Ordentliche Kleidung gehört dazu

20. Januar 2011
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Was haben diese Bilder von SPD-Parteitagen gemeinsam? Alle Delegierten sind im Anzug oder im Frack abgebildet. Das ist kein Zufall: Sozialdemokraten haben von Anfang an sehr darauf geachtet, beim Politisieren, sei es auf dem Parteitag oder im Reichstag, ordentliche Kleidung zu tragen, also: Anzüge für die Männer, die entsprechende Kleidung für Frauen. Das liegt daran, dass man sich nicht von den „Bürgerlichen” vorwerfen lassen wollte, die Würde des Parlaments zu beschädigen. Man darf das nicht gering gewichten: die optische Gleichstellung der Parlamentarier war von großer Bedeutung.

Daran sei erinnert, anlässlich des kleinen Kulturkampfes um Haltung, Kleidung und Krawatte im Deutschen Bundestag, in dessen Umfeld SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann wie folgt zu vernehmen ist: „Wer im Präsidium sitzt, sollte nicht in Freizeitkleidung erscheinen.”

Was ist Freizeitkleidung, was nicht? Und: Krawattenzwang für Parlamentarier? Warum nicht! Es bricht sicherlich keinem der Abgeordneten ein Zacken aus der Krone, dem Hohen Haus Achtung und Respekt entgegen zu bringen — und somit auch den Wählerinnen und Wähler, dem Souverän unseres Staates. Krawatten — find’ ich gut!

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7 Responses to Ordentliche Kleidung gehört dazu

  1. John Dean on 20. Januar 2011 at 17:38

    Pardon, finde ich nicht gut. Bei allem Respekt für Traditionen und der Funktion eines Parlamentariers, aber die Zeiten haben sich geändert — derjenige, diejenige, welche/r in gepflegter Freizeitkleidung (u.ä.) im Parlament sitzt, erweist „dem Haus” bzw. seinem Amt imho genügend Respekt.

    Wenn es mich träfe: Ich würde gelegentlich „Frack” (bzw: Anzug) tragen, z.B. bei der großen Haushaltsdebatte, bei Amtsvereidigungen oder falls ich Minister oder Ausschussvorsitzender wäre. Falls es je dazu käme…

    Wenn sich in der Kleiderordnung in etwa der (gepflegte!) Durchschnitt unseres Volkes träfe, dann enstspräche das deutlich eher meinem demokratischen Ideal, als eine Horde und teils widerwillig einheitlich gekleideter Anzugträger. Und, so merkwürdig das vielleicht klingen mag, auf mich (in meiner Eigenschaft als Wähler) wirkt es durchaus schon eine gewisse Prise „respektlos”, wenn im Parlament bzw. in der SPD-Fraktion ausschließlich Krawattenträger herumturnen.

    Echt jezz.

    • Christian Soeder on 20. Januar 2011 at 17:41

      Aber es sind hübsche Bilder, oder? :)

  2. Jan on 20. Januar 2011 at 18:06

    Meinste nicht, dass Wähler, die sich nicht ausreichend respektiert fühlen, in einer Demokratie ausreichend Möglichkeiten haben, sich dafür zu rächen, als dass man irgendwelche Klamottenrichtlinien vorschreiben müsste?

  3. John Dean on 20. Januar 2011 at 19:06

    Früher: (vor der Finanzkrise und dem kollabierenden Neoliberalismus) galten Anzüge als Ausweis der Seriosität. Es schien so, als ob man denen besonders vertrauen könnte, die Anzüge tragen.

    Heute: sind Anzüge, wenn sie im Übermaß auftreten, eher Ausweis mangelnder Seriosität…

    (okay, das ist natürlich etwas überzeichnet von mir)

  4. lukas on 20. Januar 2011 at 19:09

    Wir haben ja sonst keine Probleme, da kann sich das Parlament solchen Grundsatzdebatten ruhig ausgiebig widmen.

  5. Rayson on 21. Januar 2011 at 00:25

    Geht doch nur um die beiden Schriftführer, die deutlich sichtbar neben dem Präsidenten sitzen. Die könnten sich ruhig etwas formeller kleiden. Der Rest des Hauses läuft seit einigen Jahren eh rum, wie er will, und das kann und wird wohl auch keiner mehr ändern.

  6. F.Alfonzo on 21. Januar 2011 at 06:03

    Ich würde das locker sehen, nach dem Prinzip ‚selbst Schuld’:

    Erinnere mich an 2 Deutschlehrer aus meiner Schulzeit: Einer kam immer im Anzug in den Unterricht, der andere mit Jogginghose, t-shirt und hübschem Schweissgestank direkt aus der Sporthalle.

    Preisfrage: Vor wem hatten die Schüler wohl mehr Respekt?

    Selbst der Ex-Vandale namens Fischer Josef ist irgendwann auf den Trichter gekommen, dass man sich nur lächerlich macht, wenn man wie ein Asso rumläuft ;)

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