eben kaum Platz für echte demo­kra­ti­sche Prozesse, sorry, und mitun­ter auch verblüf­fend wenig Platz für die Realität — so könnte man höhnen)

        Im Übrigen hatte es auch viel mit dem hohen Geschick der DDR-Opposition zu tun, dass die Revolution (und es war eben doch eine!) unblu­tig verlief. Es war ja nicht so, dass die DDR-Bonzen sich eines Tages trafen und spra­chen: „Nee, da hammwa jetze keene Lust mehr, wa”.

        Es waren die Bürger der DDR, die den Wandel herbei führten.

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