Guttenberg in Afghanistan

Mir fällt nicht viel ein zur Dreistigkeit Guttenbergs, sich derart in Szene zu setzen. Er nimmt seine Frau mit nach Afghanistan, er nimmt einen Fernsehmoderator mit nach Afghanistan. Außerdem noch zwei leib­haf­tige Ministerpräsidenten. Der „Adel” ist wohl wieder mit Tross unter­wegs.

Die Soldaten sollen von Guttenbergs Besuch und auch von dessen Ehefrau angetan sein. Das ist nur mensch­lich. Natürlich wollen die Soldaten nicht wahr­ha­ben, dass sie für ein schä­bi­ges Spiel miss­braucht werden. Dass Guttenberg sich auf ihrem Rücken profi­liert, dass er qua Anwesenheit deren Leistung herab­wür­digt, dass er sie zu Statisten ernied­rigt.

Es ist richtig, dass der Verteidigungsminister seine Soldaten besucht. Das ist seine Pflicht und Schuldigkeit. Es ist falsch, daraus einen großen Medienaufriss zu machen. Es ist mehr als falsch — es ist unwür­dig. Mit der von Guttenberg so oft zitier­ten „Haltung” hat das nichts zu tun. Es ist pein­lich.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

19 Gedanken zu „Guttenberg in Afghanistan“

  1. Dem ist nichts hinzu­zu­fü­gen, ausser: Wenn Steinmeier sich dagegen auf Gebührenzahlerkosten 45 Minuten lang für eine Organspende feiern lässt, ist das etwas völlig anderes und in schon allein der anderen Parteizugehörigkeit wegen in Ordnunng. Sich selbst über die Medien in Szene zu setzen ist nur für gute Politiker erlaubt. Böse dürfen das auf keinen Fall!

  2. Sehr gutes Statement, Christian!

    Stephanie Guttenberg mag die foto­genste Spielerfrau im Kabinett Merkels sein. Das ist aber kein Grund, unseren Kriegseinsatz in Afghanistan als Kulisse für Starschnittfotos vom Riefenstahl des 21. Jhd. Johannes B. Kerner zu miss­brau­chen. Der Titel ihrer unse­riö­sen Fernsehshow „Innocence in Danger” scheint ihr mit dem Champagner etwas zu Kopf gestie­gen zu sein, puh.

    Früher kauften die Lords und Barone ihren Gatinnen einfach eine Boutique im Dorf, wenn die sich etwas lang­weilte. Das hat völlig über­trie­bene Ausmaße ange­nom­men.

  3. Guttenberg hätte mal besser eine fesche Stripperin mitge­nom­men, damit die Soldaten etwas Unterhaltung haben.

    Aber da hätten in der Heimat wohl auch diverse Leute geme­ckert.

    1. @RA:
      gab’s alles schon- Dolly B. in Somalia 1993 (wenn „man” sie für „fesch” halten sollte). Und- nein- ich arbeite nicht in der (Soft-)Po*no-Industrie ;-) ich habe nur meis­tens ein gutes Gedächtnis.

      1. Dolly B. war in Somalia? K.A. aber wenn ja, dann mit Sicherheit nicht ‚um die Truppen aufzu­mun­tern, sondern eher um sie aggres­si­ver zu machen ;-)

        ‚Dolly B. anschauen oder in Mogadischu erschos­sen werden? Hmmmm.… gib mir ne Minute…”

    2. „Guttenberg hätte mal besser eine fesche Stripperin mitge­nom­men, damit die Soldaten etwas Unterhaltung haben.”

      Und einen Stripper für die Soldatinnen! :)

    1. Stell Dir mal vor, die afgha­ni­sche Regierung würde beschlie­ßen: Um den deut­schen Drogenhandel mit Rotwein ein für alle mal zu beenden, bombar­die­ren sie heute nacht die Pfälzer Weinberge. Und setzen eine hohe Belohnung auf Brüderle und Beck aus. Anschließend reist der afgha­ni­sche Verteidigungsminister mit seiner Frau und einem Talkshowmoderator nach RP, um seinen Zuschauern daheim „einen Eindruck von der Arbeit seiner Jungs vor Ort” zu verschaf­fen…

      1. Leider(!) beschäf­tigt sich das Bundeswehrkontingent in A. eben nicht mit dem Drogenanbau! Nicht eine Bombe auf die Felder .…

        Über 90% des Heroins des welt­wei­ten Handels kommt übri­gens aus A. Mit all dem Leid, was das mit sich zieht.

        1. @DGD:
          „Leider(!) beschäf­tigt sich das Bundeswehrkontingent in A. eben nicht mit dem Drogenanbau! ”
          ich finde das gut, dass „unsere Jungs” (jaja, Frauen gibt’s dort auch zwischen­zeit­lich) den Mohn nicht auch noch mit anbauen. Empfehle zur Orientierung der Truppe im Übrigen das gemein­schaft­li­che Anschauen von „Three kings”, „Platoon” und „Die Brücke”- alte Fassung in s/w

          @nk:
          mit Militär nicht- aber mit Militarismus und Kadavergehorsam. Schaue mal in ein Geschichtsbuch.

          1. @DGD:
            hast Du keins? Wenn ja, mein Mitleid hast Du dafür- orien­tie­rungs­los herum­ir­rend im poli­ti­schen Niemandsland- bar jeder Orientierung, wahr­lich ein Jammer.

          2. Mit einem LINKE/SED Parteibuch in der Tasche Vorträge über „Militarismus” und „Kadavergehorsam” anzu­mah­nen entbehrt nicht einer gewis­sen Komik …

  4. Die Guttenbergs mitsamt Kerner hätten da bleiben sollen & die Soldaten gehören heim­ge­schickt.
    Im übrigen:
    Deutschlands Freiheit wird nicht am Hindukusch vertei­digt, sondern aufs Spiel gesetzt. (Jürgen Todenhöfer)

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