Kurz verlinkt: stern.de: Sarrazins Hasspredigt

Sarrazin, Teil 352:

Man spürt, wie angewidert Sarrazin von Muslimen ist, wie sehr ihn die Sorge um eine Islamisierung Deutschlands umtreibt. Auch darüber hätte er skandalfrei schreiben können. Hat er aber nicht, weil er auf Relativierungen weitgehend verzichtet. Da rechnet einer ab mit Kopftuchträgerinnen und Mekka-Betern. Wenn sie so werden wie wir Deutsche, dann ist das okay, wenn nicht, hat er keine Verwendung für diese Menschen.

Sarrazin schreibt nicht mit heißem Herzen, sondern mit dem Blick eines Buchhalters. Seine Rüstung ist die Furcht, seine Klinge die Besoffenheit an der Wirkung seiner Provokationen. Seine Losung lautet: Das wird man doch mal sagen dürfen…

Darf man. Und als Leser darf man das abstoßend finden.

So ist es. Auf ähnliche Art und Weise schreibe ich mir hier schon seit einiger Zeit die Finger wund.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

28 Gedanken zu „Kurz verlinkt: stern.de: Sarrazins Hasspredigt“

  1. Ja. Sarrazin ist der Prototyp des Bankers, der den Hass auf seine Zunft, die mit der Existenz von Hunderttausenden spielt, auf die schwächsten der Gesellschaft abzulenken versucht. In allerbester wilhelminischer Tradition. Ekel erregend. Leider bei den Un- und Halbgebildeten dankbar angenommen. Zusammen mit dem Noch-FDP-Vorsitzenden den Boden bereitend für einen neuen Rechtspopulismus.

    1. @Christian + Frank:
      stimme euch beiden zu- Sar. ist allerdings kein Antipode der Intelligenz- leider. Er bereitet einen Sumpf von Intoleranz, in dem die paar Freiheiten, die uns noch geblieben sind, für Viele nur noch auf dem Papier stehen werden, weil die sog. Elite sie mit lauter Zustimmung der Stammtische nach und nach abgeschafft haben wird. Schade um diese Republik.

      1. @ Frank & Nordstadt: Hat einer von euch beiden das Buch gelesen, oder Urteilt ihr auf Basis der (wie immer) großartigen Stern-Review?

    2. Mit „Banker“ hat das ganze eher weniger etwas zutun, denke ich. Sarrazin hätte dieses Zeug genauso als Nicht-Banker schreiben können. Ich würde die zur Zeit populäre Banker-Schelte (die größtenteils sicherlich gerechtfertigt ist) nicht damit vermischen.

      1. Ja, weil du ‚Links sein‘ nicht als Mischmasch idiotischer Ideologie definierst…. allerdings bist du ein Ausnahme-Linker, wie Rayson von B.L.O.G. schon richtig erkannt hat ;)

      2. @Kalle:

        Sarrazin war in Berlin Finanzsenator und wurde dann Bundesbanker. Zwar kein Investmentbanker, aber insofern doch ein typischer Banker, weil er sich darin überschätzt mit seinem Rechenschieber und seinem angestaubten Volkswirtschaftsgedöns zu glauben, alles bewerten zu können inklusive Menschen. Dann rührt er noch ein bisschen Genetik in seine Soße und fertig. Dabei hat der Mann von Wertschöpfung im eigentlichen Sinne keine Ahnung. Jeder Gemüsehändler, der seinen Kiez mit gutem Gemüse versorgt, schöpft mehr Werte als er.

        Und natürlich bedient er ein wichtiges Anliegen der Finanzlobby, in dem er den Zorn des Volkes von ihrer Zunft ablenkt auf die die, das schwächste Glied in der Kette sind.

        Anstatt von Entschuldigungen und Danksagungen ist also das Einzige, was aus dem Kreis dieser Nonvaleure veröffentlicht wurde, ein Analystenbericht über die Wertigkeit von Einwandererkinder.

        Man könnte auch sagen: Der auf seine intellektuellen Fähigkeiten große Stücke haltende Sarrazin hat noch nicht bemerkt, dass er verbal mit offener Hose durchs Land rennt.

  2. un wer von Euch hat gleich nochmal sein Buch gelesen?

    Lese es gerade und würde mich freuen mal zu erfahren, was den so konkret anstössig ist …

    1. Ich habe es nicht gelesen und werde es nicht lesen. Ich habe genug DARÜBER gelesen, auch Zitate. So weit kommt’s noch, dass ich mir das Recht, einen Rechtspopulisten zu kritisieren erst erkaufen muss. Hast Du es etwa gekauft..??

