In seinem Artikel „SPD-Politikerin Barbara Kisseler gegen ‚freie Wildbahn im Internet‘” fragt GRÜNEN-Mitglied Markus Beckedahl „Ist das eigentlich die offizielle Position der SPD, die Barbara Kisseler in diesem Interview vertritt?” — ein wenig Googeln hätte genügt, diese Frage selbst zu beantworten.
Zum einen leidet schon das Original-Interview bei den Bloggern von „CARTA” unter Verwechselungen zwischen Staatssekretärin, Staatskanzlei und Senatskanzlei, Chefin der Staatskanzlei und Kultursenatorin — aber das ist ja auch egal, wenn die Message stimmt. Dort wird aber zumindest darauf verzichtet, Frau Kisseler zum SPD-Mitglied zu machen.
Zum Anderen macht Herr Beckedahl Frau Kisseler zu „SPD-Politikerin“ und hievt diese angebliche Information sogar in die Überschrift. Tatsächlich ist Frau Kisseler nicht in der SPD und als Chefin der Senatskanzlei des Landes Berlin kann sie höchstens für das Land Berlin sprechen — nicht für die SPD.
In einem „Update“ räumt Herr Beckedahl ein, dass er schlecht recherchiert hat und dass ihm Genauigkeiten egal sind, wenn es denn das Vorurteil bestätigt:
Update: Wie in den Kommentaren hingewiesen wurde, ist Barbara Kisseler kein SPD-Mitglied, aber als Mitglied des ehemaligen Schattenkabinetts von Steinmeier und einer Senats-Position, die im Bund wohl dem des Kanzleramtsministers entsprechen würde, sollte man zumindest von SPD-nah sprechen können.
Man könnte dann noch fragen, ob Frau Kisseler als Expertin für Kultur überhaupt eine geeignete Ansprechpartnerin für dieses Thema ist, aber auch das will ja keiner so genau wissen, wenn der Inhalt zum Lostreten eines wohlfeilen Shit-Storms schon reicht.
Recherchier-Hilfe: Das hier ist auch nicht die offizielle Position der SPD. ;-)


Zu Beckedahls Agentur (nach eigener Aussage den Blog mitfinanziert) gehören natürlich auch die Grünen zu den Kunden. Nicht mal über wirtlichschaftliche Unabhängigkeit kann man sich klar sein.
Angebliche SPD-Politikerin bei netzpolitik.org…
Markus Beckedahl (Mitglied der GRÜNEN) fragt in seinem Artikel “SPD– Politikerin Barbara Kisseler gegen freie Wildbahn im Internet‘“, ob die Interview-Antworten von Barbara Kisseler eigentlich die offizielle Position der SPD darstellten. Ein weni…
Dass Frau Kisseler ganz offensichtlich SPD-nah ist, darauf wird natürlich überhaupt nicht eingegangen.
Dass es ein höchst fragwürdiger Spagat ist, sich auf der einen Seite dieser Person zu bedienen, auf der anderen Seite jedoch zu sagen „oh, kritisiert nicht die SPD, Frau Kiessler ist ja kein SPD-Mitglied”, auch darauf wird nicht eingegangen.
Ebenso wird überhaupt nicht auf die totalitäre Three-Strikes-Regelung sowie den übrigen Inhalt der Kritik eingegangen.
Statt dessen reitet man darauf herum, dass fälschlicherweise eine Mitgliedschaft bei der SPD unterstellt wurde. Als hätte es irgendetwas an der Aussage verändert, wenn man gleich geschrieben hätte, dass Kisseler parteilos ist. Ich meine was soll der Artikel hier zum Ausdruck bringen, ausser dass die Reputation von netzpolitik.org in Zweifel gezogen werden soll?
Und überhaupt: Statt zu fragen, wie neutral netzpolitik.org ist, stellt doch lieber mal die Frage nach dem Beitrag, den netzpolitik.org für die Netzpolitik geleistet hat. Dann würde nämlich dieser inhaltslose Bash verpuffen.
Das ist genau das Problem von heutiger Politik. Man kümmert sich mehr darum, Schaden vom Ansehen der Partei abzuwenden, als sich um die eigentliche Materie zu kümmern — was dem Ansehen der Partei definitiv förderlicher wäre.
Lieben Gruss, Karpfenpeter
Der Zweck heiligt die Mittel?
Problem A: Er hat was falsches behauptet und es nicht korrekt korrigiert (Überschrift sagt immer noch das Falsche aus und erst aus dem Update wird erkenntlich).
Problem B: Egal wie nah diese Frau der SPD sein wird, es wird nie die Partei sein. Damit es Parteimeinung wird, muss es A. von einem Parteitag (dem höchsten Gremium) verabschiedet wurden sein oder B. von einem Repräsentant (Vorstand), der auch nur für seine Ebene sprechen darf/kann.
Was hier gemacht wird, ist mal wieder einfaches SPD-Bashing. Aber natürlich darf ihre Meinung kritisiert werden, aber bitte nicht unter dem Label der SPD, denn sie hat mit der Partei gar nichts ab Hut. Und SPD-nah ist sehr relativ und kein Faktor.
Tolles Doktoriat. Interessiert nur niemanden, der unter den Auswüchsen dieser Politik zu leiden hat.
Genau das meine ich: Hauptsache man steht gut da. Was mit den Sachfragen ist, ist zweitrangig.
