Wulff: Bundespräsident von Gysis Gnaden?

Der schwarz-gelbe Bundespräsidentenkandidat Christian Wulff ist im ersten Wahlgang klar geschei­tert: maximal 600 von 644 schwarz-gelben Wahlleuten stimm­ten für Muttis Liebling. Der rot-grüne Kandidat Joachim Gauck konnte 499 Stimmen erzie­len, das sind 39 mehr, als Rot-Grün Wahlleute hat. Luc Jochimsen, die Kandidatin der Linkspartei, erhielt 126 Stimmen. Die abso­lute Mehrheit dieser Bundesversammlung liegt bei 623 Stimmen. Das bedeu­tet: hätten die Wahlfrauen und Wahlmänner der Linkspartei geschlos­sen für Gauck gestimmt, dann wäre Joachim Gauck im ersten Wahlgang mit 625 Stimmen gewählt worden. Falls Wulff nun im zweiten Wahlgang gewählt werden sollte, dann darf er sich als Bundespräsident von Gysis Gnaden betrach­ten. Am Ende des Tages hätte dann die Linkspartei die Regierung Merkel geret­tet — schwarz-gelb-dunkel­rot, das Bündnis der Zukunft?

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

7 Gedanken zu „Wulff: Bundespräsident von Gysis Gnaden?“

  1. Extrem pole­misch.

    Aber im Prinzip stimmt die Aussage: Die Linkspartei mit ihrer kompro­miss­lo­sen Haltung stabi­li­siert den rechts­de­mo­kra­ti­schen Blog.

    1. @RA:
      für Christian ist bedin­gungs­lose Unterwerfung in bestimm­ten Fragen anschei­nend Teil des Kräftemessens im Parteien-Staat- wie wenig das auch mit Demokratie, Kompromiß und ggf. Konsens-Findung zu tun hat.

      Christians Ansatz, jeden Linkspartei-Pfurz zu einem Orkan aufzu­blä­hen, amüsiert mich ledig­lich, das riecht doch zu sehr nach Stromlinie und Jubel-Persertum, um wirk­lich ernst genom­men zu werden.

      Inwieweit ein (erst im dritten Wahlgang) gewähl­ter … die Hornissen-Koalition gefähr­det oder nicht, ist rein speku­la­tiv.

      Genau wie Gaucks Sätze „über junge Abgeordnete der Linkspartei, denen die Demokratie wichtig” sei (Interview gestern, sinn­ge­mäße Wiedergabe)- am Ende ist das Prinzip dahin­ter so peinsam wie offen­sicht­lich- divide et impera („Teile und herr­sche”).

  2. Aber Christian hat doch recht: Die Linkspartei stabi­li­siert lieber diese Gurkentruppe als mit ihrer SED-Vergangenheit zu brechen.

    Fortan sind es CDU/CSU und FDP, die ihre Karrieren mit denen der Nachfolgepartei der SED verknüpft haben. Das ist der eigent­li­che Skandal und die Sensation des heuti­gen Tages.

    1. @ Frank:
      (Anm.: wenn Du auf mich antwor­ten woll­test, äwre es nett, mich auch anzu­spre­chen…)
      „Aber Christian hat doch recht: Die Linkspartei stabi­li­siert lieber diese Gurkentruppe als mit ihrer SED-Vergangenheit zu brechen.”
      Inwiefern wird irgend etwas stabi­li­siert?
      Wer wurde nochmal gewählt? Der/ die zukünf­tige Bundeskanzler/in oder wie? Oder war es die Abstimmung um den Mindestlohn (wie 2006)?
      Ehe der Achselgeruch des Anderen bemän­gelt wird, sollte „man” nach­se­hen, ob die eigene Schei*e am Schuh schon fest getrock­net ist.

      „Fortan sind es CDU/CSU und FDP, die ihre Karrieren mit denen der Nachfolgepartei der SED verknüpft haben. Das ist der eigent­li­che Skandal und die Sensation des heuti­gen Tages.”
      Naja, diese Sensation ist für Dich eine ;-)
      Zumindest die CDU/SU hat sich bestimmt nicht geär­gert über die Willfährigkeit der SPD in diver­sen sog. großen Koalitionen (Bund 2005- 2009, Brandenburg bis 2009, Thüringen ab 2009- zwischen­drin Bremen usw.), den sozia­len Brandmeister zu spielen. Vorsichtig sollte derje­nige sein, der gegen den Wind spuckt …

  3. Das demo­kra­ti­sche System der Zukunft: Stimme für etwas, dass du nicht willst und freu dich, dass du eine Mehrheit erzielt hast.

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