      1. naja, das Sarazzin ein Rechtspopulist ist halte ich für dümmlichen Populismus.

        Welche Zitate sind denn anstössig um mal in die inhaltliche Auseinandersetzung zu gehen?

        1. Der schwadronierende Ex-Banker hat sich in Berlin über türkische Gemüsehändler mokiert. Er, der die Zunft der Irrealen Hyper- und Geldwirtschaft repräsentierte, die uns an den Rand des Abgrundes dirigiert hatte, erhebt sich über ein wertschöpfendes Mitglied unserer Gesellschaft, das er der Unterschicht zuordnet. Dabei sind die Türken die letzten verbliebenden Händler, die sich an Kundenwünschen und -bedürfnissen orientieren. Anders als die blutarmen Controller der Supermarktketten, die sich hinter ihren Schreibtischen verschanzen. Das mal am Rande.

          Zu Zitaten aus seinem Buch kannst Du in das Forum Deiner Partei schauen:
          http://forum.fdp-bundesverband.de/read.php?8,1344133

          Es wimmelt von Zitaten, nach denen Sarrazin mehr Geburten der Oberschicht wünscht. Das müssen mit allen Mitteln erreicht und unterstützt werden. Zur Not müsse die Verfassung geändert werden.

          Sigmar Gabriel hat die Kritik an ihm auf den Punkt gebracht: Wo sich einer erhebt, genetische oder ethnische Faktoren zu bewerten und daraus eine Erwünschtheit oder Unerwünschtheit für die Gesellschaft ableitet, verlässt er mindestens den sozialdemokratischen Boden.

          Ärgerlich an Sarrazin ist, dass sein Bildungsstand etwa dem der Sechziger Jahre entspricht. Also falsch ist. Intelligenz wird nicht innerhalb von Gesellschaftsschichten oder Ethnien vererbt. Aber es ist halt schwer „einem Bekloppten klar zu machen, dass er bekloppt ist.“

          Und zweitens, dass ausgerechnet er, der die marodierende Kohorte der Banker repräsentiert, die uns nur kosten und nichts nutzen, über die Wertigkeit anderer Gesellschaftsmitgliedern richtet.

    2. @dgd: Wieso verschwendest du deine Zeit mit so einem Quatsch?

      Die einfache Googlerecherche nach diversen Sarrazin-Zitaten aus Interviews muss man dir doch nicht abnehmen. Das pauschal-verletzende Gequasel von ihm über Minderheitengruppen kann man mit Fug und Recht als „Hasspredigt“ bezeichnen. Was das Buch selbst angeht, erlaube ich mir kein Urteil, denn ich habe es nicht gelesen. Aber der Mann, dessen Meinungsfreiheit angeblich beschnitten wurde, hat ja in den letzten Monaten wie kein zweiter Interviews in allen Zeitungen des Landes gegeben…

      1. Sarrazin-Zitate aus Interviews? C’mon, das ist doch Quatsch…. das einzig emotionale, was dieser Mann in seinem Leben jemals geschrieben hat, war der auf Enttäuschung und Abneigung basierende FAZ-Artikel. Mit dem er eigentlch nicht Unrecht hat.

      2. Interviews halte ich zwar nicht für die passende Basis einer inhaltlichen Diskussion, aber es scheint ja in Euren Kreisen angesagt zu sein, auch ohne Kenntnis der detaillierten Inhalte zu urteilen. Also reichen mir ja schon Interviewzitate.

        Also jetzt mal Butter bei die Fische @Kalle, @Christian, @Frank, welche Zitate entlarven ihn den als Rechtspopulisten?

        1. Du musst eines mal verstehen: Am politischen Diskurs beteiligen sich naturgemäß nicht nur Experten. Es ist nicht anders möglich, als sich durch eigene Adhoc Recherche ein Bild von einem Sachverhalt oder einer politischen Position zu machen. So funktioniert Journalismus und der gesamte Meinungsbildungsprozess.

          Andernfalls könnten wir uns jedweder Diskussion außerhalb unserer unmittelbaren Nachbarschaft enthalten. Das aber wäre Entmündigung.

          1. @Nordstadt

            Ja, danke :-)

            Übrigens ist es ja der Sarrazin, der nicht auf die Argumente seiner Kritiker eingeht. Er hat sich bisher nicht einmal dazu gemeldet. Er bringt stereotyp seinen Marketingspruch, nachdem man sich erstmal sein Buch kaufen müsse…

        2. http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-47442.html

          Ich wünsche gute Unterhaltung. Insbesondere Zitat 2, 3 und 4 würde ich ohne Vorbehalt als pauschalisierend und verletzend bezeichnen (Das war der erste Google-Treffer unter „Sarrazin + Zitate“).

