Endlager in Süddeutschland

19. September 2010
By

In der Frage der Atomenergie sind die Deutschen tief gespalten. Je zur Hälfte befürworten sie sie bzw. lehnen sie sie ab.

Das hängt aber weniger mit der Angst vor einem Kraftwerksstörfall zusammen, als vielmehr mit der Entsorgungsfrage. Der Bayerische Rundfunkt sendete vergangene Woche ein Feature, in dem auch folgendes Umfrageergebnis genannt wurde: Unter der Voraussetzung, dass die Entsorgungsfrage gelöst wäre, wären zwei Drittel der Deutschen für die weitere Nutzung der Kernenergie.

Das kann man auch so lesen: In das Verantwortungsbewusstsein und Fähigkeiten der Ingenieure, die sichere Kraftwerke entwickeln und bauen sollen, haben die meisten Deutschen vertrauen. In die  (noch schwarz-gelbe) Regierung, die Verträge mit den Kraftwerksbetreibern verhandelt und die ein Endlager für den Atommüll suchen soll, dagegen nicht.

Die Art und Weise, wie vier Großkonzerne bei der Bundesregierung die Durchsetzung ihrer Geschäftsinteressen betrieben haben, hat am Samstag 100.000 Bürger nach Berlin mobilisiert. Das sind so viele wie 1986 in Brokdorf. Energieversorger stehen damit in der Ansehensrangliste wieder auf einem Abstiegsplatz, gerade noch vor den Banken. In dreißig Jahren haben sie nichts dazu gelernt.

Asse II hat zwei Erkenntnisse zu Tage gefördert: Erstens kann man Direktabsprachen zwischen konservativen Politikern und Energiemanagern nicht trauen. Ernst Albrecht und Birgit Breuel haben Anfang der Achtziger Jahre Sicherheitsanforderungen bedenkenlos vom Tisch gewischt und aus wirtschaftspolitischen Gründen Gorleben, Schacht Konrad und als Versuchslager die Asse ausgewählt. Außerdem wurde geschlampt oder bewusst verschleiert bei der Dokumentation der Endlagerung. Es sind zehnmal so viele Fässer eingelagert worden und diese zum Teil mit der zehnfachen Radioaktivität und somit auch Wärmeentwicklung, wie dokumentiert worden ist. Aus dem Skandal Asse II folgt eine weitere Anforderung an Endlager: Die Rückholbarkeit des Mülls, für den Fall, dass wieder Lug und Betrug im Umgang mit Atommüll aufgedeckt wird.

Die Fässer in der Asse strahlen und geben Wärme ab. Die Strahlung durchlöchert buchstäblich die Fasswände und die Wärme sorgt für Ausdehnungen, Verformungen und Rissbildungen im Salzstock. Von Dichtigkeit kann da keine Rede mehr sein. Grundwasserein– und –austritte haben den Stollen destabilisiert, es droht der Einsturz. Von Rückholbarkeit kann deshalb bald auch keine Rede mehr sein. Deshalb bemüht man sich jetzt, die Fässer schnell wieder rauszuholen. Das wird aber mindestens bis etwa zur nächsten Bundestagswahl dauern. Danach soll der Müll im Schacht Konrad eingelagert werden. Ein waghalsiges Projekt.

Ein Endlager für den hochradioaktiven Atommüll muss die Anforderung erfüllen, für ca. 1 Mio. Jahre gefährliche Stoffe sicher zu verschließen. 23.000 Tonnen, 30.000 Kubikmeter hochradioaktiver Atommüll werden endgelagert werden müssen, wenn die Laufzeiten der deutschen AKW abgelaufen sind. Das ist ein Wahnsinn.

Es kommen drei Gesteinsarten für ein Endlager in Frage: Salz (Asse, Gorleben), Ton und Granit.

Salz leitet Wärme ab, ist aber wasserlöslich und fließt. Die Idee war mal, dass die Fliesseigenschaften dazu führen werden, dass sich das Salz um die Fässer schließen würde und damit die Wärme um so besser ableiten würde. Asse II zeigt aber, dass diese Eigenschaften die Rückholung erschweren. Salz scheint also den heutigen  Sicherheitssanforderungen nicht zu genügen. Es braucht härteres Material. Z.B. Ton oder Granit. Und davon gibt es in Süddeutschland reichlich: Tonschichten haben wir zwischen der schwäbischen Alb und München, sowie Niedersachsen. Granit haben wir unterm Schwarzwald und unterm Bayerischen Wald. Wie gut sich diese Gesteinsarten eignen, darüber will bald die EU etwas berichten.

