So sind sie, die Kommunisten

Nicht wahr, man sollte meinen, die schwarz-gelbe Bundesregierung sei das Ziel der Kritik gewesen bei der Demonstration „Wir zahlen nicht für eure Krise” am Samstag in Stuttgart? Denn an der Regierung sind nun einmal CDU/CSU und FDP, das zu wissen ist nun keine große Kunst.

Aber ach, wir wurden eines Besseren belehrt. Dass SPD und Grüne sich am Protest gegen die Bundesregierung betei­ligten, wurde seitens des soge­nannten „Revolutionären Blocks” nicht etwa geduldet oder gar gewür­digt — nein, im Gegenteil. Voller Stolz verkündet der „Revolutionäre Block” bei „Indymedia”:

Ab dem Moment an dem der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag, Claus Schmiedel als Redner ange­kün­digt wurde, protes­tierten hunderte Menschen direkt vor der Bühne und viele weitere im gesamten Bereich der Abschlusskundgebung. Mit Rufen wie „Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten. Wer war mit dabei – die grüne Partei“ oder „Hartz 4 – das wart ihr“ und Rufen gegen Stuttgart21 wurde er über­tönt. Dazu flogen dutzende Eier, Tomaten und andere Gegenstände.

So sind sie, die Kommunisten. CDU und FDP sind zwar Gegner, aber irgendwie gehören sie doch dazu, zur kommu­nis­ti­schen Folklore. Die SPD hingegen, das ist der Feind — der Todfeind. Der muss mit Feuer und Schwert bekämpft werden. Denn, ach, die Kommunisten finden es gar zu dumm, dass die SPD linke Wähler bindet, dass diese keine nütz­li­chen Idioten auf dem Weg zur „Diktatur des Proletariats” sein wollen (s. Sozialfaschismusthese).

Mir gegen­über wurde verschie­dent­lich behauptet, auch Linksjugend-Mitglieder seien bei den Angriffen auf Claus Schmiedel betei­ligt gewesen. Ich kann das nicht bestä­tigen, meine Quellen sind jedoch sehr glaub­würdig. Jedenfalls ist klar: mit solchen Leuten wird sich die SPD niemals gemein machen. Kommunisten haben gemeinsam mit Nationalsozialisten die Weimarer Republik in den Untergrund getrieben, das braucht Deutschland kein zweites Mal. Wenn sich die Linkspartei nicht schnell von diesen Attacken distan­ziert, dann nehmen wir den fehlenden Willen der Linkspartei zu Reformen zur Kenntnis.

Inwieweit die Polizei ihrem Schutzauftrag erfolg­reich nach­ge­kommen ist, ist eben­falls zu hinter­fragen. Bei der nächsten Demonstration wird die Polizei vermut­lich härter zuschlagen. Ich kann es ihr nicht verübeln.

Über Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

77 Kommentare zu “So sind sie, die Kommunisten

  1. >Kommunisten haben gemeinsam mit Nationalsozialisten die Weimarer Republik in den Untergrund getrieben

    Leider wird — sicher aus nahe­lie­genden Motiven — der Anteil der SPD am Niedergang der Weimarer Republik verschwiegen.
    Kurz zur Erinnerung: die SPD trug die durch Notverordnungen ermög­lichte schäd­liche Wirtschaftspolitik des dama­ligen Reichskanzlers Brüning mit.
    Aber wie der Rest des Beitrages deut­liche werden lässt, Schuld sind immer die anderen …

  2. @Christian:
    und ein Teil Deines Artikels– vor allem der histo­ri­sie­rende Teil mit der Legende zum alleingen causa zum Ende der WR– ist „self-fullfilling prophecy”.
    Ich bin da ganz unbe­sorgt, bei der nächsten Gelegenheit wird die Polizei „zurück­schiessen”.
    Deine Aufregung verstehe ich, aber Du soll­test Dir m. E. mal den Schaum vom Mund abwi­schen, bitte.
    Die Attacken geschehen nicht nur aus dem Grunde, dass die SPDler für manche Akteure „Sozialfaschisten” seien (was sind dann eigent­lich die Grünen?), sondern in der– m. E. verständ­li­chen– Enttäuschung über den realen Kurs der SPD inner­halb der letzten 12 Jahre, beson­ders die Hartz-Gesetzgebung verbunden mit den Steuergeschenken für Reiche hättet ihr besser (so?) nicht „eintüten” sollen.

  3. Es wird immer schwerer, in die Denkweise dieser so genannten „Linken” einzu­tau­chen. Immer nach dem Motto: „Bist du nicht für mich–bist Du gegen mich!” wird dort „Politik” gemacht. Werden sie, die Linken, kriti­siert und zur eigenen Geschichte gestellt, zeigen sie die ihnen sehr eigene Intoleranz gegen­über Andersdenkenden. Rosa Luxemburgs Satz von der Freiheit des Andersdenkenden gilt dann nichts mehr.

    Dieser Satz wird immer und stets zur eigenen „linken” Rechtfertigung heran­ge­zogen. Das Besitzanspruchs-Monopol für linke Politik liegt nun mal eben nicht ausschliess­lich bei der Partei, die sich die LINKE nennt. Links zu sein ist mitnichten nur eine partei­be­zo­gene, sondern viel­mehr auch eine indi­vi­du­elle und alltäg­liche Lebenseinstellung. Links zu sein heisst auch nicht: „ich bin Kommunist!”.

    Die persön­liche Freiheit sagen zu dürfen, ich bin links, aber kein Kommunist und kann dem Kommunismus nichts abge­winnen, sollte frei nach Rosa Luxemburg auch in der Linkspartei” möglich sein.

    Das dem aber in dieser Partei nicht so ist, belegen viele Fakten, Parteiausschlüsse und auch frei­wil­lige Parteiaustritte. Denn hier ist es viel­fach so, das nicht die Kommunisten von anderen bekämfpt werden, sondern viel­mehr anders herum. Und dann sind die Mittel nicht zimperlich!

    Und das vom „Bullenterror” gegen­über linken Demonstranten in Berlin geredet wird (siehe: http://scharf-links.de/47.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10731&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=797a03d02a ) wird uns alle auch nicht näher bringen.