          Den begriff „Rechtspopulist“ habe ich nie verwendet und werde es auch weiterhin nicht tun. Ich bezweifle einfach nur, dass dieser Mann der Integrationsdebatte irgendetwas positives beigesteuert hat. Er zieht seine Kraft größtenteils daraus, bestimmte soziale Gruppen zu diffarmieren. Und zwar genau mit den Stichwörtern, die der Stammtisch gerne hören will (übelriechende Beamte, Koptuchmädchen, Obst- und Gemüsetürken, fette Hartzer, BLA BLA).

          1. Über den Menschen Sarrazin soll jemand richten, der sich dazu berufen fühlt – es sind ja anscheinend recht viele, die sich da ohne Sünde fühlen.

            Aber man muss den Autor auch von seinem Text trennen können. Auch der „Spiegel“-Text gibt ja vor, sich zum Buch auszulassen („Sarrazin schreibt…“). Die von Kalle verlinkten Zitate stammen nicht aus dem Buch, und die vom „Frontmotor“, dessen Geifersensorik übrigens mal neu justiert werden müsste (jemand, der 35 Jahre im Öffentlichen Dienst zugebracht hat, taugt wirklich nicht zum Symbol für „Banker“, nur weil ihm gegen Ende der Karriere seine Partei ein schönes Versorgungspöstchen bei der Bundesbank verschafft hat) verlinkten bestätigen nur mal wieder die alte Weisheit, dass ein Satz nicht nur eine Ansammlung von Wörtern ist und ein Buch nicht nur eine Ansammlung von Sätzen, denn tatsächlich hat Sarrazin zwar „Jehova“ gesagt, indem er mit der Vererbbarkeit von Intelligenz das für Linke Unaussprechliche erwähnte, aber in seinen Lösungsvorschlägen tauchen nun einmal keine Eugenik-Elemente auf. Es ist ja zweierlei, ob man zu einer bestimmten Erkenntnis gelangt oder ob man diese für als politische Eingriffe zugänglich betrachtet.

            Beispiel: Wenn man allen Unterschicht-Eltern die Kinder nach der Geburt (oder, man ist ja schließlich kein Unmensch, nach dem dritten Lebensjahr) weitestgehend wegnähme, indem man sie zwangsweise in Ganztagskrippen und -kondergärten einweist, würde das die Zukunftschancen dieser Kinder und wahrscheinlich auch gesellschaftliche „key performance indicators“ enorm verbessern. Aber ist das eine denkbare politische Maßnahme? Aus meiner Sicht nicht. Und sie würde auch nicht dadurch besser, dass man, um die „Diskriminierung“ zu vermeiden, auch noch die Kinder des Rests der Bevölkerung dazusperrte. Übrigens ist es wohl eher so etwas, an das Sarrazin denkt, und im Gegensatz zur Lautstärke des „Eugenik“-Geschreis seiner „Gegner“ wäre das auch eine Option, deren Verwirklichung ich mir in diesem Land sehr gut vorstellen könnte.

            Was mir die Diskussion im Zusammenhang mit Sarrazin wieder einmal vor Augen geführt hat, ist die Tatsache, dass von links schon versucht wird, Erkenntnisse zu ächten (statt, wenn man es denn kann, sie zu widerlegen). Das erinnert dann doch sehr an die vergangene Praxis einer großen Institution, deren CEO in einer südeuropäischen Hauptstadt seinen Sitz hat.

          2. „Eine große Zahl an Arabern und Türken (..) hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich auch vermutlich keine Perspektive entwickeln.“ Über Migranten

            die Darstellung spricht auch Bände, „Über Migranten“, das Zitat ist meines Wissens einem längeren Zeitungsbeitrag von Sarzin entlehnt, in dem er sich durchaus sehr differenziert über verschiedene Migrantennationalitäten, sowohl lobend als auch tadelnd, äußert. So sehr mir persönlich derart pauschalisierende Aussagen nicht gefallen, so muss man auch festellenen, daß seitens der Politik Differenzierungen nicht überall gleichermaßen erwünscht sind und damit Pauschalisierungen eben auch kolportiert werden. Mich persönlich würden ja mal öffentliche Kriminalstatistiken interessieren, ergänzt um die Attribute Wohlstand und Migrationsherkunft der Täter. Oder Arbeitslosenzahlen aufgeschlüsselt nach Nationalität oder Migrationsherkunft. Dann hätte man wenigstens mal eine Zahlenbasis anhand der man diskutieren und dann auch gezielt Probleme lösen könnte.

