Sarrazin schadet Deutschland. Ich mache das an folgenden Punkten fest:
- Sarrazin ruiniert den Ruf der Deutschen Bundesbank. Die Bundesbank galt als Inbegriff der Seriosität, als Garant der Stabilität. Der Grund für diesen Ruf: die Bundesbank ist unabhängig von der Politik, sie agiert selbstständig und autonom. Der Bundesbank-Vorstand ist quasi unantastbar. Das war und ist wichtig. Nur der Deutschen Bundesbank verdankt die „harte D-Mark” ihren Ruf. Es ist möglich, dass die Bundesbank ihre Autonomie im Zuge der Sarrazin-Debatte verliert und an die Fesseln der Politik gelegt wird. Damit wäre diese Institution nachhaltig beschädigt.
- Die notwendige Integrationsdebatte wird erschwert, wenn sie in derartiger Schärfe geführt wird. „Deutschland schafft sich ab”, eine härtere Aussage ist schwerlich möglich. Wie genau soll man darauf antworten? Wer dieser Meinung ist, der ist rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich.
- Es ist schlicht und ergreifend nicht wahr, dass bisher keine Debatte über Migration und Integration geführt worden wäre. Natürlich liegt einiges im Argen — aber man muss die Schuldigen auch einmal beim Namen nennen: wenn Politiker wie Roland Koch „gegen Ausländer unterschreiben” lassen und Jürgen Rüttgers „Kinder statt Inder” skandiert, dann bringt das die Sache nicht voran.
- Die Hauptprobleme, das gehört zur Wahrheit dazu, bereiten die Großstädte. Nur dort ist „Ghettobildung” möglich, in einer Kleinstadt hingegen passen sich Deutsche mit Migrationshintergrund mehr oder weniger schnell an. Das Hauptproblem ist dabei natürlich Berlin. Von Berlin auf Rest-Deutschland zu schließen ist jedoch intellektuell unredlich. (Berlin ist eh ein interessantes Pflaster. Wenn einmal etwas erfolgreich zu werden droht, aktuell der Tourismus, sind die Berliner dagegen.)
- Sarrazin spaltet. Wer die Gesellschaft in „wir” und „die” unterteilt, der will keine Integration, der will Ausgrenzung.
- Die Lösungsvorschläge, die Sarrazin vorträgt, sind, ich habe es bereits erwähnt, teilweise sozialdemokratisch und teilweise bereits Mainstream: Bildung ausbauen, mehr frühkindliche Bildung, Kita-Pflicht, Deutsch-Kurse. Es bleibt zu hoffen, dass diese guten und richtigen Lösungsansätze nicht sarraziniert, also kontaminiert wurden.
- Generell gilt: Sarrazin durchdringt die Thematik intellektuell nicht, zu der er sich äußert. Das zeigt seine „Juden-Gen-Aussage” exemplarisch. Er hat zwei oder drei Artikel in einer Fachzeitschrift oder einer Zeitung gelesen, nicht wirklich verstanden, was darin steht, glaubt aber, diese Argumente in einem Interview anbringen zu müssen.
- Sarrazin behauptet, er liebe den Staat, für den er sein Leben lang gearbeitet hat. Er begreift aber nicht, dass er eben diesem Staat schadet mit seinen sprachlichen Entgleisungen. (Oder er weiß es, nimmt es aber billigend in Kauf.)
Was ist „deutsch”, was ist „Deutschland”? Wie fremd wirkten die Sudetendeutschen auf die Oberbayern, auf die Franken? 10 Millionen Vertriebene kamen nach West-Deutschland nach 1945, mit völlig eigener Kultur, mit eigener Sprache — völlig mittellos. Was haben Siebenbürger Sachsen mit Badenern und Schwaben gemeinsam? Die Integrationsleistung damals war ungleich gewaltiger als die, vor der wir heute stehen. Was ist die Mehrheitsgesellschaft? Was hat die schwäbische Hausfrau von der schwäbischen Alb mit dem hanseatisch-kühlen Großbürger gemeinsam? Was haben sich Schützen, Angler und Rosenzüchter zu sagen? Wie passen Subkulturen in diese Thematik?
