Spenden sind gut, Steuern noch besser

40 US-Milliardäre wollen ihr halbes Vermögen für wohl­tä­tige Zwecke spenden. Und hey: das finde ich gut. Ganz schnör­kel­los. Eine gute Sache.

In Deutschland gibt es eben­falls spen­da­ble Reiche, aber leider nicht so viele wie in den USA. Mehr Umverteilung tut not, wenn man mehr Gleichheit errei­chen will. Deshalb braucht man die progres­sive Einkommensteuer, eine ange­mes­sene Vermögensteuer und hohe Erbschaftsteuern. Denn, wir alle wissen: leis­tungs­lo­ser Wohlstand führt zu spät­rö­mi­scher Dekadenz. Und was könnte leis­tungs­lo­ser sein, als ein riesi­ges Vermögen zu erben?

PS: Manfred Messmer, ein wert­kon­ser­va­tiv-libe­ra­ler Schweizer der alten Schule, hat es weitaus besser formu­liert als ich selbst.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

21 Gedanken zu „Spenden sind gut, Steuern noch besser“

  1. Die Spenden haben den Vorteil, dass sie zweck­ge­bun­den gewis­sen Projekten zugute kommen. Steuern landen im Staatshaushalt und werden mal mehr mal weniger sinn­voll ausge­ge­ben, z.B. für Resonanzstudien.

  2. > Denn, wir alle wissen: leis­tungs­lo­ser Wohlstand führt zu
    > spät­rö­mi­scher Dekadenz.

    Wieso maßt Du Dir an, über das Eigentum und die Wünsche anderer Menschen zu bestim­men? Die Eigentümer dürfen ja wohl FREI entschei­den, was sie mit Ihrem Eigentum machen wollen. Der Staat langt schon kräftig genug zu.

    Gott sei Dank gibt es Sozis, Experten die genau durch­bli­cken was Leistung ist und was nicht — die werden die faulen Sauhunde schon erzie­hen und enteig­nen! Notfalls mit staat­li­cher Gewalt.

    In meinen Augen einer der fiesen Charakterzüge der mensch­li­chen Natur — Neidkultur.

    1. @Don:

      Der Staat langt schon kräftig genug zu. Ja, bei den Normalverbrauchern.

      Die Leute, die Christian meint, zahlen in Deutschland keine Steuern. Manche sogar ganz legal.

    1. Das ist wohl eindeu­tig zu kurz gesprun­gen.

      Als Beispiele werden wenige Superreiche heran­ge­zo­gen und in der deut­schen Praxis müssen Kinder das Haus Ihrer Eltern verkau­fen wenn sie erben.

      Ganz ehrlich: Warum nicht einfach mal um das eigene Leben kümmern, statt darüber zu lamen­tie­ren, welchen Leuten man das Eigentum enteig­nen will?

      Tschuldigung, der Beitrag geht gar nicht.

      1. „Als Beispiele werden wenige Superreiche heran­ge­zo­gen und in der deut­schen Praxis müssen Kinder das Haus Ihrer Eltern verkau­fen wenn sie erben.”

        Der Erbfreibetrag für Kinder liegt bei 400.000 Euro. Das ist in Ordnung so.

          1. Kinder oder – im Falle ihres Vorversterbens – Enkel sind unter den glei­chen Voraussetzungen wie Ehegatten oder Lebenspartner bezüg­lich eines von ihnen ererb­ten bebau­ten Grundstücks von der Erbschaftsteuer befreit, wenn sie die Selbstnutzung unver­züg­lich aufneh­men und –als zusätz­li­che Bedingung- die Wohnfläche der Wohnung 200 Quadratmeter nicht über­steigt (§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG)

            http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschaftsteuer_in_Deutschland#Vererbung_an_Kinder

          2. „unver­züg­lich aufneh­men” und sie x-Jahre selbst bewoh­nen. Ansonsten gibts eine Nachbesteuerung. Wenn kümmert schon Deine indi­vi­du­elle Lebensplanung?

            Tut mir leid, solche Auflagen finde ich einfach nur frech.

  3. „Denn, wir alle wissen: leis­tungs­lo­ser Wohlstand führt zu spät­rö­mi­scher Dekadenz. Und was könnte leis­tungs­lo­ser sein, als ein riesi­ges Vermögen zu erben?”

