So sind sie, die Kommunisten

Nicht wahr, man sollte meinen, die schwarz-gelbe Bundesregierung sei das Ziel der Kritik gewesen bei der Demonstration „Wir zahlen nicht für eure Krise“ am Samstag in Stuttgart? Denn an der Regierung sind nun einmal CDU/CSU und FDP, das zu wissen ist nun keine große Kunst.

Aber ach, wir wurden eines Besseren belehrt. Dass SPD und Grüne sich am Protest gegen die Bundesregierung beteiligten, wurde seitens des sogenannten „Revolutionären Blocks“ nicht etwa geduldet oder gar gewürdigt – nein, im Gegenteil. Voller Stolz verkündet der „Revolutionäre Block“ bei „Indymedia“:

Ab dem Moment an dem der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag, Claus Schmiedel als Redner angekündigt wurde, protestierten hunderte Menschen direkt vor der Bühne und viele weitere im gesamten Bereich der Abschlusskundgebung. Mit Rufen wie „Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten. Wer war mit dabei – die grüne Partei“ oder „Hartz 4 – das wart ihr“ und Rufen gegen Stuttgart21 wurde er übertönt. Dazu flogen dutzende Eier, Tomaten und andere Gegenstände.

So sind sie, die Kommunisten. CDU und FDP sind zwar Gegner, aber irgendwie gehören sie doch dazu, zur kommunistischen Folklore. Die SPD hingegen, das ist der Feind – der Todfeind. Der muss mit Feuer und Schwert bekämpft werden. Denn, ach, die Kommunisten finden es gar zu dumm, dass die SPD linke Wähler bindet, dass diese keine nützlichen Idioten auf dem Weg zur „Diktatur des Proletariats“ sein wollen (s. Sozialfaschismusthese).

Mir gegenüber wurde verschiedentlich behauptet, auch Linksjugend-Mitglieder seien bei den Angriffen auf Claus Schmiedel beteiligt gewesen. Ich kann das nicht bestätigen, meine Quellen sind jedoch sehr glaubwürdig. Jedenfalls ist klar: mit solchen Leuten wird sich die SPD niemals gemein machen. Kommunisten haben gemeinsam mit Nationalsozialisten die Weimarer Republik in den Untergrund getrieben, das braucht Deutschland kein zweites Mal. Wenn sich die Linkspartei nicht schnell von diesen Attacken distanziert, dann nehmen wir den fehlenden Willen der Linkspartei zu Reformen zur Kenntnis.

Inwieweit die Polizei ihrem Schutzauftrag erfolgreich nachgekommen ist, ist ebenfalls zu hinterfragen. Bei der nächsten Demonstration wird die Polizei vermutlich härter zuschlagen. Ich kann es ihr nicht verübeln.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

77 Gedanken zu „So sind sie, die Kommunisten“

  1. >Kommunisten haben gemeinsam mit Nationalsozialisten die Weimarer Republik in den Untergrund getrieben

    Leider wird – sicher aus naheliegenden Motiven – der Anteil der SPD am Niedergang der Weimarer Republik verschwiegen.
    Kurz zur Erinnerung: die SPD trug die durch Notverordnungen ermöglichte schädliche Wirtschaftspolitik des damaligen Reichskanzlers Brüning mit.
    Aber wie der Rest des Beitrages deutliche werden lässt, Schuld sind immer die anderen …

  2. @Christian:
    und ein Teil Deines Artikels- vor allem der historisierende Teil mit der Legende zum alleingen causa zum Ende der WR- ist „self-fullfilling prophecy“.
    Ich bin da ganz unbesorgt, bei der nächsten Gelegenheit wird die Polizei „zurückschiessen“.
    Deine Aufregung verstehe ich, aber Du solltest Dir m. E. mal den Schaum vom Mund abwischen, bitte.
    Die Attacken geschehen nicht nur aus dem Grunde, dass die SPDler für manche Akteure „Sozialfaschisten“ seien (was sind dann eigentlich die Grünen?), sondern in der- m. E. verständlichen- Enttäuschung über den realen Kurs der SPD innerhalb der letzten 12 Jahre, besonders die Hartz-Gesetzgebung verbunden mit den Steuergeschenken für Reiche hättet ihr besser (so?) nicht „eintüten“ sollen.

  3. Es wird immer schwerer, in die Denkweise dieser so genannten „Linken“ einzutauchen. Immer nach dem Motto: „Bist du nicht für mich–bist Du gegen mich!“ wird dort „Politik“ gemacht. Werden sie, die Linken, kritisiert und zur eigenen Geschichte gestellt, zeigen sie die ihnen sehr eigene Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. Rosa Luxemburgs Satz von der Freiheit des Andersdenkenden gilt dann nichts mehr.

    Dieser Satz wird immer und stets zur eigenen „linken“ Rechtfertigung herangezogen. Das Besitzanspruchs-Monopol für linke Politik liegt nun mal eben nicht ausschliesslich bei der Partei, die sich die LINKE nennt. Links zu sein ist mitnichten nur eine parteibezogene, sondern vielmehr auch eine individuelle und alltägliche Lebenseinstellung. Links zu sein heisst auch nicht: „ich bin Kommunist!“.

    Die persönliche Freiheit sagen zu dürfen, ich bin links, aber kein Kommunist und kann dem Kommunismus nichts abgewinnen, sollte frei nach Rosa Luxemburg auch in der Linkspartei“ möglich sein.

    Das dem aber in dieser Partei nicht so ist, belegen viele Fakten, Parteiausschlüsse und auch freiwillige Parteiaustritte. Denn hier ist es vielfach so, das nicht die Kommunisten von anderen bekämfpt werden, sondern vielmehr anders herum. Und dann sind die Mittel nicht zimperlich!

    Und das vom „Bullenterror“ gegenüber linken Demonstranten in Berlin geredet wird (siehe: http://scharf-links.de/47.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10731&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=797a03d02a ) wird uns alle auch nicht näher bringen.

    Die LINKE, speziell in NRW, ist schlichtweg ihrer Aufgabe regierungswillig- und fähig zu sein, nicht nachgekommen. Sie hat es einfach (mit-) vergeigt. Sich jetzt aber zur einzig legalen und bundesweit autorisierten linken politischen Kraft in Deutschland aufzuspielen, erscheint —nicht nur mir— doch sehr fragwürdig. Eine 5,6-prozentige NRW-Zustimmung ist eben auch eine 94,4-prozentige Ablehnung für diese Partei in NRW. Das sollte die Linke in NRW bei all ihren weiteren Überlegungen und Planspielen immer mit im Kopfe haben. Eine weiter schleichende „Dämonisierung“ der SPD bei gleichzeitiger Anbiederung an sie zu betreiben, ist einfach zu sehr durchschaubar, als das man den Linken da politisches Talent und Weitsicht unterstellen könnte.