Gilt es nicht vielmehr, eine Debatte über abgehängte Schichten zu führen, unabhängig von der Herkunft?

In den letzten Jahrzehnten haben sich führende Sozialdemokraten Gedanken über die Problematik gemacht:
„Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen … Weder aus Frankreich noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen die Gesellschaften nicht. Dann entartet die Gesellschaft! … Es kann dazu kommen, dass wir überschwemmt werden.“ (Helmut Schmidt, 1992)
“Wenn wir uns weiterhin einer Steuerung des Asylproblems versagen, dann werden wir eines Tages von den Wählern, auch unseren eigenen, weggefegt. Dann werden wir zu Prügelknaben gemacht werden. Ich sage euch — wir sind am Ende mitschuldig, wenn faschistische Organisationen aktiv werden. Es ist nicht genug, vor Ausländerfeindlichkeit zu warnen — wir müssen die Ursachen angehen, weil uns sonst die Bevölkerung die Absicht, den Willen und die Kraft abspricht, das Problem in den Griff zu bekommen.” (Herbert Wehner 1982 in einer Sitzung des SPD-Parteivorstandes).
„Wir dürfen nicht mehr so zaghaft sein bei ertappten ausländischen Straftätern. Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: raus, und zwar schnell.“ (Gerhard Schröder, 1997)
Da wurde einiges deutlich radikaler ausgedrückt als Sarrazin es jemals tun würde.
Tja, bringst Du auch eigene Ansichten oder machen wir eine Runde Zitate-Bingo? Irgendwie amüsant. :)
Sicher ;-) Ich würde gerne zum vorletzten Absatz etwas schreiben.
Die Heimatvertriebenen, die aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und anderen Gegenden in Osteuropa nach (Rest-)Deutschland kamen waren Deutsche, sie sprachen die deutsche Sprache und konnten Deutsch lesen und schreiben, im Durchschnitt wohl nicht schlechter und nicht besser als die Deutschen in der Bundesrepublik oder in der DDR .
Sie hatten in Breslau, in Königsberg oder in Stettin deutsche Schulen und Universitäten besucht und sind in die evangelische oder katholische Kirche gegangen. Sie hatten Berufsausbildungen nach deutschen Ausbildungsplänen absolviert. Wer in Stargard Rechtsanwalt, Bilanzbuchalter oder Stenotypistin war, konnte diesen Beruf in Kiel gleich wieder ausüben.
Teilweise konnten sie in ihrem alten Beruf beim selben Arbeitgeber weitermachen (z. B. Reichsbahnbeschäftigte).
Sie waren mit den staatlichen Institutionen vertraut, ein Amtsgericht oder ein Rathaus hatte in Preußisch-Eylau — prinzipiell — dieselbe Funktion wie im Münsterland oder in Oberbayern.
Wer in Stettin oder in Königsberg vor der Zeit des Naziterrors in der SPD oder in der Gewerkschaft war, setzte diese Tradition nach 1945 — in der neuen Heimat — fort.
Sie heirateten in die Familien ihrer neuen Heimat ein und haben sich integriert und letztlich vollständig assimiliert (und zwar in der ersten Generation).
Je mehr wir über Sarrazin herziehen (als Community einer linksliberalen Plattform), desto größer wird die rechte Stammtischfront, die ihn verteidigen wird.
Zu 1.
Die Bundesbank kauft auf Anweisung der Politik Griechische Staatsanleihen zu überhöhten Preisen auf.
Das schade der Glaubwürdigkeit mehr als jede Äusserung von TS.
Zu 2.
Deutschland schafft sich ab ?
Ja bitte ! Deutschland muß verrecken damit wir Leben können.
In Deutschland ist Nationalismus ( solange es gegen die Amis und die Osteuropäischen EU Länder geht ) seit der Regierungszeit Schröders in der Politik wieder hoffähig.
