„Wir halten die Option für den Bau neuer Kernkraftwerke offen.”

„Wir halten die Option für den Bau neuer Kernkraftwerke offen.” stellt die Mittelstandsvereinigung der Union fest und deutet damit einen funda­men­talen Kurswechsel an. War bis jetzt auch inner­halb der christ­li­chen Parteien Konsens, dass es sich bei der Kernkraft um eine reine Brückentechnologie handelt und dass die Zukunft eindeutig den erneu­er­baren Energien gehört — nur eben noch nicht ganz so früh wie SPD und Grüne das gerne wollen -, so voll­zieht der Wirtschaftsflügel der Union nun eine 180°-Drehung:  „Erneuerbare Energien sind für uns in erster Linie Ergänzungsenergien.”

Eine hoch­ge­fähr­liche Entwicklung für Deutschland, für den sozialen Frieden und für die Zukuft der erneu­er­baren Energien. Zwar sollte die Rolle der Wirtschaftslobbyisten inner­halb der Volksparteien CDU und CSU nicht über­be­wertet werden, doch zeigt bereits die offene Kündigung des bishe­rigen Konsens. wohin die Reise in Zukunft gehen mag. War es der Union in den letzten Jahren doch gelungen, sich das Image einer Partei mit modernen — sogar zu den Grünen anschluß­fä­higen — Energiekonzepten anzu­eignen, so scheint nun eine Rückkehr zu radikal reak­tio­närer und atom­freund­li­cher Energiepolitik wieder möglich. Der Neubau von Atomkraftwerken ist aller­dings nur mittels erheb­li­cher staat­li­cher Subventionierung sowohl beim Bau als auch beim Betrieb möglich. Von der Endlagerproblematik ganz abge­sehen. Trotzdem kann das Signal nicht über­hört werden: Atomkraft, ja bitte! Vattenfall, Eon, RWE und EnBW reiben sich die Hände, der Umwelt– und Klimaschutz verliert.

Über Kalle Kappner

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16 Kommentare zu “„Wir halten die Option für den Bau neuer Kernkraftwerke offen.”

  1. Ja, so ist die CDU. Man muss der „Mittelstandsvereinigung” dankbar sein für die klaren Worte.

    • @Kalle + Christian:
      Ihr habt schob wieder diesen <span class= –Fehler im Header.

      Danke für die Info. Wenn mir das nächste Mal jemand etwas von „Konservativen” erzählt, werde ich sie/ihn auf diese Beschlußlage inner­halb dieser, inner­halb der CDU wahr­schein­lich einfluß­reichsten, Vereinigung, hinweisen.

  2. „Eine hoch­ge­fähr­liche Entwicklung für Deutschland, für den sozialen Frieden und für die Zukuft der erneu­er­baren Energien.”

    …den sozialen Frieden und die Zukunft der erneu­er­baren Energien? Hm.

    Gedankenexperiment:
    Man nehme das Geld, das für die Subventionen für erneu­ern­bare Energien verpul­vert wird (ist ja ne ganze Menge), kaufe damit die besten Mathe– und Physiklehrer der Welt ein und bildet weitere aus, die den deut­schen Schülern, die trotz Mathedefizit noch die welt­besten Ingenieure werden alles beibringen was sie wissen.

    Dann hätte Deutschland in viel­leicht schon 10 Jahren eine Heerschar von Leuten, die dazu fähig sind, eine alter­na­tive Energiegewinnungsform zu entwi­ckeln, die sowohl umwelt­freund­lich als auch güns­tiger als Atom-/Fossilstrom ist.

    Alternativ dazu die gegen­wär­tige Situation:
    Man verwendet das Geld, um es Energiekonzernen und ‚Hardware’-Herstellern (und btw: Private Equity Investoren, die stehen auf Subventionen, weil sie ihnen das Verlustrisiko senken) für unaus­ge­reifte und nicht konkur­renz­fä­hige Technologie in den Hintern zu pusten, was natür­lich keinerlei Anreize schafft, die Technologie zu verbessern.

