Die „Stuttgarter Zeitung” hat heute eine Falschmeldung veröffentlicht, die eine angebliche Aktion der JuLis Stuttgart zum Inhalt hatte. Mittlerweile ist der Artikel im Angebot der „Stuttgarter Zeitung” nicht mehr verfügbar. Bei der „reibfläche” ist er jedoch nach wie vor in seiner ganzen Pracht und Hässlichkeit zu entdecken. (Tenor: JuLis wollen Arbeitslose benoten, Armut darf sich nicht reproduzieren, Arbeitslosenunterstützung streichen, etc.)
Es stimmt schon: die „Stuttgarter Zeitung” hat völlig versagt und einen Text veröffentlicht, ohne zu prüfen, ob die Fakten korrekt sind oder nicht. Das bietet Raum für medienpolitische Beobachtungen dahingehend, ob nicht Qualität vor Quantität gehen sollte. Und ob die Presse mit den Einsparungen in den Redaktionen nicht einen sehr gefährlichen Weg beschreitet.
Einerlei. Es stimmt nämlich auch: man traut der FDP mittlerweile alles zu. Die Empörung der JuLis über diese geschmacklose Aktion ist natürlich berechtigt. Wenn sich die Jungliberalen allerdings fragen sollten, warum die „Stuttgarter Zeitung” und Passanten den Witzbolden auf den Leim gegangen sind, dann muss der FDP-Nachwuchs seinen Blick Richtung FDP-Führung wenden.
Die „Stuttgarter Zeitung” druckt morgen eine Richtigstellung.

Wenn diejenigen, die ständig Ammenmärchen über die FDP verbreiten, den Erfolg ihrer Kampagne als Beweis nehmen, dass doch etwas Wahres dran sei, dann nennt man das wohl Chuzpe.
@ Rayson: Die FDP hatte ihre Chance. Gab’s jemals eine Bundesregierung mit so starker FDP-Beteiligung? Und gerade Probleme wie die Finanzkrise sind doch eine gute Gelegenheit, die kritischen Argumente mal unter’s Volk zu bringen.
Nix. Völlig versagt. Hab zum letzten mal FDP gewählt.
Das Ammenmärchen besteht ja eher darin, dass die FDPler immer noch als „Kahlschlagkapitalisten” gelten, ich lach mich tot.
Was haben wir jetzt? Leerverkaufsverbot, Staatsknete an Griechenland, und die Steuererhöhung wird wohl auch noch kommen.
Purer Liberalismus.
@F. Alfonzo
Das ist doch eine ganz andere Baustelle: Das Problem der FDP ist nicht, dass sie etwa zu „marktradikal” wäre, was als Vorwurf hinter der „lustigen” Aktion steckt, von der Christian hier berichtet, sondern eher das genaue Gegenteil.
Insofern nehme ich die FDP hier auch nicht in Schutz, sondern ich verweise auf eine Realität, die dem Zerrbild der Linken und meinen Wünschen nicht entspricht.
Im übrigen: Ich bin nicht FDP-M;itglied geworden, weil ich die Parteiführung so toll fand, sondern weil es dort eine Minderheit Liberaler gibt, die woanders so nicht zu finden ist. Ich bin z.B. weit davon entfernt, Schäffler zum liberalen Messias auszurufen, aber durch ihn sind zum ersten Mal „österreichische” Ideen zu Wirtschaft und Geld in der deutschen Politik artikuliert worden. Ich wüsste keine andere Partei mit Aussicht auf Parlamentssitze, in der das möglich wäre.
Hey das ist wie mit dem ominösen Neoliberalismus: Keiner weiss, wass sich hinter dem Begriff verbirgt (kleiner Tip: Wirtschaftswunder), aber jeder weiss, dass es gaaaaanz, ganz böse ist.
Die Julis (oder allgemein: die FDP) sollten sich eher ganz andere Sachen fragen…
Es ist traurig, ich hätte es der FDP wirklich zugetraut. Merkwürdigen Personen wie Sarrazin traue ich aber auch ähnliches zu.