Auch Hass gegen Schwule kann man äussern, solange das Ziel in der richtigen, neoliberalen Partei ist. Grund genug Deutschland abzuschaffen.
Warum machen wir den Laden nicht dicht ? Berlin könnte dann weiter seine Erfolgreiche Integrationspolitik machen, andere Bundesländer ihre.
Zu 3.
Ja, immer schön zur Integration bekennen. Und dann die eigenen Kinder auf eine Schule mit möglichst wenig „Ausländerkinder” schicken.
Die Bildungsdebatte auf das staatlich finanzierte Gratisstudium begrenzen, von dem vor allem die Kinder der Bildungsbürger profitieren, die hohe Zahl der Schulabbrecher ohne Abschluß und die nachlassende Qualität der beruflichen Bildung aber schön ignorieren.
Lieber Christian, das ist ein ziemlich ärgerlicher Blog-Beitrag.
Weil Du weiterhin nur über irgendwelche Unterstellungen redest, die andere Leute Sarrazin in die Schuhe schieben wollen, nun über angebliche Folgen dieser Unterstellungen redest — ohne die inhaltliche Debatte zu führen.
Ich habe weiterhin auch das Gefühl, daß Du das Buch überhaupt nicht gelesen hast.
> 1. Sarrazin ruiniert den Ruf der Deutschen Bundesbank.
Nein. Sein Buch hat mit der Bundesbank und ihrer Arbeit gar nichts zu tun, sie wird davon auch nicht beeinflußt — es sind nur einige unseriöse Sarrazin-Kritiker (an der Spitze Merkel), die die Situation mißbrauchen um Druck auszuüben.
> 2. Die notwendige Integrationsdebatte wird erschwert, wenn sie in derartiger
> Schärfe geführt wird.
Die Schärfe wird in erster Linie durch die hysterischen und haßerfüllten Beleidigungen der Sarrazin-Gegner eingeführt. Die polemische Zuspitzung seines Buchtitels liegt noch völlig im normalen Bereich, ansonsten sind seine Äußerungen überhaupt nicht scharf, sondern meist völlig unterkühlt (was ihm andere Gegner dann auch wieder vorwerfen).
> 3. Es ist schlicht und ergreifend nicht wahr, dass bisher keine Debatte über
> Migration und Integration geführt worden wäre.
Aber nur eine eingeschränkte. Bisher hat das Meinungskartell noch jeden Versuch abgewürgt, über die schwerwiegenden Probleme zu diskutieren.
> aber man muss die Schuldigen auch einmal beim Namen nennen
Die Schuldigen an der nicht stattfindenden Sachdiskussion sind die, die Debatten durch Diffamierung des Diskussionspartners abwürgen. Keiner der aktuellen Sarrazin-Gegner hat jemals eine seriöse Diskussion zum Thema geführt oder gar angestoßen.
Es ist richtig, daß Koch oder Rüttgers mit ihren Kampagnen das auch nicht gemacht haben — aber trotzdem sind sie nicht die Schuldigen an der Diskussionsverweigerung.
> Von Berlin auf Rest-Deutschland zu schließen ist jedoch intellektuell unredlich.
Wer tut das? Die zitierten Zahlen und Fakten sind m. W. immer auf Gesamtdeutschland bezogen.
Und Berlin scheint hier eine traurige Vorreiterrolle zu spielen. Die Integrationsprobleme treten dort offenbar früher und schärfer auf — aber sie beschränken sich nicht auf Berlin.
> 5. Sarrazin spaltet.
Nein. Bzw. nicht mehr als jede kontroverse Position. Die einen sind dafür, die anderen dagegen — das ist keine „Spaltung”, die schadet.
> Wer die Gesellschaft in „wir” und „die” unterteilt, …
Wo tut er das?
> 6. Die Lösungsvorschläge, die Sarrazin vorträgt, sind, ich habe es bereits erwähnt,
> teilweise sozialdemokratisch und teilweise bereits Mainstream
Fein. Wieso dann die Aufregung? Dann sollte man die einfach mal machen.
