Monthly Archives: August 2010

Video: Kein Platz für Thilo Sarrazin

31. August 2010
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Andrea Nahles bringt es im Videoblog inhaltlich ziemlich gut auf den Punkt, warum Thilo Sarrazin in der SPD keinen Platz mehr hat. Technisch ist das Video leider ausnehmend schlecht gemacht. Man schneidet den Kopf nicht über der Schulter ab, das sieht schlicht und ergreifend bescheuert aus. Die Rhetorik ist maximal auf Landesparteitagsniveau. Das muss besser werden. Sei’s drum, hier das Video:

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Sarrazin schadet Deutschland — offene Fragen

31. August 2010
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Sarrazin schadet Deutschland. Ich mache das an folgenden Punkten fest: Sarrazin ruiniert den Ruf der Deutschen Bundesbank. Die Bundesbank galt als Inbegriff der Seriosität, als Garant der Stabilität. Der Grund für diesen Ruf: die Bundesbank ist unabhängig von der Politik, sie agiert selbstständig und autonom. Der Bundesbank-Vorstand ist quasi unantastbar. Das war und ist wichtig. Nur der Deutschen Bundesbank verdankt die „harte D-Mark” ihren Ruf. Es ist möglich, dass die Bundesbank ihre Autonomie im Zuge der Sarrazin-Debatte verliert und an die Fesseln der Politik gelegt wird. Damit wäre diese Institution nachhaltig beschädigt. Die notwendige Integrationsdebatte wird erschwert, wenn sie in derartiger Schärfe geführt wird. „Deutschland schafft sich ab”, eine härtere Aussage ist schwerlich möglich. Wie genau soll man darauf antworten? Wer dieser Meinung ist, der ist rationalen Argumenten nicht...

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Erklärung des Präsidenten des ZdK, Alois Glück, zu den Äußerungen von Thilo Sarrazin

30. August 2010
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Das Menschenbild von Thilo Sarrazin und seine Thesen treffen uns alle und fordern unseren entschiedenen Widerspruch. Unsere freiheitliche Demokratie ermöglicht solche Meinungsäußerungen, sie sind aber im Stil und Inhalt ein Spiel mit den Ängsten und geistige Brandstiftung. Deshalb ist Widerstand und Auseinandersetzung notwendig. Von seinen Positionen sind nicht nur die Migranten betroffen, sein Menschenbild trifft uns alle. Es stellt die Grundlagen unserer humanen Gesellschaft infrage. Die Basis der Argumentation von Sarrazin ist das Erbgut, eine Reduzierung des Menschen auf seine Biologie. Danach werden sie in erwünschte und unerwünschte, brauchbare und unbrauchbare sortiert. Solches Denken war und ist die Grundlage eugenischer Debatten mit einer eigenen Dynamik, bis hin zu den Euthanasieprogrammen. Als Christen sind wir besonders herausgefordert, solchem Denken entschieden Widerstand zu leisten und die Folgen solcher Werturteile zu benennen....

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Sarrazin: Ratio ist nicht alles

30. August 2010
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Die Sarrazin-Verteidiger sagen ja gerne: er argumentiere so stringent, so kühl. Und seine Gegner hingegen, die seien doch gar zu emotional, Fakten oder vermeintliche Fakten würden nicht gesehen. Man müsse über alles wissenschaftlich reden, ökonomisch rangehen, die Fakten genau betrachten, Fakten und Tatsachen können schließlich nicht schmerzen, und wenn sich jemand davon verletzt fühlt, naja — Pech. Die „Gutmenschen” sind eben gar zu simpel. Alles Unfug. Ratio ist nicht alles. Wer Menschen rein nach ihrem ökonomischen Nutzen bewertet, der verabschiedet sich von Demokratie und Aufklärung. Ein Mensch ist aus sich selbst heraus Mensch, nicht qua Abstammung, Titel, Amt oder Stellung. Ein Mensch ist ein Mensch — ein Mensch. Sich von diesem Grundkonsens zu verabschieden, das heißt, Tür und Tor weit aufzumachen für die Unmenschen mit dem Rechenschieber, die mit...

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Nachdenken über Sarrazin

29. August 2010
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Was mich an Sarrazin am meisten ärgert, das wird mir gerade klar: seine Schlussfolgerungen aus seinen Beobachtungen und Annahmen finde ich zu großen Teilen richtig, nämlich: Kita-Pflicht für alle Kinder ab dem dritten Lebensjahr, Deutsch-Pflicht, Ganztags– und Gemeinschaftsschulen, alle fördern, die hier leben. Der Schlusssatz im „Welt am Sonntag”-Interview fasst mein Unbehagen zusammen: Im Bildungsteil meines Buches vertrete ich ein rigides Programm, das bürgerliche Wähler bestimmt für den endgültigen Tod der Familie halten. Aber keiner kann sagen, dass das nicht sozialdemokratisch wäre. Das gleiche gilt für die Armutsbekämpfung. Da entwerfe ich doch genau ein Szenario, das den Arbeitslosen den Einstieg in die Arbeitswelt und sozialen Aufstieg ermöglichen soll. Das ist sehr sozialdemokratisch. Und Sie werden nirgendwo die Forderung finden, irgendjemanden, der schon hier ist, abzuschieben, wie das andere Parteien...

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