So geht Politik ja auch

7. Dezember 2010
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Schön, oder? So kann Politik ja auch sein: locker, unbeschwert, lässig, bissl selbstironisch, spaßig, engagiert. (Bei uns Jusos geht’s halt oft zu staatstragend zu, zu ernst — sexy ist das nicht immer.)

Freiheit, Gleichheit, Demokratie: ein gutes Leitmotiv. Ich bin echt gespannt, was aus der Piratenpartei noch wird.

(Via Profipirat @korbinian.)


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12 Responses to So geht Politik ja auch

  1. korbinian on 7. Dezember 2010 at 02:26

    freiheit, vielfalt, geschwisterlichlichkeit fände ich auch schön. was für drei begriffe fändest du denn am gewichtigsten?

    • Christian Soeder on 7. Dezember 2010 at 02:36

      Also Vielfalt ergibt sich ja zwangsläufig aus Freiheit. Genauer: Vielfalt ist vermutlich Folge aus Freiheit. (Während Sicherheit hingegen Grundlage für Freiheit ist.) Und wenn sich aus Freiheit keine Vielfalt entwickelt, dann ist das auch okay (halte ich aber für unwahrscheinlich).

      Gleichheit wird ja oft missverstanden als Gleichmacherei. Ist halt Unsinn, denn ohne Gleichheit vor dem Gesetz gibt es auch keinen Rechtsstaat.

      Und Demokratie — darunter verstehe ich natürlich eine moderne, westliche, liberale Demokratie, die im Grunde genommen die Freiheit als Wesenselement beinhaltet. Also eigentlich die Geschäftsgrundlage, auf der wir politisch tätig sind. Muss man im Prinzip nicht erwähnen — praktisch halt schon, was ja auch was bedeutet.

      Die SPD (und die CDU auch) spricht ja lieber von „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität”; dabei kommt mir die Gleichheit ein wenig zu kurz, aber nun gut, die kann man ja aus der Gerechtigkeit ableiten bzw. auch clever argumentieren, dass das nur verschiedene Worte für den gleichen Inhalt sind.

      • korbinian on 7. Dezember 2010 at 11:29

        ok, mit der vielfalt hast du recht — das is vermutlich redundant. gerechtigkeit und solidarität finde ich kritisch. es geibt fundamental unterschiedliche definitionen von gerechtigkeit, die fdp legt es so aus dass reiche auch mehr bekommen sollen weil sie ja offensichtlich auch mehr geleistet haben. solidarität sehe ich auch kritisch — das klingt für mich ausgrenzendend, man kann ja nur innerhalb einer gruppe solidarisch sein, ich will aber in einer offenen gesellschaft leben. pavel hat auf der #om10 mal die parteiprogramme der großen parteien auf den begriff „freiheit” abgeklopft: http://bit.ly/bJuzvn sehr interessant was dabei rauskam…

        zusammenfassung:

        cdu: Sichere Freiheit durch Pflicht und Verantwortung
        spd: Gleiche gemäßigte Freiheit für alle bringt Sicherheit
        csu: Ruhe und Ordnung und Freiheit
        grüne: Freiheit durch Selbstbestimmung
        fdp: Alles ist Freiheit für Teilhaber
        linke: Freiheit nicht nur für Reiche
        piraten: Freiheit in Gefahr

        schön auch sein grundwerteprogramm in 51 zeichen:

        Du bist frei.
        Du bist wertvoll.
        Du bist nicht allein.”

        ich persönlich würde mir auch gerne mehr gleichheit wünschen, und zwar nicht nur vorm gesetz sondern auch tatsächlich mehr materielle gleichheit.

        korbinian

    • Lichtgestalt on 7. Dezember 2010 at 12:09

      Sommer, Sonne, Sozialismus! :-)

  2. korbinian on 7. Dezember 2010 at 02:28

    der typo war selbstverständlich absicht um mich authentischer erscheinen zu lassen :)

  3. Vogel Strauß on 7. Dezember 2010 at 15:29

    Geh doch nach drüben! ;-)

  4. Bastian Jansen on 7. Dezember 2010 at 21:22

    Politik ist kein Event. Politik muss natürlich für junge Leute „cool” sein (endlose Debatten über das Ende des Kapitalismus sind das nicht), Inhalt gehört aber auch dazu. Da fallen die Piraten außerhalb ihres Kernthemas aber nicht auf. Höchstens, dass sie die Positionen von SPD/Grünen abschreiben.
    Der Grünen-Hype der letzten Monate hat den Piraten medial ganz schön das Wasser abgegraben. Wären die Piraten ein Jahr früher hervorgetreten, hätten sie große Chancen gehabt, sich zu etablieren. So werden sie wohl eine Randerscheinung bleiben.

    • soso on 7. Dezember 2010 at 22:26

      Politik muss natürlich für junge Leute „cool” sein”

      Warum eigentlich? Warum soll’s nicht reichen, seine Inhalte zu vertreten und sich über jeden zu freuen, dem diese auch wichtig sind und der sich deshalb anschließt? Wer nur das Problem hat, cool sein zu wollen kann sich auch coole Klamotten kaufen.

      Allerdings: „endlose Debatten über das Ende des Kapitalismus” nach Juso-Manier sind allerdings fürchterlich. Vor allem, wenn die dabei noch meinen, in der SPD richtig zu sein.

      • Simon on 8. Dezember 2010 at 01:07

        1. Piraten werden sehr selten als „cool” wahrgenommen. Nerds usw.

        2. Zeit ist der entscheidender Faktor bei den Piraten. Diese müssen sie sich allerdings auch nehmen. Vor einem Jahr wurde die PP zu einem Sammelbecken vieler Menschen aus ALLEN politischen Lagern (vom Esotheriker bis zum Rassist). Dadurch fällt es ihnen natürlich schwer sich auf Positionen zu einigen. Dies birgt jedoch auch ein große Chance da sich die Piraten der Basisdemokratie verschrieben haben, i.d.r sehr idealistisch sind und auf „flüssige-Demokratie” setzen kann dort etwas ganz Neues entstehen. Ich glaube, dass so ein Spiegelbild der „seelisch/moralischen”- Verfassung unserer akt. Gesellschaft entstehen kann.

        3. Abschreiben? Hallo das sind Piraten!!! die wollen das Rad nicht 3 mal erfinden. Die Piraten „copy/pasten” sich ihr Programm einfach zusammen. Das interessante ist doch in diesem Fall, dass durch das sehr schlanke Kernprogramm (Internet/Urheberrecht) ein tolles Meinungsbild entsteht. DAS IST DEMOKRATIE !!!

        repräsentative Demokratie (Oligarchie) hat ausgedieht. Ich bin mir sicher, dass eine echte Solidarität wie sie sich die Sozialisten wünschen nur durch eine freie Wissensgesellschaft erreicht werden kann und nicht von regierenden Politikern erzwungen werden darf.

    • Frank on 8. Dezember 2010 at 00:25

      >Höchstens, dass sie die Positionen von SPD/Grünen abschreiben.

      Man kann den Piraten einiges vorwerfen, aber diese Aussage ist nicht richtig. Ohne die Piratenpartei hätten SPD und Grüne den Stellenwert der Internetthemen wohl nie erkannt. Und bis heute gibt es in den Programmen deutliche Unterschiede.

  5. Steffen Voß on 8. Dezember 2010 at 17:18

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