    Milton Friedman erzählt mir da ja etwas ganz anderes. Nach ihm ist ein Erbe gleich­zu­set­zen mit einem ange­bo­re­nen Talent — ein Glücksfall, genau wie ein Lottogewinn oder das Talent, gut singen zu können (und damit even­tu­ell ein Vermögen zu machen). Ich hatte mit einem Freund vor ein paar Wochen eine inter­es­sante Diskussion darüber. Wir sind uns einig gewor­den, dass es kein objek­ti­ves Kriterium gibt, sondern dass man sich behel­fen muss, indem man den „gesun­den Menschenverstand” des Volkes als Kritierium nimmt (wenn­gleich das höchst proble­ma­tisch ist!). Und der sagt: Wir nehmen ihm nicht das ganze Erbe. Aber wir schöp­fen einen großen Teil ab.

    1. ok, langsam erkenne ich die „früh­rö­mi­schen” Tendenzen …

      Gegenfrage: Ist Umverteilen nicht leis­tungs­lose Aneignung von Wohlstand?

      1. @DGD:
        wenn es nicht die Anerkennung von Eigentum (cf. Art. 12, 14 GG iWdrspr zu Art 1415 GG) gäbe, für die (fast überall) der Staat garan­tiert, mit PolizistInnen, StaatsanwältInnen und RichterInnen (usw.)- dann würden sich die Leute nehmen, was ihnen sowieso gehört (sinn­ge­mä­ßes Zitat: TonSteineScherben)- auch Dein badi­sches Luxus-Reihenhaus mit >200qm.
        Achja, jetzt muß schon erklärt werden, WOFÜR Steuern gezahlt werden? Oder „… sein Gebrauch soll auch der Allgemeinheit dienen…”
        Nö- DGD- auf Dein Niveau sinke ich jetzt mal nicht herab :-)
        Kannst es mal nach­le­sen, wenn Du Dir den Geifer abge­wischt hast- z. B. bei dejure.org … Apropos die empfoh­lene Website ist garan­tiert „Kommunisten-frei” ;-)

        1. schon gut @nordie-baby, meine juris­ti­sche Ausbildung ist sicher­lich etwas fundier­ter als Deine.

          Es ist eigent­lich ganz einfach, ohne Eigentumsrechte kann es keine Freiheit geben. Aber das wäre ja ohnehin nicht in Deinem Interesse.

  4. Weshalb braucht man die progres­sive Einkommensteuer, eine ange­mes­sene Vermögensteuer und hohe Erbschaftsteuern ?
    Und wer bezahlt sie am Ende ?

    Ich kann mich noch gut an den Aufschrei erin­nern, als z.B. Gloria von Thurn und Taxis Kunstgegenstände in England verstei­gern ließ um die Erbschaftssteuer aufzu­brin­gen.
    Sie hätte natür­lich auch die eine oder andere Firma an Heuschrecken verkau­fen, oder Mitarbeiter entlas­sen können um mit den einge­spar­ten Lohnkosten die Steuer zu bezah­len.

    Zu den Betroffenen von hohen Einkommensteuer, eine ange­mes­sene Vermögensteuer und hohe Erbschaftsteuern zählen die großen Vermögen nicht wirk­lich.
    Oder zahlen die großen Industriekonzernen mit denen die SPD und die Gewerkschaften so schön verban­delt sind Vermögenssteuer ?
    Zahlen ihre Besitzer — in den meisten Fällen Versicherungen, Banken, Städte und Gemeinden und private Kleinanleger — Vermögens und Erbschaftssteuer ?

    Das soll kein Konzernbashing sein. Macht euch keine Illusionen. Höhere Steuern bedeu­tet nur das ein größe­rer Teil der erar­bei­te­ten Wirtschaftsleistung vom Staat umver­teilt wird.
    Diese Wirtschaftsleistung wird von uns allen erar­bei­tet, egal ob wir in einem Konzern oder bei einem Superreichen beschäf­tigt sind…
    … wobei Konzernen nicht wirk­lich von Vermögens- und Erbschaftssteuern betrof­fen sind.

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