    Denn eines ist mir auch klar: beim erstbesten SPD-Angebot an die Linken sind sie zur Stelle. Aber die eigene Zwickmühle ist einfach zu groß. Zu vielen Fundamentalisten stehen zu wenigen Realpolitikern in dieser Partei gegenüber. Und einen solchen Spagat bekommt niemand hin, selbst die sehr dehnbare LINKE nicht!

    1. Die Freiheit des Andersdenkenden schließt nicht die Freiheit des Andersregierenden ein. SPD-Politiker werden schließlich nicht vordergründig wegen ihrer Meinungs angegriffen, sondern wegen ihren Taten.

      Man kann ja gerne links sein, aber kein Kommunist, allerdings wird gerade bei der rot-grünen Achse gern dieses „linksliberal“ ausgenutzt um unentschlossene linke Wähler zu gewinnen und nach hypokritischer Praxis dann z. B. Hartz 4 oder die Vorratsdatenspeicherung durchzusetzen, vom Krieg im zerfallenen Jugoslawien möchte ich gar nicht erst anfangen.

  4. Christian, du übertreibst maßlos.

    Ich finde es völlig nachvollziehbar, dass sich der Hass der Linksradikalen (die nicht zwingend Kommunisten sind) auch auf SPD und Grüne bezieht – waren schließlich auch Rot-Grün am massiven Sozialabbau im letzten Jahrzehnt maßgeblich beteiligt. Das läuft der Ideologie der Linksradikalen zuwieder, also ist es nicht verwunderlich, dass sich deren Hass nicht nur gegen die aktuelle Regierung sondern auch gegen Rot-Grün richtet. Warum sollten sie eine Partei wie die SPD als Partner oder potentiellen Verbündeten betrachten? Das tun vielleicht die Sozialverbände, Kirchen oder Gewerkschaften. Die sind ja auch ideologisch anders gestrickt als der schwarze Block.

    Unabhängig davon verurteile ich die Gewalt, die vom „revolutionären Block“ ausgeht. Ich würde aber nicht so weit wie du gehen, und der Polizei empfehlen, das nächste mal härter zu zu schlagen.

      1. Als ob der Anteil der Sozialleistungen (darunter fallen z. B. auch Rentenansprüche und Gesundheitskosten) am Bundeshaushalt eine hinreichend aussagekräftige Ziffer wäre für die realen Zustände im Land.

        Fakt ist: Es gibt einen gefühlten Sozialabbau. Die Schere zwischen Arm und Reich ist auch unter Rot-Grün und Rot-Schwarz immer weiter auseinander gegangen. Bewerten kann man das, wie man mag, aber den Begriff Sozialabbau finde ich angemessen.

        1. „Fakt ist: Es gibt einen gefühlten Sozialabbau.“

          Aha? Ein „gefühlter Sozialabbau“ ist ein „Fakt“?

          1. Du verdrehst hier etwas. Ich habe geschrieben, dass es Fakt ist, dass weite Teile der Bevölkerung einen Sozialabbau fühlen. Nicht dass ein gefühlter Sozialabbau ein Fakt ist ;).

      2. „Wir werden Leistungen des Staates kürzen.“ Gerhard Schröder in seiner Agenda 2010-Rede.
        „Gürtel enger schnallen“, „Besitzstände abbauen“ usw. Das sind alles Stichworte, die die Protagonisten der Agenda 2010 selbst gesagt haben und versucht haben, als Notwendigkeit zu vermitteln.

        Zu bestreiten, dass massenhaft Menschen, die eh‘ schon zu den Ärmeren der Gesellschaft zählten, durch Rot/Grün materiell schlechter gestellt wurden, dass ist einfach Realitätsverweigerung und sonst nichts.

          1. Ist doch völlig egal. Streich das massenhaft einfach weg, dann bleibt immer noch übrig, dass Ärmere noch ärmer gemacht wurden.

            Im Übrigen nochmal die Erinnerung aus meinem comment weiter unten: Die SPD selbst hat doch gar nicht bestritten, dass sie diese Einschnitte in den Sozialstaat zu Lasten der Ärmeren gemacht hat. Dieser Fakt, der nicht verschwiegen wurde, lag doch dem ganzen „Vermittlungs-Problem“ zu Grunde. Du machst Dich doch selbst bei den Befürwortern der Agenda 2010 in der SPD lächerlich, wenn Du das hier zu bestreiten versuchst.

          2. Natürlich wurden Leistungen gekürzt. Das bestreite ich nicht.

            Gleichzeitig wurden aber auch Leistungen ausgebaut. Die alte Sozialhilfe bspw. war wirklich menschenverachtend, das ALG II ist ein klarer Fortschritt.

          3. @Christian:
            „… ein Fortschritt.“
            Durch die „Weitsicht“ meiner letzen Firma bedingt, konnte ich im Abstand von ca. 20 Jahren beide Modelle zur Elendsverwaltung kennenlernen- Sozialhilfe war, nach meiner Erfahrung(!), keinen Deut schlimmer als Hartz4 ist- im Gegenteil wird das Hinterher-Spionieren und Unterstellen (grade letzte Woche wieder), „man“ hätte einen Leistungsbetrug begangen, immer schlimmer. Dass das und weitere Unmöglichkeiten kein „tragischer Einzelfall“ ist, höre ich von vielen Verwandten, Bekannten und GenossInnen.
            Aber das spielt in Deiner „heilen Agenda-Welt“ keine Rolle- die acht Millionen sind doch eh alles entweder Spinner oder arbeitsscheu, nech?
            Und die betroffenen Kinder- na, selbst schuld, wer solche Eltern hat, oder?
            Du solltest ab und an etwas Anders im TV anschauen als Privatsender.

          4. @ Nordstadt, comment:

            Wer sind denn die ärmsten der Armen in Deutschland? Familien mit 3 Kindern und 2 arbeitslosen Eltern?

            Diese Leute haben einen Lebensstandard, den in Osteuropa, Asien oder Südamerika die obere Mittelschicht hat.

            Hört mir auf mit dem Armuts-Gejammere, es ist echt peinlich.