    Die LINKE, speziell in NRW, ist schlichtweg ihrer Aufgabe regie­rungs­willig– und fähig zu sein, nicht nach­ge­kommen. Sie hat es einfach (mit-) vergeigt. Sich jetzt aber zur einzig legalen und bundes­weit auto­ri­sierten linken poli­ti­schen Kraft in Deutschland aufzu­spielen, erscheint —nicht nur mir— doch sehr frag­würdig. Eine 5,6-prozentige NRW-Zustimmung ist eben auch eine 94,4-prozentige Ablehnung für diese Partei in NRW. Das sollte die Linke in NRW bei all ihren weiteren Über­le­gungen und Planspielen immer mit im Kopfe haben. Eine weiter schlei­chende „Dämonisierung” der SPD bei gleich­zei­tiger Anbiederung an sie zu betreiben, ist einfach zu sehr durch­schaubar, als das man den Linken da poli­ti­sches Talent und Weitsicht unter­stellen könnte.

    Denn eines ist mir auch klar: beim erst­besten SPD-Angebot an die Linken sind sie zur Stelle. Aber die eigene Zwickmühle ist einfach zu groß. Zu vielen Fundamentalisten stehen zu wenigen Realpolitikern in dieser Partei gegen­über. Und einen solchen Spagat bekommt niemand hin, selbst die sehr dehn­bare LINKE nicht!

    • Die Freiheit des Andersdenkenden schließt nicht die Freiheit des Andersregierenden ein. SPD-Politiker werden schließ­lich nicht vorder­gründig wegen ihrer Meinungs ange­griffen, sondern wegen ihren Taten.

      Man kann ja gerne links sein, aber kein Kommunist, aller­dings wird gerade bei der rot-grünen Achse gern dieses „links­li­beral” ausge­nutzt um unent­schlos­sene linke Wähler zu gewinnen und nach hypo­kri­ti­scher Praxis dann z. B. Hartz 4 oder die Vorratsdatenspeicherung durch­zu­setzen, vom Krieg im zerfal­lenen Jugoslawien möchte ich gar nicht erst anfangen.

  4. Christian, du über­treibst maßlos.

    Ich finde es völlig nach­voll­ziehbar, dass sich der Hass der Linksradikalen (die nicht zwin­gend Kommunisten sind) auch auf SPD und Grüne bezieht — waren schließ­lich auch Rot-Grün am massiven Sozialabbau im letzten Jahrzehnt maßgeb­lich betei­ligt. Das läuft der Ideologie der Linksradikalen zuwieder, also ist es nicht verwun­der­lich, dass sich deren Hass nicht nur gegen die aktu­elle Regierung sondern auch gegen Rot-Grün richtet. Warum sollten sie eine Partei wie die SPD als Partner oder poten­ti­ellen Verbündeten betrachten? Das tun viel­leicht die Sozialverbände, Kirchen oder Gewerkschaften. Die sind ja auch ideo­lo­gisch anders gestrickt als der schwarze Block.

    Unabhängig davon verur­teile ich die Gewalt, die vom „revo­lu­tio­nären Block” ausgeht. Ich würde aber nicht so weit wie du gehen, und der Polizei empfehlen, das nächste mal härter zu zu schlagen.

      • Als ob der Anteil der Sozialleistungen (darunter fallen z. B. auch Rentenansprüche und Gesundheitskosten) am Bundeshaushalt eine hinrei­chend aussa­ge­kräf­tige Ziffer wäre für die realen Zustände im Land.

        Fakt ist: Es gibt einen gefühlten Sozialabbau. Die Schere zwischen Arm und Reich ist auch unter Rot-Grün und Rot-Schwarz immer weiter ausein­ander gegangen. Bewerten kann man das, wie man mag, aber den Begriff Sozialabbau finde ich angemessen.

        • „Fakt ist: Es gibt einen gefühlten Sozialabbau.”

          Aha? Ein „gefühlter Sozialabbau” ist ein „Fakt”?

          • Du verdrehst hier etwas. Ich habe geschrieben, dass es Fakt ist, dass weite Teile der Bevölkerung einen Sozialabbau fühlen. Nicht dass ein gefühlter Sozialabbau ein Fakt ist ;).

      • „Wir werden Leistungen des Staates kürzen.” Gerhard Schröder in seiner Agenda 2010-Rede.
        „Gürtel enger schnallen”, „Besitzstände abbauen” usw. Das sind alles Stichworte, die die Protagonisten der Agenda 2010 selbst gesagt haben und versucht haben, als Notwendigkeit zu vermitteln.

        Zu bestreiten, dass massen­haft Menschen, die eh’ schon zu den Ärmeren der Gesellschaft zählten, durch Rot/Grün mate­riell schlechter gestellt wurden, dass ist einfach Realitätsverweigerung und sonst nichts.

        • Die Frage ist, wie man „massen­haft” definiert.

          • Ist doch völlig egal. Streich das massen­haft einfach weg, dann bleibt immer noch übrig, dass Ärmere noch ärmer gemacht wurden.

            Im Übrigen nochmal die Erinnerung aus meinem comment weiter unten: Die SPD selbst hat doch gar nicht bestritten, dass sie diese Einschnitte in den Sozialstaat zu Lasten der Ärmeren gemacht hat. Dieser Fakt, der nicht verschwiegen wurde, lag doch dem ganzen „Vermittlungs-Problem” zu Grunde. Du machst Dich doch selbst bei den Befürwortern der Agenda 2010 in der SPD lächer­lich, wenn Du das hier zu bestreiten versuchst.

          • Natürlich wurden Leistungen gekürzt. Das bestreite ich nicht.

            Gleichzeitig wurden aber auch Leistungen ausge­baut. Die alte Sozialhilfe bspw. war wirk­lich menschen­ver­ach­tend, das ALG II ist ein klarer Fortschritt.

          • @Christian:
            ”… ein Fortschritt.„
            Durch die „Weitsicht” meiner letzen Firma bedingt, konnte ich im Abstand von ca. 20 Jahren beide Modelle zur Elendsverwaltung kennen­lernen– Sozialhilfe war, nach meiner Erfahrung(!), keinen Deut schlimmer als Hartz4 ist– im Gegenteil wird das Hinterher-Spionieren und Unterstellen (grade letzte Woche wieder), „man” hätte einen Leistungsbetrug begangen, immer schlimmer. Dass das und weitere Unmöglichkeiten kein „tragi­scher Einzelfall” ist, höre ich von vielen Verwandten, Bekannten und GenossInnen.
            Aber das spielt in Deiner „heilen Agenda-Welt” keine Rolle– die acht Millionen sind doch eh alles entweder Spinner oder arbeits­scheu, nech?
            Und die betrof­fenen Kinder– na, selbst schuld, wer solche Eltern hat, oder?
            Du soll­test ab und an etwas Anders im TV anschauen als Privatsender.

          • @ Nordstadt, comment:

            Wer sind denn die ärmsten der Armen in Deutschland? Familien mit 3 Kindern und 2 arbeits­losen Eltern?

            Diese Leute haben einen Lebensstandard, den in Osteuropa, Asien oder Südamerika die obere Mittelschicht hat.

