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BILD: Eine unbequeme Wahrheit

4. September 2010
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Die „BILD” will „keine Sprechverbote” und postuliert deshalb „neun unbequeme Meinungen”, außerdem „die Fakten”.

Schön und gut. Aber, liebe „BILD”: wer „keine Sprechverbote” will und „unbequeme Meinungen” einfordert, ergo für Meinungsfreiheit und offenen Streit eintritt, sollte keinen Kasten basteln, der gewohnt zurückhaltend mit „UND SOLCHE DUMMEN SÄTZE KÖNNEN WIR NICHT MEHR HÖREN!” überschrieben ist. Und vor allem sollte man diesen Kasten nicht auch noch direkt neben die Forderung nach Meinungsfreiheit packen:

Meinungsfreiheit nach BILD

Bild: Bildschirmfoto „bild.de”; Bearbeitung: Christian Soeder

Die neue Definition von „Meinungsfreiheit” frei nach „BILD” geht ungefähr so: Meinungsfreiheit für die, die die Meinung der „BILD” vertreten. Alle anderen haben gefälligst die Fresse zu halten.


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11 Responses to BILD: Eine unbequeme Wahrheit

  1. Kalle Kappner on 4. September 2010 at 19:59

    Ich frage mich vorallem, wo hier jemals ein „Sprechverbot” oder eine Einschränkung der Meinungsfreiheit vorgenommen wurde. So, wie ich das beobachtet habe, durfte Sarrazin seinen Dreck in den letzten Wochen ungehindert überall vortragen. Die Zeitungen haben sich gradezu gerissen nach seiner Meinung.
    Und wenn jemand die Meinungsfreiheit für sich selbst zu Recht einfordert, dann hat er selbstverständlich auch zu akzeptieren, dass andere Menschen, die anderer Meinung sind, reagieren und ihre Meinung ebenfalls vortragen.

    • Christian Soeder on 4. September 2010 at 20:01

      Sarrazin hat mehr Meinungsfreiheit als Du und ich. Wir haben nur dieses kleine Blog zur Verfügung, Sarrazin hingegen „BILD”, „SPIEGEL” und überhaupt alle Zeitungen.

    • Steffen Voß on 4. September 2010 at 20:08

      Und er verdient auch noch ne Menge Geld damit…

      • Rayson on 4. September 2010 at 20:31

        Was natürlich das Schlimmste ist…

        • Nordstadt on 5. September 2010 at 19:39

          Rayson:
          für Dich bestimmt ;-)

  2. Rayson on 4. September 2010 at 20:41

    Die Frage ist aber nicht ganz unberechtigt. Es ist schade, dass man sie an der Person Sarrazin festmachen muss, aber die Praxis, Personen, die unliebsame Meinungen vertreten, als Person niederzumachen bis zur Entfernung aus ihren beruflichen Zusammenhängen, die ist — sagen wir mal: — wenig kompatibel mit einer allgemein akzeptierten Meinungsfreiheit. Sicher: Zur Meinungsfreiheit gehört es auch, andere Meinungen zu kritisieren, gerne auch massiv, polemisch und unfair. Aber sobald es das offensichtliche Ziel der Kritik ist, nicht die Positionen des anderen zu widerlegen, sondern ihn selbst zu erledigen, sollten wir etwas genauer aufpassen.

    Da sind dann schon noch Dinge passiert, die einen aufmerksam werden lassen sollten, angefangen von den öffentlichen Verurteilungen durch zwei der höchsten Repräsentanten des Staates bis hin zu der von ihnen wenig unauffällig geforderten beruflichen Konsequenz für den Querulanten. Ich sage „aufmerksam werden lassen”, denn dass Sarrazin in der Bundesbank nichts zu suchen hat, hätte einem schon vor dessen Berufung klar sein müssen — so gibt es genug Gründe, seine Entlassung gutzuheißen. Aber der Anlass ist bedenklich.