        1. Ja Nee, ist klar:
          Die „Ärmsten der Armen“ wurde durch Rot-Grün noch ärmer gemacht.

          Sorry, aber ich kenne ein paar „Ärmste der Armen“ noch aus der Zeit vor Hartz IV.
          Alleinerziehende Mütter mit grundschulpflichtigen Kindern, die wegen der Kinderbetreuung nicht arbeiten können.
          Obdachlose.
          Wie gings denen vor Hartz IV ?
          Sie mussten um alles beim Sozialamt betteln, wo der Sozialstaat in Form eines Beamten vor ihnen saß. Selbst beim Besten Willen ( und manche dieser Beamten hatten ihren Spaß an ihrer Macht ) hieß es oft genug „Sorry, keine Beihilfe“.
          Dazu kam noch die Stigmatisierung als Sozialhilfeempfänger bei Ärzten (ja, keine Krankenkasse ) oder auf dem Arbeitsamt ( da gabs das schöne Roulett: städitsche ABM bis Anspruch, dann Arbeitslos ) oder in der Öffentlichkeit als „Assi“.

          Nein, für die Ärmsten der Armen ist es mit „den Neoliberalen Hartz IV Reformen“ besser geworden.
          Hartz IV kann schließlich jeden treffen.

          Und das ist es, was der SPD und den Grünen nachgetragen wird:
          Das sie uns die geringe Chance zumuten selber irgendwann mal ein „Assi“ zu sein.
          Früher konnte man als Facharbeiter, Akademiker oder Selbstständiger sich der Illusion hingeben das nie auf Sozialhilfe angewiesen zu sein.
          Schließlich hatte man durch – zum Teil lange – Berufstätigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosenhilfe erworben.
          Das dieser Anspruch nicht vergleichbar mit dem z.B. einer Kapitallebensversicherung ist weil die Arbeitslosenversicherung mehr mit einem Schneeballsystem als einer Versicherung zu tun hat wurde bewusst ignoriert.

          Nicht die Ärmsten der Armen sind die Opfer von Hartz IV.
          Es sind die Akademier und gut Ausgebildeten Facharbeiter die hohe Löhne und Gehälter beziehen mit denen sie in der Vor-Hartz Zeit auch entsprechend hohe Arbeitslosenhilfe bezogen haben.
          Ich gehöre selber zu dieser Gruppe. Ich bin auch schon 10 Monate Arbeitslos gewesen und hab absehen können in Hartz IV zu rutschen.
          Beruhigend war das nicht, aber warum soll ich besser gestellt sein als eine junge Mutter ohne Ausbildung bei der sich der Kindsvater ohne zu zahlen verdrückt hat ?
          Das ist Solidarität. Zwei Klassen von Sozialhilfeempfängern sind es nicht.

          Was man der SPD allerdings ankreiden kann ist das sie sich nicht entblödet Neosozialistisches Klassenkampfvokabular wie „Neoliberal“ zu verwenden.
          Ich frag mich wie sich Claus Schmiedel nach der Aktion Luft verschafft hat:
          „Jetzt hetzt ich schon gegen Neoliberale, und trotzdem werd ich von Links mit Eiern beworfen !“

          Auf die Art treibt man auch noch die letzten kritischen Arbeitnehmer (darunter fast alle die in den Betrieben im unteren und mittleren Management beschäftigt sind) und Unternehmer aus der Partei.
          Gut, mit dem Rest könnte man langfristig noch Juniorpartner in einer Dunkelrot-rot-grünen Koalition werden.

          1. @Alrik:
            wie meistens, auch mein obiger Beitrag, nur ein Ausschnitt der Realität.
            Deine Thesen zur SPD sind etwas kurz, aber immerhin in sich stimmig.

          2. In Deutschland ist NIEMAND arm. Bitte das mal zur Kenntnis zu nehmen, nur mal so als Tip von jemandem, der mal was anderes als Mitteleuropa gesehen hat.

            Du hast nicht die geringste Ahnung davon, was Armut bedeutet, und es interessiert dich auch nicht wirklich. Alles nur Propaganda.

            Ich war die zweite hälfte meines Lebens ärmer als ein Hartzie, bin aber trotzdem noch am Leben. Hatte sogar ein ziemlich gutes Leben. Duh.
            Musst halt buckeln gehen.
            Geht aber nicht, weil Arbeit ja menschenverachtend ist, außer wenn ein ’namenloser Volltrottel aus Schleitz‘ zufällig Raketeningenieur wird.

          3. @FA (00:48):
            „In Deutschland ist NIEMAND arm. Bitte das mal zur Kenntnis zu nehmen, nur mal so als Tip von jemandem, der mal was anderes als Mitteleuropa gesehen hat.“
            Ich war auch schon außerhalb Europas (Ägypten)- was sagst uns das jetzt?

            „Du hast nicht die geringste Ahnung davon, was Armut bedeutet, und es interessiert dich auch nicht wirklich. Alles nur Propaganda.“
            Woher willst Du wissen, was ich weiß und erlebt habe? Kennen wir uns von irgendwo her?

            „Ich war die zweite hälfte meines Lebens ärmer als ein Hartzie, bin aber trotzdem noch am Leben. Hatte sogar ein ziemlich gutes Leben. Duh.
            Musst halt buckeln gehen.“
            Siehe oben- was soll das hier sagen?

            „Geht aber nicht, weil Arbeit ja menschenverachtend ist, außer wenn ein ‚namenloser Volltrottel aus Schleitz’ zufällig Raketeningenieur wird.“
            Den Satz verstehe ich gar nicht. Aber Du nimmst Dir die Zeit und erklärst ihn, ja?

          4. @Alrik:
            „Beruhigend war das nicht, aber warum soll ich besser gestellt sein als eine junge Mutter ohne Ausbildung bei der sich der Kindsvater ohne zu zahlen verdrückt hat ?
            Das ist Solidarität.“

            Was, bitteschön, ist solidarisch gegenüber den wirklich armen, wenn diejeingen, die vorher noch was hatten, nun auch arm gemacht werden? Wie ist denn durch die neue Armut denjenigen, die vorher schon arm waren, geholfen?
            Wenn das Solidarität ist, ist es ein Scheiß, der den Neu-Armen schadet und den Alt-Armen überhaupt nicht hilft.

