So war „Anne Will”

Das Thema: „Wirtschaftsboom und Jobwunder – wer träumt da noch vom Kommunismus?”

Die Gäste in der profes­sio­nel­len ROTSTEHTUNSGUT-Kurzanalyse:

Oskar Lafontaine: Definierte Kommunismus schlicht als „Gemeinschaftseigentum” (was Quatsch ist, da Kommunismus ein Herrschaftssystem ist) und beschmutzte das Erbe der Sozialdemokratie, die ihre Wurzeln u.a. eben auch im Liberalismus hat. Ergo: ein ehema­li­ger SPD-Vorsitzender, der pro Kommunismus spricht — pein­lich.

Jan Fleischhauer: Blieb erstaun­lich blass, versuchte auf einfachste Weise zu mora­li­sie­ren. Langweilig und vorher­seh­bar.

Rainer Brüderle: Hat nichts gegen Kommunismus an sich, nur gegen den Begriff (?). Ist eigent­lich ein rechter Sozialdemokrat (jemand sollte es ihm endlich sagen) und will angeb­lich den Sozialstaat ausbauen. Oberlehrerhaft und beleh­rend.

Aelrun Goette: Vorher habe ich noch nie etwas von der Frau gehört, war recht sympa­thisch, brachte aber nichts Fundiertes. Als gäbe es keine kompe­ten­ten Frauen. (ARD: mehr Feminismus wagen!)

Christoph Butterwegge: Brachte die rich­ti­gen Argumente und Punkte, war aber viel zu laut und pole­misch und hat seine Argumente somit entwer­tet.

Anne Will: Hat wie immer bei jedem Gast gegrinst wie ein Honigkuchenpferd, egal, um was es ging. Bald ist es ja rum. Ob es der Jauch besser macht?

So, das war Anne Will. Mit einem Wort: nix verpasst.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

10 Gedanken zu „So war „Anne Will”“

  1. Wenn Oskar das Erbe der Sozialdemokratie beschmutzt hat, dann zurecht.
    Die Linke muss sich ständig dafür entschul­di­gen, was irgend­eine Vorgängerpartei mal verbro­chen haben soll.
    Die SPD dagegen will bis heute nicht über ihre Kellerleichen reden:
    Vom Kriegsjubel 1914 über den Auftragsmord an den Linksdemokraten Rosa & Karl bis hin zu Schröderfischers Auschwitzverharmlosung (Begründung des Kosovokrieges) und die Hartz-Schandgesetze.
    Sollte sich die Linke 2013 auf Sondierungsgespräche mit dieser Partei einlas­sen, sollte Herr Gabriel erst einmal öffent­lich Abbitte leisten.

  2. was sie hier schrei­ben, herr soeder, könnte ein hetz-artikel aus der zeitung mit den großen buch­sta­ben sein.
    zum ersten hat oskar lafon­taine den begriff „kommu­nis­mus” erklärt ( und zwar richtig )!
    zum zweiten ist kommu­nis­mus keine herr­schafts­form, sondern eine form des gesell­schaft­li­chen zusam­men­le­bens… wie übri­gens der kapi­ta­lis­mus auch.
    und weil wir in einer demo­kra­tie leben ( das ist nun eine herr­schafts­form — es s o l l t e eigent­lich die herr­schaft des volkes sein ) darf ganz einfach über kommu­nis­mus debat­tiert werden. das muß die demo­kra­tie aushal­ten.
    die arbei­ter und hart­zler müssen ja auch das geschwa­fel von spd-finanz­mi­nis­tern anhören von wegen system­re­le­van­ten banken die geret­tet werden mussten, vom leben über unsere verhält­nisse, vom angeb­li­chen kollaps der sozi­al­sys­teme und dazu von der notwen­dig­keit priva­ter vorsorge ( an dieser stelle einen schönen gruß an die herren maschmayer, rürup und riester ), von der notwen­dig­keit von niedriglohnsektor.……und.…und .…und!
    ja! wir haben das alles ange­hört! das alles lastet fürch­ter­lich auf unseren schul­tern und die psychi­sche und physi­sche belast­bar­keit von so manchem ist schon lange an der grenze und über­schrit­ten!
    ich will ihnen was sagen: es ist ganz klar so, dass links ( wenn man die grünen noch dazu zählen kann ) in der brd schon seit einiger zeit eine mehr­heit hat.
    allein die spd stellt sich nicht ihrer verant­wor­tung.
    ich wünschte, die spd hätte wenigs­tens ein biss­chen was von der fdp! die sorgt für ihr klien­tel!
    mann, herr soeder! lesen sie doch mal ein biss­chen in einem geschichts­buch:
    die fdp war nach dem krieg derma­ßen von nazis durch­setzt, dass die alli­ier­ten einschrei­ten mussten! wenn man adenauer drauf anre­dete, dass jede menge nazis in seiner regie­rung waren, hat er nur mit den schul­tern gezuckt und gesagt. „was soll ich machen? ich hab keine anderen leute!” die blöck­flö­ten gingen einfach so in der cdu/csu auf.
    und die spd? die BILD zusam­men mit den neoli­be­ra­len halten ein kommu­nis­ten-stöck­chen hin und grinsen „spd, hüpf!”.….… und die spd hüpft! *seufz
    herr soeder.… ich bin 55, in der brd geboren ( also wessi ) war noch nie arbeits­los, bin mein leben lang immer ein roter demo­krat gewesen, brandt- , wehner- und schmidtver­eh­rer! sie merkens sicher schon: ich muß mal spd-wähler gewesen sein!
    nach schrö­der, stein­meier, stein­brück, münte, clement, riester, sarra­zin… ist mir das gründ­lichst vergan­gen! merken sie was? oskar hab ich nicht aufge­zählt ;-))
    und der herr gabriel? nun, ich weiß nichts mit ihm anzu­fan­gen. es sieht manch­mal so aus, als möchte er aus dieser neoli­be­ra­len clique ausbre­chen, aber er traut sich wohl nicht!
    und was denk ich mir? ich denk mir als trau­ri­ger ehema­li­ger spd-wähler:
    spd, scheiß auf das geschwa­fel der gleich­ge­schal­te­ten, neoli­be­ra­len kapi­ta­lis­ten-presse und -medien. nimm dir die grünen und die linke ins boot, stell dich deiner verant­wor­tung und dann räum als aller­ers­tes den scher­ben­hau­fen wieder auf, den du ange­rich­tet hast. die menschen, die auf dich hoffen, sind am ende ihrer kräfte!
    sag einfach ehrlich, dass du scheiße gebaut hast und es wieder gut machen willst!
    meinen söhnen hab ich das auch so beige­bracht. ehrlich sein!
    spd.… ( du hast es sicher schon gemacht ): gib mal hier in google „verrä­ter­par­tei” ein! mann, spd! du musst doch was falsch gemacht haben! es kann doch unmög­lich sein, dass du das nicht merkst!

