Tagespolitische Aphorismen (5)

20. April 2010
By

Wenn es nicht nötig ist, eine staatliche Einrichtung zu privatisieren, dann ist es nötig, eine staatliche Einrichtung nicht zu privatisieren.


Ähnliche Artikel:

Tags: , , , ,

9 Responses to Tagespolitische Aphorismen (5)

  1. Jan on 20. April 2010 at 14:33

    Lieferst du freundlicherweise noch eine Begründung nach?

  2. nk on 20. April 2010 at 14:45

    Umgekehrt wird ein Schuh draus. Warum sit die Einrichtung überhaupt staatlich ?

    • Nordstadt on 22. April 2010 at 00:12

      Womöglich deswegen, weil sie– z. B. als Teil der essentiellen Daseinsvorsorge– den eigensüchtigen Gewinninteressen privater Share-Holder-Value-Wichser (analog zu Volker Pispers: „Unternehmensberater … Eunuchen… sie wissen, wie man’s macht”) entzogen bleiben soll?!
      „Ih, Staat: böse. Nicht-Staat: gut. ” Formt doch noch eine Sandburg mit euren Förmchen ;-)
      Naja, eure neolib/-con Statements sind ähnlich wie Christians „Aphorismus”- immerhin mal ein Statement eines SPDlers, dass noch 2005 so nicht geschrieben worden wäre– außer von Oskar Lafontaine. Christian, wann verläßt Du eigentlich diese SPD?

      • Jan on 22. April 2010 at 09:07

        Interessant daran ist, dass Bahn, Strom und Gas nach sozialistischer Meinung „Daseinsfürsorge” sind, bei Brot oder Milch dagegen praktisch nie in Frage gestellt wird, dass beides von finsteren Kapitalisten („Bäcker” zum Beispiel) auf freien Märkten gehandelt werden darf.

        Die Position „Ih, Staat: böse. Nicht-Staat: gut.” ist ja zumindest konsequent und begründbar. Die Begründungen mag vielleicht nicht gelten lassen, wer dem Staat Allmacht und Allwissen unterstellt — aber wer das tut, sollte dann auch so ehrlich sein und die Abschaffung sämtlicher wirtschaftlicher Freiheit fordern.

        • Nordstadt on 22. April 2010 at 09:33

          @Jan:
          ein Wesenszug von „sozialistischer Daseinsfürsorge” (danke für den Begriff) ist, dass diese Leistungen einerseits einen hohen Darbringungsaufwand erfordern (Leitungen, Gleise legen und warten, Personal vorhalten für Instandhaltung und Betrieb usw.) und zumeist regions-, landes– oder sogar staatsübergreifenden Charakter haben. Der Bäckermeister Mechau (Goslarsche Str.) wird auch im Sozialismus sein wohlschmeckendes Brot und seinen Kuchen backen und verkaufen können und wollen. Nicht jedes Streben nach Gewinn ist automatisch „böse” (schwer zu begreifen… aber so steht es geschrieben– z. B. im Programm-Entwurf der Linkspartei… schon weiter gelesen als bis Seite 6 ?).
          Der zweite Absatz ist damit auch beantwortet, da lediglich irreale Propaganda. Dass gerade (Neo)Liberale nach dem Staat schreien, wenn die Arbeitetenden sich bewaffnen und die Herrschaft des Kapitals gewaltsam abzustreifen suchen (Ukraine 1917, Spanien 1936, Kuba 1959, Nicaragua 1981 z. B.) dürfte dagegen sprechen, den / diesen Staat abzuschaffen– gerade aus (neo)liberaler Sicht– dann seid wenigstens konsequent und bewaffnet euch ;-)

      • Christian Soeder on 22. April 2010 at 12:36

        Ich bin sehr zufrieden in der SPD, danke der Nachfrage. Und außerdem auch stolz auf 11 Jahre größtenteils erfolgreiche Regierung.

  3. R.A. on 20. April 2010 at 16:37

    Mit Verlaub, das ist kein Aphorismus, sondern einfach nur Käse.

    So etwa auf dem Niveau: Wenn es nicht sinnvoll ist, SPD zu wählen, dann ist es nicht sinnvoll, SPD zu wählen.

  4. foster on 20. April 2010 at 16:48

    Ist da vielleicht versehentlich was verrutscht? (sprich: Sollte das 2. „nicht” vielleicht nicht vor das „nötig”, sondern vor das „zu privatisieren”?)

    • Christian Soeder on 20. April 2010 at 16:50

      Tatsächlich. Danke! :)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Facebook

Switch to our mobile site