            Hört mir auf mit dem Armuts-Gejammere, es ist echt peinlich.

        • Ja Nee, ist klar:
          Die „Ärmsten der Armen” wurde durch Rot-Grün noch ärmer gemacht.

          Sorry, aber ich kenne ein paar „Ärmste der Armen” noch aus der Zeit vor Hartz IV.
          Alleinerziehende Mütter mit grund­schul­pflich­tigen Kindern, die wegen der Kinderbetreuung nicht arbeiten können.
          Obdachlose.
          Wie gings denen vor Hartz IV ?
          Sie mussten um alles beim Sozialamt betteln, wo der Sozialstaat in Form eines Beamten vor ihnen saß. Selbst beim Besten Willen ( und manche dieser Beamten hatten ihren Spaß an ihrer Macht ) hieß es oft genug „Sorry, keine Beihilfe”.
          Dazu kam noch die Stigmatisierung als Sozialhilfeempfänger bei Ärzten (ja, keine Krankenkasse ) oder auf dem Arbeitsamt ( da gabs das schöne Roulett: städit­sche ABM bis Anspruch, dann Arbeitslos ) oder in der Öffent­lich­keit als „Assi”.

          Nein, für die Ärmsten der Armen ist es mit „den Neoliberalen Hartz IV Reformen” besser geworden.
          Hartz IV kann schließ­lich jeden treffen.

          Und das ist es, was der SPD und den Grünen nach­ge­tragen wird:
          Das sie uns die geringe Chance zumuten selber irgend­wann mal ein „Assi” zu sein.
          Früher konnte man als Facharbeiter, Akademiker oder Selbstständiger sich der Illusion hingeben das nie auf Sozialhilfe ange­wiesen zu sein.
          Schließlich hatte man durch — zum Teil lange — Berufstätigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosenhilfe erworben.
          Das dieser Anspruch nicht vergleichbar mit dem z.B. einer Kapitallebensversicherung ist weil die Arbeitslosenversicherung mehr mit einem Schneeballsystem als einer Versicherung zu tun hat wurde bewusst ignoriert.

          Nicht die Ärmsten der Armen sind die Opfer von Hartz IV.
          Es sind die Akademier und gut Ausgebildeten Facharbeiter die hohe Löhne und Gehälter beziehen mit denen sie in der Vor-Hartz Zeit auch entspre­chend hohe Arbeitslosenhilfe bezogen haben.
          Ich gehöre selber zu dieser Gruppe. Ich bin auch schon 10 Monate Arbeitslos gewesen und hab absehen können in Hartz IV zu rutschen.
          Beruhigend war das nicht, aber warum soll ich besser gestellt sein als eine junge Mutter ohne Ausbildung bei der sich der Kindsvater ohne zu zahlen verdrückt hat ?
          Das ist Solidarität. Zwei Klassen von Sozialhilfeempfängern sind es nicht.

          Was man der SPD aller­dings ankreiden kann ist das sie sich nicht entblödet Neosozialistisches Klassenkampfvokabular wie „Neoliberal” zu verwenden.
          Ich frag mich wie sich Claus Schmiedel nach der Aktion Luft verschafft hat:
          „Jetzt hetzt ich schon gegen Neoliberale, und trotzdem werd ich von Links mit Eiern beworfen !”

          Auf die Art treibt man auch noch die letzten kriti­schen Arbeitnehmer (darunter fast alle die in den Betrieben im unteren und mitt­leren Management beschäf­tigt sind) und Unternehmer aus der Partei.
          Gut, mit dem Rest könnte man lang­fristig noch Juniorpartner in einer Dunkelrot-rot-grünen Koalition werden.

          • @Alrik:
            wie meis­tens, auch mein obiger Beitrag, nur ein Ausschnitt der Realität.
            Deine Thesen zur SPD sind etwas kurz, aber immerhin in sich stimmig.

          • In Deutschland ist NIEMAND arm. Bitte das mal zur Kenntnis zu nehmen, nur mal so als Tip von jemandem, der mal was anderes als Mitteleuropa gesehen hat.

            Du hast nicht die geringste Ahnung davon, was Armut bedeutet, und es inter­es­siert dich auch nicht wirk­lich. Alles nur Propaganda.

            Ich war die zweite hälfte meines Lebens ärmer als ein Hartzie, bin aber trotzdem noch am Leben. Hatte sogar ein ziem­lich gutes Leben. Duh.
            Musst halt buckeln gehen.
            Geht aber nicht, weil Arbeit ja menschen­ver­ach­tend ist, außer wenn ein ‚namen­loser Volltrottel aus Schleitz’ zufällig Raketeningenieur wird.

          • @FA (00:48):
            „In Deutschland ist NIEMAND arm. Bitte das mal zur Kenntnis zu nehmen, nur mal so als Tip von jemandem, der mal was anderes als Mitteleuropa gesehen hat.„
            Ich war auch schon außer­halb Europas (Ägypten)- was sagst uns das jetzt?

            „Du hast nicht die geringste Ahnung davon, was Armut bedeutet, und es inter­es­siert dich auch nicht wirk­lich. Alles nur Propaganda.„
            Woher willst Du wissen, was ich weiß und erlebt habe? Kennen wir uns von irgendwo her?

            „Ich war die zweite hälfte meines Lebens ärmer als ein Hartzie, bin aber trotzdem noch am Leben. Hatte sogar ein ziem­lich gutes Leben. Duh.
            Musst halt buckeln gehen.„
            Siehe oben– was soll das hier sagen?

            „Geht aber nicht, weil Arbeit ja menschen­ver­ach­tend ist, außer wenn ein ‚namen­loser Volltrottel aus Schleitz’ zufällig Raketeningenieur wird.„
            Den Satz verstehe ich gar nicht. Aber Du nimmst Dir die Zeit und erklärst ihn, ja?

          • @Alrik:
            „Beruhigend war das nicht, aber warum soll ich besser gestellt sein als eine junge Mutter ohne Ausbildung bei der sich der Kindsvater ohne zu zahlen verdrückt hat ?
            Das ist Solidarität.”

            Was, bitte­schön, ist soli­da­risch gegen­über den wirk­lich armen, wenn diejeingen, die vorher noch was hatten, nun auch arm gemacht werden? Wie ist denn durch die neue Armut denje­nigen, die vorher schon arm waren, geholfen?
            Wenn das Solidarität ist, ist es ein Scheiß, der den Neu-Armen schadet und den Alt-Armen über­haupt nicht hilft.

