Burka im Dienst

Der Skandal ist nicht, dass eine Frau versucht, mit Burka im Staatsdienst zu erscheinen (um möglicherweise eine fette Abfindung zu kassieren).

Der Skandal ist, dass das nicht längst durch Bundesgesetz verboten worden ist.

Schläft die Bundesregierung?

PS: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Will sagen: als Privatperson kann man so viele Burkas tragen wie man will, als Staatsdiener nicht.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

21 Gedanken zu „Burka im Dienst“

  1. Dann bitte konsequent sein und alle religiös motivierten Symbole und Kleider aus dem Staatsdienst raus. Kann mich aber nicht erinnern, dass die SPD mal groß gegen Kreuze in Klassenzimmern und Unisälen vorgegangen wäre. Komisch! Falsch ist immer nur das was fremd ist! Wie immer.

    1. Diese Methode der zwei Maßstäbe ist in jeder Hinsicht Masche hier. Sei’s wie hier bei religiösen Symbolen, sei’s bei Diktaturen. Jetzt wo sich was tut z.B. in Ägypten wird ein um’s andere Mal geposted, wie fürchterlich diese Diktatur war, wie peinlich das deutsche jahrelange zuschauen (wobei das noch nicht mal ein Zuschauen war, sondern ein aktives Unterstützen), wie unmöglich Westerwelle agiert und wie toll die SPD, die sich jetzt klar distanziert. Aber: Wo war rotstehtunsgut.de die ganzen Jahre zuvor, als z.B. auch die Rot-Grüne Regierung jahrelang Ägypten samt Mubarak (oder Tunesien) als guten Partner angesehen hat?
      Wo ist rotstehtunsgut.de heute im Hinblick auf all‘ die anderen Diktaturen, mit denen D (und die SPD) noch sehr gut zurechtkommen, weil diese Diktaturen nützlich für D sind?
      Hingegen zu Weissrussland gibt’s natürlich wieder einen Artikel, weil das eine böse – weil nicht nützliche – Diktatur ist.

      Einen sehr selektiven, staatstragenden Blick auf die Diktaturen dieser Welt werfen oder auf religiöse Symbol oder sonst worauf, aber das immer mit immer mit viel moralischem Tamtam. Eklig.

        1. Wie peinlich soll das bitte noch werden? Ihr bloggt seit 2009. Würden Euch Diktaturen und speziell die Unterstützung solcher seitens D und der SPD grundsätzlich stören, hättet Ihr sehr viel Gelegenheit und auch konkrete Anlässe gehabt, darüber zu berichten.

          Habt Ihr aber nicht. Sondern berichten tut Ihr dann, wenn’s im Interesse Ds opportun ist.

    2. „Dann bitte konsequent sein und alle religiös motivierten Symbole und Kleider aus dem Staatsdienst raus.“

      Es geht um eine Burka, nicht um ein Kopftuch. Wer für den Staat arbeitet, dem ist es zuzumuten, sein Gesicht zu zeigen.

      1. Hängt davon ab, wo derjenige arbeitet. Aber ernsthaft: Ist es nicht eine völlig unwichtige Randproblematik, die lediglich von Islamhassern und -phobikern aufgewirbelt wird?

        Solange die Arbeit nicht darunter leidet, kann meinetwegen jeder tragen, was er dufte findet. In der Kundenberatung hat eine Burka also wenig verloren, außer vielleicht, es geht um die Beratung islamischer Frauen – wobei ich da eigentlich auch bezweifle, ob eine Burka hilfreich für die Arbeit ist.

        Aber eine hitzige Diskussion um so eine Frage? Wozu das denn???

        1. „Ist es nicht eine völlig unwichtige Randproblematik, die lediglich von Islamhassern und –phobikern aufgewirbelt wird?“

          Ja. Deshalb schnell und ohne viel Aufheben ein Bundesgesetz verabschieden. Fertig.

          1. Wenn ein Problem absehbar ist, dann kann man auch präventiv tätig werden. Ich habe damit kein Problem.

          2. Christian, das ist in meinen Augen der typisch parternalistische Gesetzgebungs- und Staatsirrsinn vieler Sozialdemokraten.

            F. hat es auf den Punkt gebracht. Ein gut funktionierendes Gemeinwesen braucht nicht für jeden Blödsinn gleich ein Gesetz. Und schon gar nicht jede künstliche Debatte, die von rechten Think Tanks u.ä. in die Gesellschaft geprügelt wird, fernab echter Problematiken wohlgemerkt, rechtfertigt den „präventiven“ Erlass von Gesetzen, welche den Freiheitsraum der Bürger verringern.

