Hey, „linke Szene” in Neukölln!

Auf ein Wort, liebe Neuköllner „linke Szene”: wer Integration fordert und diese dann leicht­fer­tig torpe­diert, weil „die Ausländer” keine Antideutschen gewor­den sind, sondern stolz auf Deutschland, der ist nicht links, sondern der hat schlicht­weg einen an der Klatsche. Dass die „blöden Migranten” es wagen, eine eigene Meinung zu haben, und dann auch noch die Deutschland-Flagge aufhän­gen, das geht anschei­nend gar nicht! Man fasst sich an den Kopf.

Also, „linke Szene” in Neukölln: geh doch bitte ein biss­chen auf der Autobahn spielen, ja?

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

26 Gedanken zu „Hey, „linke Szene” in Neukölln!“

  1. @Christian:

    eine tief­schür­fende Analyse… jaja. Vielleicht soll­test Du Samstag abends den Äppelwoi weglas­sen.

    Nur ein simples* G**geln nach:
    neukölln deutsch­land fahne

    ergab u. A. solche Treffer:

    „warum hängen die araber statt der deutsch­land­fahne nicht ein paar auto­nome am haus auf?”
    fact-fiction.net/?p=4509

    Und mir wird von gewis­sen Schwachmaten vorge­wor­fen, ich würde „Hass” verbrei­ten.

    *inter­es­sant ist auch, wer die Nachricht wie verbrei­tet.

    1. Du bist an Plattheit wirk­lich kaum zu über­bie­ten @nordstadt, aus Kommentaren (!) eines mehr als rechts­kon­ser­va­ti­ven Blogs zitie­ren und das ganze soll dann eine Art Argunent sein für … ja wofür eigent­lich nord­stadt?

      1. @DGD:
        wenn Dich Sinnzusammenhänge intel­lek­tu­ell so früh am Sonntag-Morgen über­for­dern, ist das nicht mein Verschulden.
        Ich habe nicht eindeu­tig argu­men­tiert, ledig­lich ange­deu­tet (ganz vorsich­tig und zart), was anderswo verbrei­tet wird- dass zwischen „auf der Autobahn spielen” und „aufhän­gen” als jeweils Zuschauendem und Anstachelnden nur ein unwe­sent­li­cher Unterschied besteht- das gilt doch sonst so häufig bei den Argumenten gegen die Linke- oder wider­sprichst Du mir da (entge­gen Deiner wochen­lan­gen Diktion hier im Blog)?

  2. Warum hängen arabisch­stäm­mige Mitbürger eine Deutschlandfahne auf?
    Da gibt es dann natür­lich zwei Sichtweisen:
    1. Sie sind Fußballfans und achten ebenso drauf, dass ihre Gäste das merken.
    2. Sie sind die neuen Nationalisten.

    Aber da ich die „linke” Szene in Neukölln eher als „anti­deutsch”, also aller­gisch gegen deut­sche Symbolik und araber­feind­lich, kate­go­ri­sie­ren würde, sollte eigent­lich klar sein, was rich­tige Linke aus der Szene davon halten.

    1. Aber da ich die „linke” Szene in Neukölln eher als „anti­deutsch”, also aller­gisch gegen deut­sche Symbolik und araber­feind­lich, kate­go­ri­sie­ren würde,

      Danke für die Zusatzinfos. Ja, das passt ins Bild.

  3. Bemerkenswert ist ja nicht nur die Intoleranz der linken Szene in Neukölln, sondern auch die übliche Gewaltbereitschaft.
    Daß die sich ärgern, wenn ein erfolg­reich inte­grier­ter Einwanderer die Deutschland-Fahne aufhängt, das kann man ja noch verste­hen.
    Aber es muß natür­lich sofort kaputt gemacht werden. Armselige Existenzen.

    1. Naja, seine Integration ist eben nicht der Verdienst der mitte-rechten Kräfte, dessen Fahne der Imbissbesitzer aufhängt, sondern inter­na­tio­nal denken­der Menschen und auch die Fangemeinschaft eines Fußballnationenwettbewerb hat wohl kaum Auswirkungen auf die Integration ins tatsäch­li­che, vom TV unab­hän­gige Leben.

      1. Schwarz-Rot-Gold ist also die „Fahne der mitte-rechten Kräfte”. Im Internet wird halt jeder Furz irgend­wann mal in Worte gefasst.

        1. Schwarz, Rot, Gold sind die Farben der Widerstandarmee gegen Napoleon, die wie auch die Weimarer Republik den mitte-rechten Kräften zuzu­ord­nen ist. Deine Argumentation scheint zwar auch einleuch­tend, aber ich glaube, ich behalte hier Recht.

          1. > Schwarz, Rot, Gold sind die Farben der
            > Widerstandarmee gegen Napoleon, …
            … und der Urburschenschaft und der 48er-Revolution und über­haupt aller ganz linken Kräfte — bis zum Aufkommen des Marxismus und der Beschränkung auf das rot alleine.

            > die wie auch die Weimarer Republik den
            > mitte-rechten Kräften zuzu­ord­nen ist.
            Dann ist offen­bar in Deinem Weltbild auch die SPD „mitte-rechts”.