            Zu „H4 besser als Sozialhilfe“:
            Es gibt wohl Fälle, so genau kenne ich die Statisken nun nicht, wo jemand mit H4 am Ende worklich mehr hat als mit Sozialhilfe vorher. Genauso gibt es aber Fälle, wo mit H4 weniger rauskomt als mit Sozialhilfe. Das liegt einfach daran, dass (wie Du ja auch schreibst) vorher einzelne Leistungen beantragt werden mussten und das in H4 pauschaliert drin steckt.

            Inwiefern das Beantragen einzelner Leistungen vorher nun schlimmer sein soll (oder gar menschenverachtend im Gegensatz zu H4) als meinetwegen der verschärfte Missbrauchsverdacht jetzt mit dem Rumschnüffeln in Schalfzimmerschränken, bleibt mir ein Rätsel. Da das eine für menschenverachtend=furchtbar und das andere für solidarisch=gut zu halten, ist schon sehr merkwürdig.

          5. @comment (heute Morgen):
            Du wirst keine Antwort bekommen, Deine Fragen sind ja „verrückt“.
            Kein Wunder, dass sich (endlich) Widerstand regt, der Roß und Reiter benennt (und bekämpft).

          6. @Alfonzo:
            „In Deutschland ist NIEMAND arm. Bitte das mal zur Kenntnis zu nehmen, nur mal so als Tip von jemandem, der mal was anderes als Mitteleuropa gesehen hat.“

            Der Verweis auf andere Weltgegenden, um die Armut hierzulande zu leugnen, ist verkehrt.

            1. Auf diese Weise kann man so ziemlich JEDE Armut leugnen, weil es immer irgendwo noch jemandem schlechter geht.
            Wanderarbeiter/Tagelöhner in China? Nicht arm, die leben schließlich noch während woanders welche verhungern.
            Kinder, die in Afrika auf Müllkippen von Elektroschrott aus D rumkraxeln und sich dabei langsam vergiften? Nicht arm: 100 km weiter verhungern Kinder kurz nach der Geburt, während die Kinder auf den Müllkippen wenigstens noch irgendeine Lebenserwartung haben.
            Usw.
            Klar waren diese Beispiele jetzt extrem und natürlich hat ein H4ler mehr als ein chinesischer Wanderarbeiter, aber die Logik des Verweises auf noch ärmere ist dieselbe.

            2. Viele Menschen HIER sind von dem Konsum-Reichtum, den es HIER gibt, weitestgehend ausgeschlossen durch mangelndes Geld. Sie können alles im Schaufenster bewundern (es gibt also Reichtum), aber sie kommen nicht dran (Ausschluss). Außerdem sind sie von allen (Produktions-)Mitteln ausgeschlossen, mit denen sie sich vielleicht selbst gemeinsam was erarbeiten könnten. Warum soll man diesen Zustand des Ausgeschlossen-Seins in einer reichen Gesellschaft nicht „arm“ nennen?

          7. „Ich war die zweite hälfte meines Lebens ärmer als ein Hartzie, bin aber trotzdem noch am Leben. Hatte sogar ein ziemlich gutes Leben. Duh.
            Musst halt buckeln gehen.“

            Wenn ich mir die ständig laufenden Reportagen so angucke von Leuten, die wirklich Geld brauchen und deshalb „buckeln gehen“ und das so aussieht, dass die zwei Jobs machen und trotzdem noch H4 brauchen oder sich als Tagelöhner morgens beim Bau vorstellen ohne zu wissen ob sie genommen werden oder stattdessen den Tag nutzlos durch die Gegend bummeln müssen oder so (gibt’s inzwischen alles wieder in D), dann weiß ich ehrlich nicht, inwiefern das ein „schönes Leben“ sein soll.
            Der menschliche Wille ist leistungsfähig. Man kann sich auch den allergrößten Dreck schönreden, wenn man sich partout nicht eingestehen will, dass man der armselige Idiot ist, der sich selbst kaputt macht, um den Reichtum der Reichen zu vermehren und selbst davon nichts hat.

            Meine Empfehlung an diese Leute ist allerdings: Gesteht Euch ein, dass Ihr als Arbeiter die „nützlichen Idioten“ der Kapitalisten seid und als Wähler die „nützlichen Idioten“ der Parteien, die dieses Wirtschaftssystem einrichten und hegen und pflegen, damit D auf Eure kosten den Weltmarkt erobert.
            Und dann macht Schluss mit diesem Laden!

          8. @Nordstadt: „Du wirst keine Antwort bekommen.“

            Ich warte jetzt eigentlich auf die Standard-Ein-Satz–Antwort von Christian, um Debatten zu beenden: „Schön, wie die Kommies sich hier selbst entlarven.“

          9. Korrektur: Es gibt arme Leute in Deustchland. Das sind Junkies und Obdachlose, die durch das Raster fallen, weil sie’s nicht gebacken bekommen die Formulare auszufüllen.

            Über die spricht aber niemand, die dürfen auch dann noch arm sein, wenn alle anderen per Umverteilung das gleich Einkommen haben.

          10. @Alfonzo:

            Ich mag diese Differenzierung verschiedener Armutsstufen (Obdachlos/Junkie, arbeitslose Familie mit Kindern, Menschen in Asien oder sonstwo usw.) nicht mitmachen. Warum, habe ich oben schon gesagt. Es taugt zu nichts anderem als eine, von mir aus relative, Armut mit dem Verweis auf größere Armut für in Ordnung zu erklären.

          11. @ comment
            Was, bitteschön, ist solidarisch gegenüber den wirklich armen, wenn diejeingen, die vorher noch was hatten, nun auch arm gemacht werden? Wie ist denn durch die neue Armut denjenigen, die vorher schon arm waren, geholfen?
            Wenn das Solidarität ist, ist es ein Scheiß, der den Neu-Armen schadet und den Alt-Armen überhaupt nicht hilft.
            —————————–
            Es ist eine Umverteilung von Reich nach Arm.
            Ein junger Ingenieur der 24 Monate für 1600 Euro netto gearbeitet hat und arbeitslos wurde erhielt 2000:
            12 Monate lang ein Arbeitslosengeld von 960 Euro.
            Danach gab es unbegrenzt die Arbeitslosenhilfe von 848 Euro.
            Aber lass mich raten, der junge Ingenieur mit 3300 Brutto zählt auch zu den „Armen“ ?
            Oder Du stehst auf dem neoliberalen Standpunkt, das Umverteilung Scheiße ist ?