            Richtig gelesen: Eine Gesellschaft mit einem überbordenden und von Wahnvorstellungen (Burkagefahr u.ä.) getriebenen Gesetzeswesen vermindert die Freiheit seiner Bürger.

            Wenn ich – zum Beispiel im Rahmen einer witzig gemeinten Werbekampagne – meine Angestellten für einen Tag lang in bunten Burkas (verziert mit dem aktuellsten Produkt unserer Firma u.ä.) rumrennen lassen würde, auf freiwilliger Basis versteht sich, dann würde ich mich bei deinem Gesetz strafbar machen. Wenn irgendeine islamische Sekte mit demokratischer Grundorientierung eine Frauenausbildungswerkstatt betreibt – und die Frauen dort teils in Burka herumlaufen – dann willst du also mit staatlichen Zwangsmaßnahmen kommen.

            Was soll der Quatsch?

            Denkst du eigentlich grundsätzlich nach, bevor du was schreibst, Christian – oder springst du einfach nur auf jeder Pseudodebatte hinterher, die von Rechtslibertären und ähnlichem Politgesocks für wichtig erachtet wird?

          3. „Wenn ich — zum Beispiel im Rahmen einer witzig gemeinten Werbekampagne — meine Angestellten für einen Tag lang in bunten Burkas (verziert mit dem aktuellsten Produkt unserer Firma u.ä.) rumrennen lassen würde, auf freiwilliger Basis versteht sich, dann würde ich mich bei deinem Gesetz strafbar machen.“

            Nö, würdest Du nicht. Es geht hier um den Staatsdienst, nicht um private Unternehmen.

            „Denkst du eigentlich grundsätzlich nach, bevor du was schreibst“

            Witzig, dass Du das fragst. :-) Tipp: genauer lesen.

          4. Ah, verstehe. Du forderst als Burkagesetz also kein allgemeines Gesetz (= Gesetzgebungskompetenz des Bundes), sondern vielmehr ein Bundesgesetz, welches nicht nur für die eigenen Behörden, sondern auch für Landesbehörden und kommunale Behörden Bekleidungsvorschriften regelt, unter besonderer Berücksichtung der Burka.

            Das ändert alles, klar…

  2. Mich würde mal ein Interview mit der Frau interessieren. Auf der einen Seite ist so offenbar so emanzipiert, zu arbeiten. Auf der anderen Seite will sie ihr Gesicht komplett verhüllen. Die Burka ist ja nirgends offizieller Teil des Islam – eher von regionalen Kulturen. Was bringt einen Menschen mitten in Europa auf so eine Idee?

    1. Die Burka ist ja nirgends offizieller Teil des Islam

      Sagt wer? Es gibt ja keinen „offiziellen“ Islam, nur Legionen von mehr oder weniger angesehenen Rechtsgelehrten, die ihren Senf zu allem möglichen abgeben. Rechtsgelehrte in der salafitischen Tradition meinen, das Gesicht einer Frau gehöre zur sogenannten Aurah (also den Körperteilen, die einem nicht-verwandten Mann nicht gezeigt werden dürfen), für andere Rechtsgelehrte umfasst die Aurah nur den Körper der Frau, mit Ausnahme des Gesichts und der Hände.

  3. Ich finde es richtig, dass es kein Gesetz gibt, dass die Burka im Staatsdienst verbietet. Ich fände Burkaträgerinnen nämlich auch am Bankschalter oder an der Supermarktkasse ziemlich unpassend. Ich schätze mal, dass die Arbeitgeber das ähnlich sehen, und sie haben ja durchaus ein Weisungsrecht gegenüber ihren Mitarbeitern hinsichtlich der Bekleidung am Arbeitsplatz. Das sollte auch für den öffentlichen Dienst genügen.

    1. hm, genau da seh ich ein Problem.

      Wenn ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter anweist nicht die Burka am Arbeitsplatz zu tragen, diskriminiert er sie dann nicht ?

      1. Diskriminiert? Dann diskriminiert der Arbeitgeber seine Beschäftigten ja auch, indem er eine Sekretärin Sekretariatsarbeit verrichten lässt, während der Lastkraftwagenfahrer LKWs fahren darf. Echte Hornochsen würden hier eine Diskriminierung sehen – allerdings in einem Sinn, welcher der allgemeinen Bedeutung des Wortes widerspricht.

        Rubrik: Hirnriss

      2. Glaubst Du alle Bankangestellten sind Krawattenfans? Nein, die müssen sich so förmlich anziehen, selbst wenn ihnen mehr nach bayerischer Tracht wäre.
        Und eine Burka fällt nun einmal aus allen üblichen im Arbeitsleben in Europa verbreiteten Bekleidungsstilen raus. Man kann ja auch nicht nur mit einem Lendenschurz bekleidet ins Büro kommen.

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