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Wahlkreisprognose 17.12.2009

17. Dezember 2010
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Hier meine neue Wahlkreisprognose. Seit ich gelesen habe, dass die Ergebnisse der Volkszählung erst Ende 2012 vorliegen werden, gehe ich davon aus, dass 2013 nach den bisherigen Wahlkreisen gewählt wird. Eine Wahlkreisneueinteilung, die sicher notwendig sein wird, käme zu kurzfristig. Ein Jahr vor der Wahl werden meistens schon die Kandidaten nominiert.

Die Basis meiner Prognose (Forsa-Umfrage ignoriert): Union 34, SPD 26.5, FDP 5, Linke 9.5, Grüne 19.5

Gegenüber der ersten, bei der ihr meine Vorgehensweise nachlesen könnt, habe ich folgende Veränderungen vorgenommen:

-         Angesichts der Stärke der Grünen würden die meisten neuen Grünwähler wohl auch den Erstkandidaten der Grünen wählen. Jedes zusätzliche Prozent für die Grünen ergibt nur noch ein Zehntel Prozent Plus für die SPD. Ich weiß, dass das wohl von Wahlkreis zu Wahlkreis unterschiedlich ist. Ich habe versucht, alle, in denen die Grünen eine Siegchance haben, herauszufiltern (viele sind es nicht, ich bin mir ziemlich unsicher bei Heidelberg und Tübingen)

-         Es gibt bei Infratest dimap keinen Ostfaktor mehr. Daher gehe ich nicht mehr davon aus, dass sich die SPD stärker dort erholt

Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

-         Die Grünen erobern drei weitere Wahlkreise, Freiburg (unter der Voraussetzung, dass Gernot Erler nächstes Mal nicht noch mal kandidiert), Berlin-Tempelhof (unter der Voraussetzung, dass Renate Künast nächstes Mal wieder kandidiert; das setzt natürlich voraus, dass sie nicht Regierende Bürgermeisterin von Berlin wird) und Stuttgart I (wenn Özdemir es noch einmal versucht und diesmal nicht am Stolz einer einzelnen Bewerberin scheitert).

-         Die SPD verliert entsprechend der bundesweiten Umfragen deutlich gegenüber der letzten Prognose kommt nur auf 118 Sitze, die Union auf 169. Der starke Fall der FDP verringert das Potential der CDU auf taktische Wähler ganz erheblich, daher ist der Swing zur SPD größer als wenn man nur die Ergebnisse der beiden Parteien selbst vergleichen würde.

-         Die SPD erobert ihre berlinerischen und brandenburgischen Hochburgen zurück, ansonsten wenig Bewegung im Osten, da die CDU in den Umfragen etwa auf dem Stand der letzten Wahl ist, während die Linke etwas schwächer abschneidet. Die CDU nimmt der Linken ein paar Wahlkreise ab (die FDP war ohnehin im Osten nicht stark, taktisches Wählen minimal).

-         Wenig Bewegung im Süden gegenüber 2009. Zwei Wahlkreise in Bayern, drei in Baden-Württemberg (darunter Mannheim und Heidelberg) fallen an die SPD, zwei in BW an die Grünen.

-         Rheinland-Pfalz und das Saarland werden stellenweise etwas röter. Insgesamt 6 Wahlkreise plus, der Stand von 2005 (mit Ausnahme von St. Wendel)

-         In Hessen kippt einiges, die beiden Frankfurter Wahlkreise sind bei mir rot, das könnte aber auch leicht grün werden. Ich war hier vorsichtig, was die grüne Welle angeht; das sind aber zwei Kandidaten für eine grüne Übernahme.

-         Im Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen liegt der Schwerpunkt der Rotfärbung der Karte. In Hamburg bleibt kein Wahlkreis schwarz, in Eimsbüttel und Altona muss man die Grünen im Auge behalten. Insbesondere in Eimsbüttel habe ich gegrübelt, ob der Wahlkreis nicht grün sein sollte, habe mich aber dagegen entschieden, weil die Situation letztes Mal etwas…unglücklich für die SPD war.

-         In NRW sind die Hochburgen sehr ausgeprägt. Vergleichsweise wenig wechselt da den Besitzer.

Soweit für heute: Anregungen und Kritik bitte in die Kommentare.


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4 Responses to Wahlkreisprognose 17.12.2009

  1. Alex on 19. Dezember 2010 at 19:53

    Eine schöne Idee, die es sich lohnt weiterzuspinnen.
    Daher gleich einige Fragen / Anregungen:

    - „Es gibt bei Infratest dimap keinen Ostfaktor mehr.„
    Was meinst du damit? Eigene Umfragen für Ost– und West erhebt Infratest dimap ebenso wie Allensbach nach wie vor: http://www.wahlrecht.de/umfragen/dimap/ost.htm und http://www.wahlrecht.de/umfragen/allensbach/ost.htm

    - Osten allgemein: Wenn man bedenkt, dass die Linkspartei im Osten derzeit etwa gleichauf ist mit CDU und SPD, sehe ich spontan nicht, warum diese so viele Erstmandate an die Union verlieren sollte.
    Wenn ich es richtig sehe, waren die Ergebnisse der BTW 2009 im Osten so:
    CDU: 29,8 %; Linkspartei: 28,5 %; SPD: 17,9%
    aktuell laut Infratest: CDU: 28%, Linke: 25%, SPD: 23%
    altuell laut Allensbach: CDU: 25,5%, Linke: 25,5%, SPD: 24,5%
    Wenn man Infratest und Allensbach mittelt, hat sich im Verhältnis von CDU und Linkspartei wenig geändert (1,5% Abstand), nur die SPD hat deutlich aufgeholt.