Aber ändert doch nun mal nichts daran, dass diese Frau erstmal nichts mit der SPD am Hut an und somit falsch berichtet wurde und daher eine Korrektur an der Reihe wäre. (Ich mach mal Verallgemeinerung: Bei der Piratenpartei wäre so was sofort unter lautem Getöse behoben wurden, aber bei der alten Tante SPD…)
Die Frau war in Steinmeiers Schattenkabinett und dann behauptest Du, sie habe mit der SPD nichts zu tun. Die geforderte Korrektur ist übrigens geschehen. Hier kommt nichts substanzielles mehr, nur noch krampfhaftes Beissen, weil man nicht einsehen will, dass man Mist gebaut hat.
Zu der Behauptung mit den Piraten: Ist eine infantile Verallgemeinerung ohne ein Beispiel. Ich kann mich nicht erinnern, dass auf netzpolitik.org eine Headline geändert wurde, weil die Piraten (wie auch immer) rumgetost haben.
Ihr führt euch hier nur selber vor, merkt ihr es nicht?
Im Übrigen: Sprecht nicht von einem Shitstorm, wenn ihr nicht die Bedeutung nicht kennt. Offensichtlich kennt ihr sie nämlich nicht. Wenn drei Blogs ein Thema aufgreifen, dann nennt man das nicht Shitstorm, sondern „Drei Blogs, die ein Thema aufgreifen”.
Gruss, Karpfenpeter
Die Frau war in Steinmeiers Schattenkabinett und dann behauptest Du, sie habe mit der SPD nichts zu tun.
Der Unterschied zwischen „im weiteren Sinn etwas mit der SPD zu tun” und „für die SPD sprechen” ist dir nicht geläufig? Sowas aber auch.
Ich bin sicher unverdächtig, einseitig die SPD unterstützen zu wollen, aber diese Methode geht gar nicht, auch wenn die „Qualitätspresse” sie ebenfalls gerne mal praktiziert.
Weder eine einfache Mitgliedschaft noch gar eine wie auch immer zu bewertende „Nähe” reichen aus, um eine Aussage einer Partei zuzuschreiben. Gerade, wenn es um die Sache geht, braucht es diese Zuschreibung ja wohl am allerwenigsten.
Hmpf, Paul Kirchhof gilt doch auch als CDU / FDP nahe ( oder gleich als Neoliberal ) weil er mal in einem Schattenkabinett war.
Barbara Kisseler als SPD-nahe zu bezeichnen ist als IMHO zutreffend.
Ich würde ihr ja gerne eine neosozialistische Einstellung vorwerfen, das gibt das Interview aber leider nicht her ;)
Und warum soll sie als Kulturexpertin nichts zum Thema Urheberrecht und illegale Kopien im Internet sagen ?
Soll man das den Justiz– und Innenministern überlassen ?
Das bezweifelt doch auch keiner. Doch kann sie ebensowenig für die SPD sprechen wie Kirchhof für die CDU.
Soll sie doch. Es besteht nur kein Anlass, das dann als Meinung der Sozis darzustellen.
Natürlich kann das als Meinung der Sozen darstellen. Wenn man den Sozis damit am Zeug flicken will.
Aber bei der Meinung die Frau Kissler äußert würde sie gerade mal bei den Piraten Widerspruch hervorrufen ;-)
Was ist denn das für ein Schwachsinn? Wenn jemandem von einem Blogger, der in einer anderen Partei ist, untergeschoben würde, dass er in der Piratenpartei sei und dann dieser dann etwas unpiratiges sagen würde, würde dann die Piratenpartei dann tatsächlich auf den Inhalt eingehen? Son Quatsch. Bei Herrn Tauss geht es doch auch nicht um Kinderpornografie, sondern um den Umgang mit ihm, soweit ich gelesen habe.
Mein Blog wird hier verlinkt mit folgender Aussage:
Ich möchte mal feststellen, dass ich überhaupt nicht auf den Netzpolitik.org-Artikel verweise, sondern auf den Carta-Artikel. Und allein der Link auf einen Carta-Artikel soll ein shitstorm sein? Das kann nicht euer Ernst sein.
Welche Schlussfolgerung darf man ziehen, wenn man Frau Kisseler auf der offiziellen Website der SPD findet und der Hinweis auf ihre angeblich fehlende Parteizugehörigkeit fehlt?
Da kann man wohl kaum von schlechter Recherche sprechen, sondern nur wieder von schlechter Informationspolitik der SPD.
„Da kann man wohl kaum von schlechter Recherche sprechen”
Selbstverständlich kann man das.
lol, Herr Rechtsanwalt… Ich hoffe, Sie gehören nicht zu den Bloggern, die sich über schlechte Recherche bei Journalisten aufregen, wenn Sie das aufrufen einer Internetseite für Recherche halten. Nicht einmal bei Wikipedia steht, dass sie in der SPD ist. ;-)
26 Nennungen für Barbara Kisseler auf SPD.de und niemand will hier was mit der Frau zu tun haben? Komischer Beißreflex an allem, was irgendwie kritische Berichterstattung ist.
Der quantitative Ansatz! Interessant. Wie oft wird denn Angela Merkel genannt?
Wenn die SPD nicht in Sachen Netzpolitik und IT-Gesetzgebung mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks versagen würde, würden solche Missverständnisse erst gar nicht aufkommen.
Netzpolitik.org kann man auf jeden Fall mehr trauen, als das bei der SPD in Sachen Datenschutz, IT-Kompetenz und Bürgerrechtsschutz der Fall ist.
Lass Dich ruhig weiter agitieren…