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            Zu „H4 besser als Sozialhilfe”:
            Inwiefern das Beantragen einzelner Leistungen vorher nun schlimmer sein soll (oder gar menschenverachtend im Gegensatz zu H4) als meinetwegen der verschärfte Missbrauchsverdacht jetzt mit dem Rumschnüffeln in Schalfzimmerschränken, bleibt mir ein Rätsel. Da das eine für menschenverachtend=furchtbar und das andere für solidarisch=gut zu halten, ist schon sehr merkwürdig.
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            Es macht schon einen Unterschied, ob einmal geschnüffelt wird, oder jedes mal wenn man einen Antrag z.B. für ein paar neue Schuhe oder einen Artzbesuch, intime Fragen gestellt werden.

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            Viele Menschen HIER sind von dem Konsum-Reichtum, den es HIER gibt, weitestgehend ausgeschlossen durch mangelndes Geld. Sie können alles im Schaufenster bewundern (es gibt also Reichtum), aber sie kommen nicht dran (Ausschluss). Außerdem sind sie von allen (Produktions-)Mitteln ausgeschlossen, mit denen sie sich vielleicht selbst gemeinsam was erarbeiten könnten. Warum soll man diesen Zustand des Ausgeschlossen-Seins in einer reichen Gesellschaft nicht „arm” nennen?
            ————–
            Stimmt, in einer Gesellschaft in der die einen Kaviar, die anderen Wurstbrot essen gibt es Arme und Reiche.

            In einer Gesellschaft in der es nur Wasser und Brot gibt, sind alle gleich.
            In welcher Gesellschaft würdest Du lieber leben ?

          12. @ Alrik

            Was hat denn das Ärmer-machen von bestimmten Schichten mit Umverteilung nach unten zu tun? Die ehemalige Arbeitslosenhilfe, die dem Ingenieur weggenommen wurde, kriegt doch nicht jetzt stattdessen der ehemalige Sozialhilfeempfänger.
            Wo siehst Du denn da eine Umverteilung von „reich“ nach arm???

            „Stimmt, in einer Gesellschaft in der die einen Kaviar, die anderen Wurstbrot essen gibt es Arme und Reiche.“

            :-))) Wenn der Unterschied von einem H4ler zu einem Herrn Ackermann (ich weiß, ist blöd, dass immer der herhalten muss) bloß in Kaviar vs. Wurst bestünde, dann wäre mir das echt total egal.

            „In einer Gesellschaft in der es nur Wasser und Brot gibt, sind alle gleich.
            In welcher Gesellschaft würdest Du lieber leben ?“

            In keiner von beiden.

          13. „Das ist Solidarität. Zwei Klassen von Sozialhilfeempfängern sind es nicht.“

            Richtig. Deshalb wäre es gute sozialdemokratische Politik, das ALG I komplett abzuschaffen, das ALG II jedoch zu erhöhen.

          14. „Ich frag mich wie sich Claus Schmiedel nach der Aktion Luft verschafft hat:“

            Ich habe die Rede von Claus Schmiedel nicht gehört, aber so plump war sie sicherlich nicht. Claus ist ein wirklich aufrechter Sozialdemokrat. Den hätte ich gerne als Landesvorsitzenden gehabt.

        2. @comment:

          „Wir werden Leistungen des Staates kürzen.” Gerhard Schröder in seiner Agenda 2010-Rede.
          „Gürtel enger schnallen”, „Besitzstände abbauen” usw. Das sind alles Stichworte, die die Protagonisten der Agenda 2010 selbst gesagt haben …

          Das ist richtig.

          Hartz IV war schon eine sehr eigentümliche politische Maßnahme.

          Denn eigentlich ist nicht viel passiert: Der bürokratische Ablauf wurde umgestellt, einige Ansprüche wurden gekürzt, andere erhöht. Insgesamt überwiegen die Erhöhungen, die Sozialkosten sind durch Hartz IV um einige Milliarden gestiegen.

          Die Hauptwirkung wurde alleine durch Schröders Rhetorik erzielt. Erst dadurch kam bei Freund und Feind der Eindruck auf, hier wäre massiv gekürzt worden – was den Fakten völlig widerspricht.

          Ein schönes Beispiel dafür, daß in der Politik die Symbolik immer wichtiger wird und die Realität immer mehr in den Hintergrund tritt. Hat natürlich auch mit der heutigen Medienlandschaft zu tun.

          1. Das ist zwar sehr vereinfacht dargestellt aber ich stimme im Prinzip zu. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich dir mal zustimme.

            Meine Bewertung ist allerdings, dass diese rhetorische Katastrophe der Schröder-SPD schlecht, sehr schlecht für das Land war.

          2. Immer wenn ich zu faul zum Recherchieren bin kommt Wikipedia zum Einsatz: „Geplant war, dass sich durch die Verringerung der Sozialleistungen die Kosten für den Sozialstaat insgesamt senken ließen. Allerdings ist das Gegenteil eingetreten: Die Sozialausgaben sind nicht etwa zurückgegangen, sondern durch die unklare Gesetzgebung und die daraus folgenden Klagen haben sich die Kosten nahezu verdoppelt.“

            Ich finde hier ist sowohl Protest gegen Sozialabbau als auch Protest der Steuerzahler gerechtfertigt.

          3. „Denn eigentlich ist nicht viel passiert“

            Nö, bloß (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

            – Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Absturz auf’s Existenzminimum mit dem Zwang, alles evtl. jahrelang Erspartes aufzubrauchen und jeden Job anzunehmen.
            – Dadurch erhöhtes Arbeitskraftangebot = Senkung der Löhne
            – Verschärfung der Zumutbarkeit von Arbeit.
            – Flexbilisierung des Arbeitsmarktes: Lockerung des Kündigungsschutzes, Ausbau der Leiharbeit, Abweichung von Tarifverträgen in Betrieben
            – Dadurch nochmaliges Erhöhen des Arbeitskraftsangebots = Senkung der Löhne
            – Streichung von Leistungen aus der GKV
            – Praxisgebühr, zusätzlich Notaufnahmegebühr
            – Erhöhung von Zuzahlung zu Medikamenten und Zahnersatz
            – Zuzahlung bei stationärer Behandlung im Krankenhaus

            Wirklich total unerklärlich, woher das Gefühl der Leute nach Sozialabbau damals kam. Muss wohl wirklich an Schröders Rhetorik gelegen haben…

            Kannst Du mir bitte noch verraten oder ein Quelle nennen, was Du meinst, welche Ansprüche erhöht wurden?

