So war „Anne Will”

16. Januar 2011
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Das Thema: „Wirtschaftsboom und Jobwunder – wer träumt da noch vom Kommunismus?”

Die Gäste in der professionellen ROTSTEHTUNSGUT–Kurzanalyse:

Oskar Lafontaine: Definierte Kommunismus schlicht als „Gemeinschaftseigentum” (was Quatsch ist, da Kommunismus ein Herrschaftssystem ist) und beschmutzte das Erbe der Sozialdemokratie, die ihre Wurzeln u.a. eben auch im Liberalismus hat. Ergo: ein ehemaliger SPD-Vorsitzender, der pro Kommunismus spricht — peinlich.

Jan Fleischhauer: Blieb erstaunlich blass, versuchte auf einfachste Weise zu moralisieren. Langweilig und vorhersehbar.

Rainer Brüderle: Hat nichts gegen Kommunismus an sich, nur gegen den Begriff (?). Ist eigentlich ein rechter Sozialdemokrat (jemand sollte es ihm endlich sagen) und will angeblich den Sozialstaat ausbauen. Oberlehrerhaft und belehrend.

Aelrun Goette: Vorher habe ich noch nie etwas von der Frau gehört, war recht sympathisch, brachte aber nichts Fundiertes. Als gäbe es keine kompetenten Frauen. (ARD: mehr Feminismus wagen!)

Christoph Butterwegge: Brachte die richtigen Argumente und Punkte, war aber viel zu laut und polemisch und hat seine Argumente somit entwertet.

Anne Will: Hat wie immer bei jedem Gast gegrinst wie ein Honigkuchenpferd, egal, um was es ging. Bald ist es ja rum. Ob es der Jauch besser macht?

So, das war Anne Will. Mit einem Wort: nix verpasst.


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10 Responses to So war „Anne Will”

  1. Lichtgestalt on 17. Januar 2011 at 00:24

    Wenn Oskar das Erbe der Sozialdemokratie beschmutzt hat, dann zurecht.
    Die Linke muss sich ständig dafür entschuldigen, was irgendeine Vorgängerpartei mal verbrochen haben soll.
    Die SPD dagegen will bis heute nicht über ihre Kellerleichen reden:
    Vom Kriegsjubel 1914 über den Auftragsmord an den Linksdemokraten Rosa & Karl bis hin zu Schröderfischers Auschwitzverharmlosung (Begründung des Kosovokrieges) und die Hartz-Schandgesetze.
    Sollte sich die Linke 2013 auf Sondierungsgespräche mit dieser Partei einlassen, sollte Herr Gabriel erst einmal öffentlich Abbitte leisten.

    • Christian Soeder on 17. Januar 2011 at 00:25

      Gesundheit!

      • Lichtgestalt on 19. Januar 2011 at 22:48

        Kommunismus!

  2. jürgen on 17. Januar 2011 at 16:03

    was sie hier schreiben, herr soeder, könnte ein hetz-artikel aus der zeitung mit den großen buchstaben sein.
    zum ersten hat oskar lafontaine den begriff „kommunismus” erklärt ( und zwar richtig )!
    zum zweiten ist kommunismus keine herrschaftsform, sondern eine form des gesellschaftlichen zusammenlebens… wie übrigens der kapitalismus auch.
    und weil wir in einer demokratie leben ( das ist nun eine herrschaftsform — es s o l l t e eigentlich die herrschaft des volkes sein ) darf ganz einfach über kommunismus debattiert werden. das muß die demokratie aushalten.
    die arbeiter und hartzler müssen ja auch das geschwafel von spd-finanzministern anhören von wegen systemrelevanten banken die gerettet werden mussten, vom leben über unsere verhältnisse, vom angeblichen kollaps der sozialsysteme und dazu von der notwendigkeit privater vorsorge ( an dieser stelle einen schönen gruß an die herren maschmayer, rürup und riester ), von der notwendigkeit von niedriglohnsektor.……und.…und .…und!
    ja! wir haben das alles angehört! das alles lastet fürchterlich auf unseren schultern und die psychische und physische belastbarkeit von so manchem ist schon lange an der grenze und überschritten!
    ich will ihnen was sagen: es ist ganz klar so, dass links ( wenn man die grünen noch dazu zählen kann ) in der brd schon seit einiger zeit eine mehrheit hat.
    allein die spd stellt sich nicht ihrer verantwortung.
    ich wünschte, die spd hätte wenigstens ein bisschen was von der fdp! die sorgt für ihr klientel!
    mann, herr soeder! lesen sie doch mal ein bisschen in einem geschichtsbuch:
    die fdp war nach dem krieg dermaßen von nazis durchsetzt, dass die alliierten einschreiten mussten! wenn man adenauer drauf anredete, dass jede menge nazis in seiner regierung waren, hat er nur mit den schultern gezuckt und gesagt. „was soll ich machen? ich hab keine anderen leute!” die blöckflöten gingen einfach so in der cdu/csu auf.
    und die spd? die BILD zusammen mit den neoliberalen halten ein kommunisten-stöckchen hin und grinsen „spd, hüpf!”.….… und die spd hüpft! *seufz
    herr soeder.… ich bin 55, in der brd geboren ( also wessi ) war noch nie arbeitslos, bin mein leben lang immer ein roter demokrat gewesen, brandt– , wehner– und schmidtverehrer! sie merkens sicher schon: ich muß mal spd-wähler gewesen sein!
    nach schröder, steinmeier, steinbrück, münte, clement, riester, sarrazin… ist mir das gründlichst vergangen! merken sie was? oskar hab ich nicht aufgezählt ;-))
    und der herr gabriel? nun, ich weiß nichts mit ihm anzufangen. es sieht manchmal so aus, als möchte er aus dieser neoliberalen clique ausbrechen, aber er traut sich wohl nicht!
    und was denk ich mir? ich denk mir als trauriger ehemaliger spd-wähler:
    spd, scheiß auf das geschwafel der gleichgeschalteten, neoliberalen kapitalisten-presse und –medien. nimm dir die grünen und die linke ins boot, stell dich deiner verantwortung und dann räum als allererstes den scherbenhaufen wieder auf, den du angerichtet hast. die menschen, die auf dich hoffen, sind am ende ihrer kräfte!
    sag einfach ehrlich, dass du scheiße gebaut hast und es wieder gut machen willst!
    meinen söhnen hab ich das auch so beigebracht. ehrlich sein!
    spd.… ( du hast es sicher schon gemacht ): gib mal hier in google „verräterpartei” ein! mann, spd! du musst doch was falsch gemacht haben! es kann doch unmöglich sein, dass du das nicht merkst!