            Zu „H4 besser als Sozialhilfe”:
            Es gibt wohl Fälle, so genau kenne ich die Statisken nun nicht, wo jemand mit H4 am Ende work­lich mehr hat als mit Sozialhilfe vorher. Genauso gibt es aber Fälle, wo mit H4 weniger raus­komt als mit Sozialhilfe. Das liegt einfach daran, dass (wie Du ja auch schreibst) vorher einzelne Leistungen bean­tragt werden mussten und das in H4 pauscha­liert drin steckt.

            Inwiefern das Beantragen einzelner Leistungen vorher nun schlimmer sein soll (oder gar menschen­ver­ach­tend im Gegensatz zu H4) als meinet­wegen der verschärfte Missbrauchsverdacht jetzt mit dem Rumschnüffeln in Schalfzimmerschränken, bleibt mir ein Rätsel. Da das eine für menschenverachtend=furchtbar und das andere für solidarisch=gut zu halten, ist schon sehr merkwürdig.

          • @comment (heute Morgen):
            Du wirst keine Antwort bekommen, Deine Fragen sind ja „verrückt”.
            Kein Wunder, dass sich (endlich) Widerstand regt, der Roß und Reiter benennt (und bekämpft).

          • @Alfonzo:
            „In Deutschland ist NIEMAND arm. Bitte das mal zur Kenntnis zu nehmen, nur mal so als Tip von jemandem, der mal was anderes als Mitteleuropa gesehen hat.”

            Der Verweis auf andere Weltgegenden, um die Armut hier­zu­lande zu leugnen, ist verkehrt.

            1. Auf diese Weise kann man so ziem­lich JEDE Armut leugnen, weil es immer irgendwo noch jemandem schlechter geht.
            Wanderarbeiter/Tagelöhner in China? Nicht arm, die leben schließ­lich noch während woan­ders welche verhun­gern.
            Kinder, die in Afrika auf Müllkippen von Elektroschrott aus D rumkra­xeln und sich dabei langsam vergiften? Nicht arm: 100 km weiter verhun­gern Kinder kurz nach der Geburt, während die Kinder auf den Müllkippen wenigs­tens noch irgend­eine Lebenserwartung haben.
            Usw.
            Klar waren diese Beispiele jetzt extrem und natür­lich hat ein H4ler mehr als ein chine­si­scher Wanderarbeiter, aber die Logik des Verweises auf noch ärmere ist dieselbe.

            2. Viele Menschen HIER sind von dem Konsum-Reichtum, den es HIER gibt, weitest­ge­hend ausge­schlossen durch mangelndes Geld. Sie können alles im Schaufenster bewun­dern (es gibt also Reichtum), aber sie kommen nicht dran (Ausschluss). Außerdem sind sie von allen (Produktions-)Mitteln ausge­schlossen, mit denen sie sich viel­leicht selbst gemeinsam was erar­beiten könnten. Warum soll man diesen Zustand des Ausgeschlossen-Seins in einer reichen Gesellschaft nicht „arm” nennen?

          • „Ich war die zweite hälfte meines Lebens ärmer als ein Hartzie, bin aber trotzdem noch am Leben. Hatte sogar ein ziem­lich gutes Leben. Duh.
            Musst halt buckeln gehen.”

            Wenn ich mir die ständig laufenden Reportagen so angucke von Leuten, die wirk­lich Geld brau­chen und deshalb „buckeln gehen” und das so aussieht, dass die zwei Jobs machen und trotzdem noch H4 brau­chen oder sich als Tagelöhner morgens beim Bau vorstellen ohne zu wissen ob sie genommen werden oder statt­dessen den Tag nutzlos durch die Gegend bummeln müssen oder so (gibt’s inzwi­schen alles wieder in D), dann weiß ich ehrlich nicht, inwie­fern das ein „schönes Leben” sein soll.
            Der mensch­liche Wille ist leis­tungs­fähig. Man kann sich auch den aller­größten Dreck schön­reden, wenn man sich partout nicht einge­stehen will, dass man der armse­lige Idiot ist, der sich selbst kaputt macht, um den Reichtum der Reichen zu vermehren und selbst davon nichts hat.

            Meine Empfehlung an diese Leute ist aller­dings: Gesteht Euch ein, dass Ihr als Arbeiter die „nütz­li­chen Idioten” der Kapitalisten seid und als Wähler die „nütz­li­chen Idioten” der Parteien, die dieses Wirtschaftssystem einrichten und hegen und pflegen, damit D auf Eure kosten den Weltmarkt erobert.
            Und dann macht Schluss mit diesem Laden!

          • @Nordstadt: „Du wirst keine Antwort bekommen.”

            Ich warte jetzt eigent­lich auf die Standard-Ein-Satz–Antwort von Christian, um Debatten zu beenden: „Schön, wie die Kommies sich hier selbst entlarven.”

          • Korrektur: Es gibt arme Leute in Deustchland. Das sind Junkies und Obdachlose, die durch das Raster fallen, weil sie’s nicht geba­cken bekommen die Formulare auszufüllen.

            Über die spricht aber niemand, die dürfen auch dann noch arm sein, wenn alle anderen per Umverteilung das gleich Einkommen haben.

          • @Alfonzo:

            Ich mag diese Differenzierung verschie­dener Armutsstufen (Obdachlos/Junkie, arbeits­lose Familie mit Kindern, Menschen in Asien oder sonstwo usw.) nicht mitma­chen. Warum, habe ich oben schon gesagt. Es taugt zu nichts anderem als eine, von mir aus rela­tive, Armut mit dem Verweis auf größere Armut für in Ordnung zu erklären.

          • @ comment
            Was, bitte­schön, ist soli­da­risch gegen­über den wirk­lich armen, wenn diejeingen, die vorher noch was hatten, nun auch arm gemacht werden? Wie ist denn durch die neue Armut denje­nigen, die vorher schon arm waren, geholfen?
            Wenn das Solidarität ist, ist es ein Scheiß, der den Neu-Armen schadet und den Alt-Armen über­haupt nicht hilft.
            —————————–
            Es ist eine Umverteilung von Reich nach Arm.
            Ein junger Ingenieur der 24 Monate für 1600 Euro netto gear­beitet hat und arbeitslos wurde erhielt 2000:
            12 Monate lang ein Arbeitslosengeld von 960 Euro.
            Danach gab es unbe­grenzt die Arbeitslosenhilfe von 848 Euro.
            Aber lass mich raten, der junge Ingenieur mit 3300 Brutto zählt auch zu den „Armen” ?
            Oder Du stehst auf dem neoli­be­ralen Standpunkt, das Umverteilung Scheiße ist ?

