Staatliche Erpressung?

Aus der „taz”:

Frau Espinosa, Ecuador will auf die zerstö­re­ri­sche Ölförderung im Yasuni-Dschungel verzich­ten, wenn es dafür die Hälfte der entgan­ge­nen Erträge bekommt, rund drei Milliarden Dollar.

Umgekehrt gilt: Falls Deutschland sich wirk­lich zurück­zieht, wäre das äußerst bedau­er­lich. Gerade die deut­sche Unterstützung hat uns moti­viert, das Projekt voran­zu­trei­ben. Deutschland hat dafür auch viel inter­na­tio­nale Anerkennung bekom­men. Es wäre unklug, dieses poli­ti­sche Kapital zu verschen­ken. Wenn Deutschland sich zurück­zieht, dann verliert Ecuador Geld. Deutschland verliert noch mehr.

So unge­fähr hat man sich wohl Schutzgelderpressung vorzu­stel­len: „Wenn ihr nicht spurt, dann stirbt Mädchen/Baum/Katze.” Finde nur ich seltsam, dass das als Vorzeigeprojekt gilt?

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „Staatliche Erpressung?“

  1. Naja nicht wirk­lich, oder? Was ist denn dann Geld für die Nichtnutzung von Ackerflächen?

    In beiden Fällen wird/ würde dafür bezahlt, daß von einem legi­ti­men Recht kein Gebrauch gemacht wird, weil der Gebrauch in einem größe­ren Kontext nega­tive Auswirkungen hat. Die einen Verzichten eben auf die Ölförderung und die anderen auf den Getreideanbau.

    Ich fand das damals schon sinn­voll und über­le­gens­wert, zumal gerade nicht voller Gewinn + Regenwaldschutzzuschlag verlangt wird. Aber man kann es sicher auch anders sehen. Da ist der Niebel ja ganz bei dir ;o)

  2. > Was ist denn dann Geld für die Nichtnutzung von Ackerflächen?

    Unfug ist das. Das Prinzip der Dreifelderwirtschaft ist ein Ökonomisches.

      1. Wobei du absolut recht hast. Diese Verlogenheit, den Entwicklungsländern alle Chancen zu rauben und anschlie­ßend mit Hinweis auf die paar Entwicklungshilfen um Entschuldigung zu bitten, ist echt wider­lich.

          1. Kann sein, dass es liberal ist. Es wäre jeden­falls vernünf­tig. Habe ich in diesem Blog und in der realen Welt immer und immer wieder darge­legt.

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