Eine schöne Vision. Sie hat mir gut gefallen, weil sie viele Dinge anspricht, die ich ebenfalls für wichtig und richtig halte, zum Beispiel die Umverteilung von Zeit und Arbeit.
Und hochpolitisch ist sie auch. Was sonst soll Politik sein?
Dabei natürlich völlig unrealistisch (in fünf Jahren im demokratischen Sozialismus…?), aber ich glaube, das war auch nicht der Anspruch der Autorin. Realismus ist glaube ich allgemein nicht der Anspruch weiter Teile der Linkspartei.
Was soll an Visionen / Träumen unpolitisch sein? Eine freie Gesellschaft, so wie in den paar Zeilen beschrieben ist auf jeden Fall wesentlich politischer, als die Gesellschaft in der wir momentan leben.
Ich halte, was sie verspricht, auch nicht für völlig utopisch. Ich jedenfalls verfolge politisch ganz ähnliche, wenn man mal von der Methode „Umverteilung” zum Erreichen dieser Ziele und einigen konkreten Details absieht.
Naja und im Gegensatz zu ihr glaube ich eher nicht, das Ärzte oder gar Arzneimittelhersteller irgendwann für lau arbeiten wollen werden, insofern ist ein Gesundheitswesen, dass nichts kostet, wohl tatsächlich eine Utopie.
Aber eine Rente, die zum Leben reicht, das ist auf jeden Fall ein Ansatz, den ich Teile, ebenso bessere Schulen oder Vollbeschäftigung.
Und es freut mich sehr, dass es offenbar auch in der Die Linke Verfechter der freien Marktwirtschaft gibt, denn ohne die sind solche Ziele nachweislich nicht erreichbar.
Friede, Freude, Eierkuchen. Alle Menschen haben sich lieb, und von irgendwoher sind beliebig viele Ressourcen aufgetaucht und jeder kann sich nach Belieben seine Wünsche erfüllen.
Kann man eine Vision nennen, mit politischem Denken hat das aber in der Tat wenig zu tun.
Für die Landessprecherin einer Partei ist so ein Kindergartenniveau einfach nur peinlich.
Da ist doch bestimmt die Frage erlaubt: was ist denn so die Vision der SPD von der Zukunft oder, etwas kleiner, die von Christian Soeder?
So in etwa?
„Alles bleibt so, wie es ist, jedenfalls für die, die Geld haben. Die die nicht arbeiten bekommen auch nix. Und Bildung ist schädlich für das Gemeinwohl.”
Zumindestens war die Politik der SPD bisher darauf gerichtet. Ich finde es schön, wenn mal jemand eine größere Idee von der Zukunft hat als „Arbeitslosenzahlen halbieren”.
Die SPD hat große Visionen. Das zeigt ein Blick in das Grundsatzprogramm. Das Problem ist nur, dass viele Protagonisten der SPD, in ihrem panischen Bemühen sich von Links abzugrenzen, vergessen, dass Visionen etwas wichtiges und gutes sind. Politisches Gestalten ohne Vision ist überhaupt nicht möglich, sonst wäre es nur Verwalten.
Im verzweifelten Abwärtskampf gegen die Linkspartei wird kaum noch etwas eigenes präsentiert. Sagt die Linke: „Wir wollen gutbezahlte Arbeit für alle!” wird darauf nicht etwa erwiedert „Das ist im derzeitigen System nicht möglich, aber wir denken uns etwas anderes aus, um jedem seine Menschenwürde zu bieten.” sondern es wird das kopiert, was auch die Rechtsdemokraten sagen: „Das ist populistisch, weltfremd, Utopie”.
Menschen brauchen und wollen aber Visionen, an die sie glauben können.