    Von per Zwangsgebühren bezahlten Tribunalen à la „Beckmann” mal ganz zu schweigen.

    Wo es in der Debatte schon so von Empfindungen und Empfindlichkeiten wimmelt: Der Eindruck, dass jemand mit einer vom offiziellen Mainstream abweichenden Meinung öffentlich an den Pranger gestellt wird und seiner Ämter und Mitgliedschaften verlustig geht, ist kein guter für Freunde echter Meinungsfreiheit. Zumal, wenn er gefühlsmäßig eine hohe Zahl der Bevölkerung hinter sich versammelt. „Stuttgart 21″ und die „Causa Sarrazin” sind sich da sehr ähnlich.

    • Christian Soeder on 5. September 2010 at 19:41

      Es ist schade, dass man sie an der Person Sarrazin festmachen muss, aber die Praxis, Personen, die unliebsame Meinungen vertreten, als Person niederzumachen bis zur Entfernung aus ihren beruflichen Zusammenhängen, die ist — sagen wir mal: — wenig kompatibel mit einer allgemein akzeptierten Meinungsfreiheit.

      Würden die Sarrazin-Verteidiger auch Linksautonome verteidigen, die nicht Lehrer werden dürfen, dann wäre das glaubwürdiger.

  3. Linksman on 5. September 2010 at 05:24

    BLÖD war dabei. BLÖD sprach zuerst mit der Leiche…
    Die B.-„Zeitung” (laut Günter Wallraff ist es gar keine ZEITUNG!) bedankt sich herzlich für solche unfreiwillige Werbung.
    Ein gewisser Herr Schröder tanzte Nachrichtenwalzer mit „B., BamS & Glotze”.
    Er brachte gewisse Hartz-Gesetze hervor (Namensgeber mittlerweile vorbestraft).
    Ein gewisses Wahlergebnis betrug 23 Prozent.
    Merkt mal was!

  4. Frank on 5. September 2010 at 07:23

    1. Sarrazin beklagt sinkenden intelligenz in deutschland. Da duerfen sich bild und diekmann durchaus angesprochen fuehlen. Allerdings als teil des problems, nicht der loesung.

    2. Sarrazin wird nicht fuer „abweichende meinung” kritisiert sondern fuer die abweichung vom grundgesetz, das diskriminierung verbietet. Wir wollen die fehler von weimar nicht wiederholen. Wer hierueber geschichtslos denkt, sollte sich politischer debatten vielleicht besser enthalten.

    3. Sarrazin wollte nur provozieren und damit aufmerksamkeit und geld verdienen, so wie das andere extremisten auch tun. Man koennte ihn auch beschweigen.

  5. jürgen on 5. September 2010 at 16:32

    irgendwie hab ich das gefühl, dass die „bild” uns in den nächsten tagen eine kostprobe ihrer macht zeigen wird!
    der vorstand der bundesbank hat sich entschieden.
    nun wäre wulff am zug ( der ja den vorstand gedrängt hatte etwas gegen sarrazin zu unternehmen ).
    aber wulff muß sich erst mit mutti beraten!
    und die entscheidungskraft von mutti kennen wir ja zur genüge!
    ich wage vorauszusagen: die bild wird den vorstand der bundesbank, den präsidenten, mutti und die spd (parteiausschluss) am nasenring vorführen!

  6. Beobachter on 6. September 2010 at 09:09

    Sarrazin hat es sogar geschafft, daß die zwangsweise von uns allen eingetriebenen PayTV-Gebühren für seine freie Meinungsäußerung verbraten werden. Denn nichts anderes geschieht seit einer Woche: Die ÖR machen mit ihren zahlreichen Talkshows und Nachrichtensendungen Werbung für sein Buch.

    Wie man da auch noch wegen vermeintlicher Meinungsunfreiheit aufschreien kann, erschließt sich wohl nur den Intelligenzbestien bei BILD.

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