Kinderhymne


Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erblei­chen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbes­sern
Lieben und beschir­men wir’s.
Und das liebste mag’s uns schei­nen
So wie andern Völkern ihrs.

Bert Brecht

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

Ein Gedanke zu „Kinderhymne“

  1. Das wäre eine schöne Nationalhymne.

    Und sie fordert gera­dezu heraus, Schabernack mit ihr zu treiben:

    Durch eure Armut sparen wir, ihr Kühe
    Mit Leidenschaft und mit Verstand
    Für euch gibt’s nur noch Dosenbrühe
    im schönen deut­schen Schland

    Auch die anderen Verse bieten sich an, um sie an die Realität anzu­pas­sen.

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