Wir wissen aus dem Fall Asse empirisch, welche Fehler und falschen Annahmen bei einer so sensiblen Aufgabe wie der Atommüllendlagerung gemacht werden. Wir brauchen also empirische Ergebnisse auch mit anderen Gesteinsarten.

Bevor also Schwarz-Gelb durchregiert und Gorleben unabhängig von dessen Eignung einfach per Erlass zum Endlager bestimmt und dies obendrein mit Enteignungen durchsetzt, sollten vernünftigerweise Endlagerstandorte in Süddeutschland erkundet werden. Süddeutschland als Standort für Atomkraftwerksentwicklung und als Betriebsstandort mehrerer AKW, also als Hauptnutznießer der Atomenergienutzung sollte sowieso als Standort vorrangig untersucht werden.

CDU und FDP  haben den von Rot-Grün mühsam errungenen Atomkompromiss in einer undurchsichtigen Aktion revidiert, weil die Energiemanager das von ihnen verlangt haben. Damit ist jedes Vertrauen in diese Bundesregierung wie in einem eingestürzten Stollen verschütt gegangen. Das blockiert die Lösung der unendlichen Geschichte auf unabsehbare Zeit. Der Deal hat den Charakter, ein ohnehin unlösbares Problem einfach noch ein bisschen größer zu machen, als käme es darauf nun auch nicht mehr an. Das nur, damit die Energiemanager während ihrer begrenzten Amtszeiten ihren Aktionären ein paar mehr Earnings per Share präsentieren können. Auf unser aller Kosten und unserer Nachfahren.

Das ist stillos, das ist verantwortungslos und undemokratische ist es auch, und deshalb nur mit einer schwarz-gelben, ausschließlich sich ihren Klienten verpflichtet fühlenden Regierung machbar. Die kurze Gelegenheit dazu haben sie genutzt.

Vielleicht werden sich die Regierungen und Kraftwerksbetreiber  irgendwann zu Lasten dritter Länder einigen, die der EU ein Angebot machen. Autoritär-kapitalistische Regime wären da vorstellbar. Aber auch das wäre innenpolitisch schwierig durchzusetzen, weil moralisch fragwürdig.

Die nächsten Castortransporte wird es im November geben. Massive Demonstrationen sind schon jetzt garantiert.

39 Responses to Endlager in Süddeutschland

  1. Rayson on 19. September 2010 at 16:58

    Ernst Albrecht und Birgit Breuel haben Anfang der Achtziger Jahre Sicherheitsanforderungen bedenkenlos vom Tisch gewischt und aus wirtschaftspolitischen Gründen Gorleben, Schacht Konrad und als Versuchslager die Asse ausgewählt.

    Da die ganze „Argumentation” sich an Asse aufhängt: Das ist schlicht falsch. Die Schachtanlage Asse ist sei den 60er Jahren eine Einrichtung des Bundes. Wikipedia-Lektüre hätte vor solch ideologisch bedingten (die pöhsen „Konservativen”, denen man „nicht trauen kann”) Unwahrheiten bewahrt.

    Ein schönes Zitat aus den 70ern von einem damals Zuständigen, wiedergegeben nach Wikipedia:

    Das Eindringen von Wasser kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

    Wer hat’s gesagt? Ernst Albrecht? Birgit Breuel? Riecht eher nach einem neuen Parteiausschlussverfahren bei den Sozis.…

    • Nordstadt on 20. September 2010 at 21:06

      @Rayson:
      hat hier irgendjemand bestritten, dass die SPD mehrheitlich bis ca. Mitte/ Ende der 80er Jahre für Atomkraft war?
      Kommt auch mal etwas Substanzielles oder nur heiße Luft?
      Ich finde die Idee gut und nachvollziehbar– als Zwischenlager sollten allerdings die Orte fungieren, an denen der Dreck produziert wurde.

      • Frank on 20. September 2010 at 21:31

        @Nordstadt Danke.

        @Rayson: Nein, falsch!

        Zitat asse2.de:
        „Nach den 1978 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen des Atomgesetzes ist ohne Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung keine Endlagerung von Atommüll möglich. Anstatt ein solches Planfeststellungsverfahren zu beantragen, wird erst nach Intervention aus dem Kreistag keine weitere Einlagerung von Atommüll mehr vorgenommen.”