            ——————
            Zu „H4 besser als Sozialhilfe”:
            Inwiefern das Beantragen einzelner Leistungen vorher nun schlimmer sein soll (oder gar menschen­ver­ach­tend im Gegensatz zu H4) als meinet­wegen der verschärfte Missbrauchsverdacht jetzt mit dem Rumschnüffeln in Schalfzimmerschränken, bleibt mir ein Rätsel. Da das eine für menschenverachtend=furchtbar und das andere für solidarisch=gut zu halten, ist schon sehr merk­würdig.
            ————————
            Es macht schon einen Unterschied, ob einmal geschnüf­felt wird, oder jedes mal wenn man einen Antrag z.B. für ein paar neue Schuhe oder einen Artzbesuch, intime Fragen gestellt werden.

            ———————–
            Viele Menschen HIER sind von dem Konsum-Reichtum, den es HIER gibt, weitest­ge­hend ausge­schlossen durch mangelndes Geld. Sie können alles im Schaufenster bewun­dern (es gibt also Reichtum), aber sie kommen nicht dran (Ausschluss). Außerdem sind sie von allen (Produktions-)Mitteln ausge­schlossen, mit denen sie sich viel­leicht selbst gemeinsam was erar­beiten könnten. Warum soll man diesen Zustand des Ausgeschlossen-Seins in einer reichen Gesellschaft nicht „arm” nennen?
            ————–
            Stimmt, in einer Gesellschaft in der die einen Kaviar, die anderen Wurstbrot essen gibt es Arme und Reiche.

            In einer Gesellschaft in der es nur Wasser und Brot gibt, sind alle gleich.
            In welcher Gesellschaft würdest Du lieber leben ?

          • @ Alrik

            Was hat denn das Ärmer-machen von bestimmten Schichten mit Umverteilung nach unten zu tun? Die ehema­lige Arbeitslosenhilfe, die dem Ingenieur wegge­nommen wurde, kriegt doch nicht jetzt statt­dessen der ehema­lige Sozialhilfeempfänger.
            Wo siehst Du denn da eine Umverteilung von „reich” nach arm???

            „Stimmt, in einer Gesellschaft in der die einen Kaviar, die anderen Wurstbrot essen gibt es Arme und Reiche.”

            :-))) Wenn der Unterschied von einem H4ler zu einem Herrn Ackermann (ich weiß, ist blöd, dass immer der herhalten muss) bloß in Kaviar vs. Wurst bestünde, dann wäre mir das echt total egal.

            „In einer Gesellschaft in der es nur Wasser und Brot gibt, sind alle gleich.
            In welcher Gesellschaft würdest Du lieber leben ?”

            In keiner von beiden.

          • „Das ist Solidarität. Zwei Klassen von Sozialhilfeempfängern sind es nicht.”

            Richtig. Deshalb wäre es gute sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Politik, das ALG I komplett abzu­schaffen, das ALG II jedoch zu erhöhen.

          • „Ich frag mich wie sich Claus Schmiedel nach der Aktion Luft verschafft hat:”

            Ich habe die Rede von Claus Schmiedel nicht gehört, aber so plump war sie sicher­lich nicht. Claus ist ein wirk­lich aufrechter Sozialdemokrat. Den hätte ich gerne als Landesvorsitzenden gehabt.

        • @comment:

          „Wir werden Leistungen des Staates kürzen.” Gerhard Schröder in seiner Agenda 2010-Rede.
          „Gürtel enger schnallen”, „Besitzstände abbauen” usw. Das sind alles Stichworte, die die Protagonisten der Agenda 2010 selbst gesagt haben …

          Das ist richtig.

          Hartz IV war schon eine sehr eigen­tüm­liche poli­ti­sche Maßnahme.

          Denn eigent­lich ist nicht viel passiert: Der büro­kra­ti­sche Ablauf wurde umge­stellt, einige Ansprüche wurden gekürzt, andere erhöht. Insgesamt über­wiegen die Erhöhungen, die Sozialkosten sind durch Hartz IV um einige Milliarden gestiegen.

          Die Hauptwirkung wurde alleine durch Schröders Rhetorik erzielt. Erst dadurch kam bei Freund und Feind der Eindruck auf, hier wäre massiv gekürzt worden — was den Fakten völlig widerspricht.

          Ein schönes Beispiel dafür, daß in der Politik die Symbolik immer wich­tiger wird und die Realität immer mehr in den Hintergrund tritt. Hat natür­lich auch mit der heutigen Medienlandschaft zu tun.

          • Das ist zwar sehr verein­facht darge­stellt aber ich stimme im Prinzip zu. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich dir mal zustimme.

            Meine Bewertung ist aller­dings, dass diese rheto­ri­sche Katastrophe der Schröder-SPD schlecht, sehr schlecht für das Land war.

          • Immer wenn ich zu faul zum Recherchieren bin kommt Wikipedia zum Einsatz: „Geplant war, dass sich durch die Verringerung der Sozialleistungen die Kosten für den Sozialstaat insge­samt senken ließen. Allerdings ist das Gegenteil einge­treten: Die Sozialausgaben sind nicht etwa zurück­ge­gangen, sondern durch die unklare Gesetzgebung und die daraus folgenden Klagen haben sich die Kosten nahezu verdoppelt.”

            Ich finde hier ist sowohl Protest gegen Sozialabbau als auch Protest der Steuerzahler gerechtfertigt.

          • „Denn eigent­lich ist nicht viel passiert”

            Nö, bloß (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

            - Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Absturz auf’s Existenzminimum mit dem Zwang, alles evtl. jahre­lang Erspartes aufzu­brau­chen und jeden Job anzu­nehmen.
            – Dadurch erhöhtes Arbeitskraftangebot = Senkung der Löhne
            – Verschärfung der Zumutbarkeit von Arbeit.
            – Flexbilisierung des Arbeitsmarktes: Lockerung des Kündigungsschutzes, Ausbau der Leiharbeit, Abweichung von Tarifverträgen in Betrieben
            – Dadurch noch­ma­liges Erhöhen des Arbeitskraftsangebots = Senkung der Löhne
            – Streichung von Leistungen aus der GKV
            – Praxisgebühr, zusätz­lich Notaufnahmegebühr
            – Erhöhung von Zuzahlung zu Medikamenten und Zahnersatz
            – Zuzahlung bei statio­närer Behandlung im Krankenhaus

            Wirklich total uner­klär­lich, woher das Gefühl der Leute nach Sozialabbau damals kam. Muss wohl wirk­lich an Schröders Rhetorik gelegen haben…

            Kannst Du mir bitte noch verraten oder ein Quelle nennen, was Du meinst, welche Ansprüche erhöht wurden?

            „die Sozialkosten sind durch Hartz IV um einige Milliarden gestiegen.”