    Ich frag mich, was da wohl besser ist; sowohl ökono­misch als auch ökolo­gisch.
    Aber gut.

    • Dass dein Modell besser funk­tio­niert ist keines­wegs ausge­macht. Mein Vorschlag: Umwelt– und klima­feind­liche Energiegewinnung muss „bestraft” werden, indem sie besteuert wird. Das muss nicht jetzt sein, man kann auch in zehn Jahren anfangen und es jetzt ankün­digen. Dann wollen wir mal sehen, wie inno­va­ti­ons­freudig die Ingenieure werden. In der Not war der Mensch noch immer äußerst erfinderisch.

      • „Dass dein Modell besser funk­tio­niert ist keines­wegs ausgemacht.”

        Selbstverständlich nicht. Ich wollte nur mal aufzeigen, dass es neben Verbieten und Regieren auch noch Alternativen gibt.

    • Man nehme das Geld, das für die Subventionen für erneu­ern­bare Energien verpul­vert wird (ist ja ne ganze Menge), kaufe damit die besten Mathe– und Physiklehrer der Welt ein und bildet weitere aus, die den deut­schen Schülern, die trotz Mathedefizit noch die welt­besten Ingenieure werden alles beibringen was sie wissen.

      Planwirtschaft, Kommunist!

      • > Planwirtschaft, Kommunist!

        Subventionen verzerren und verbrennen. Bildung und Forschung sind Investitionen.

        > indem sie besteuert wird.

        Der große Unterschied zwischen Sozen und Liberalen. Die einen bestrafen, die anderen setzen Anreize.

          • aber posi­tive Anreize sind wirkungs­voller und machen mehr Spaß …

        • @dgd:
          wo liegt bei der stetigen Anhebung der Mineralölsteuer das „Anreiz-Element”? (meines Wissens sehr stark ange­hoben ab Rot-Grün … „5 Mark für einen Liter, Herr Trittin?!”-Bl*d-Schlagzeile 1999) Also, so ein wenig platt und gleich­zeitig ist das Bild der „Liberalen” hier schon. Aber viel­leicht bin ich ja auch als Anarchist „nur” ein Sozi ;-)
          @Kalle:
          ist doch inter­es­sant, dass hier (ausge­rechnet hier) gegen Subventionen gewet­tert wird und plötz­lich der OpenSource (inter­es­santer Begriff in dem Zusammenhang) der Vorrang gegeben wird, während sonst alles ein Preisschild dran kleben hat. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass FAs Gedanken Utopie sind, während die Verpreisung z. B. der Daseinsvorsorge in sehr vielen Kommunen und Bundesländern [und dem Bund] („Privatisierung” … PPP … CBL usw.) bittere Realität ist– aber dort soll ja „der Markt” herr­schen.
          Wer ist das eigent­lich?
          Den Kaiser konnte „man” wenigs­tens sehen und anfassen (naja … bah)- aber „der Markt”… merk­würdig, naja, gibt auch Leute, die an die unbe­fleckte Empfängnis glauben ;-)

          • @NS:

            > wo liegt bei der stetigen Anhebung der
            > Mineralölsteuer das „Anreiz-Element”?

            kein Problem, erklär ich doch gerne. Hat etwas mit der Preiselastizität zu tun. Wenn der Staat den Preis der Mineralölsteuer nicht verteuert, werden die Produzenten bzw. Lieferanten das tun. Volkswirtschaftlich bleibt so wenigs­tens das Geld in unserer Volskwirtschaft und steht somit für Deine geliebten Umverteilungen zur Verfügung. Preiselastizität kann man übri­gens nachschlagen.

      • C’mon Christian, du weisst, worauf ich hinaus will… mach nicht den Nordstadt… :)

        Das Geld ist sowieso enteignet, warum es also nicht dem best­mög­li­chen Zweck zuführen?

        (Über den man natür­lich streiten kann, aber das passiert ja auch nicht).

        • C’mon Christian, du weisst, worauf ich hinaus will… mach nicht den Nordstadt… :)

          War zu einla­dend. :) Und ja, mehr Geld in die Forschung ist eine sehr gute Idee.