        Seit 1977 regierte Ernst Albrecht in Niedersachsen. Er reagierte aber nicht auf die Vorschriften des neuen Atomgesetzes! Wahrscheinlich auf Einfluss der damaligen PreussenElektra, die in Niedersachsen zwei AKW betrieb.

        1979 gab es das erste kritische Gutachten, das vor Wassereinbruch in der Asse 2 warnte.

        1982 wurde Birgit Breuel Wirtschaftsministerin. In ihrer Amtszeit wurde das Thema Atommüllendlagerung als zu liberalisierendes Thema behandelt, das nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und Interessen von PreussenElektra, bei der Breuel Aufsichtsrat war (!), zu betreiben sei.

        Die Anwendung des Atomgesetzes der SPD Bundesregierung mussten die niedersächsischen Bürger ihrer Regierung erst juristisch beibiegen.

        • Rayson on 20. September 2010 at 23:31

          @Frank

          Diese Wertungen stützen deine falsche Behauptung selbst dann nicht, wenn man sie teilte.

          • Nordstadt on 21. September 2010 at 17:33

            @Rayson:
            das übliche Problem… kommen noch Quelle, Belege, Beweise
            ???
            (eine neo… „Krankheit”- viel heiße Luft und Tamm-Tamm– aber nichts dahinter).

          • Rayson on 21. September 2010 at 19:42

            Zu dämlich, selbst bei Wikipedia nachzuschauen?

  2. Jan on 19. September 2010 at 18:36

    Wenn jedenfalls die SPD im Bund regiert, wird erfahrungsgemäss die Endlagersuche einfach eingestellt. Was soll also dieses Gesülze? Es ist ziemlich leicht, Politik falsch zu finden und selber einfach die Hände in den Schoss zu legen und auf die eigene Abwahl zu warten aber glaubwürdig macht die SPD das in Sachen Atompolitik ja nicht gerade.

    • Nordstadt on 20. September 2010 at 21:09

      @Jan:
      ja, die SPD in einer „Großen Koalition” oder auch ganz allein (aua, Nds. hatte das mal von 19992003– ein Graus– nur Vetternwirtschaft und lauter peinliche Gestalten an der Spitze)- die könnte umfallen.
      Mit Grünen und Linkspartei in einer Regierung sieht das schon anders aus.
      Wie steht eigentlich die FDP Niedersachsen zu dem Thema?
      Je näher der Wahlkreis an Gorleben / Asse / Schacht liegt, desto mehr gegen Atomkraft?

    • Frank on 20. September 2010 at 21:35

      @Jan:

      Im SPD Wahlprogramm 2009 hieß es:
      An dem Atomausstieg hält die SPD fest. Bis 2021 soll der Ausstieg aus der Atomenergie stattfinden. Im Kontext mit der Endlagerung plädiert die SPD nicht für eine Vorentscheidung für den Standort Gorleben. Außerdem sollen die Energiekonzerne der Atomwirtschaft an den Kosten der Endlagerung beteiligt werden.

      Da legt keiner die Hände in den Schoß. Aber Gorleben muss es nicht sein, nur weil das Albrecht und Breuel mal aus einer Bierlaune heraus so festgelegt haben.

      Kannst Du als FDP-ler damit leben, dass die Kraftwerksbetreiber an den Kosten beteiligt werden? Oder sollten diese Kosten im Sinne der FDP-Agenda sozialisiert werden?

      • Kalle Kappner on 21. September 2010 at 00:46

        Kannst Du als FDP-ler damit leben, dass die Kraftwerksbetreiber an den Kosten beteiligt werden? Oder sollten diese Kosten im Sinne der FDP-Agenda sozialisiert werden?”

        Diese Fragen interessieren mich auch ziemlich :).

        @Frank: Sehr interessanter Artikel.

        Fairerweise muss bei dem ganzen Atommist, mit dem wir jetzt leben müssen, erwähnt werden, dass auch die SPD lange Zeit die Atomenergie gefördert hat und somit natürlich mitverantwortlich für die Probleme ist. Der Absprung kam spät.

        • Nordstadt on 21. September 2010 at 17:33

          @Kalle:
          Jan wird nicht antworten.

          • Kalle Kappner on 21. September 2010 at 18:44

            Der Jan ist in Ordnung und gewöhnlich kriegt man von ihm auch eine Antwort.

          • Nordstadt on 23. September 2010 at 07:41

            @Kalle:
            alles möglich– wir sind uns noch nicht (bewußt) begegnet– hätte kein Problem damit.
            Nur auf Deine und meine Fragen antwortet er nicht.

