SED-Zentralkomitee beschließt Landarztquote

Das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei der Vereinigten Deutschen Demokratischen Republik hat beschlos­sen, eine Landarztquote einzu­füh­ren, um die „medi­zi­ni­sche Versorgung in struk­tur­schwa­chen Gebieten zu verbes­sern”. Damit, so ZK-Vorsitzender Westerwelle, soll „der Pseudo-Markt in seine Schranken gewie­sen werden”. Laut Rösler, Mitglied des Politbüros und Minister für Volksgesundheit, „müssten zudem Maßnahmen getrof­fen werden, damit Mediziner wieder verstärkt den Arztberuf ausüben und nicht anderen Tätigkeiten nach­ge­hen”. Das Ziel der Partei ist auch hier nach­voll­zieh­bar: Menschen sollen sich noch stärker dem Gemeinwohl verschrei­ben und nicht ausschließ­lich auf ihr eigenes Wohlbefinden achten.

Weiterhin will das Zentralkomitee dem Vernehmen nach Solidarität mit der Sozialistischen Republik Griechenlands zeigen und Staatshilfen zur Bekämpfung des Kapitals in Aussicht stellen.

(Quelle)

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

17 Gedanken zu „SED-Zentralkomitee beschließt Landarztquote“

  1. Sachlich trifft das auf jeden Fall zu. Zur Landarzt-Geschichte muss man aller­dings anmer­ken, dass ein durch und durch sozia­lis­ti­sches Gesundheitssystem wohl nur mit ebenso sozia­lis­ti­schen Reformen verän­der­bar ist. Einzelne Missstände muss man eben mitun­ter abstel­len, ein Ersatz für eine markt­wirt­schaft­li­che Reform kann das natür­lich aber nicht sein.

    Die Staatshilfen aller­dings sind in der Tat kaum zu recht­fer­ti­gen. Ich halte das für einen bösen Irrweg, der uns alle teuer zu stehen kommen wird, so oder so. Und Griechenland wird diese Form der Unterstützung bei gar nichts helfen, ganz im Gegenteil bringt man doch einen völlig aus den Fugen gera­te­nen Haushalt nicht in Ordnung, indem man einfach mehr Geld rein­pumpt.

  2. @Christian:
    die Diktion ist nicht ganz passend. Es fehlt das Loblied auf die Partei der werk­tä­ti­gen Massen („Leistung muß sich wieder lohnen”)- das besorgt sich die FDP aber schon selbst- wie am letzten Wochenende- poli­ti­sche Onanie.
    @Jan:
    ja, die Staatshilfe- in Wirklichkeit zahlen die mit den gerings­ten Einkommen verhält­nis­mä­ßig mehr für die sog. Krisenbewältigung („too big to fail”) als dieje­ni­gen, die (womög­lich) ihr Erspartes einbü­ßen könnten. Wieder mal Umverteilung- aber von unten nach oben. Geldsäcke dürfen nach der Diktion (dem Diktat?) der FDP (und … CDU/CSU+ SPD) nicht verar­men. Vollkasko für Reiche. §32 SGB-Sanktionen für Arme. Danke, Deutschland. Wer sich hier nicht aufregt, der sollte besser aufhö­ren, politsch aktiv sein zu wollen.

  3. > in Wirk­lich­keit zah­len die mit den gerings­ten Ein­kom­men ver­hält­nis­mä­ßig
    > mehr für die sog. Kri­sen­be­wäl­ti­gung …
    In welchem Paralleluniversum soll das sein?

    Die mit dem gerings­ten Einkommen zahlen über­haupt nichts, die kriegen vom Staat noch was raus. Und da sie nichts zahlen, tragen sie auch zu irgend­wel­chen sinn­vol­len oder sinn­lo­sen (Merkel/Steinbrücks „Krisenbewältigung”) nichts bei.

    1. @R.A.:
      19% des Einkommens der Geringst-Verdienen landen wieder beim Staat- es sei denn, die Masse würde für Tiernahrung aufge­wen­det werden.
      Vielleicht mal Realität wahr­neh­men.
      Und über die Steuerklassen- und beson­ders das, was bei Einkommen unter­halb 2000 EUR brutto übrig bleibt- davon reden wir zwei besser gar nicht. Diese Debatte hatten wir schon mal.
      Ganz früher hätte mich sowas noch aufge­regt, jetzt ernten Wirklichkeits-Verweigerer nur noch Spott :-)
      Viel Spaß noch im neoli­b/­con-Elfenbeinturm.

      1. 19% des Einkommens der Geringst-Verdienen landen wieder beim Staat– es sei denn, die Masse würde für Tiernahrung aufge­wen­det werden.

        Selbst wenn das stimmen würde: Es taugt nicht, die in ideo­lo­gi­scher Gewissheit aufge­stellte steile Behauptung zu begrün­den.

        Aber es stimmt auch nicht: Mieten, Lebensmittel, Nahverkehrsmittel…

        Viel Spaß noch im neoli­b/­con-Elfenbeinturm.

        Autsch, der Fall muss jetzt aber weh getan haben, oder?

        (Übrigens: Du weißt anschei­nend auch nicht, was ein Neocon ist. Dann würde ich den Begriff an deiner Stelle aber nicht so häufig verwen­den).

