Relaunch von SPD.de

Insider wissen es bereits länger: „SPD.de“ wird mal wieder renoviert. Dieses Mal ist es jedoch nicht nur eine Teilrenovierung, sondern eine Totalrenovierung. Man könnte auch sagen: Abriss und Neubau. Weg vom Verlautbarungsorgan, hin zum offenen Debattenplatz – so zumindest der Plan:

Deswegen wird es am 26. September 2010 auch keine fertige Internetseite geben, sondern nur der erste Aufschlag für das neue SPD.de online gehen. Wir werden danach Raum und Zeit für weitere Entwicklungen und Erweiterungen der Seite haben. Vielleicht wird sie nie ganz fertig sein, aber stets offen für neue Herausforderungen bleiben. Als tagesaktuelles Nachrichtenportal soll SPD.de nicht bloß Verlautbarungsplattform des Parteivorstandes sein, sondern ein lebendiges Abbild der Partei und ihrer Debatten
zeigen.
Die SPD möchte, dass die Menschen mit ihr über Politik und politische Konzepte diskutieren, auch im Internet. Nicht irgendwo versteckt in geschlossenen Communities, sondern auch auf der eigenen Homepage. Die SPD betritt damit Neuland. Keine andere Partei stellt ihre Internetseite in der Form zur Diskussion, sondern nutzt das Internet häufig noch immer zur (oft einseitigen) Information. Wir aber wollen Feedback, Meinung und Anregungen von den Bürgerinnen und Bürgern haben. SPD.de soll zu einer offenen, vielfältigen Internet-Plattform werden, auf der sozialdemokratische Themen tagesaktuell diskutiert werden können. Eine Plattform, auf der persönliches Engagement aufgegriffen und abgebildet wird.

Das klingt nach einem guten Plan. Damit würde das alte Konzept der Parteizeitung, die aus der Partei in die Öffentlichkeit hinein wirkt und auch von Nicht-Parteimitgliedern gelesen wird, neu belebt. Der „vorwärts“ schafft das leider nicht, „vorwärts.de“ bleibt weiter hinter meinen Erwartungen zurück. Leider, möchte ich hinzufügen. Vielleicht wäre sogar eine Verschmelzung von „SPD.de“ und „vorwärts.de“ sinnvoll? Es ist doch schade, dass der traditionsreiche „vorwärts“, immerhin eine der ältesten Zeitungen Deutschlands, es nicht schafft, wirklich Aufsehen zu erregen. Zu seinen Hochzeiten erschien er teils mehrmals am Tag! Heute nur noch einmal im Monat.

Aber, wie gesagt, das neue „SPD.de“ klingt gut. (Dass einer meiner Tweets im Erklär-PDF präsentiert wird, stimmt mich natürlich besonders milde.) Man wird sehen, was daraus wird.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

6 Gedanken zu „Relaunch von SPD.de“

  1. @Christian (Zitierung…):
    „Keine andere Partei…“
    na, dann bin ich aber gespant, auf wieviel Partei-Hauptseiten sich eure Gen. umgeschaut haben…
    In Untergliederungen, wie bei der SPD Nds. seit mehr als einem Jahr möglich, zumindest zu kommentieren (auch wenn dort sonst „tote Hose“ ist). „Meine“ SPD vor Ort wiederum ist so altbacken, dass sie weder Kommentar-Funktion(en) noch Foren kennt. Aber Frau Reimann lächelt doch so nett herab ;-)
    (gerade mal nachgeschaut- der neuste Artikel vom 18. August- aber die Kommentare sind mittlerweile möglich- oha- aber es kommentiert niemand- hehe, arme SPD, da ist sogar die kleine Linkspartei aktueller :-) … und der Vergleich im Bezirk/ Stadtteil: http://www.spd-bs-nordstadt.de/ naja- der neuste Artikel vom April- immerhin diesen Jahres ;-) )
    Ok, Christian, wenn ihr das wirklich gewuppt bekommt, das alles so fein im Web-2.0-Stil nach unten weiter zu reichen, dann kann abgesehen von Kai und Dir auch manch Anderer U30 noch etwas Interesse an dieser SPD bekommen, wenn nicht, dann werdet ihr auf Dauer 3. oder womöglich 4. Kraft.

    1. Ach, das „Keine andere Partei“-Zeugs ist doch das normale Politsprech. Dem Affen Zucker geben etc. Einfach ignorieren.

  2. Ach, die Braunschweiger… (Salzgitter rulez!) ;-)

    Also vom digitalen Ortsvereins-Schaukasten zur richtigen Seite, aber man merkt, dass die neue Agentur eher mehr Techniker als Designer sind. Wo ist die Farbwelt geblieben, wie man sie vom aktuelle SPD.de kennt oder von den unzähligen Print-Produkten?

    Ich sehe halt wieder die Gefahr von Textwüsten, wie man sie noch vom alten SPD.de kennt. Wieso schafft das WBH nicht mal mehr Videos zu schaffen, selbst wenn es nur 30-Sekünder sind, die aber besser wahrgenommen werden als ein 400-Wörter Sigmar-Statement.

    Aber erstmal ein guter Schritt, aber hoffentlich nicht der Letzte.

    P.S.: SPD.de und vorwärts.de verschmelzen? Da kann dir die Redaktion was erzählen… ;-)

    1. Stimmt schon, bunt geht anders; aber so wirkt es sehr seriös. Etwas mehr Farbe wäre vielleicht trotzdem ganz nett.

  3. Das Konzept für den Relaunch klingt vielversprechend. Spannend wir aber, wie die versprochene Interaktion und die Anbindung der Gliederungen in der Praxis funktioniert. Da bin ich schon mal gespannt.
    Außerdem bin ich jetzt schon neugierig, welche Unterstützung es für die Gliederungen geben wird, damit die an das neue CI anschließen können. In der Vergangenheit war das ja eher dürftig.

  4. Der Ansatz klingt schon mal wirklich gut.
    Mal schauen, was letztlich herauskommt, in der Vergangenheit haben mich die Online-Auftritte der SPD eigentlich immer enttäuscht.

    Ich würde es zudem begrüßen, wenn man mit http://www.SPD.de anfängt und später auch http://www.vorwärts.de und http://www.meineSPD.net komplett überarbeitet und in das neue Konzept integrieren würde.

    Ach ja, gibt es eigentlich noch andere, die die alten „@SPD-online.de“-Mailadressen verfügen? Die werden ja m.W. seit einiger Zeit auch nicht mehr herausgegeben.

Kommentare sind geschlossen.