      • Jan on 21. September 2010 at 23:38

        Klar kann ich damit leben, die Abgaben, die nun auf die Atomkonzerne zukommen sind ja letzten Endes auch auf FDP-Mist gewachsen (vielleicht erläuterst du mir in dem Zusammenhang mal schnell die „FDP-Agenda”?). Allerdings gibt es Kernenergie nur, weil alle großen Parteien dass mal unbedingt so haben wollten und im Gegenzug gewisse Dinge versprochen haben. Zum Beispiel, ein Endlager zu errichten. So ganz sauber ist es da nicht, nun so zu tun, als seien bloß ein paar Konzerne an allem schuld.

        Der Wahlkampfankündigung, sich nicht auf Gorleben festlegen zu wollen, kann man wohl glauben. Das Dumme ist, dass die SPD sich eben nicht nur nicht auf Gorleben, sondern offensichtlich auf gar keine Lösung festlegen oder auch nur nach einer suchen will. Genau wie die Grünen. Aus Angst, irgendwann womöglich doch mal eine Entscheidung zu treffen geniert man sich ja sogar, überhaupt Forschung in dieser Richtung zu betreiben.

        In Sachen Atompolitik drückt sich die SPD um jedes Bisschen Verantwortung und hängt einfach permanent ihre Fahne in den jeweils herrschenden Wind. Jüngstes Beispiel dafür: Gabriel fordert im Ernst eine Volksabstimmung über eine Laufzeitverlängerung. Wann hat die SPD bitteschön jemals auch nur ein winziges Detail ihrer Atompolitik vom Volk abstimmen lassen, solange sie da noch was zu sagen hatte? Und kommt mir jetzt nicht mit „naja, jetzt ist man halt schlauer”. Das ist absolut lächerlich.

        • Frank on 22. September 2010 at 20:28

          @Jan: Die FDP wie ich sie erlebe, lautet: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

          • der_gute_don on 22. September 2010 at 20:50

            das sind doch leere parteipolitische Phrasen, unter Schröder wurden Verluste genauso „sozialisiert” wie unter Merkel. Die FDP steht da noch hinten an.

            Nehmen wir mal das jüngste Beispiel Opel, wer wollte den hier „sozialisieren”?

          • Nordstadt on 23. September 2010 at 07:47

            @DGD:
            angesichts dessen, dass die(se) SPD sich (leider) ein Modell Ampel weiterhin (teilweise) vorstellen kann, ist die FDP (indirekt) an (fast) jder Regierung beteiligt (gewesen).
            Insofern ist das Gerede davon, die FDP trüge keine Verantwortung, absurd.
            Aber Geschichtsklitterung ist nun mal keine stalinistische Erfindung.
            Autoritäre aller Couleur bedienen sich ihrer– je nach Gusto auch mal sehr vehement (Polizeistaat, Militärdiktatur usw.).
            Wenn Du das „intellektuelle” Grundmuster durchgehen läßt, dann mußt Du auch mit den Konsequenzen leben.

          • der_gute_don on 23. September 2010 at 09:21

            na, wer wirft denn da die ersten Steine …

            @NS
            die meisten wollten die vergangenen und zukünftigen Verluste von Opel „sozialisieren”, linke Parteien allen voran. Bei der linksradikalen Partei läuft es wegen des überzeugungsstringenten Wunsches möglichst viel zu verstaatlichen ja ohnehin früher oder später auf „sozialisieren” hinaus.
            Wir haben die vergangenen 20 Jahre ziemlich teuer die Verluste und Opportunitätskosten Deiner Lieblingspartei „sozialisert”.

            @Kalle:
            Herr Eichel, der Lehrer aus Kassel hat nebenbei bemerkt auch ziemlich viel privatisiert. Beispielsweise die Bundesdruckerei an ein Unternehmen, das seine Partei kurze Zeit später als Heuschrecke titulierte.

          • Kalle Kappner on 23. September 2010 at 13:58

            Privatisieren” ist ja nicht das Problem. Sondern die Sozialisierung der Kosten und Risiken privater Unternehmen. Und dass ich Brüderles Haltung in Sachen Opel stark fand, habe ich oft genug betont.