            Na und? Was weiß ich, wofür da alles Geld ausge­geben wurde. Vielleicht für diese „Qualifizierungsmaßnahmen” um einen Ingenieur, der 13 Monate arbeitslos war, jetzt zum Briefträger umzu­schulen. Super Leistung…
            Im Ernst. Entweder Du drös­elst Deine Milliarden hier selbst mal ein biss­chen auf damit man beur­teilen kann, wodurch die erhöhten Kosten zustande kamen. Oder Du nennst eine Quelle.

  5. „Nützliche Idioten” sind die Wähler allemal FÜR EUCH. Sie sind nütz­lich um Euch zur Macht zu verhelfen. Und sie sind „Idioten”, weil sie damit, dass sie Euch zur Macht verhelfen eben gar nicht das bekommen, was sie damit ange­strebt haben (zumin­dest was Eure ehema­lige Kernwählerschaft angeht), nämlich mate­riell bessere Verhältnisse für sich. Sondern sie bekommen dann von Euch erzählt, wozu ihre Stimme TATSÄCHLICH gut war (sofern sie der SPD zur Macht verholfen hat): Nämlich dafür dass die SPD jetzt Deutschland voran­bringt, indem sie ihren Wählern den Gürtel enger schnallt.

    • @Christian:
      schön, dass Du den „Klassenfeind” besser begreifen möch­test– aber bereits ohne Deine Quelle gelesen zu haben, frage ich Dich: sind Einzelmeinungen rele­vant?
      Bei mir wiegelst Du doch auch häufig ab, ich würde nur meine Meinung vertreten (was auch richtig ist, denn Phrasendreschmaschinen auf zwei Beinen gibt’s schon viel zu viele).

      • @ Nordstadt: Leb damit: Das zwei­glei­sige fahren (Kommunismus + Marktwirtschaft) funzt nicht.
        Von daher sehe ich auch keinen Zwang zwischen Kommunisten, Halbkommunisten und Schwachköpfen zu unter­scheiden. Alle ind der selben Partei.

        Ich weiss einzig noch nicht, worunter ich dich einordnen soll: Halbkommunist oder Schwachkopf? :)

        • @FA (00:56):
          na, wollen „wir” jetzt belei­digen?
          Tsts, wenn „man” gar keine Argumente mehr hat…
          Wo ich poli­tisch stehe, kannst Du hier zur Genüge nach­lesen. Dein Schubalden-Denken habe ich mit 19 abge­legt. Es gibt eine Welt jenseits des Tellerrands.

  6. Naja, lieber Christian, ich kann die Kritik von weiter links an der Haltung der SPD schon verstehen. Wenn in dem „Sparpaket” jetzt Ausgaben wieder gestri­chen werden, die erst nach Rot-Grün einge­führt worden, kann man schlecht so tun, als sei Rot-Grün der Garant des Sozialstaats und Schwarz-Gelb dessen Totengräber.

    Heuchelei sehe ich aber auch darin, dass die Sozis keine Skrupel haben, die Demonstrationen der übli­chen Verdächtigen als Volksaufstand gegen die ach so unso­ziale Regierungspolitik umzu­deuten und gutzu­heißen (dein Argument von oben, „schau mal in den Bundeshaushalt”, passt auch sehr gut auf SPD-Kritik), sich aber sogleich pikiert fühlen, wenn sie mit den übli­chen Methoden dieses „Widerstands” an ihr eigenes Regierungshandeln erin­nert werden. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass — das funk­tio­niert in den seltensten Fällen.

    • Verstehe den Kommentar nicht — Du bist pro Gewalt?

      • Verstehe den Kommentar nicht

        Offensichtlich. Wahrscheinlich ein Reflex ;-)

        Ich kann mir einfach aus Erfahrung gut vorstellen, was die Sozis gesagt hätten, wären die Eier gegen, sagen wir mal, Westerwelle geflogen. Die Empörung richtet sich schein­hei­ligst ja nicht gegen die Methode an sich, sondern nur dagegen, dass es einen von euch erwischt hat.

        Du bist doch so versiert im Subtexterkennen, das müsste dir beim Lesen deines eigenen Beitrags doch auch ins Auge stechen ;-)

          • Ach ja, aber dass Westerwelle „gegen HartzIV-ler gehetzt” hat, ist eine schlüs­sige Vermutung?

            Mannomann, der Sauerteig der Pharisäer…

            Lies deinen eigenen Beitrag besser nochmal. Gleich der erste Satz stellt alles klar.

      • @ Christian: Mal ohne partei­po­li­ti­schen Hintergrund:

        Die Bundesregierung ist doch völlig unfähig. Darin sind sich Fans und Gegner einig. Trotzdem sieht die SPD den Hauptfeind in der Bundesregierung.

        Warum die Bundesregierung für ein Sparpaket verant­wort­lich machen, das erst dadurch notwendig wurde, dass ALLE Parteien über Jahrzehnte hinweg nicht wussten, dass 1 — 2 weniger als 0 ist??

        Meine Meinung: Das geschieht euch recht. Jeden Scheiss vertei­digen, wenn ihr die Bundesregierung stellt, und jeden Mist (selbst wenn nichts passiert ist) verteu­feln, wenn ihr in der Opposition seid. Das ist echt pein­lich.
        Versuch mal bitte, deine SPD-Hirnwäsche abzu­legen, dann können selbst wir beide hier diskutieren.

        Vielleicht kaufen die Leute auf der Straße (eure Wähler) euch die Lügengeschichten dann auch wieder ab, keine Ahnung.

        • @FA (01:04):
          welche „ALLE” Parteien?
          Scherst Du nicht etwas unnötig „ALLE” über einen Kamm?
          Aber nein, kommt nun wieder die DDRSED-Platte?
          Wie öde und voraus­sehbar. Anstatt die Realitäten zu sehen, z. B. dass die Reichen (na, gibt’s die denn wenigs­tens in Deinem Weltbild?) immer reicher werden– Dank Steuergeschenken, sog. Schlupflöchern usw.

          @all:
          Gute Nacht :-)

          • @ Nordstadt: Deine Partei meine ich natür­lich nicht, ihr seid nicht ernst­zu­nehmen. Ein Affenhaus im Zoo der Wahl macht bessere Realpolitik als die Linke.

            Ich weiss, jaja, die Reichen immer reicher, die Armen sind inzwi­schen alle tot, und nur Leute wie du können die Menschheit retten.
            (Zwischenfrage: Warum gibt’s dann inzwi­schen nicht nur noch Millionäre in Deutschland, wenn die Armen alle verhun­gert sind?)