          2. Die Weimarer Republik wurde von „mitte-rechts” bekämpft. Sowohl die liberal-konser­va­tive DVP als auch die DNVP waren anti­re­pu­bli­ka­nisch ausge­rich­tet. Und selbst die libe­rale DDP schrumpfte von fast 20% in 1919 auf 1% in 1933. Gleichzeitig erstarkte die braune Partei, die bekannt­lich kein Fan von Schwarz-Rot-Gold war.

          3. Die Urbuschenschaften und die 48-Revolutionäre waren Strömungen die voral­lem natio­nal­lie­be­rale Ziele hatten. Vor allem das Wort „Burschenschaft” sollte ausrei­chen, um die Nähe zur pater­na­li­tisch-bürger­li­chen Gesellschaft zu beschrei­ben, und die Parlamentarier der 48er Revolution waren zum Großteil damit beschäf­tigt einen strak legi­ti­mier­ten König/Kaiser für das junge Deutschland zu finden.

            Und wenn ich über die Weimarer Republik schreibe, meine ich nicht die wech­selnde und uner­heb­li­che Regierung, die nicht einmal ein großes Integritätsinteresse hatte, sondern die Beamtenschaft, die aus Kaisers Zeiten über­nom­men wurde, das Militär und die gedul­de­ten und unter­stütz­ten Freikorps. Auch die poli­ti­schen Gerichtsurteile aus dieser Zeit bewei­sen, dass die Justiz alles andere als unab­hän­gig von Gesinnung Urteile fällte.

            Auch haben die NSDAP und die DNVP mit mitte-rechten Kräften wenig am Hut, denn diese Parteien vertre­ten den extrems­ten Faschismus, den die Welt je gesehen hat. Natürlich ist die Einteilung in poli­ti­sche Spektren immer subjek­tiv, aber wie ihr darauf kommt, dass ich den Nazis die Farben schwarz, rot, gold unter­ju­beln wollte, weiß ich auch nicfht.

      2. seine Integration ist eben nicht der Verdienst der mitte-rechten Kräfte

        Seine Integration ist das Verdienst einer Gesellschaft, die — wenn auch leider zu sehr einge­schränkte, aber immer­hin noch relativ viele — persön­li­che Freiheitsrechte garan­tiert, unab­hän­gig von Herkunft, Religion und Gesinnung.

        Dass sich ausge­rech­net linke Extremisten diesen Erfolg auf die eigene Fahne, vermut­lich wohl tief­rote mit Hammer und irgend­was, schrei­ben wollen, wirkt nur noch lächer­lich.

        1. Von welcher Gesellschaft ist hier die Rede? Von der der BRD, die ihre besag­ten Werte und Freiheitsgarantien mit viel Enthusiasmus nach außen trägt zusam­men mit einigen Bombardements?

          Und seit wann ist man hier, abge­se­hen vom Papier, frei unab­hän­gig von herkunft und Gesinnung?

          Und am sarkas­tischs­ten finde ich deine Wortwahl „ausge­rech­net”, denn gerade der Kampf der progres­si­ven Linken ist immer auf Internationalismus bedacht und war schon vor deiner Zeit Zeichen für eine egali­tä­rere Gesellschaft.

          1. ‚abge­se­hen vom Papier’

            …das Papier ist das, was eine Immigration und Integration in den meisten Ländern dieser Welt so gut wie unmög­lich macht.

          2. Was soll ich jetzt darauf antwor­ten? Juchee wir sind in der Theorie weiter als irgend­wel­che anderen Länder!

  4. Lustig ist übri­gens, dass derge­stal­tige „Antideutsche” auch die Berliner Jusos domi­nie­ren. Wenn da mal nicht die SPD-Jugend mitbe­tei­ligt ist am fröh­li­chen Flaggensammeln…

    1. Wie gerne würde ich jetzt erklä­ren, dass das ganz und gar unmög­lich ist — leider wäre das gelogen.

    2. Wie kommst du darauf? Die Antideutsche Szene ist, entstan­den aus entra­di­ka­li­sier­ten Maoisten, nur exis­tent, um Teile der linken Szene zu kriti­sie­ren. Wie passt das ins Bild der SPD? Ist die Berliner SPD einfach progres­si­ver als hier­zu­lande?

      1. Es passt nicht wirk­lich ins Bild ;-) Ich denke auch nicht, dass die Berliner SPD oder die Berliner Jusos „progres­si­ver” sind. Ich denke viel­mehr, es zeigt exem­pla­risch den Zustand dieser Partei, die sich in manchen Gliederungen als regel­rechte Sekte ohne Kontakt zur Außenwelt entpuppt. Ich unter­stütze deshalb den Kurs von Siggy Pop, der die Partei öffnen will.

        1. Man sollte die Partei eher umbe­nen­nen, um dialek­tisch Platz zu schaf­fen für eine echte sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Partei, also eine Partei die sowohl mehr Demokratie fordert, als auch die sopziale Entwicklung voran­treibt.

  5. Wir lernen: auch die SPD ist mitte-rechts. Vermutlich ist auch die KPD nicht links genug. Danke, Internet. :-)

    1. @Christian:
      in der SPD (wie auch weiter links) hat’s immer „FähnchenschwenkerInnen” und InternationalistInnen gegeben. Blöd ist’s nur dann, wenn sich in der Theorie, wie bei der Begründung des dt. „Engagements” im Kosovo, beides zu vermi­schen scheint.

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    1. @Blog-Macher:
      endlich haben auch russi­sche „Mädchenhändler” (oder was dort auch immer „vip” gehan­delt wird) Euer Blog entdeckt :-(

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