    1. „ich wünschte, die spd hätte wenigs­tens ein biss­chen was von der fdp! die sorgt für ihr klien­tel!”
      Hehe , der war gut. :-D

      Dass Butterwegge so „laut und pole­misch” war, war erfri­schend & genau richtig! Der Soeder erwar­tet von Wissenschaftlern wohl blut­leere Schmallippigkeit & Rückzug in den wohl­tem­pe­rier­ten Elfenbeinturm.
      Oskar war wie immer souve­rän.
      Die Worte des Soeder über Aelrun Goette verrät einiges über sein Frauenbild.
      Der Spiegel-Strizzi vermisste wohl sein weißes Nasenpuder.
      Über Viertele-Brüderle muss nix weiter gesagt werden.

      A propos Spiegel:
      Der ehema­lige Chefredakteur Günter Gaus (damals noch SPD-Mitglied) hatte bereits 1997 ein öffent­li­ches Interview mit der pösen Kommunistin Inge Viett geführt.
      Wenn zwei das Gleiche tun, ist es eben nicht das selbe…

  3. @ Christian:

    So schnell landet man auf der rechten Seite des poli­ti­schen Spektrums, kannst du mal sehen.

    Man muss sich gar nicht irgend­wie poli­tisch äußern, es reicht schon, wenn man eine Talkshow für Zeitverschwendung erklärt, in der ein Kommu*hust*opportiunist sein typi­sches Politiker-Geschwafel zum Besten gibt.

    Bitte in Zukunft um mehr Toleranz ggü. Liberalen ;)

    1. „So schnell landet man auf der rechten Seite des poli­ti­schen Spektrums, kannst du mal sehen.”

      Ja, das geht schnell. Wurde auch schon als Linksradikaler etc. bezeich­net. Ich bin wohl doch ein Mann der Mitte. ;)

  4. Na also ich fand das, was die Unbekannte gesagt hat nicht unwich­tig. Auch wenn sie keine poli­ti­schen Konzepte vortra­gen konnte (oder gerade deswe­gen).
    Kommunismus ist keine Herrschaftsform. Man kann den Kommunismus sowohl als Monarchie betrei­ben, als Demokratie, …etc… sofern er denn möglich wäre. Ebenso wenig ist das Gegensätzliche möglich — der Kapitalismus (der ja auch keine Herrschaftsform ist — sieht man von einer Sekundärherrschaft des Geldes ab). „Wege dorthin” zu formu­lie­ren ist natür­lich ein gewis­ser Unsinn. Aber die Blickrichtung ist die rich­tige. Die Diskussion um die es eigent­lich gehen sollte (und die nun weiter­hin nur unter Intellektuellen ausge­tra­gen wird), wird, unter­stützt durch die Aussagen Lözschs, natür­lich wieder nicht geführt.

  5. Ich fand die Statements von La Fontaine schwach und stra­te­gisch sogar dumm. Er hätte seiner Partei und sich selbst einen besse­ren Dienst erwie­sen, wenn er das Lötsch-Papier sowie Lötschens Werben um Linksradikale für mangel­haft erklärt hätte und dazu deut­lich erklärt hätte, dass die Mehrzahl der Mitglieder der Linkspartei nicht die Errichtung des Kommunismus erstre­ben.

    Anschließend hätte er noch sagen können, wie wichtig die Diskussion gesell­schaft­li­cher Alternativen ist, und auch, dass ein maxi­mal­ka­pi­ta­lis­ti­scher Steinzeitliberalismus eine echte Gefahr darstellt, eine Gefahr für die Banken- und Finanzwelt, eine Gefahr für die Steuerzahler und für die Wohlfahrt der Bürger.

    Chance vertan. La Fontaine schwä­chelt.

  6. Christoph Butterwegge war uner­träg­lich, Rainer Brüderle und Oskar Lafontaine haben immer mal ein über­zeu­gen­des Argument gebracht, Aelrun Goette passte nicht richtig rein, Jan Fleischhauer kam nur mit persön­li­chen Angriffen, Anne Will war gut wie immer.

    Die Sendung war viel besser als die Maybrit Illner-Sendung zum glei­chen Thema, wo bloß die Linke ausein­an­der­ge­nom­men wurde, statt zu disku­tie­ren, was am Kommunismus gut ist und was nicht.

    Ich fand die Sendung schon geistig anre­gend.

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