Statt die Visionen vieler strukturkonservativer Beton-Linker auseinander zu nehmen und diesen eigene positive Visionen gegenüberzustellen wird schlicht das gesamte Konzept „Vision” verteufelt. Dann wundert man sich anschließend, warum sich niemand mehr für den eigenen Laden begeistert. Natürlich gibt es auch erfreuliches: Der Deutschlandplan von Frank-Walter Steinmeier, der die Kreativwirtschaft (ein völlig untzerbewertetes Feld, meiner Meinung nach) und die ökologische Wirtschaft betont hat, zum Beispiel. Aber dieser verschwand sofort wieder in der Versenkung.
Die Grünen beispielsweise haben kein Problem, Visionen zu formulieren: In ihren Programmen liest man von extrem ambitionierten Green New Deal-Konzepten.
Es passt zum betont realpolitisch, staatstragenden und von einer gewissen Verwaltungsmentalität geprägten Duktus der heutigen Sozialdemokratie, dass Visionen als etwas unsinniges dargestellt werden — dabei ist wohl keine Bewegung in ihrer Geschichte dermaßen visionsreich gewesen wie die die deutsche Sozialdemokratie.
Um es mit Helmut Schmidt zu sagen: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen” — diese Auffassung bringt das Problem auf den Punkt: Visionen werden mit naiven Wunschträumen gleichgesetzt, die undurchdacht und praxisfern sind. Dabei ist das nicht legitim, sondern nur eine Deutung, die sich viele „Linke” von anderen politischen Strömungen haben aufdrängen lassen.
Ich habe Visionen, weil ich sonst überhaupt keine Orientierung hätte, woran sich mein poitisches Handeln messen lassen sollte. Mir macht es auch nichts aus, dafür ausgelacht zu werden. Ich lasse mir auch nicht einreden „demokratischer Sozialismus” wäre eine kindlich-blöde Utopie, von der sich die Sozialdemokratie endlich verabschieden müsste. Progressive Linke brauchen Visionen, warum sonst sollten sie sich auf „progressiv” nennen dürfen?
Eine schöne Vision. Sie hat mir gut gefallen, weil sie viele Dinge anspricht, die ich ebenfalls für wichtig und richtig halte, zum Beispiel die Umverteilung von Zeit und Arbeit.
Und hochpolitisch ist sie auch. Was sonst soll Politik sein?
Dabei natürlich völlig unrealistisch (in fünf Jahren im demokratischen Sozialismus…?), aber ich glaube, das war auch nicht der Anspruch der Autorin. Realismus ist glaube ich allgemein nicht der Anspruch weiter Teile der Linkspartei.
Was soll an Visionen / Träumen unpolitisch sein? Eine freie Gesellschaft, so wie in den paar Zeilen beschrieben ist auf jeden Fall wesentlich politischer, als die Gesellschaft in der wir momentan leben.
Ich halte, was sie verspricht, auch nicht für völlig utopisch. Ich jedenfalls verfolge politisch ganz ähnliche, wenn man mal von der Methode „Umverteilung” zum Erreichen dieser Ziele und einigen konkreten Details absieht.
Naja und im Gegensatz zu ihr glaube ich eher nicht, das Ärzte oder gar Arzneimittelhersteller irgendwann für lau arbeiten wollen werden, insofern ist ein Gesundheitswesen, dass nichts kostet, wohl tatsächlich eine Utopie.
Aber eine Rente, die zum Leben reicht, das ist auf jeden Fall ein Ansatz, den ich Teile, ebenso bessere Schulen oder Vollbeschäftigung.
Und es freut mich sehr, dass es offenbar auch in der Die Linke Verfechter der freien Marktwirtschaft gibt, denn ohne die sind solche Ziele nachweislich nicht erreichbar.
In einer Gesellschaft mit Bedingungslosem Grundeinkommen wäre mehr freier (Arbeits-)markt tatsächlich möglich und begrüßenswert.
Friede, Freude, Eierkuchen. Alle Menschen haben sich lieb, und von irgendwoher sind beliebig viele Ressourcen aufgetaucht und jeder kann sich nach Belieben seine Wünsche erfüllen.
Kann man eine Vision nennen, mit politischem Denken hat das aber in der Tat wenig zu tun.