    • Lichtgestalt on 17. Januar 2011 at 21:40

      ich wünschte, die spd hätte wenigstens ein bisschen was von der fdp! die sorgt für ihr klientel!„
      Hehe , der war gut. :-D

      Dass Butterwegge so „laut und polemisch” war, war erfrischend & genau richtig! Der Soeder erwartet von Wissenschaftlern wohl blutleere Schmallippigkeit & Rückzug in den wohltemperierten Elfenbeinturm.
      Oskar war wie immer souverän.
      Die Worte des Soeder über Aelrun Goette verrät einiges über sein Frauenbild.
      Der Spiegel-Strizzi vermisste wohl sein weißes Nasenpuder.
      Über Viertele-Brüderle muss nix weiter gesagt werden.

      A propos Spiegel:
      Der ehemalige Chefredakteur Günter Gaus (damals noch SPD-Mitglied) hatte bereits 1997 ein öffentliches Interview mit der pösen Kommunistin Inge Viett geführt.
      Wenn zwei das Gleiche tun, ist es eben nicht das selbe…

  3. F.Alfonzo on 17. Januar 2011 at 22:37

    @ Christian:

    So schnell landet man auf der rechten Seite des politischen Spektrums, kannst du mal sehen.

    Man muss sich gar nicht irgendwie politisch äußern, es reicht schon, wenn man eine Talkshow für Zeitverschwendung erklärt, in der ein Kommu*hust*opportiunist sein typisches Politiker-Geschwafel zum Besten gibt.

    Bitte in Zukunft um mehr Toleranz ggü. Liberalen ;)

    • Christian Soeder on 18. Januar 2011 at 00:40

      So schnell landet man auf der rechten Seite des politischen Spektrums, kannst du mal sehen.”

      Ja, das geht schnell. Wurde auch schon als Linksradikaler etc. bezeichnet. Ich bin wohl doch ein Mann der Mitte. ;)

  4. Thomas Maier on 17. Januar 2011 at 23:37

    Na also ich fand das, was die Unbekannte gesagt hat nicht unwichtig. Auch wenn sie keine politischen Konzepte vortragen konnte (oder gerade deswegen).
    Kommunismus ist keine Herrschaftsform. Man kann den Kommunismus sowohl als Monarchie betreiben, als Demokratie, …etc… sofern er denn möglich wäre. Ebenso wenig ist das Gegensätzliche möglich — der Kapitalismus (der ja auch keine Herrschaftsform ist — sieht man von einer Sekundärherrschaft des Geldes ab). „Wege dorthin” zu formulieren ist natürlich ein gewisser Unsinn. Aber die Blickrichtung ist die richtige. Die Diskussion um die es eigentlich gehen sollte (und die nun weiterhin nur unter Intellektuellen ausgetragen wird), wird, unterstützt durch die Aussagen Lözschs, natürlich wieder nicht geführt.

  5. John Dean on 20. Januar 2011 at 18:03

    Ich fand die Statements von La Fontaine schwach und strategisch sogar dumm. Er hätte seiner Partei und sich selbst einen besseren Dienst erwiesen, wenn er das Lötsch-Papier sowie Lötschens Werben um Linksradikale für mangelhaft erklärt hätte und dazu deutlich erklärt hätte, dass die Mehrzahl der Mitglieder der Linkspartei nicht die Errichtung des Kommunismus erstreben.

    Anschließend hätte er noch sagen können, wie wichtig die Diskussion gesellschaftlicher Alternativen ist, und auch, dass ein maximalkapitalistischer Steinzeitliberalismus eine echte Gefahr darstellt, eine Gefahr für die Banken– und Finanzwelt, eine Gefahr für die Steuerzahler und für die Wohlfahrt der Bürger.

    Chance vertan. La Fontaine schwächelt.

  6. Christian A. Tietgen on 25. Februar 2011 at 22:30

    Christoph Butterwegge war unerträglich, Rainer Brüderle und Oskar Lafontaine haben immer mal ein überzeugendes Argument gebracht, Aelrun Goette passte nicht richtig rein, Jan Fleischhauer kam nur mit persönlichen Angriffen, Anne Will war gut wie immer.

    Die Sendung war viel besser als die Maybrit Illner-Sendung zum gleichen Thema, wo bloß die Linke auseinandergenommen wurde, statt zu diskutieren, was am Kommunismus gut ist und was nicht.

    Ich fand die Sendung schon geistig anregend.

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