  3. Berlusconis Ledervisage machte vor einem Jahr Bekanntschaft mit dem Miniatur-Dom von Mailand.

    Daher die Frage: Welcher Mini-Spitzbau passt gut in Sarrazins Vollhorst-Visage?

    A: Eiffelturm („Sarrazin“ ist hugenottischen Ursprungs)
    B: Berliner Fernsehturm (spitzer Einstich, sympathisch abgerundet)
    C: World Trade Center (verglastes Doppelelend passt zu Sarrazins Nasenfahrrad)
    ;-)

  4. Man muss Sarrazin und seine Überzeugungen nicht gut oder richtig finden, aber dem Herren schlägt wesentlich mehr Hass entgegen, als von ihm selbst ausgeht. Auch hier wird das einmal mehr deutlich. So schafft „Frank (Frontmotor)“ es, in wenigen Zeilen wesentlich mehr Hass und „pauschal-verletzendes Gequasel über Minderheitengruppen“ unterzubringen als Sarrazin in einem Buch und zahlreichen Interviews.

    Sarrazins Verdienst ist es, dass er vielen Leuten die Maske vom Gesicht gerissen hat. Um Diskussionen und Argumente geht es offensichtlich im politischen Diskurs in diesem Lande nicht, es geht lediglich um Emotionalisierung. Statt Sarrazin in einer Diskussion mit Fakten und Argumenten zu stellen, wird gegen ihn gehetzt und gepöbelt. Angesichts der durch intellektuelle Armut gezeichneten Hetze von Politikern wie Gabriel, Schreiberlingen wie bei „Die Zeit“ und schäumenden Hasspredigern wie „Frank (Frontmotor)“ ist es kein Wunder, dass Sarrazin bei der weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung erfährt. Im Vergleich zu seinen „Kritikern“ versucht er wenigstens, zu argumentieren, und macht daher regelmäßig den besseren Eindruck.

    1. @SB:
      Sarrazins „Argumente“ sind verschiedentlich auseinander genommen worden- er rudert doch nicht teilweise zurück, weil er „Angst“ hätte. Und das, was andere (schlauere?) Leute aus den verschiedensten Eckchen (von jw bis Welt) Hr. S. entgegen setzen, dass muß ich mir nicht „neu“ ausdenken- oder konstruiert ihr SAs (Sarrazin-Anhänger) euch erst mal ein Fahrrad, damit fahrt?
      Die Emotionalisierung bewirkt Sar. wie seine Hass-Prediger-Vorgänger (FJS z. B. oder der „liebe“ Hr. Koch aus Hessen) absichtlich durch Pauschalisierung- und hierin eine Linie direkt zu Goebbels zu ziehen ist nur eine Frage der Pointierung, der Akzentsetzung- keine prinzipielle. Unser Land hat Besseres verdient als solch eine „Elite“.

      1. Nordstadt,

        ich sehe nicht, wo ich gesagt hätte, du müsstest dir etwas „neu ausdenken“. Ich weiß, dass man das von dir nun wirklich nicht verlangen kann. Aber wenn Sarrazins Argumente doch so sehr „auseinander genommen“ wurde, wäre es doch ein Leichtes das darzustellen. Die Medienrealität ist eine andere. Da wird vor allem dämonisiert und gerade das führt eher dazu, dass Sarrazin sich als Tabubrecher darstellen kann, der die „wirklichen“ Probleme anspricht. Die Hassprediger unter den SAs (Sarrazin-Ablehner) verstärken damit erst das Problem, das sie selbst beklagen.

        Ich bin übrigens kein Sarrazin-Anhänger. Seine Lösungsvorschläge sind überwiegend etatistisch und damit bei euch roten und braunen Sozialisten ganz richtig aufgehoben.

        1. @SB:
          Danke für diesen erhellenden Kommentar- überheblich und unterirdisch. Ein Bärendienst für Deine „Sache“ :-)
          Aber neo (l… c… f……..) waren schon immer der etwas beschränktere Teil des politischen Lebens LOL
          Gebe Dir mit Deinen Polemiken beim nächsten Mal mehr Mühe, dann kann ich Dich vielleicht wieder ernst nehmen- so wie Markus oder Rayson (… divide et impera …).

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