            „die Sozialkosten sind durch Hartz IV um einige Milliarden gestiegen.“

            Na und? Was weiß ich, wofür da alles Geld ausgegeben wurde. Vielleicht für diese „Qualifizierungsmaßnahmen“ um einen Ingenieur, der 13 Monate arbeitslos war, jetzt zum Briefträger umzuschulen. Super Leistung…
            Im Ernst. Entweder Du dröselst Deine Milliarden hier selbst mal ein bisschen auf damit man beurteilen kann, wodurch die erhöhten Kosten zustande kamen. Oder Du nennst eine Quelle.

  5. „Nützliche Idioten“ sind die Wähler allemal FÜR EUCH. Sie sind nützlich um Euch zur Macht zu verhelfen. Und sie sind „Idioten“, weil sie damit, dass sie Euch zur Macht verhelfen eben gar nicht das bekommen, was sie damit angestrebt haben (zumindest was Eure ehemalige Kernwählerschaft angeht), nämlich materiell bessere Verhältnisse für sich. Sondern sie bekommen dann von Euch erzählt, wozu ihre Stimme TATSÄCHLICH gut war (sofern sie der SPD zur Macht verholfen hat): Nämlich dafür dass die SPD jetzt Deutschland voranbringt, indem sie ihren Wählern den Gürtel enger schnallt.

    1. @Christian:
      schön, dass Du den „Klassenfeind“ besser begreifen möchtest- aber bereits ohne Deine Quelle gelesen zu haben, frage ich Dich: sind Einzelmeinungen relevant?
      Bei mir wiegelst Du doch auch häufig ab, ich würde nur meine Meinung vertreten (was auch richtig ist, denn Phrasendreschmaschinen auf zwei Beinen gibt’s schon viel zu viele).

      1. @ Nordstadt: Leb damit: Das zweigleisige fahren (Kommunismus + Marktwirtschaft) funzt nicht.
        Von daher sehe ich auch keinen Zwang zwischen Kommunisten, Halbkommunisten und Schwachköpfen zu unterscheiden. Alle ind der selben Partei.

        Ich weiss einzig noch nicht, worunter ich dich einordnen soll: Halbkommunist oder Schwachkopf? :)

        1. @FA (00:56):
          na, wollen „wir“ jetzt beleidigen?
          Tsts, wenn „man“ gar keine Argumente mehr hat…
          Wo ich politisch stehe, kannst Du hier zur Genüge nachlesen. Dein Schubalden-Denken habe ich mit 19 abgelegt. Es gibt eine Welt jenseits des Tellerrands.

  6. Naja, lieber Christian, ich kann die Kritik von weiter links an der Haltung der SPD schon verstehen. Wenn in dem „Sparpaket“ jetzt Ausgaben wieder gestrichen werden, die erst nach Rot-Grün eingeführt worden, kann man schlecht so tun, als sei Rot-Grün der Garant des Sozialstaats und Schwarz-Gelb dessen Totengräber.

    Heuchelei sehe ich aber auch darin, dass die Sozis keine Skrupel haben, die Demonstrationen der üblichen Verdächtigen als Volksaufstand gegen die ach so unsoziale Regierungspolitik umzudeuten und gutzuheißen (dein Argument von oben, „schau mal in den Bundeshaushalt“, passt auch sehr gut auf SPD-Kritik), sich aber sogleich pikiert fühlen, wenn sie mit den üblichen Methoden dieses „Widerstands“ an ihr eigenes Regierungshandeln erinnert werden. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass – das funktioniert in den seltensten Fällen.

      1. Verstehe den Kommentar nicht

        Offensichtlich. Wahrscheinlich ein Reflex ;-)

        Ich kann mir einfach aus Erfahrung gut vorstellen, was die Sozis gesagt hätten, wären die Eier gegen, sagen wir mal, Westerwelle geflogen. Die Empörung richtet sich scheinheiligst ja nicht gegen die Methode an sich, sondern nur dagegen, dass es einen von euch erwischt hat.

        Du bist doch so versiert im Subtexterkennen, das müsste dir beim Lesen deines eigenen Beitrags doch auch ins Auge stechen ;-)

          1. Ach ja, aber dass Westerwelle „gegen HartzIV-ler gehetzt“ hat, ist eine schlüssige Vermutung?

            Mannomann, der Sauerteig der Pharisäer…

            Lies deinen eigenen Beitrag besser nochmal. Gleich der erste Satz stellt alles klar.

      2. @ Christian: Mal ohne parteipolitischen Hintergrund:

        Die Bundesregierung ist doch völlig unfähig. Darin sind sich Fans und Gegner einig. Trotzdem sieht die SPD den Hauptfeind in der Bundesregierung.

        Warum die Bundesregierung für ein Sparpaket verantwortlich machen, das erst dadurch notwendig wurde, dass ALLE Parteien über Jahrzehnte hinweg nicht wussten, dass 1 – 2 weniger als 0 ist??

        Meine Meinung: Das geschieht euch recht. Jeden Scheiss verteidigen, wenn ihr die Bundesregierung stellt, und jeden Mist (selbst wenn nichts passiert ist) verteufeln, wenn ihr in der Opposition seid. Das ist echt peinlich.
        Versuch mal bitte, deine SPD-Hirnwäsche abzulegen, dann können selbst wir beide hier diskutieren.

        Vielleicht kaufen die Leute auf der Straße (eure Wähler) euch die Lügengeschichten dann auch wieder ab, keine Ahnung.

        1. @FA (01:04):
          welche „ALLE“ Parteien?
          Scherst Du nicht etwas unnötig „ALLE“ über einen Kamm?
          Aber nein, kommt nun wieder die DDRSED-Platte?
          Wie öde und voraussehbar. Anstatt die Realitäten zu sehen, z. B. dass die Reichen (na, gibt’s die denn wenigstens in Deinem Weltbild?) immer reicher werden- Dank Steuergeschenken, sog. Schlupflöchern usw.

          @all:
          Gute Nacht :-)

          1. @ Nordstadt: Deine Partei meine ich natürlich nicht, ihr seid nicht ernstzunehmen. Ein Affenhaus im Zoo der Wahl macht bessere Realpolitik als die Linke.

            Ich weiss, jaja, die Reichen immer reicher, die Armen sind inzwischen alle tot, und nur Leute wie du können die Menschheit retten.
            (Zwischenfrage: Warum gibt’s dann inzwischen nicht nur noch Millionäre in Deutschland, wenn die Armen alle verhungert sind?)

