Tagespolitische Aphorismen (5)

Wenn es nicht nötig ist, eine staat­li­che Einrichtung zu priva­ti­sie­ren, dann ist es nötig, eine staat­li­che Einrichtung nicht zu priva­ti­sie­ren.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

9 Gedanken zu „Tagespolitische Aphorismen (5)“

    1. Womöglich deswe­gen, weil sie- z. B. als Teil der essen­ti­el­len Daseinsvorsorge- den eigen­süch­ti­gen Gewinninteressen priva­ter Share-Holder-Value-Wichser (analog zu Volker Pispers: „Unternehmensberater … Eunuchen… sie wissen, wie man’s macht”) entzo­gen bleiben soll?!
      „Ih, Staat: böse. Nicht-Staat: gut. ” Formt doch noch eine Sandburg mit euren Förmchen ;-)
      Naja, eure neolib/-con Statements sind ähnlich wie Christians „Aphorismus”- immer­hin mal ein Statement eines SPDlers, dass noch 2005 so nicht geschrie­ben worden wäre- außer von Oskar Lafontaine. Christian, wann verläßt Du eigent­lich diese SPD?

      1. Interessant daran ist, dass Bahn, Strom und Gas nach sozia­lis­ti­scher Meinung „Daseinsfürsorge” sind, bei Brot oder Milch dagegen prak­tisch nie in Frage gestellt wird, dass beides von fins­te­ren Kapitalisten („Bäcker” zum Beispiel) auf freien Märkten gehan­delt werden darf.

        Die Position „Ih, Staat: böse. Nicht-Staat: gut.” ist ja zumin­dest konse­quent und begründ­bar. Die Begründungen mag viel­leicht nicht gelten lassen, wer dem Staat Allmacht und Allwissen unter­stellt — aber wer das tut, sollte dann auch so ehrlich sein und die Abschaffung sämt­li­cher wirt­schaft­li­cher Freiheit fordern.

        1. @Jan:
          ein Wesenszug von „sozia­lis­ti­scher Daseinsfürsorge” (danke für den Begriff) ist, dass diese Leistungen einer­seits einen hohen Darbringungsaufwand erfor­dern (Leitungen, Gleise legen und warten, Personal vorhal­ten für Instandhaltung und Betrieb usw.) und zumeist regions-, landes- oder sogar staats­über­grei­fen­den Charakter haben. Der Bäckermeister Mechau (Goslarsche Str.) wird auch im Sozialismus sein wohl­schme­cken­des Brot und seinen Kuchen backen und verkau­fen können und wollen. Nicht jedes Streben nach Gewinn ist auto­ma­tisch „böse” (schwer zu begrei­fen… aber so steht es geschrie­ben- z. B. im Programm-Entwurf der Linkspartei… schon weiter gelesen als bis Seite 6 ?).
          Der zweite Absatz ist damit auch beant­wor­tet, da ledig­lich irreale Propaganda. Dass gerade (Neo)Liberale nach dem Staat schreien, wenn die Arbeitetenden sich bewaff­nen und die Herrschaft des Kapitals gewalt­sam abzu­strei­fen suchen (Ukraine 1917, Spanien 1936, Kuba 1959, Nicaragua 1981 z. B.) dürfte dagegen spre­chen, den / diesen Staat abzu­schaf­fen- gerade aus (neo)liberaler Sicht- dann seid wenigs­tens konse­quent und bewaff­net euch ;-)

      2. Ich bin sehr zufrie­den in der SPD, danke der Nachfrage. Und außer­dem auch stolz auf 11 Jahre größ­ten­teils erfolg­rei­che Regierung.

  1. Mit Verlaub, das ist kein Aphorismus, sondern einfach nur Käse.

    So etwa auf dem Niveau: Wenn es nicht sinn­voll ist, SPD zu wählen, dann ist es nicht sinn­voll, SPD zu wählen.

  2. Ist da viel­leicht verse­hent­lich was verrutscht? (sprich: Sollte das 2. „nicht” viel­leicht nicht vor das „nötig”, sondern vor das „zu priva­ti­sie­ren”?)

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