Hartz-4-Plattform widerspricht NachdenkSeiten-Kritik an Gauck: „Dass nun die Linke – nach der ersten Schockstarre wegen des Bundespräsidenten-Kandidaten Joachim Gauck — in altbekannte parteitaktische Spielchen zurück fällt, statt die Chance ‚Wulff verhindern’ zu nutzen, ist für Hartz-4-Betroffene eine enttäuschende Entscheidung der neuen Parteivorsitzenden,“ stellt Brigitte Vallenthin, Hartz-4-Plattform Sprecherin, gegenüber dem Sozialticker fest. „Daran ändert auch nichts, dass — nach heftigem Murren auch an der Parteibasis — scheinbare Hilfe von den NachDenkSeiten kommt. Wir sehen darin eine sattsam bekannte Parteistrategie, die lieber eine Alternative verhindert, als sich einem parteiübergreifenden Konsens anzuschließen.“
Die Taktik, der sich die Linke hier bedient, lautet: Willst du dich aus parteitaktischem Interesse einer Entscheidung Anderer nicht anschließen, so steige in den Keller. Und du wirst garantiert – bei jedem ! — eine Leiche, sprich eine Entscheidung finden, mit der du deine Anhänger mobilisieren kannst. Die wurde nach langem Suchen nun mit der bei den NachDenkSeiten veröffentlichten Mitgliedschaft von Gauck bei der u.a. von Helmut Schmidt mitgegründeten Deutschen Nationalstiftung. Man musste schon sehr tief graben, um Gauck anzuschwärzen. Zum vermeintlichen „Beweis“, dass er gegen Hartz IV-Betroffene agieren könnte, wird dabei ein 15 Jahre altes Papier aus alten D-Mark-Zeiten hervor geholt, das bereits 10 Jahre vor der Erfindung von Hartz IV verfasst worden ist.
„Ich widerspreche der NachDenkSeiten-Behauptung, wir unterlägen einer ‚Fehleinschätzung’, denn mit der vorauseilenden Unterstützung eines eigenen Linken-Kandidaten, nimmt sie im Gegenteil billigend ihre Mitwirkung dabei in Kauf, einen Kandidaten Wulff ins Amt zu heben. Und der würde als Bundespräsident mit Sicherheit keine einzige weitere Hartz IV-Strangulierung ausbremsen. Auch die vordergründige Ankratzen von Gaucks Persönlichkeit ist nichts als Pfeifen im Walde für die mögliche historische Fehleintscheidung der Linken zugunsten eines dritten Kandidaten,“ so Vallenthin.
„Statt eines Kommentars nur zwei Beispiele aus meinem Leben zum aktuellen Parteigeschacher der Linken: Ja, ich bin Pazifistin und wie die Linke für Frieden – und sehe keinen Grund, diese Einstellung in Frage zu stellen, wenn auch die FDP für Frieden ist – selbst dann nicht, wenn ich ihre anderen Positionen nicht teile. Und ein zweites Beispiel, das nach unserer Meinung ebenso die Linke– und NachDenkSeiten-Position ad absurdum führt: Ja, ich unterstütze mit voller Überzeugung Peter Gauweilers Klage gegen den so genannten Euro-Schutzschirm — auch wenn ich gute Gründe gegen seine Person anführen kann. Denn er war vor Jahren verantwortlich dafür, dass ich bei der erfolgreichen Verhinderung der Atomfabrik in Wackersdorf ordentlich Prügel von Polizeiknüppeln sowie eine Menge CS-Gas-Schwaden abbekam und von Wasserwerfern gejagt wurde. Doch die NachDenkSeiten und die Linke machen es sich zu einfach, wenn sie glauben, die Menschen für dumm verkaufen zu können. Es gibt nicht nur die richtigen und die falschen Menschen. Es gibt lediglich richtige und falsche Entscheidungen. Und von beidem hat jeder eine Menge im Gepäck. Die Entscheidung für einen Linken Gegenkandidaten, somit die unvermeidliche Unterstützung von Wulff ist – nicht zuletzt für Hartz IV-Betroffenen eine falsche Entscheidung,“ fasst Hartz-4-Plattform-Sprecherin Brigitte Vallenthin gegenüber dem Sozialticker zusammen.
(via)


Apropos unsaubere Berichterstattung:
’Zum vermeintlichen „Beweis“, dass er gegen Hartz IV-Betroffene agieren könnte, wird dabei ein 15 Jahre altes Papier aus alten D-Mark-Zeiten hervor geholt, das bereits 10 Jahre vor der Erfindung von Hartz IV verfasst worden ist.’
Nein, so machen das die Nachdenkseiten nicht. Sie zitieren das Papier mit Datumsangabe, weisen darauf hin, dass die Politik unterstützt wird, die in Hartz IV kulminierte(!).
Und sie zitieren ein aktuelles Interview mit Gauck.
Du kannst gerne anderer Meinung sein, aber Du solltest trotzdem korrekt bei der Wahl Deiner Worte sein bzw. bei den Fakten bleiben, sonst ist das auch nur Polemik.
Ah, gerade gesehen, dass der ganze Text nur zitiert ist. Dann trifft die Kritik die Hartz4-Plattform, nach deren Webseite ist es nicht möglich, Kritik vernünftig anzubringen.
@etg:
könnte gut sein, dass die H4-PF von der „M„LPD unterwandert ist, haben sie in etlichen Städten mit den Montagsdemos so betrieben, weil sich dort leider die Masse mit Gripps (nicht böse gemeint) nach und nach verabschiedete, nachdem sie diese „Genossen” erlebt hatten– u. A. mit ständigem Rumgepanke ggn. damals die PDS wg. der Regierungsbeteiligung in Berlin (politische Sippenhaft– naja, der völkische Charakter der „M„LPD ist wahrscheinlich bekannt, ein Wahlverein für Fam. Engel, ganz so wie in Nordkorea mit Kim Il Sung / Jung / Dung/ Dong oder Dung)- wer sog. Trotzkisten als „Sektierer” oder „Spalter” bezeichnet, hat die „M„LPDler noch nicht erlebt.