            Ist schwer, gegen dich zu argumentieren, weil Logik für dich kein Hindernis ist, genausowenig wie Geschichte. Immer nur blöd daherlabern, das hält das Wahlvolk bei der Stange.

            Viel Spaß beim Mandat, ich schau mir dein Versagen dann aus dem Ausland an :)

          2. ok, hier mal ein stichhaltiges Argument:

            Die SED ist an der Staatsverschuldung nicht schuld. Als das in Westdeutschland angefangen hat (70er), war die SED damit beschäftigt, Leute an der Mauer abknallen zu lassen. Besser?

        2. @FA (02:46 [!]):
          ein denkwürdiger Beitrag ;-)
          Kommen auch Argumente oder nur Parolen?
          (soviel zum Thema: Ein Käfig voller Narren- Leute, die Andere als verrückt bezeichnen, empfehle, sich mal mit der Psychatrisierung als Mittel der politischen Verfolgung [u. a. in der UdSSR] auseinanderzusetzen- aber nein, „Kommunisten“, die „Kommunisten“ kritisieren, das kann nicht sein…)

        3. „Warum die Bundesregierung für ein Sparpaket verantwortlich machen, das erst dadurch notwendig wurde, dass ALLE Parteien über Jahrzehnte hinweg nicht wussten, dass 1 — 2 weniger als 0 ist??“

          Ich bin für ein Sparpaket. Ich habe schon diverse Vorschläge hier gemacht. Das vorlegte Sparpaket halte ich jedoch für völligen Murks.

          Sigmar Gabriel hat der Regierung einen „Pakt der Vernunft“ angeboten – etwas pathetisch, aber richtig.

  7. Deine Kritik an den Kommunisten ist zwar berechtigt – aber warum macht die SPD überhaupt mit, wenn der übliche linke Narrensaum solche Demos veranstaltet?

    Denn das „Zahlen für die Krise“ hat ja noch die SPD in Regierungsverantwortung mitbeschlossen. Und beim aktuellen Zahlen für Griechenland hat die SPD nur kritisiert, daß das Geld nicht noch schneller nach Süden geflossen ist.

    Das war eben kein Protest gegen die Regierung, sondern letztlich einer gegen das „System“, also unsere Demokratie. Veranstaltet von Leuten, die generell nie für etwas zahlen, erst recht nicht für irgendeine Krise.

    Wenn die SPD solchen Unsinn unterstützt, muß sie auch mit den üblichen Reaktionen dieser Chaoten rechnen.

    1. @RA:
      und wieder die üblichen Phrasen auf B*ild-Zeitungs-Niveau „… zahlen keine Steuern… aber Krawall machen… am Besten ins Arbeitslager… oder gleich erschiessen, das faule Pack…“
      Sag‘ mal, gibt’s von Ihnen#/ Dir auch mal „was von Ratiopharm“, sorry, mit *Substanz*?

      #Bei Euch Rechts-Außen muß man mit dem Duzen vorsichtig sein… seid immer gleich beleidigt…

      1. @Nordstadt:
        > und wieder die üblichen Phrasen auf B*ild-Zeitungs-Niveau …
        Offenbar bist Du ein eifriger BILD-Leser, wenn Du die so genau kennst.

        > „… zahlen keine Steuern…
        Das kann man bei der Mehrzahl der „Demonstranten“ durchaus vermuten.

        > aber Krawall machen… am Besten ins Arbeitslager… oder gleich
        > erschiessen, das faule Pack…„
        Und diese Sprüche hast Du Dir ausgedacht, die gehören nicht in diese Diskussion.

        Und auf die Substanz hast Du ja nicht geantwortet.

        1. @RA:
          nein, lediglich der obere Teil der ersten Seite der „Bl*d“ ist beim Warten an der Kasse nicht zu übersehen. Ich lebe ansonsten gerne von Deiner Expertise ;-)
          Ja (bzgl keine Steuern zahlender „Berufsdemonstranten“), vermutet hat „man“ früher auch, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Auch total viel Substanz.

          Im Übrigen
          @all
          wird die Demo am Samstag nicht nur aus „Kommunisten“ bestanden haben. Es gibt genug Leute, die nicht mehr schweigen, ohne einen- wie auch immer- linken ideologischen Hintergrund parat zu haben.

          @Christian:
          es würde mich freuen, wenn Du das Diven-hafte „na, dann eben nicht“ auf Deinen Freundeskreis beschränken könntest (nein, heute gehe ich mal nicht mit auf Tour, mir ist soooo schlecht…)-
          weder Du noch die SPD (und erst recht nicht ich) sind der Nabel der Welt oder ein willfähriger Hort für Eitelkeiten und Koketterie- it’s politics, baby :-)

          1. @Nordstadt:
            > Ja (bzgl keine Steuern zahlender
            > „Berufsdemonstranten”), vermutet hat „man” früher
            > auch, …
            Die Vermutung bezieht sich darauf, daß sich die Demos und ihre Zusammensetzung in den verschiedenen Städten nicht wesentlich unterscheiden.

            Und deswegen halte ich es für gerechtfertigt, die Erfahrungen bei mir vor Ort als Muster zu nehmen. Und da finden sich halt bei den Demos immer wieder die üblichen Verdächtigen, teilweise schon seit Jahrzehnten, egal welches Thema gerade durchs Dorf gejagt wird. Ein nahtloser Übergang vom BaFöG zur Stütze gehört da zur normalen Biographie.
            Und einen ernsthaften Beitrag zum Zahlen wird man auch bei den übrigen nicht erwarten können – wer richtig Steuern zahlt, hat meist gar nicht die Zeit für solche Hobbies.

          2. @RA:
            „@Nordstadt:
            > Ja (bzgl keine Steuern zahlender
            > „Berufsdemonstranten”), vermutet hat „man” früher
            > auch, …
            Die Vermutung bezieht sich darauf, daß sich die Demos und ihre Zusammensetzung in den verschiedenen Städten nicht wesentlich unterscheiden.“
            Aha, warst Du zugleich in Stuttgart UND Berlin?