Ansonsten weiß ich nicht (weil ich das Buch auch noch nicht lesen konnte), ob das nun alle seine Vorschläge sind, oder ob er nicht auch Probleme aufzeigt, für die er keine Lösung weiß. Wäre ja auch nicht illegitim.
> 7. Generell gilt: Sarrazin durchdringt die Thematik intellektuell nicht,
> zu der er sich äußert.
Kann ich bisher nicht feststellen. Umgekehrt zeigt sich aber klar eine erschütternde intellektuelle Dürftigkeit bei vielen Kritikern — gerade die Interviewer oder die Fernseh-Diskussionpartner haben bisher ein unterirdisches Niveau gezeigt.
> Das zeigt seine „Juden-Gen-Aussage” exemplarisch.
Das war eine verkürzte Antwort als Nebenaspekt in einem Interview. Und diese vom Reporter gestellte Frage war auch völlig überflüssig, weil das mit Sarrazins Thesen überhaupt nichts zu tun hat.
Sarrazin hat seine Antwort anschließend ja präzisiert, und zwar recht überzeugend.
Im übrigen: Ich stimme Dir zu, daß Sarrazin manchmal unpräzise formuliert oder Zahlen nicht im richtigen Kontext verwendet. Das sind dann Fehler, die man sachlich aufzeigen und widerlegen kann. Ein paar Fehler sind normal, wenn sie für die These wesentlich wären, wäre die These entkräftet. Wenn es zu viele sind, wäre das Buch entwertet.
Aber diese Fehlerdiskussion findet nicht statt. Bisher hat kein Sarrazin-Gegner auch nur versucht, konkrete Punkte zu widerlegen.
> Er begreift aber nicht, dass er eben diesem Staat schadet mit seinen sprachlichen
> Entgleisungen.
Dem Staat schaden nicht angebliche oder tatsächliche Entgleisungen — dem Staat schaden Leute, die nicht willens sind, eine kontroverse Diskussion unter Demokraten zu führen. Die derzeitige Inszenierung einer Haßwelle gegen Sarrazin ist ein Tiefstpunkt der Gesprächskultur im Lande.
Und führt zu einer wirklichen und gefährlichen Spaltung der Gesellschaft: Ein großer Teil der Bevölkerung (wahrscheinlich sogar die Mehrheit) befürwortet Sarrazins Thesen, sein Buch ist ein Bestseller — und die politische Klasse ist nicht in der Lage, argumentativ darauf zu reagieren. Damit bleibt bei der Bevölkerung der Eindruck, daß hier jemand als Person platt gemacht werden soll, weil er unbequeme Wahrheiten sagt. Was immer also an Sarrazins Thesen falsch sein könnte — es wird noch bestätigt durch die Reaktion der Gegner.
Und das wird noch verstärkt, wenn der Mob nun auch die Redeauftritte Sarrazins verhindet: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714830,00.html
So geht die Demokratie den Bach runter durch die undemokratischen Aktionen von Leuten, die sich als Verteidiger von Grundrechten gerieren.
> Was ist „deutsch”, was ist „Deutschland”?
Das ist m. E. gar nicht Sarrazins Thema. Sonst würde er nicht diverse Einwanderergruppen positiv hervorheben, die Bildung und Berufserfolg besser auf die Reihe kriegen als die Muslime.
> Die Integrationsleistung damals war ungleich gewaltiger als die, vor der wir heute stehen.
Kann man so sehen — aber klar ist, daß die Zuwanderer damals unbedingt bereit waren, sich zu integrieren.
Wenn dieser Wille fehlt, ist das ein zentrales Problem. Und genau das ist das große Tabu in der Migrationsdebatte.
Wenn man mal die Frage außen vor läßt, ob Sarrazins Buch und seine Äußerungen wirklich so anstößig sind, so muss man doch feststellen, dass er als Bundesbankvorstand so etwas nicht tun sollte.
Die führenden Leute bei der Bundesbank haben sich traditionell immer ein hohes Maß an Zurückhaltung und Seriosität auferlegt. Das ging so weit, dass sie früher in der Öffentlichkeit nur dunkle Anzüge trugen.
