Guttenberg in Afghanistan

15. Dezember 2010
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Mir fällt nicht viel ein zur Dreistigkeit Guttenbergs, sich derart in Szene zu setzen. Er nimmt seine Frau mit nach Afghanistan, er nimmt einen Fernsehmoderator mit nach Afghanistan. Außerdem noch zwei leibhaftige Ministerpräsidenten. Der „Adel” ist wohl wieder mit Tross unterwegs.

Die Soldaten sollen von Guttenbergs Besuch und auch von dessen Ehefrau angetan sein. Das ist nur menschlich. Natürlich wollen die Soldaten nicht wahrhaben, dass sie für ein schäbiges Spiel missbraucht werden. Dass Guttenberg sich auf ihrem Rücken profiliert, dass er qua Anwesenheit deren Leistung herabwürdigt, dass er sie zu Statisten erniedrigt.

Es ist richtig, dass der Verteidigungsminister seine Soldaten besucht. Das ist seine Pflicht und Schuldigkeit. Es ist falsch, daraus einen großen Medienaufriss zu machen. Es ist mehr als falsch — es ist unwürdig. Mit der von Guttenberg so oft zitierten „Haltung” hat das nichts zu tun. Es ist peinlich.


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19 Responses to Guttenberg in Afghanistan

  1. Jan on 15. Dezember 2010 at 07:03

    Dem ist nichts hinzuzufügen, ausser: Wenn Steinmeier sich dagegen auf Gebührenzahlerkosten 45 Minuten lang für eine Organspende feiern lässt, ist das etwas völlig anderes und in schon allein der anderen Parteizugehörigkeit wegen in Ordnunng. Sich selbst über die Medien in Szene zu setzen ist nur für gute Politiker erlaubt. Böse dürfen das auf keinen Fall!

  2. Frank (Frontmotor) on 15. Dezember 2010 at 08:10

    Sehr gutes Statement, Christian!

    Stephanie Guttenberg mag die fotogenste Spielerfrau im Kabinett Merkels sein. Das ist aber kein Grund, unseren Kriegseinsatz in Afghanistan als Kulisse für Starschnittfotos vom Riefenstahl des 21. Jhd. Johannes B. Kerner zu missbrauchen. Der Titel ihrer unseriösen Fernsehshow „Innocence in Danger” scheint ihr mit dem Champagner etwas zu Kopf gestiegen zu sein, puh.

    Früher kauften die Lords und Barone ihren Gatinnen einfach eine Boutique im Dorf, wenn die sich etwas langweilte. Das hat völlig übertriebene Ausmaße angenommen.

  3. Steffen Voß on 15. Dezember 2010 at 09:34

    Erstaunlich, dass er sich den Journalistendarsteller Kerner und nicht Rolf Seelmann-Eggebert mitgenommen hat. Das sieht doch eher nach Hofberichterstattung aus.

  4. R.A. on 15. Dezember 2010 at 20:09

    Guttenberg hätte mal besser eine fesche Stripperin mitgenommen, damit die Soldaten etwas Unterhaltung haben.

    Aber da hätten in der Heimat wohl auch diverse Leute gemeckert.

    • Nordstadt on 15. Dezember 2010 at 14:36

      @RA:
      gab’s alles schon– Dolly B. in Somalia 1993 (wenn „man” sie für „fesch” halten sollte). Und– nein– ich arbeite nicht in der (Soft-)Po*no-Industrie ;-) ich habe nur meistens ein gutes Gedächtnis.

      • de_gude_don on 15. Dezember 2010 at 21:07

        » ich habe nur meistens ein gutes Gedächtnis.

        *lach*

      • F.Alfonzo on 16. Dezember 2010 at 00:36

        Dolly B. war in Somalia? K.A. aber wenn ja, dann mit Sicherheit nicht ‚um die Truppen aufzumuntern, sondern eher um sie aggressiver zu machen ;-)

        Dolly B. anschauen oder in Mogadischu erschossen werden? Hmmmm.… gib mir ne Minute…”

    • Christian Soeder on 15. Dezember 2010 at 14:39

      Guttenberg hätte mal besser eine fesche Stripperin mitgenommen, damit die Soldaten etwas Unterhaltung haben.”

      Und einen Stripper für die Soldatinnen! :)

    • F.Alfonzo on 15. Dezember 2010 at 20:11

      …Mal abgesehen von dem Gemecker der Afghanen :)

  5. nk on 16. Dezember 2010 at 21:00

    Kann es sein, dass Ihr einfach ein Problem mit Militär habt ?

    • Frank (Frontmotor) on 17. Dezember 2010 at 00:09

      Stell Dir mal vor, die afghanische Regierung würde beschließen: Um den deutschen Drogenhandel mit Rotwein ein für alle mal zu beenden, bombardieren sie heute nacht die Pfälzer Weinberge. Und setzen eine hohe Belohnung auf Brüderle und Beck aus. Anschließend reist der afghanische Verteidigungsminister mit seiner Frau und einem Talkshowmoderator nach RP, um seinen Zuschauern daheim „einen Eindruck von der Arbeit seiner Jungs vor Ort” zu verschaffen…

      • der_gude_don on 18. Dezember 2010 at 01:47

        Leider(!) beschäftigt sich das Bundeswehrkontingent in A. eben nicht mit dem Drogenanbau! Nicht eine Bombe auf die Felder .…

        Über 90% des Heroins des weltweiten Handels kommt übrigens aus A. Mit all dem Leid, was das mit sich zieht.

        • Nordstadt on 19. Dezember 2010 at 20:07

          @DGD:
          „Leider(!) beschäftigt sich das Bundeswehrkontingent in A. eben nicht mit dem Drogenanbau! „
          ich finde das gut, dass „unsere Jungs” (jaja, Frauen gibt’s dort auch zwischenzeitlich) den Mohn nicht auch noch mit anbauen. Empfehle zur Orientierung der Truppe im Übrigen das gemeinschaftliche Anschauen von „Three kings”, „Platoon” und „Die Brücke”- alte Fassung in s/w

          @nk:
          mit Militär nicht– aber mit Militarismus und Kadavergehorsam. Schaue mal in ein Geschichtsbuch.

          • der_gude_don on 19. Dezember 2010 at 20:11

            und schau Du mal in Dein Parteibuch.

          • Nordstadt on 20. Dezember 2010 at 12:43

            @DGD:
            hast Du keins? Wenn ja, mein Mitleid hast Du dafür– orientierungslos herumirrend im politischen Niemandsland– bar jeder Orientierung, wahrlich ein Jammer.

          • der_gude_don on 20. Dezember 2010 at 19:42

            Mit einem LINKE/SED Parteibuch in der Tasche Vorträge über „Militarismus” und „Kadavergehorsam” anzumahnen entbehrt nicht einer gewissen Komik …

    • Kalle Kappner on 18. Dezember 2010 at 14:23

      Ja, bei mir ist das der Fall.

  6. Outdoor-Event? « politik.de > Blog on 20. Dezember 2010 at 16:43

    […] Pflicht und Schuldigkeit. Es ist falsch, daraus einen großen Medienaufriss zu machen“, meint Christian Söder. Natürlich hätten sich die Soldaten über den hohen Besuch gefreut. Letztlich sind […]

  7. Lichtgestalt on 20. Dezember 2010 at 22:34

    Die Guttenbergs mitsamt Kerner hätten da bleiben sollen & die Soldaten gehören heimgeschickt.
    Im übrigen:
    Deutschlands Freiheit wird nicht am Hindukusch verteidigt, sondern aufs Spiel gesetzt. (Jürgen Todenhöfer)

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