            „Und deswegen halte ich es für gerechtfertigt, die Erfahrungen bei mir vor Ort als Muster zu nehmen. Und da finden sich halt bei den Demos immer wieder die üblichen Verdächtigen, teilweise schon seit Jahrzehnten, egal welches Thema gerade durchs Dorf gejagt wird. Ein nahtloser Übergang vom BaFöG zur Stütze gehört da zur normalen Biographie.“
            Kenne erstaunlich wenig Leute, die Deinem Vorurteil entsprechen. Zumal es sich um verschiedene „scenes“ handelt. Frage mal den Verfassungsschützer Deiner Wahl ;-) (einfacher ist’s allerdings, mal den Verfassungsschutzbericht- Land oder Bund- zu lesen)

            „Und einen ernsthaften Beitrag zum Zahlen wird man auch bei den übrigen nicht erwarten können — wer richtig Steuern zahlt, hat meist gar nicht die Zeit für solche Hobbies.“
            Das kannst Du natürlich beurteilen. M. E. nach ist bei den meisten Demo ein Mischmang von sozialer und intellektueller Herkunft sowie Status anzutreffen. Aber Du sprichst ja lieber ÜBER die Leute anstatt MIT ihnen.
            Schön bequem, das dann als „Urteil“ zu verkaufen. Und so „nah an den Menschen“ ;-)

    2. „Deine Kritik an den Kommunisten ist zwar berechtigt — aber warum macht die SPD überhaupt mit, wenn der übliche linke Narrensaum solche Demos veranstaltet?“

      Eine gute Frage. :)

      1. Ja, besser wäre es doch, einen auf „gut Freund“ mit Angie und ihren schwarz-gelben Jungs zu machen, oder?
        Dann klappts auch wieder mit den Wahlergebnissen.

          1. Wenn man noch selber entscheidet, wer die Mitte ist, dann vielleicht schon. Wenn man sich aber von anderen einreden lässt, wo die Mitte ist, dann klappt das eher nicht.

          2. @Kalle:
            die „Mitte“ ist im Zweifel zwischen den Stühlen- und eigentlich ein ideologisch besetzter Kampfbegriff- so wie auch „die Menschen“ (regt mich bei meiner Partei regelmäßig auf).

          3. Man sollte vielleicht einfach sagen:
            „Wahlen werden von dem gewonnen, der die Mitte definiert.“

  8. Das ALG II als Fortschritt zu sehen, okay, das brauch man nicht zu diskutieren, Scheiße als Rose zu bezeichnen, köstlich.
    Das kann auch nur jemand von der Venus. Wo mir übrigens auch der ganze Rest der SPD herzukommen scheint.
    Anstatt zu Sagen wir habens verbockt, nein, in Selbstmitleid zerfließen und es auf den Wähler schieben, der Festgestellt hat ich muss nicht im Tennisverein sein wen ich Fußball spielen will.
    Den die Politik von Schröder, hätte man billiger mit der CDU bekommen können. Dann die ganze dämliche Show mit den Linken und indirekt deren Wähler, die meißt nur enttäuschte SPDler sind. Ich sag nur:“dig lazarus dig“ .

    Mit Willy Brandt habt ihr wirklich den letzten Sozialdemokraten verloren, der rotiert gerade im Grab. Einfach nur noch traurig.

    1. „Mit Willy Brandt habt ihr wirklich den letzten Sozialdemokraten verloren, der rotiert gerade im Grab. Einfach nur noch traurig.“

      Das ist insofern richtig, als dass ein Willy Brandt sicherlich nicht während Sozialreformen ala Agenda 2010 die Gesellschaft durch dumme Sprüche (Clement: „Arbeitslose sind wie Parasiten“) gespalten hätte sondern Versöhnung gepredigt hätte.

      Das ist auch mein zentraler Vorwurf an die SPD: Nicht die Politik als Solche war der Sündenfall sondern die begleitende Rethorik, die reale Auswirkungen hatte, die ich ekelhaft finde.

      1. @Kalle:
        irgendwie richtig- und irgendwie nicht.
        Hätte ich 98 das Schröder-Blair-Papier nicht gelesen, wäre ich womöglich auch auf die SPD-Propaganda reingefallen.
        Ist so’n bißchen wie mit „Mein Kampf“- fürwahr ein unzulässiger Vergleich.
        Immerhin ist Christian und sind manch Andere/r Jungsche/r durch die Gnade der späten Geburt gerettet ;-)

    2. „Das ALG II als Fortschritt zu sehen, okay, das brauch man nicht zu diskutieren, Scheiße als Rose zu bezeichnen, köstlich.“

      Dann eben keine Diskussion. Auch recht.

      1. Das würde vorraussetzen das Interesse dazu besteht, mehr ALG II ist gut kam ja nicht.
        Zumal genug andere Sachen zu diskutieren wären, aber hey nicht ich verliere Stimmen.

  9. So sind sie, die …(wer auch immer)!
    Ernsthaft: die Spaltungen innerhalb der Sozialdemokratie ( in SPD/USPD/KPD später SED/Grüne/PDS…) und die unrühmliche Allianz der „rechten“ Sozen mit der herrschenden Bourgeoise waren Gründe für den Untergang der 1. Republik auf deutschem Boden. Die einen waren in den Augen der anderen Sozialfaschisten(SPD), die anderen die rot lackierten Faschisten (KPD)… Wenn es heute wieder(!) so sein muss, dass Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten, Unabhängige…ihre eigene Daseinsberechtigung in der Diffamierung und Bekämpfung ihrer „ideologischen“ Brüder/Schwester sehen und kein gemeinsames Streben nach Demokratie und Freiheit (vom Kapitalismus) existiert…na dann: Gute Nacht Europa.
    Weiter: (Selbst)Kritik ist innerhalb der „Linken“ (damit meine ich alle demokratischen „Sozial-Demokraten-Isten“) ist absolut notwendig. Die Positionen der anderen Seite muss ernst genommen werden, sonst wird auf Dauer die Spaltung immer tiefer und tragischer. Genau aus diesem Grund müssen sich die Top-Rankings der SPD -und was für absoluten Ar**geigen an der Spitze der SPD sind…boah…das wird mir ganz anders (damit meine ich nicht nur Clement oder Sarrazin)- vorwerfen lassen, dass sie die letzten Jahre _versagt_haben_ ich sach nur H4! Aber zur Selbstkritik ist die SPD immer noch nicht bereit…vielleicht helfen da ja Flugeier als Denkbeschleuniger ;-)
    Wie auch immer…

        1. @Hundekuchen+ Kalle:
          naja, so ganz freiwillig soll die Fusion 1946 nicht gewesen sein.
          Immerhin ist die Hallenser SPD der Ansicht, auch in den Jahren 1946- 90 „für Sie da“ gewesen zu sein (Kommunalwahlkampf 2009).
          Aber HK meinte das wohl etwas anders…

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