10 Gedanken zu „Erstaunlich!“

  1. @Christian:
    ja, beson­ders nach der Lektüre von:
    „(…) Bis Merkel kam. Sie verteilte Milliarden unter Ärzte und Kliniken, und die SPD in Person von Ulla Schmidt verteilte eifrig mit. Seit 2005 stiegen die Ausgaben von 144 Milliarden Euro auf derzeit knapp 174 Milliarden Euro. 30 Milliarden Euro mehr, ohne dass sich in Praxen oder Kliniken etwas gebes­sert hätte. Dafür sind die durch­schnitt­li­chen Bruttoeinkommen der Ärzte gestie­gen, von 126.000 Euro im Jahr 2003 auf 164.000 Euro im laufen­den Jahr laut dem Spitzenverband der gesetz­li­chen Kassen. (…)”

    1. Ja. CDU/CSU wollten ja keine Bürgerversicherung. Der Kompromiss „Gesundheitsfonds” ist eben genau das: ein Kompromiss. Nix Halbes, nix Ganzes.

        1. Es gab etliche SPD-Vorschläge mit Einsparpotenzial. Weitgehend an der Apotheker- und Pharma-Lobby in der Union geschei­tert.

          1. Konzept „Bürgerversicherung” ist nunmal mehr als Einnahmen-Veränderung. Einfach mal infor­mie­ren. Habe hier schon einmal diverse Links hinter­legt.

    2. > durch­schnitt­li­chen Bruttoeinkommen der Ärzte gestie­gen, von
      > 126.000 Euro im Jahr 2003 auf 164.000 Euro im laufen­den Jahr
      > laut dem Spitzenverband der gesetz­li­chen Kassen.

      *haha* — die Statistik will ich sehen.

      Bei den meisten Klinikärzten, die ich kenne, kannst Du übri­gens von 70h die Woche ausge­hen. Keine 38h-Woche. Als ehrli­ches Maß wäre hier der Stundenlohn inter­es­sant.

      Gehen wir mal von den unwahr­schein­li­chen Fall aus, daß diese Zahl stimmt: 164.000 Euro geteilt durch (46 Wochen mal 70h) ~ 50 Euro die Stunde. Ein guter Malermeister nimmt 45 Euro die Stunde.

      Abgesehen davon kenne ich keinen Arzt unter 38 der mehr als 70k verdient, da wäre dann der Stundenlohn:
      70.000 Euro geteilt durch (46 Wochen mal 70h) ~ 22 Euro die Stunde.

      Mal als Relation einer arbeits­tei­li­gen Gesellschaft, solche (mir bekannte) Ärzte müssen also zwei Stunden arbei­ten um sich eine Stunde Malermeister leisten zu können. Und genau hier liegt das Effizienzproblem unserer Gesellschaft. Wir sollten hoch­qua­li­fi­zier­ten Arbeiten Anreize schaf­fen, das Gegenteil ist der Fall.

      1. Klinikärzte verdie­nen zu wenig. Stimmt. Das Zauberwort ist hier das „durch­schnitt­li­che Bruttoeinkommen”. Denn Spezialärzte, Ober- und Chefärzte verdie­nen zuviel. Hier muss man anset­zen.

        1. @Christian:
          genau- erst recht die AIP, die Azubis, KS und KShlf.- alle, die nicht mit Titeln ausge­stat­tet sind, machen die alltäg­li­che Arbeit, die z. größten Teil mindes­tens so wichtig ist wie die der „Chefärzte”.

      2. im Übrigen ist die Ausbildung der „Hochqualifizierten” sehr lang, da fehlen mal einige Jahre Erwerb im Vergleich.

        Dazu kommt, das unser Gesundheitssystem bis zum Facharzt (nach Studium also 1 Jahr PJ, dann AIP, dann nochmal 3 Jahre) die jungen Mediziner erstmal kräftig in die Pflicht nimmt, Ihre Ausbildungskosten in Form sehr (!) nied­ri­ger Löhne an den Kliniken abzu­ar­bei­ten. Da sind wir übri­gens sehr schnell bei ~11 Euro Stundenlohn für einen knapp Dreissigjährigen.

        Bin selber kein Arzt, aber dieses Arzt-Bashing kann einem ziem­lich auf den Keks gehen. Wirklich schwach­sin­nig sind die kompli­zier­ten Krankenkassenabrechnungssysteme und die zahr­lei­chen sinn­lo­sen Krankenkassen. Da Ärzte für Sprechstunden pro Patient pro Quartal ein Fixum von 24 Euro kassie­ren, was machen die? Richtig jede­menge Tests an Geräten, die kann man nämlich extra abrech­nen kann. Noch nie aufge­fal­len, das jeder Arzt jetzt immer sofort Eingangsuntersuchungen, Blutdruckmessungen, Blut zapfen, Röntgen, sehtests etc.pp machen möchte? Tolles Prinzip, Ineffizienz pur, den die Versorgung verbes­sert sich nicht, die Kosten des Systems bleiben gleich bzw. steigen wegen demo­gra­phi­scher Faktoren und neuen moder­ne­ren aber eben auch kosten­in­ten­si­ve­ren Behandlungsmethoden.

        Und klar ‑um beim Sternartikel zu bleiben- andere Länder über­neh­men die Versorgungskosten der Geringverdiener. Deren Versorgung sollte man aber nicht mit der deut­schen verglei­chen.

        Musste nicht neulich eine Krankenkasse in D‑Dorf dicht­ma­chen, weil wenige Patienten mehr Kosten verur­sach­ten als Mitgliedsbeiträge rein­ka­men?

        Wer kann sich da denn über stei­gende Kosten für die Solidargemeinschaft beschwe­ren?

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