Videos: Collaboratory-Abend „Urheberrecht für die Informationsgesellschaft”

„Collaboratory” hat einen Informationsabend zum Thema veran­stal­tet, welche „Eigenschaften ein Regelungssystem für imma­te­ri­elle Güter, also ein Urheberrecht für die Informationsordnung des 21. Jahrhunderts, haben muss”. Hier sind die Videos:

Fred von Lohmann, ehemals „Senior Staff Attorney” EFF, heute bei Google:

Fragen und Antworten:

Niva Elkin-Koren, Expertin für „Law and Technology”, „Cyberlaw”, „Copyright Law”, „Intellectual Property”:

Eckhard Höffner, Autor „Geschichte und Wesen des Urheberrechts”:

Hintergrund zu „Collaboratory”:

Das Collaboratory bringt Internet-Experten aus allen gesell­schaft­li­chen Bereichen zusam­men, die die Veränderungen der digi­ta­len Welt analy­sie­ren und Nutzen formu­lie­ren können, den die Gesellschaft aus diesen Entwicklungen ziehen kann.
Es soll einen Beitrag zum gesell­schaft­li­chen Diskurs in Deutschland leisten und dabei zu aktu­el­len Diskussionen beitra­gen, z.B. zu Verfassungsbeschwerden, Petitionen oder zur Arbeit der Enquête-Kommission „Internet & Digitale Gesellschaft“ des Bundestages. Durch das Collaboratory können Expertenmeinungen aus dem Netz für eine brei­tere Öffentlichkeit über­setzt und der gesell­schaft­li­che Pluralismus abge­bil­det werden. Fachdiskussionen, Berichte und Empfehlungen münden dabei in Argumente und Positionen, die ein Motor für Diskussionen oder Aktionen sein können.

Hintergrund zu „Urheberrecht für die Informationsgesellschaft”:

Das Urheberrecht beschäf­tigt nicht mehr nur die Rechtswissenschaft und –politik, sondern auch Zivilgesellschaft und weite Teile der Wirtschaft sind sich mitt­ler­weile seiner elemen­ta­ren Bedeutung bewusst. Es ist das wahr­schein­lich wich­tigste juris­ti­sche Regelungsinstrument für die Informations- oder Wissensgesellschaft. Die Kritik am bestehen­den System ist allge­gen­wär­tig und kommt aus allen Richtungen. Aber durch Kritik allein ändert sich natür­lich nichts, entwi­ckelt sich nichts fort. Was der heuti­gen Diskussion in Deutschland noch weit gehend fehlt, ist eine grund­sätz­li­che Debatte über die Weiterentwicklung des Urheberrechts, bzw. Regelungsalternativen zum heuti­gen System, die auch vor der Überprüfung wesent­li­cher Prinzipien des Urheberrechts nicht halt­macht.

(via)

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „Videos: Collaboratory-Abend „Urheberrecht für die Informationsgesellschaft”“

  1. Es gibt kein geis­ti­ges Eigentum. Es gibt staat­lich zuge­teilte Monopol-Privilegien an Ideen und deren Umsetzung auf Zeit. „Geistiges Eigentum” ist ein propa­gan­dis­ti­scher Begriff.

      1. Was ist daran platt? Ich habe mir die Videos zum Teil ange­schaut und mir ist aufge­fal­len, dass viel von Lizensen und Urheberrecht die Rede ist. Da schien es mir ange­bracht, mal darauf hinzu­wei­sen, dass es kein geis­ti­ges Eigentum gibt. Das ist keine Plattitüde sondern enorm wichtig für die Zukunft auch des Internets.

        1. Ok, sorry. Ich hatte das Gefühl, dass Du einfach einen Spruch losge­las­sen hast. :-)

          Und natür­lich stimmt das, das wird beson­ders om Vortrag von Höffner deut­lich: ohne Staat kein „Urheberrecht”, wie auch immer es aussieht.

          Der Vortrag gefällt mir übri­gens außer­or­dent­lich. Was meinst Du?

          1. Mir gefiel er auch. Mir gefällt es, wenn darauf hinge­wie­sen wird, dass Urheberrechte nicht unbe­dingt volks­wirt­schaft­lich nütz­li­che Folgen haben. Gleichwohl meine ich nicht, dass „ein biss­chen Schutz” unbe­dingt notwen­dig ist. Wie auch immer…

            Kennst du Stephan Kinsella?

          2. Auf Youtube gibt es einige Videos von ihm. Er hat eine erfri­schend abwei­chende Einstellung gegen­über geis­ti­gem Eigentum. Und das, obwohl er als Anwalt in diesem Bereich tätig war.

            Es steht insge­samt außer Frage, dass im Internetbereich nicht einfach die teil­weise obskur­sen recht­li­chen Regeln des Offline-Bereichs kopiert werden können (siehe Youtube, wo mitt­ler­weile die Hälfte der Musikvideos gesperrt sind). Gleichwohl habe ich die Angst, dass auch hier die eigent­lich noble Idee des Urheberrechts am Ende darauf hinaus­lau­fen wird, dass Innovation und Ideenreichtum einge­schränkt werden und einige Menschen sich eine goldene Nase an den Ideen anderer verdie­nen. Es ist deshalb uner­läß­lich, darauf hinzu­wei­sen, dass es sich beim Urheberrecht NICHT um Eigentumsrechte handelt. Sondern nur um posi­ti­vis­ti­sche, prag­ma­ti­sche Gesetze um irgend­ein bestimm­tes Ziel (Geld für Verfasser z.B.) zu errei­chen. Und das diese Rechte sehr wohl perver­tiert werden können, wie es z.B. im Offline-Bereich in Patentrechtsfragen längst offen­sicht­lich gewor­den ist.

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