Bürgerversicherung

Ich habe es schon einmal geschrie­ben: Gesundheit wird das Megathema der nächs­ten Jahre. Wenn die SPD es schafft, ihr Konzept der Bürgerversicherung breit und umfas­send zu vertre­ten, dann bin ich guten Mutes, dass sich das auch in posi­ti­ven Wahlergebnissen nieder­schlägt. Karl Lauterbach hat ein recht umfang­rei­ches Papier zur Rösler-Reform publi­ziert, es zu lesen lohnt sich durch­aus.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

16 Gedanken zu „Bürgerversicherung“

  1. Zwischen 2005 und 2009 gab es im Bundestag die Chance & die Mehrheit dazu.
    Merkels Rockzipfel war für die SPD attrak­ti­ver. Lauterbach: guter Mann, in der falschen roten Partei.

  2. Ich halte mitt­ler­weile nicht mehr die Frage „Kopfpauschale oder Bürgerversicherung?” für das rele­vante Thema in der Bundespolitik. Grade die Hoffnungen der FDP, jetzt endlich ihre Vorstellungen durch­zu­set­zen, wurden doch jetzt massiv enttäuscht.

    Das deut­sche Gesundheitssystem ist extrem, wirk­lich extrem, lobby­ver­seucht. SPD und CDU/FDP versu­chen hier, ideo­lo­gi­sche Grabenkämpfe zu führen. In Wirklichkeit haben beide mit ihren Konzepten keiner­lei Chancen, sich gegen die Lobbys im System zu wehren. Das hat Ulla Schmidt längst resi­gnie­rend zuge­ge­ben, Herr Rösler merkt es auch grade.
    Ist ja auch alles kein Wunder. Der staat­lich regu­lierte Gesundheitsmarkt ist ein riesen Geschäft. Hier gibt es viel zu holen. Verteilungskämpfe sind program­miert.

    Die beste Gesundheitspolitik wird erstein­mal dieje­nige Partei machen, die es schafft, das Gesundheitssystem von den zahl­rei­chen Mitessern zu befreien.

    1. Rösler hat sich mehr durch­ge­setzt, als viele denken — leider:
      Der Einstieg in die Kopfpauschale ist längst gelun­gen. Die Zusatz-Zwangsbeiträge sind am gest­ri­gen Freitag nach oben frei­ge­ge­ben worden. So wird eine allmäh­li­che Gewöhnung ange­strebt!

      Linke, wider­stän­dige Politik müsste sein:
      Die über eine Million Boykotteure der bishe­ri­gen ZusatzErpressung der kranken Kassen weiter­hin zum zivilen Ungehorsam zu ermu­ti­gen („ichzahl­nicht­mehr”) & ggf. anfal­lende Anwaltskosten zu erstat­ten.

      Der Mist ging 2004 ja schon los: Die „Praxisgebühr” ist nix anderes als eine Kopfpauschale. Hmm, wer regierte damals eigent­lich?

      1. „Rösler hat sich mehr durch­ge­setzt, als viele denken — leider:
        Der Einstieg in die Kopfpauschale ist längst gelun­gen. Die Zusatz-Zwangsbeiträge sind am gest­ri­gen Freitag nach oben frei­ge­ge­ben worden. So wird eine allmäh­li­che Gewöhnung ange­strebt!”

        Stimme dir zu, die Rösler-Reform ist nichts anderes als ein Schritt hin zur Privatisierung der Krankenversicherung.

        …und das Problem ist? Abgesehen davon, dass es zu langsam geht?

        Es gibt 2 Möglichkeiten:
        1. Sozialisierung der Versicherungskosten -> Pleite des gesam­ten Systems
        2. Individualisierung, wie in der PKV -> Sozial unge­recht.

        Problem 2 lässt sich aber mit steu­er­fi­nan­zier­ten Transfers lösen, Problem 1 ist nicht lösbar.

        1. Nachweis Ihrer These zu 1 steht aus.
          These 2 ? Gullydeckel auf, These 2 rein, Gullydeckel zu.
          Netter Versuch.
          Ach ja: Eine bundes­weit (noch) bekannte Partei könnte Verwendung für solche Karnevalsverse haben.

          1. Nachweis zu These 1?

            Haushalte des Bundes und der Länder sowie Bilanzen der GKVs der letzten, naja, 40 Jahre… reicht das nicht als Begründung? Vermutlich nicht, wenn man nur sieht, was man sehen will… erin­nert mich an: „Die Rente ist sicher” , lol

            These 2? Was ist das Problem hier? Jeder Bullshit wird in Deutschland subven­tio­niert, warum also nicht die Krankenversicherung?
            Warum kann man Milch subven­tio­nie­ren, aber keine Transfers zahlen?

            Naja, fuck it, viel Spass beim Blechen der Staatsschulden :)

          2. @FA:
            wenn Reiche sich (mehr) an einer einzel­nen KV / RV- einer Bürgerversicherung für Alle- adäquat betei­li­gen würden, wären diese Versicherungen nicht marode. Wichtig ist, nicht nur den status quo zu sehen. Scheuklappen ablegen- oder kannst Du das nicht?
            Erkläre doch mal, welchen Sinn es macht, dass es (wieviele) KVen gibt? Haben Privat-Versicherte einen anderen Krebs, einen anderen Beinbruch als „Normal-Versicherte”? Was recht­fer­tigt die unter­schied­li­che Behandlung? Sind Privat-Versicherte bessere Menschen?

    2. „Grade die Hoffnungen der FDP, jetzt endlich ihre Vorstellungen durch­zu­set­zen, wurden doch jetzt massiv enttäuscht.”

      Nicht wirk­lich. Die FDP hat wirk­lich das abso­lute Maximum raus­ge­schla­gen ihrer Ideen. Sie sagen es aber nicht frank und frei heraus. Natürlich Taktik. Klar.

        1. Nicht umsonst schreibe ich, dass „die FDP” das Maximum raus­ge­holt hat — von Liberalen war keine Rede.

Kommentare sind geschlossen.