            Ist schwer, gegen dich zu argu­men­tieren, weil Logik für dich kein Hindernis ist, genau­so­wenig wie Geschichte. Immer nur blöd daher­la­bern, das hält das Wahlvolk bei der Stange.

            Viel Spaß beim Mandat, ich schau mir dein Versagen dann aus dem Ausland an :)

          • ok, hier mal ein stich­hal­tiges Argument:

            Die SED ist an der Staatsverschuldung nicht schuld. Als das in Westdeutschland ange­fangen hat (70er), war die SED damit beschäf­tigt, Leute an der Mauer abknallen zu lassen. Besser?

        • @FA (02:46 [!]):
          ein denk­wür­diger Beitrag ;-)
          Kommen auch Argumente oder nur Parolen?
          (soviel zum Thema: Ein Käfig voller Narren– Leute, die Andere als verrückt bezeichnen, empfehle, sich mal mit der Psychatrisierung als Mittel der poli­ti­schen Verfolgung [u. a. in der UdSSR] ausein­an­der­zu­setzen– aber nein, „Kommunisten”, die „Kommunisten” kriti­sieren, das kann nicht sein…)

        • „Warum die Bundesregierung für ein Sparpaket verant­wort­lich machen, das erst dadurch notwendig wurde, dass ALLE Parteien über Jahrzehnte hinweg nicht wussten, dass 1 — 2 weniger als 0 ist??”

          Ich bin für ein Sparpaket. Ich habe schon diverse Vorschläge hier gemacht. Das vorlegte Sparpaket halte ich jedoch für völligen Murks.

          Sigmar Gabriel hat der Regierung einen „Pakt der Vernunft” ange­boten — etwas pathe­tisch, aber richtig.

  7. Deine Kritik an den Kommunisten ist zwar berech­tigt — aber warum macht die SPD über­haupt mit, wenn der übliche linke Narrensaum solche Demos veranstaltet?

    Denn das „Zahlen für die Krise” hat ja noch die SPD in Regierungsverantwortung mitbe­schlossen. Und beim aktu­ellen Zahlen für Griechenland hat die SPD nur kriti­siert, daß das Geld nicht noch schneller nach Süden geflossen ist.

    Das war eben kein Protest gegen die Regierung, sondern letzt­lich einer gegen das „System”, also unsere Demokratie. Veranstaltet von Leuten, die gene­rell nie für etwas zahlen, erst recht nicht für irgend­eine Krise.

    Wenn die SPD solchen Unsinn unter­stützt, muß sie auch mit den übli­chen Reaktionen dieser Chaoten rechnen.

    • @RA:
      und wieder die übli­chen Phrasen auf B*ild-Zeitungs-Niveau „… zahlen keine Steuern… aber Krawall machen… am Besten ins Arbeitslager… oder gleich erschiessen, das faule Pack…„
      Sag’ mal, gibt’s von Ihnen#/ Dir auch mal „was von Ratiopharm”, sorry, mit *Substanz*?

      #Bei Euch Rechts-Außen muß man mit dem Duzen vorsichtig sein… seid immer gleich beleidigt…

      • @Nordstadt:
        > und wieder die übli­chen Phrasen auf B*ild-Zeitungs-Niveau …
        Offenbar bist Du ein eifriger BILD-Leser, wenn Du die so genau kennst.

        > „… zahlen keine Steuern…
        Das kann man bei der Mehrzahl der „Demonstranten” durchaus vermuten.

        > aber Krawall machen… am Besten ins Arbeitslager… oder gleich
        > erschiessen, das faule Pack…„
        Und diese Sprüche hast Du Dir ausge­dacht, die gehören nicht in diese Diskussion.

        Und auf die Substanz hast Du ja nicht geantwortet.

        • @RA:
          nein, ledig­lich der obere Teil der ersten Seite der „Bl*d” ist beim Warten an der Kasse nicht zu über­sehen. Ich lebe ansonsten gerne von Deiner Expertise ;-)
          Ja (bzgl keine Steuern zahlender „Berufsdemonstranten”), vermutet hat „man” früher auch, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Auch total viel Substanz.

          Im Übrigen
          @all
          wird die Demo am Samstag nicht nur aus „Kommunisten” bestanden haben. Es gibt genug Leute, die nicht mehr schweigen, ohne einen– wie auch immer– linken ideo­lo­gi­schen Hintergrund parat zu haben.

          @Christian:
          es würde mich freuen, wenn Du das Diven-hafte „na, dann eben nicht” auf Deinen Freundeskreis beschränken könn­test (nein, heute gehe ich mal nicht mit auf Tour, mir ist soooo schlecht…)-
          weder Du noch die SPD (und erst recht nicht ich) sind der Nabel der Welt oder ein will­fäh­riger Hort für Eitelkeiten und Koketterie– it’s poli­tics, baby :-)

          • @Nordstadt:
            > Ja (bzgl keine Steuern zahlender
            > „Berufsdemonstranten”), vermutet hat „man” früher
            > auch, …
            Die Vermutung bezieht sich darauf, daß sich die Demos und ihre Zusammensetzung in den verschie­denen Städten nicht wesent­lich unterscheiden.

            Und deswegen halte ich es für gerecht­fer­tigt, die Erfahrungen bei mir vor Ort als Muster zu nehmen. Und da finden sich halt bei den Demos immer wieder die übli­chen Verdächtigen, teil­weise schon seit Jahrzehnten, egal welches Thema gerade durchs Dorf gejagt wird. Ein naht­loser Über­gang vom BaFöG zur Stütze gehört da zur normalen Biographie.
            Und einen ernst­haften Beitrag zum Zahlen wird man auch bei den übrigen nicht erwarten können — wer richtig Steuern zahlt, hat meist gar nicht die Zeit für solche Hobbies.

          • @RA:
            ”@Nordstadt:
            > Ja (bzgl keine Steuern zahlender
            > „Berufsdemonstranten”), vermutet hat „man” früher
            > auch, …
            Die Vermutung bezieht sich darauf, daß sich die Demos und ihre Zusammensetzung in den verschie­denen Städten nicht wesent­lich unter­scheiden.„
            Aha, warst Du zugleich in Stuttgart UND Berlin?