        1. „Selbst wenn das stimmen würde: Es taugt nicht, die in ideo­lo­gi­scher Gewissheit aufge­stellte steile Behauptung zu begrün­den.”
          Nein, denn meine Begründungen haben sich meter­weise zu „ergies­sen”- dann sind sie aber wieder zu lang­at­mig ;-)

          „Aber es stimmt auch nicht: Mieten, Lebensmittel, Nahverkehrsmittel…”
          Achje, jetzt kommt der (Wiwi?)Erbsenzähler und erin­nert mich an den 7%-USt-Satz (oh, der weiß, dass es „Umsatzssteuer” heißt, komisch) z. B. auf Tiernahrung und 19% auf Baby-Nahrung.
          „” Viel Spaß noch im neoli­b/­con-Elfenbeinturm.”

          Autsch, der Fall muss jetzt aber weh getan haben, oder?”
          Da konnte „R. A.” aber wirk­lich nicht selbst antwor­ten. Der arme „Scholli” hat bestimmt geweint.

          (Übrigens: Du weißt anschei­nend auch nicht, was ein Neocon ist. Dann würde ich den Begriff an deiner Stelle aber nicht so häufig verwen­den).
          Im Gegensatz zu Einigen hier habe ich RR und Maggie T. und deren Politik noch als Teenie erleben und nicht bloß im Geschichtsbuch darüber lesen dürfen, aber mach’ Dich ruhig weiter zum „Horst” (Schlämmer oder Tappert…) :-)

          1. Was heißt „Erbsenzähler”? Für Miete und Lebensmittel sollte gerade bei Geringverdienern ein Löwenanteil des Einkommens drauf­ge­hen.

            Im Gegensatz zu Einigen hier habe ich RR und Maggie T. und deren Politik noch als Teenie erleben und nicht bloß im Geschichtsbuch darüber lesen dürfen

            Im Gegensatz zu einigen hier hast du aber trotz­dem den Unterschied zwischen Konservativen und Neocons nicht kapiert. Klar, irgend­wie hat sich die Vorsilbe „neo” als Kommentarersatz durch­ge­setzt statt „irgend­wie nicht echt, ist auf jeden Fall von Übel”. Liberal sein will fast jeder, „neoli­be­ral” hinge­gen ist pöhser „Turbo-Kapitalismus”, obwohl mit dieser Verwendung die Absurdität auf die Spitze getrie­ben wird, schließ­lich waren die Liberalen jene, die im Gegensatz zu den klas­si­schen Liberalen (begrenzte) Staatseingriffe in die Wirtschaft befür­wor­te­ten. Und Konservative, nun ja, die muss es eben auch geben, und in der CDU sind sie ja echt harmlos, aber „Neocons”, hui, das sind die ganz beson­ders Konservativen, die man auf jeden Fall bekämp­fen muss. Bullshit: http://de.wikipedia.org/wiki/Neocon

            Weder Reagan noch Thatcher waren Neocons, und in Deutschland wird man diese poli­ti­sche Gattung auch heute mit der Lupe suchen müssen, während Konservative noch verein­zelt anzu­tref­fen sind.

      2. @Nordstadt:
        > 19% des Einkommens der Geringst-Verdienen landen
        > wieder beim Staat …
        Eben: Landet „wieder”. Da wo es auch herge­kom­men ist. Unterm Strich fließt eben das Geld vom Staat zu diesen Leuten, diese umge­kehrt tragen nichts real zur Staatsfinanzierung bei.

        Was ich übri­gens völlig in Ordnung finde.

        Aber wer gene­rell nichts beiträgt, der trägt auch nichts zur „Krisenbewältigung” bei — erst recht nicht „verhält­nis­mä­ßig mehr”.

        1. @R.A.:
          „verhält­nis­mä­ßig” schließt m. E. die working poor mit ein- volks­tüm­lich „Aufstocker” genannt. Wie schon geschrie­ben- Ihre/Eure Wirklichkeit ist eine andere- da ist Hartz4 eben ein Level im neues­ten FPS.
          @Rayson:
          dass Reagan und Thatcher keine „neocons” oder „neolibs” (gewesen) wären, halte ich für eine unhalt­bare These- aber so ein Blog ist ja sehr gedul­dig (gibt’s eigent­lich noch Sozen, die ‚n Arsch in der Hose haben?- oder haben die alle schon aufge­ge­ben, weil die INSM-Lohnschreiber [RA, Rayson usw.] zuviel Output produ­zie­ren?!).

          1. Wieviele Verwarnungen brauchst Du eigent­lich noch? Wenn Du es nicht schaffst, sach­lich zu debat­tie­ren, dann lass es sein.

          2. @Christian:
            nein, kann ja den KK-Weg gehen und die belei­digte LW geben ;-)
            Kannst Du begrün­den, was nun unsach­lich war?
            Waren etwa obige Mitdiskutanten nicht verschie­dent­lich in „Darstellungsverschiebungen” der Wirklichkeit invol­viert- genau so, wie es das INSM seit Jahren betreibt?
            Darf ich dann dazu keine Meinung haben?
            Ich werde hier ständig direkt oder indi­rekt als „Kommunist”, „Stasi” und Ähnliches bezeich­net- ohne dass Du auch nur einmal „verwarnst”.
            Zufall oder Absicht?
            Oder hat Dich der Spruch mit dem *rsch geär­gert?
            ;-)

          3. Keine Ahnung, wo Du als Stasi-Mitglied bezeich­net worden sein sollst.

            Dass Du nicht begreifst, dass es nicht sach­lich ist, Menschen mit anderer Meinung als „INSM-Lohnschreiber” zu bezeich­nen, das spricht für sich.

          4. @Christian

            Der Vorwurf ist so dämlich, dass wir ihn ja sogar gerne selbst­iro­nisch wieder­ho­len und auf unseren regel­mä­ßi­gen INSM-Scheck hinwei­sen. Ich fühle mich von sowas wirk­lich nicht ange­grif­fen, denn Eigentore zählen immer nur „anders­rum” ;-)

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