Für die Landessprecherin einer Partei ist so ein Kindergartenniveau einfach nur peinlich.
Da ist doch bestimmt die Frage erlaubt: was ist denn so die Vision der SPD von der Zukunft oder, etwas kleiner, die von Christian Soeder?
So in etwa?
„Alles bleibt so, wie es ist, jedenfalls für die, die Geld haben. Die die nicht arbeiten bekommen auch nix. Und Bildung ist schädlich für das Gemeinwohl.”
Zumindestens war die Politik der SPD bisher darauf gerichtet. Ich finde es schön, wenn mal jemand eine größere Idee von der Zukunft hat als „Arbeitslosenzahlen halbieren”.
Die SPD hat große Visionen. Das zeigt ein Blick in das Grundsatzprogramm. Das Problem ist nur, dass viele Protagonisten der SPD, in ihrem panischen Bemühen sich von Links abzugrenzen, vergessen, dass Visionen etwas wichtiges und gutes sind. Politisches Gestalten ohne Vision ist überhaupt nicht möglich, sonst wäre es nur Verwalten.
Im verzweifelten Abwärtskampf gegen die Linkspartei wird kaum noch etwas eigenes präsentiert. Sagt die Linke: „Wir wollen gutbezahlte Arbeit für alle!” wird darauf nicht etwa erwiedert „Das ist im derzeitigen System nicht möglich, aber wir denken uns etwas anderes aus, um jedem seine Menschenwürde zu bieten.” sondern es wird das kopiert, was auch die Rechtsdemokraten sagen: „Das ist populistisch, weltfremd, Utopie”.
Menschen brauchen und wollen aber Visionen, an die sie glauben können.
Statt die Visionen vieler strukturkonservativer Beton-Linker auseinander zu nehmen und diesen eigene positive Visionen gegenüberzustellen wird schlicht das gesamte Konzept „Vision” verteufelt. Dann wundert man sich anschließend, warum sich niemand mehr für den eigenen Laden begeistert. Natürlich gibt es auch erfreuliches: Der Deutschlandplan von Frank-Walter Steinmeier, der die Kreativwirtschaft (ein völlig untzerbewertetes Feld, meiner Meinung nach) und die ökologische Wirtschaft betont hat, zum Beispiel. Aber dieser verschwand sofort wieder in der Versenkung.
Die Grünen beispielsweise haben kein Problem, Visionen zu formulieren: In ihren Programmen liest man von extrem ambitionierten Green New Deal-Konzepten.
Es passt zum betont realpolitisch, staatstragenden und von einer gewissen Verwaltungsmentalität geprägten Duktus der heutigen Sozialdemokratie, dass Visionen als etwas unsinniges dargestellt werden — dabei ist wohl keine Bewegung in ihrer Geschichte dermaßen visionsreich gewesen wie die die deutsche Sozialdemokratie.
Um es mit Helmut Schmidt zu sagen: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen” — diese Auffassung bringt das Problem auf den Punkt: Visionen werden mit naiven Wunschträumen gleichgesetzt, die undurchdacht und praxisfern sind. Dabei ist das nicht legitim, sondern nur eine Deutung, die sich viele „Linke” von anderen politischen Strömungen haben aufdrängen lassen.
Ich habe Visionen, weil ich sonst überhaupt keine Orientierung hätte, woran sich mein poitisches Handeln messen lassen sollte. Mir macht es auch nichts aus, dafür ausgelacht zu werden. Ich lasse mir auch nicht einreden „demokratischer Sozialismus” wäre eine kindlich-blöde Utopie, von der sich die Sozialdemokratie endlich verabschieden müsste. Progressive Linke brauchen Visionen, warum sonst sollten sie sich auf „progressiv” nennen dürfen?
Visionen sind super. Aber der oben verlinkte Text ist einfach nur peinlich.
@Christian:
ich fand lediglich die Rechtschreib– und Grammatikfehler peinlich… Landessprecherin… hm, ok, wenn sie nur spricht, mag es gehen ;-)