            „Und deswegen halte ich es für gerecht­fer­tigt, die Erfahrungen bei mir vor Ort als Muster zu nehmen. Und da finden sich halt bei den Demos immer wieder die übli­chen Verdächtigen, teil­weise schon seit Jahrzehnten, egal welches Thema gerade durchs Dorf gejagt wird. Ein naht­loser Über­gang vom BaFöG zur Stütze gehört da zur normalen Biographie.„
            Kenne erstaun­lich wenig Leute, die Deinem Vorurteil entspre­chen. Zumal es sich um verschie­dene „scenes” handelt. Frage mal den Verfassungsschützer Deiner Wahl ;-) (einfa­cher ist’s aller­dings, mal den Verfassungsschutzbericht– Land oder Bund– zu lesen)

            „Und einen ernst­haften Beitrag zum Zahlen wird man auch bei den übrigen nicht erwarten können — wer richtig Steuern zahlt, hat meist gar nicht die Zeit für solche Hobbies.„
            Das kannst Du natür­lich beur­teilen. M. E. nach ist bei den meisten Demo ein Mischmang von sozialer und intel­lek­tu­eller Herkunft sowie Status anzu­treffen. Aber Du sprichst ja lieber ÜBER die Leute anstatt MIT ihnen.
            Schön bequem, das dann als „Urteil” zu verkaufen. Und so „nah an den Menschen” ;-)

    • „Deine Kritik an den Kommunisten ist zwar berech­tigt — aber warum macht die SPD über­haupt mit, wenn der übliche linke Narrensaum solche Demos veranstaltet?”

      Eine gute Frage. :)

      • Ja, besser wäre es doch, einen auf „gut Freund” mit Angie und ihren schwarz-gelben Jungs zu machen, oder?
        Dann klappts auch wieder mit den Wahlergebnissen.

          • Wenn man noch selber entscheidet, wer die Mitte ist, dann viel­leicht schon. Wenn man sich aber von anderen einreden lässt, wo die Mitte ist, dann klappt das eher nicht.

          • @Kalle:
            die „Mitte” ist im Zweifel zwischen den Stühlen– und eigent­lich ein ideo­lo­gisch besetzter Kampfbegriff– so wie auch „die Menschen” (regt mich bei meiner Partei regel­mäßig auf).

          • Man sollte viel­leicht einfach sagen:
            „Wahlen werden von dem gewonnen, der die Mitte definiert.”

  8. Das ALG II als Fortschritt zu sehen, okay, das brauch man nicht zu disku­tieren, Scheiße als Rose zu bezeichnen, köst­lich.
    Das kann auch nur jemand von der Venus. Wo mir übri­gens auch der ganze Rest der SPD herzu­kommen scheint.
    Anstatt zu Sagen wir habens verbockt, nein, in Selbstmitleid zerfließen und es auf den Wähler schieben, der Festgestellt hat ich muss nicht im Tennisverein sein wen ich Fußball spielen will.
    Den die Politik von Schröder, hätte man billiger mit der CDU bekommen können. Dann die ganze dämliche Show mit den Linken und indi­rekt deren Wähler, die meißt nur enttäuschte SPDler sind. Ich sag nur:„dig lazarus dig” .

    Mit Willy Brandt habt ihr wirk­lich den letzten Sozialdemokraten verloren, der rotiert gerade im Grab. Einfach nur noch traurig.

    • „Mit Willy Brandt habt ihr wirk­lich den letzten Sozialdemokraten verloren, der rotiert gerade im Grab. Einfach nur noch traurig.”

      Das ist inso­fern richtig, als dass ein Willy Brandt sicher­lich nicht während Sozialreformen ala Agenda 2010 die Gesellschaft durch dumme Sprüche (Clement: „Arbeitslose sind wie Parasiten”) gespalten hätte sondern Versöhnung gepre­digt hätte.

      Das ist auch mein zentraler Vorwurf an die SPD: Nicht die Politik als Solche war der Sündenfall sondern die beglei­tende Rethorik, die reale Auswirkungen hatte, die ich ekel­haft finde.

      • @Kalle:
        irgendwie richtig– und irgendwie nicht.
        Hätte ich 98 das Schröder-Blair-Papier nicht gelesen, wäre ich womög­lich auch auf die SPD-Propaganda rein­ge­fallen.
        Ist so’n bißchen wie mit „Mein Kampf”- fürwahr ein unzu­läs­siger Vergleich.
        Immerhin ist Christian und sind manch Andere/r Jungsche/r durch die Gnade der späten Geburt gerettet ;-)

    • „Das ALG II als Fortschritt zu sehen, okay, das brauch man nicht zu disku­tieren, Scheiße als Rose zu bezeichnen, köstlich.”

      Dann eben keine Diskussion. Auch recht.

      • Das würde vorraus­setzen das Interesse dazu besteht, mehr ALG II ist gut kam ja nicht.
        Zumal genug andere Sachen zu disku­tieren wären, aber hey nicht ich verliere Stimmen.

  9. So sind sie, die …(wer auch immer)!
    Ernsthaft: die Spaltungen inner­halb der Sozialdemokratie ( in SPD/USPD/KPD später SED/Grüne/PDS…) und die unrühm­liche Allianz der „rechten” Sozen mit der herr­schenden Bourgeoise waren Gründe für den Untergang der 1. Republik auf deut­schem Boden. Die einen waren in den Augen der anderen Sozialfaschisten(SPD), die anderen die rot lackierten Faschisten (KPD)… Wenn es heute wieder(!) so sein muss, dass Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten, Unabhängige…ihre eigene Daseinsberechtigung in der Diffamierung und Bekämpfung ihrer „ideo­lo­gi­schen” Brüder/Schwester sehen und kein gemein­sames Streben nach Demokratie und Freiheit (vom Kapitalismus) existiert…na dann: Gute Nacht Europa.
    Weiter: (Selbst)Kritik ist inner­halb der „Linken” (damit meine ich alle demo­kra­ti­schen „Sozial-Demokraten-Isten”) ist absolut notwendig. Die Positionen der anderen Seite muss ernst genommen werden, sonst wird auf Dauer die Spaltung immer tiefer und tragi­scher. Genau aus diesem Grund müssen sich die Top-Rankings der SPD –und was für abso­luten Ar**geigen an der Spitze der SPD sind…boah…das wird mir ganz anders (damit meine ich nicht nur Clement oder Sarrazin)- vorwerfen lassen, dass sie die letzten Jahre _versagt_haben_ ich sach nur H4! Aber zur Selbstkritik ist die SPD immer noch nicht bereit…vielleicht helfen da ja Flugeier als Denkbeschleuniger ;-)
    Wie auch immer…

    • Von einer „Spaltung” der SPD in die SED zu reden ist schon ziem­lich abenteuerlich.

      • Eine „Spaltung” war es auf jeden Fall…oder nicht?!

        • @Hundekuchen+ Kalle:
          naja, so ganz frei­willig soll die Fusion 1946 nicht gewesen sein.
          Immerhin ist die Hallenser SPD der Ansicht, auch in den Jahren 1946– 90 „für Sie da” gewesen zu sein (Kommunalwahlkampf 2009).
          Aber HK meinte das wohl etwas anders…

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