Sarrazin verstößt massiv gegen diese Grundsätze. Ein Mann in seiner Position kann sich so kontroverse Äußerungen einfach nicht leisten. Wäre er z. B. noch irgendwo Innenminister oder Parlamentarier, so sähe die Sache ganz anders aus.
Entlassen wird man ihn nicht können, da sind sich die Arbeitsrechtler einig. Die wahrscheinlichste Lösung: Man wird ihm alle Aufgabenbereiche entziehen, dann wäre er Bundesbankvorstand ohne Geschäftsbereich. Oder man gibt eine symbolische Zuständigkeit mit demütigendem Charakter (Gestaltung der Banknoten und Münzen o. ä.).
Als hätte es alle Erfahrungen des zwanzigsten Jahrhunderts nicht gegeben: Im Innersten seines Buches hat Thilo Sarrazin eine vulgärdarwinistische Gesellschaftstheorie versteckt. Der Autor verschleiert die Terminologie und geht fahrlässig mit seinen Quellen um.
http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E0439B949FC414E4BA0BD30FDB27317FD~ATpl~Ecommon~Scontent.html
@some:
wo wäre hier „Haß” gegenüber Hr. S.?
Inwiefern bzw. wieso sind bei Hr. S. „Fehler” verzeihlich und bei anderen nicht?
Kann so jemand, dessen Außensicht wahrscheinlich durch Amtswaltungs-Scheuklappen eher beschränkt sein wird, sich zu gesellschaftlichen Problemen äußern können?
Es geht nicht darum, dass er es nicht dürfte– sonst wären D. Bohlens Bücher angesichts gnadenloser Dumpfheit verboten– sondern darum, ob Hr. S. überhaupt in der Lage ist, Sachverhalte außerhalb seines begrenzten finanzpolitischen Horizonts zu erörtern (siehe seine fiskalen Fehler bzgl. Privatisierungen, die auch auf sein „Konto” gingen), denn jemand, der bei den Stichworten Juden und Gene nicht hellhörig bzw. nachdenklich wird, sondern einfach wild drauf los plappert, der wäre doch eher weniger ernst zu nehmen, wenn es um schwierigere Fragen geht.
Ich habe heute Abend einen Parteifreund davon überzeugt, dem Hr. S. bzw. dessen Verlag den Gewinn, die diese aus seinem Kauf des „Deutschland…”-Buches gezogen hätten, zu verweigern.
Aber wer sich unbedingt eine Schwarte auf Niveau eines D. Bohlen kaufen will, dem sei es gegönnt, sein/ ihr Geld vortrefflich verbrannt zu haben. Buchhandlungen sollten D. Bohlen’s „Bücher” mit Hr. S.’ „Buch” im Eichenlaub-Schuber anbieten als Sonderedition ;-)
Ralf Stegner hat es treffend ausgedrückt: Kein Mensch braucht einen Sarrazin, der erst Tabus erfindet um sie dann „mutig” zu brechen. Die Integrationsdebatte ist längst viel weiter. Das, was wir hier beobachten ist einfach nur eine Reaktion derjenigen, die von den Entwicklungen um sie herum überfordert sind. Dann wird eben die Welt radikal vereinfacht. Man sucht sich ein paar wenige erklärende Variablen (Gene, Kultur, Religion) und behauptet, sie würden die Welt erklären. Dabei erklären sie kaum etwas. Die Realität ist viel komplexer.
Gegen schlichte Weltbilder anzukämpfen ist mühsam. Aber man kann zumindest versuchen, zu verhindern, dass die Schlichtdenkenden ihre Weltsicht dem Rest der Menschheit aufzwingen.
Typisch konservativ, eigentlich nichts besonderes. Eigentlich. Hier allerdings kommt noch der Rückgriff auch Denkmuster der Rassentheorie und ähnlichem üblen Zeug dazu.
Erste Erfolge gegen Sarrazin: http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1387129/Haus-der-Kulturen-laedt-Thilo-Sarrazin-aus.html
Kein Podium für Rassisten!