Kai Eicker-Wolf und Patrick Schreiner haben sich auf den Nachdenkseiten mal den Bund der Steuerzahler vorgenommen. Seit Jahrzehnten präsentieren die Medien den Steuerzahlerbund als neutrale Instanz, Stimme der Vernunft und Anwalt der Kleinen Leute. Alles nur Oberfläche — die Autoren kommen zu dem Fazit:
„Es gibt wohl kaum eine Institution, die so schamlos – aber leider auch so erfolgreich – mit ihrem Namen Etikettenschwindel betreibt. Der Bund der Steuerzahler ist im Grunde eine Tarnorganisation, die knallharte neoliberale Öffentlichkeits– und Lobbyarbeit im Interesse von mittelständischen Unternehmen und besser Verdienenden betreibt.”
Links
- Nachdenkseiten: Wessen Interessen vertritt der Bund der Steuerzahler?


Ich habe den nie als „neutrale Instanz, Stimme der Vernunft und Anwalt der Kleinen Leute” wahrgenommen. Und ich finde auch nicht, dass er so von den Medien präsentiert wurde.
Und „Lobbyarbeit im Interesse von mittelständischen Unternehmen” ist das ja eben nicht, was dieser „Bund” betreibt. Das dient den Interessen der Konzerne. Mittelständler haben von dem Gefasel nichts.
PS: „Sie wurde zum Symbol für eine angeblich immer weiter um sich greifende Verschuldung, der Einhalt geboten werden müsse.” Der Artikel der „NachDenkSeiten” ist mal wieder grotesk. Was heißt hier „angebliche Verschuldung”? Bilden wir die uns nur ein oder was? So ein Quark.
Was du wie begründest?
Generell: Natürlich ist der „Bund der Steuerzahler” „knallhart neoliberal”. Das sind doch alle, die die staatlichen Ausgaben begrenzen statt ausweiten wollen. Vorwurf, wo ist dein Stachel?
„Es gibt wohl kaum eine Institution, die so schamlos – aber leider auch so erfolgreich – mit ihrem Namen Etikettenschwindel betreibt. Der Bund der Steuerzahler ist im Grunde eine Tarnorganisation, die knallharte neoliberale Öffentlichkeits– und Lobbyarbeit im Interesse von mittelständischen Unternehmen und besser Verdienenden betreibt. ”
Der Bund der Steuerzahler macht also Lobbyarbeit im Interesse der mittelständischen Unternehmen und Besserverdienenden, die den Löwenanteil der Steuereinnahmen leisten. Wo ist das jetzt der Etikettenschwindel?
„Der Bund der Steuerzahler macht also Lobbyarbeit im Interesse der mittelständischen Unternehmen und Besserverdienenden, die den Löwenanteil der Steuereinnahmen leisten.”
Faktisch falsch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Steueraufkommen_%28Deutschland%29
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_3380/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/Steuerschaetzung__einnahmen/node.html?__nnn=true
Welcher Fakt falsifiziert deiner Ansicht nach die Aussage? Ein paar Links hinrotzen kann jeder.
Erstens wurde hier nichts „hingerotzt”, sondern ich habe diese Links mit Liebe und Bedacht ausgesucht.
Zweitens ist es schon ziemlich „witzig”, wenn jemand, der einfach eine Behauptung aufstellt, ohne Belege zu nennen (weil es dafür eben keine Belege gibt, da die Behauptung falsch ist), denjenigen kritisiert, der diese Behauptung widerlegt.
Drittens kann man, wenn man Schaubilder und Tabellen lesen kann, folgende Aussage bei Wikipedia recht gut nachvollziehen: „Direkte und indirekte Steuern tragen aktuell zu etwa gleichgroßen Teilen zum Steueraufkommen bei.”