    - Brandenburg: Bei der letzten BTW fand zeitgleich die Landtagswahl statt, in der die SPD signifikant besser abschnitt (etwa 8%?). FALLS das nächste Mal die Wahlen getrennt stattfinden, könnte die SPD bei Landtagswahlen eher besser, bei BTW eher schlechter abschneiden als bei gleichzeitiger Wahl, weil die Landespartei schon immer ein stärkeres Standing als die Bundespartei hatte. Daher würde ich in Brandenburg mit geringeren Rückgewinnen rechnen, wie auch die Verluste etwas geringer ausfielen.

    - Berlin: In Mitte würde ich die Grünen auch als ernsthafte Konkurrenz erwarten.

    - Tabelle: Ich weiß, dass das anspruchsvoll wird. Aber über di übliche Numerierung der BTW-Wahlkreise ließe sich recht einfach eine Zuordnung nach Bundesländern ermöglichen (Land X: alle Kreis von X bis Y…) ermöglichen. Optional in einer zweiten Tabelle die Wahlkreise Bundesländern zuzuordnen, würde manches Suchen erleichtern und interessanter machen. (Was ist eigentlich mit Stadt XYZ?)

    - Überhangmandate: Ich weiß, dass es hier massiv in die Zahlenzauberei hineingeht. Aber eine grobe Abschätzung möglicher Auswirkungen auf die Überhangmandate wären m.E. das spannendste Ergebnis deiner Rechnung.

    Die SPD verliert entsprechend der bundesweiten Umfragen deutlich gegenüber der letzten Prognose kommt nur auf 118 Sitze, die Union auf 169. Der starke Fall der FDP verringert das Potential der CDU auf taktische Wähler ganz erheblich, daher ist der Swing zur SPD größer als wenn man nur die Ergebnisse der beiden Parteien selbst vergleichen würde.„
    Das erscheint mir unlogisch: Verliert die SPD oder gibt es einen Swing zur SPD. Wie sollte beides zugleich gehen?

    Insgesamt aber eine schöne Idee.

    • Bastian Jansen on 21. Dezember 2010 at 14:22

      Teile der Erklärung standen in meiner ersten Wahlkreisprognose. Die finde ich leider nicht mehr im Netz… Tja, ich erklärs.

      - Im Osten gab es eine Zeitlang eine Entwicklung, dass die SPD sich im Osten stärker erholt als im Westen (nachdem sie 2009 auch stärker verloren hatte). Die habe ich bei Infratest dimap nicht mehr gesehen, als ich das letzte Mal nachschaute. Die Erholung der SPD bundesweit ist bei Infratest 4%, im Osten 5%, die Allensbach-Umfrage ist so alt, dass ich sie nicht berücksichtige. 1 % Abweichung reicht bei mir nicht für einen Osteffekt, das könnte auch Zufall sein. Vor allem ist es nicht so viel, dass es den taktischen Effekt (siehe unten) im Osten wettmacht.
      Die vier Wahlkreise, die die Linke an die CDU verliert, sind solche, die bei der Bundestagswahl 02% Abstand zwischen CDU und Linken waren. Ich gehe davon aus, dass die CDU bundesweit konstant bleibt, während die Linke 2,2 % verliert. Wahrscheinlich verliert sie im Osten etwas stärker, weil sie von einem höheren Punkt kommt.
      Im Westen sind genuine FDP-Wähler gewohnt, ihre Erststimme der CDU zu geben. Im Osten gibt es wenige genuine FDP-Klientel. Das waren zu einem großen Teil „Stimmungswähler”. Solche geben der Partei öfter beide Stimmen. Das sieht man auch bei Wahlkreisergebnissen im Osten. Daher schätze ich, dass die CDU unter dem Absturz der FDP im Osten nicht so stark leidet wie im Westen. Daher die Wahlkreise, die kippen. Ist natürlich nur meine Meinung, vielleicht hast du eher Recht.

      - Du hast Recht, Berlin-Mitte sollte grün sein. Den habe ich übersehen.

      - Brandenburg: Die SPD hat in Brandenburg trotz Allem übel verloren (dass es nicht so stark war wie in Sachsen-Anhalt, kann man vielleicht auf eine bessere Struktur, bessere Verankerung der Partei zurückführen?!), obwohl sie bei der Landtagswahl verblüffend gut abgeschnitten hat (im Vergleich). Du könntest Recht haben mit deiner Analyse. Aber das würde, soweit ich das sehe, in Brandenburg im Moment keinen Wahlkreis kippen. Vielleicht Uckermark-Barnim I.

      - Tabelle: Ich bin kein Technikfreak…

      - Was die Überhangmandate angeht. Das Wahlrecht muss bis nächstes Jahr geänder t werden. Das werde ich bestimmt dann bestimmt berechnen. Bis dahin weiß ich aber nicht Bescheid, wie die neue Regel aussehen wird.

      - Mit „Swing“ meine ich die Veränderung (bei den Erststimmen) zur letzten Bundestagswahl. Ich nehme einfach den erwarteten Verlust der Union/Linken + erwarteten Gewinn der SPD. Das ist mein Swing. Ich weiß, dass z.B. die Briten „Swing“ anders definieren.

      • Bastian Jansen on 22. Dezember 2010 at 13:45

        Neue Allensbach-Umfrage sieht CDU im Osten bei 27,5 %, SPD bei 25,5 %, Linke bei 24,5%. Das bestätigt ungefähr meine Annahmen.

  2. Markus Ritter on 20. Dezember 2010 at 12:45

    nur eine kleine Anmerkung:

    das soll im Titel vermutlich 2010 heissen.

    (Dieser Kommentar kann nach Anpassung gerne gelöscht werden)

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