            Das ändert aber nichts daran, dass diese unseelige Praxis der Bankenrettung (und auch die Euro– und Griechenlandrettung waren nichts anderes als Bankenrettungen) von allen Parteien betrieben wurden, die FDP macht da keien Ausnahme. Die Linkspartei will diese Banken dann eben im Gegenzug zur Rettung direkt verstaatlichen (vergemeinschaften, vergesellschaften, was auch immer), die FDP bemüht lieber das alte Mantra „Der Staat kann’s nicht!” (außer wenn er retten soll ;)!)

          • Nordstadt @PLI on 23. September 2010 at 14:57

            @DGD:
            die Ablenkung ist Dir nicht gelungen. Vielleicht versuchst Du es mal mit stringentem Realitätsbezug.
            Aber zurecht ist die Abwicklung der DDR, ohne Scheuklappen betrachtet, eine Prequel zur sog. Bankenrettung. Auch die Abwicklung der DDR ließ Gewinne zu– aber nicht auf Seiten der Masse der BewohnerInnen der beiden Deutschlands.
            Vielleicht solltest Du Dich mal der ideengeschichtlich wertvollen intellektuellen Klassik widmen: nicht das Ergebnis steht fest, sondern der grundsätzliche Weg zur Erkenntnis (Hegel, Marx …).

          • Jan on 23. September 2010 at 22:07

            Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.”

            Aha. Das Fass ohne Boden namens HRE hat aber die SPD im Namen des Steuerzahlers aufgemacht und ich würde mal sagen, dass das von den Kosten her krasser ist, als alles, was die FDP in den letzten Monaten verbrochen hat. Und so richtig sehe ich ehrlichgesagt den Zusammenhang zwischen deinem Satz und z.B. der Brennelementesteuer auch nicht.

          • Rayson on 24. September 2010 at 00:07

            Dass der Mann wirr redet, sollte dir aufgegangen sein.

            Was man auf diesem Blog an (wirklich ernst gemeint) Gewinn aus Diskussionen mit Christian, Kalle oder Klaus-Henning zieht, kannst man mit einem einzigen Eingehen auf den wieder verlieren ;-)

          • Nordstadt on 25. September 2010 at 00:19

            @Rayson (und teilweise Jan):
            na, dann viel Spaß bei Eurem psychotherapeutischen Experiment– im Übrigen stammte das Zitat („Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren”) nicht von Kalle, Christian oder KHK, sondern von Frank.
            Naja, Neo… und Quellen– schwieriges Thema ;-)
            Und dass die(se) SPD (und die Grünen 7 Jahre mit) teilweise einen ähnlichen Mist verbockt (hat?) wie die CDU und die FDP, das macht es keineswegs besser. Vielleicht sind wir uns da mal einig, dass manche „Großmannssucht” (DDR-Abwicklung, HRE-„Rettung” und atomare Garantien) vor dem Fall kommt– und das Ausbaden besorgen im Regelfall Diejenigen am wenigsten, die den Bock geschossen haben.

          • Kalle Kappner on 25. September 2010 at 10:43

            Was die „Großmannssucht” angeht, gebe ich dir völlig recht! Wenn diese Großstaatssucht (Beispiel Kohl: „Blühende Landschaften”) einmal überwunden wird, dann werden wir auch nicht mehr auf den Kosten sitzenbleiben. Die FDP macht bei der Griechenlandgläubigerrettung und der Euro-Rettung genauso mit, wie alle anderen Parteien (bis auf die Linke), von daher ist das Zitat „Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren” schon in Ordnung in Bezug auf die FDP.

          • Rayson on 25. September 2010 at 10:56

            von daher ist das Zitat „Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren” schon in Ordnung in Bezug auf die FDP.

            Aber eben nicht, wenn es angeblich ein spezifisches Merkmal dieser Partei sein soll. Da zeigen dann doch drei Finger zurück auf den Bezichtiger.

          • Kalle Kappner on 25. September 2010 at 11:09

            Rayson, ihr Blog-Liberalen seid doch immer die ersten, die von der FDP als „sozialdemokratische Partei” reden ;). Dann müsst ihr auch mit den Konsequenzen leben.

            Ansonsten gebe ich dir aber recht. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der FDP.

  3. Frank on 21. September 2010 at 20:10

    Nicht nur die SPD, auch die FDP hat ein paar echte Knaller verbockt:

    Zitat von Bundesinnenminister Genscher, 1971:
    „Die Bundesrepublik hat.. mit dem Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel ein Endlager geschaffen, das nach vollem Ausbau die bis zum Jahr 2000 anfallenden etwa 250.000 Kubikmeter radioaktiven Rückstände sicher aufnehmen kann.„
    Quelle: Grüne, „Verscharrt in alle Ewigkeit”

    Ministerin Breuel gab nach derselben Quelle 1982 zu Protokoll:
    „Störfälle als Folge eines Zuflusses von Wasser– und Salzlösungen sind nach dem derzeitigen Kenntnisstand auszuschließen.”

