Im Kern eine Gegenrevolution?

Manchmal ist es inter­es­sant, den Blick zurück zu werfen. So hat sich Sahra Wagenknecht im „Spiegel” vom 26.12.1994 wie folgt geäu­ßert.

Die soge­nannte Wende war im Kern eine Gegenrevolution. Es ist vor fünf Jahren ein Land zugrunde gegan­gen, in dem jeden­falls der Ansatz gegeben war, eine Gesellschaft ohne Profitprinzip aufzu­bauen. Heute haben wir wieder die eindeu­tige Kapitalherrschaft; das ist für mich ein klarer Rückschritt. Im Vergleich zur BRD war die DDR, was immer man im einzel­nen an ihr ausset­zen mag, in jeder Phase ihrer Entwicklung das fried­li­chere, sozia­lere, mensch­li­chere Deutschland. Ich wünsche mir, daß die PDS das Ziel einer sozia­lis­ti­schen Gesellschaft nicht aus den Augen verliert.

Damals war Wagenknecht Sprecherin der Kommunistischen Plattform der PDS, was sie bis vor kurzem auch in der Linkspartei war. Mittlerweile ist sie stell­ver­tre­tende Vorsitzende der Linkspartei, gewählt mit dem besten Ergebnis aller Stellvertreter.

Ich weiß nicht, ob Sahra Wagenknecht das heute auch noch so sieht. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstel­len, dass das die Führung der NRW-Linkspartei so sieht.

(via)

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

12 Gedanken zu „Im Kern eine Gegenrevolution?“

  1. Wo sie recht hat, hat sie recht.
    Die Wende war eine Gegenrevolution.
    Und von den Folgen dieser Gegenrevolution hat sich die Linke bislang nicht erholt.
    Vor allem nicht der Anspruch des Systems einen höheren mate­ri­el­len Wohlstand zu ermög­li­chen.
    Sogar das alte Klassenkampfvokabular fiel dieser Gegenrevolution zum Opfer, auch wenn es der Linken gelun­gen ist den Begriff Neoliberalismus als Negativum neu zu etal­bie­ren und als Kampfbegriff gegen ihre Gegner einzu­set­zen.
    Siehe die „neoli­be­ra­len” Harz Reformen von SPD und Grünen ;-)

    Als Folge davon hat sich die Linke weit­ge­hend vom Anspruch ein mate­ria­lis­ti­sche Philosophie zu verfol­gen verab­schie­det. Auf einmal ist der Wohlstand gar nicht mehr so wich­tige, jetzt zählen „höhere”, nicht­ma­te­ri­elle Werte.

    Ansonsten muß man das nur didak­tisch sehen, dann lösen sich die Widersprüche auf:
    In der DDR haben die Energie und Industriekonzernen die Umwelt nicht verpes­tet um Profit zu machen. Sondern um das Volk zu versor­gen.
    Niemand ist, weil er Hartz IV Empfänger ist, gezwun­gen gewesen Obst und Südfrüchte bei LIDL statt beim Bioladen zu kaufen.
    Die DDR hat Ausländern aus Angola und Vietnam nicht gezwun­gen sich zu inte­grie­ren, sondern sie in Wohnheimen in ihrem kultu­rel­len Umfeld belas­sen und sie nach Hause geschickt, falls sie drohten ihre Kultur zu verlie­ren.
    Überhaupt ging es den Arbeitern im Westen nur so gut weil der Westen die Dritte Welt ausge­beu­tet hat und die Industrie den Arbeiter daran teil­ha­ben lies, damit er nicht rüber in die DDR macht.

    1. Gehaltvoller:
      „(…) Dass man mit ein wenig Kreativität über­zeu­gen­den Verbraucherschutz umset­zen kann, zeigen ausge­rech­net die Behörden im Berliner Bezirk Pankow — früher ein Synonym für die verkrus­tete DDR: Sie stell­ten nach unzäh­li­gen erfolg­lo­sen Kontrollen und Betriebsschließungen kurzer­hand die Fotos und Namen von bean­stan­de­ten Restaurants und Betrieben ins Netz. Das schau­ten sich bis zu 40.000 Menschen am Tag an — und die Betroffenen reagier­ten umge­hend: Putzfrauen wurden einge­stellt, schmut­zige Küchen reno­viert, verschim­melte Pizzazutaten entsorgt. Verklagt wurde der Amtsleiter trotz der Empörung von Seiten der Industrie nicht — und das Ergebnis ist eindeu­tig: Mussten 2008 noch 111 Betriebe geschlos­sen werden, redu­zierte sich die Zahl im folgen­den Jahr auf 71. ”
      von
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,695815–2,00.html

      1. Das sind ja fast schon ameri­ka­ni­sche Zustände.
        In den USA ist es nämlich üblich, das der Betreiber von Gaststätten die Ergebnisse der städ­ti­schen Kontrollen aushän­gen muß. ;-)

        Was haben die Kontrollen des Gesundheitsamtes eigent­lich mit der DDR zu tun ?
        Gut, in der DDR wo der Staat alles unter Kontrolle hatte gab es natür­lich kein Gammelfleisch im Döner. Vieleicht sollten wir nicht so zimper­lich sein, und die Stasi 2.0 einfüh­ren. Vorratsdatenspeicherung, großer Lauschangriff und Spitzel sind für eine effek­tive Staatliche Kontrolle ja absolut nötig.
        Das ist schließ­lich das Programm des Neosozialismus: Das der Staat alles unter Kontrolle hat… ;-)

        1. @alrik:

          es ist doch immer wieder bezeich­nend, wie mühelos ein Text falsch zuge­ord­net wird. Der obige *zitierte* Text stammt von einem Spiegel-Redakteur, nicht von mir.

          Aber für einen Pawlowschen Reflex a là
          „Unterdrückung … Spitzel … Datensammelei … alles unter Kontrolle … aha, DDR”
          reicht’s doch noch.

          Solltest Dir mal ‚ne neue Platte (aka CD) kaufen.

          Im Übrigen- im letzten Satz „Das” mit „ss”- ist Deutsch, eij, Alda ;-)

          1. SS ist Deutsch ?
            Sorry für den Reflex. Is 4 teh lulz.

            Und ey Alda schreibt sich so.
            Bitte nach­sich­tig sein, schon die RAF hat die recht­schrei­bung inklu­sive groß & klein­schrei­bung auf dem altar der revo­lu­tion geop­fert, da soll­test Du nicht so reak­tio­när auf die recht­schrei­bung achten, das hat mich schon an den ober­stu­fen­punks gelang­weilt die sich gerne furch­bar links­al­ter­na­tiv gegeben haben aber insge­heim ihre verach­tung gegen­über menschen die nicht ihrem sozia­len mileu entsprun­gen sind freien lauf gelas­sen haben . ;-)

            Was hat der Artikel des Spiegels nun mit der Gegenrevolution zu tun ?

          2. @alrik:
            Punk war ich nie. Deine Komplexe bzgl. Deiner Schulzeit müssen wir hier nicht erör­tern. Das sollte Deine Selhilfegruppe über­neh­men ;-)

          3. lol @ Selhilfegruppe
            Was ist self-pwnage ?
            Wenn man einen auf Gramatiknazi macht und dann selber einen Tipfehler liefert.
            Ey Alder ! :D

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