Ja, ich habe nur eine Behauptung aufgestellt. Du hast dagegen den hohen Anspruch erhoben, dass meine Aussage „faktisch falsch” sei. Wer sich so aufpustet, muss sich auch daran messen lassen. Offensichtlich hast du dich mit heißer Luft aufgepustet, denn eine „Widerlegung” hast du auch in deinem neuen Beitrag nicht gebracht. Denn glücklicherweise kann ich Schaubilder und Tabellen lesen. Und nirgends wird das duch Besserverdienende und mittelständische Unternehmen erbrachte Steueraufkommen im Vergleich zum Gesamtsteueraufkommen ausgewiesen. Nur das wäre eine Widerlegung der Aussage.
„Ja, ich habe nur eine Behauptung aufgestellt.”
Achso, Du hast also „nur eine Behauptung” aufgestellt. Na dann.
PS: „Nur das wäre eine Widerlegung der Aussage.” Früher musste der, der eine Behauptung aufstellt, diese auch belegen. Seit Sarrazin ist das alles anders …
@ Christian:
Drittens kann man, wenn man Schaubilder und Tabellen lesen kann, folgende Aussage bei Wikipedia recht gut nachvollziehen: „Direkte und indirekte Steuern tragen aktuell zu etwa gleichgroßen Teilen zum Steueraufkommen bei.”
Mag sein, sagt aber nichts darüber aus, welche Einkommensgruppen welchen Anteil am gesamten Steueraufkommen leisten.
„Es gibt wohl kaum eine Institution, die so schamlos – aber leider auch so erfolgreich – mit ihrem Namen Etikettenschwindel betreibt. Der Bund der Steuerzahler ist im Grunde eine Tarnorganisation, die knallharte neoliberale Öffentlichkeits– und Lobbyarbeit im Interesse von mittelständischen Unternehmen und besser Verdienenden betreibt. ”
Der Bund der Steuerzahler macht also Lobbyarbeit im Interesse der mittelständischen Unternehmen und Besserverdienenden. Wo ist das jetzt der Etikettenschwindel? Der Bund macht genau das, was der Name verspricht. Er setzt sich für diejenigen ein, die den Großteil der Steuereinnahmen bezahlen.
Der brutal-radikale raubtierneosozialistische Steffen Voss schreibt:
„Es gibt wohl kaum eine Institution, die so schamlos – aber leider auch so erfolgreich – mit ihrem Namen Etikettenschwindel betreibt. Der Bund der Steuerzahler ist im Grunde eine Tarnorganisation, die knallharte neoliberale Öffentlichkeits– und Lobbyarbeit im Interesse von mittelständischen Unternehmen und besser Verdienenden betreibt. ”
Der Bund der Steuerzahler macht also Lobbyarbeit im Interesse der mittelständischen Unternehmen und Besserverdienenden. Wo ist da jetzt der Etikettenschwindel? Der Bund macht genau das, was der Name verspricht. Er setzt sich für diejenigen ein, die den Großteil der Steuereinnahmen bezahlen.
Ähm, belassen wir es bei der letzten Version des Kommentars ;)
Mich würde ja mal interessieren, wie die Autoren „erfolgreich” definieren. Immerhin wählen seit Jahren die meisten Bürger Parteien, die gegen Steuersenkungen und eher für Steuererhöhungen stehen.
Ich finde die Vorschläge zur Einsparung sehr gut.
Die rein ideologisch motivierte „Schuldenbremse” ist auch auf die Demagogie des BdSt zurückzuführen. Die irrsinnige Behauptung, dass Staatsverschuldung etwas ganzganz Böses wäre, hat diese verhängnisvolle Entwicklung mit angerichtet — ähnlich wie die Knebelung durch die Maastricht/Lissabon-EU. Die sinnvolle Möglichkeit der maßvollen Staatsverschuldung zwecks politischer Gestaltung wird so unmöglich. Die Politikverdrossenheit wird so zwangsläufig zunehmen.
Unglaublich. Wahrscheinlich ist die Erde doch eine Scheibe.