    Welch eine bürgerliche Überheblichkeit!
    Das Lager für Millionen von Jahren ist bereits nach 40 Jahren Makulatur.

    • Rayson on 21. September 2010 at 20:20

      Bürgerlich umfasst dann wohl auch Dohnanyi und die SPD.

      • Frank (Frontmotor) on 23. September 2010 at 17:46

        @Rayson:
        Ja, bürgerlich heißt auch Dohnany. Auch Clement. Auch Schmidt. Aber nicht SPD allgemein.

  4. Frank on 21. September 2010 at 20:27

    Die Süddeutsche meldet, dass Röttgen Pläne für eine Privatisierung der Atommüllager vorantreibt. Er will das AtG so ändern, dass das Bundesumweltministerium seine Aufgaben auf private Dritte übertragen kann.

    Zitat SZ:
    „Frau Merkel verkauft Schritt für Schritt die Sicherheit der Bevölkerung an die Atomwirtschaft”, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel der SZ. So sei EWN-Geschäftsführer Dieter Rittscher „an maßgeblicher Stelle der Atomindustrie für die skandalösen Einlagerungen in der Asse mitverantwortlich”, so Gabriel. „Das ist Resozialisierung à la Merkel: Jene, die die Asse verbockt haben, dürfen in Gorleben weitermachen.”

    Nach den Banken helfen Merkel und Westerwelle jetzt der Atomwirtschaft aus der Klemme. Und das vor der Kulisse von Asse 2. Die sind eiskalt. Wer so provoziert, wird Sturm ernten.

  5. Christian Soeder on 22. September 2010 at 01:03

    Ein Lager für Millionen Jahre halte ich für unsinnig. 10.000 Jahre wären völlig ausreichend. Bis dahin sind die Menschen klug genug, den Müll in Kaviar umzuwandeln. ;-)

    Die Oberaufsicht könnte man dem Vatikan übertragen. Den gibt’s in 1.000 Jahren noch, Deutschland vielleicht nicht. :D

    • Frank on 22. September 2010 at 07:37

      Du hast recht: Die Hauptverwaltung von RWE in Essen wird ja auch „Wattikan” genannt ;-)

  6. Lasse on 23. September 2010 at 17:39

    Es gibt niemanden, der Atomkraft befürwortet. Es gibt nur Befürworter der Laufzeitverlängerung.

    • Kalle Kappner on 23. September 2010 at 20:10

      Stimmt nicht. Es gibt sehr wohl Menschen, die den Neubau von Atomkraftwerken und eine unlimitierte Verlängerung der Laufzeiten befürworten.

      • Nordstadt on 25. September 2010 at 00:37

        @Christian:
        der Hr. Moore hat Harrisburg „vergessen”- und die Sellafield-, Wackersdorf* (Erna Sielka und … ein jüngerer Mann, Alois Sonnleitner, 1986) und Cattenom-Toten.
        Und in Sachen Wasserkraft wirft er die kanadische Nebelkerze– weiß anscheinend nicht (?), dass schon sehr bald Wasserenergie aus Norwegen viele Energieversorgungs-Probleme hierzulande lösen könnte– siehe hier:
        Report Mainz– Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert

        *
        de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitungsanlage_Wackersdorf
        vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/akw-kkw-atomkraftwerk-cattenom.html
        usw.

  7. Frank (Frontmotor) on 10. November 2010 at 20:11

    Ha! Inzwischen ist das Thema „Endlager in Süddeutschland” auf der Agenda.

    Hätte nicht gedacht, das RSUG so eine Durchschlagskraft hat! :-)

    • Nordstadt on 10. November 2010 at 20:23

      @Frank:
      nur durch die RSS-feed-Verlinkung in meinem weltbekannten Blog ;-)

      • Frank (Frontmotor) on 10. November 2010 at 20:32

        Ah so — schönen Dank :-))

        Angeblich hält Schavan ja eine Endlagerstudie unter Verschluss, die Seehofer und Mappus das fürchten lehren. Und McAllister frohlocken lassen…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Facebook

Switch to our mobile site