Flugverkehr und Marktwirtschaft

20. April 2010
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Ich habe mich ja schon immer gefragt, wie es sein kann, dass Flüge dermaßen billig sind, dass es teilweise teurer ist, innerhalb Deutschlands mit der Bahn zu fahren. (Gestört hat es mich übrigens nie, nur gewundert.)

Nun ist es mir jedenfalls klar: die Airlines rechnen dermaßen knapp, dass sie das Flugverbot offensichtlich an den Rand des Ruins bringt. Wer soll einspringen? Natürlich der Staat.

Pustekuchen. Schäuble wird die Kasse schön verschlossen halten, davon ist auszugehen. Wenn die Airlines pleite gehen, weil sie es versäumt haben, passende Versicherungen abzuschließen, dann ist das eben Pech. Es gibt keine Garantie auf Erfolg in unserem Wirtschaftssystem.


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11 Responses to Flugverkehr und Marktwirtschaft

  1. Jan on 20. April 2010 at 16:07

    Die meisten Bahnunternehmen und wahrscheinlich alle Speditionen und Reedereien hätten allerdings ähnliche Probleme, wenn sie tagelang zwar alle fast Kosten, aber keine Erträge mehr hätten.

    Ehrlichgesagt erwarte ich auch, dass Kostenvorteile an mich als Kunde weitergegeben werden, wenn auch nicht um den Preis, dass dafür irgendwelche Subventionen fließen müssen.

    • Christian Soeder on 20. April 2010 at 16:09

      Die Natur lässt sich nun einmal nicht steuern. Wenn ein Asteroid Dein Haus trifft und Du nicht gegen Asteroidenschäden versichert bist, dann hast Du auch Pech gehabt.

      • Jan on 20. April 2010 at 16:51

        Ist ja richtig aber wenn Airlines Naturkatastrophen dieser Art in ihre Preise einkalkulieren würden, fänd ich das jetzt auch ein bisschen übertrieben. Offenbar hatte ja nichtmal das DLR irgendeinen Plan für solche Fälle — und bei denen gehört das eigentlich zum Job.

      • Jan on 20. April 2010 at 17:07

        Übrigens besteht ja auch noch die Möglichkeit, dass die Behörden durch unnötige Überreaktion diesen Milliardenschaden angerichtet haben und Schandensersatz zahlen müssen werden.

        • Christian Soeder on 20. April 2010 at 17:10

          Klar, die Möglichkeit besteht. Ist aber unwahrscheinlich. :)

  2. R.A. on 20. April 2010 at 16:35

    > die Airlines rechnen dermaßen knapp, dass sie das Flugverbot offensichtlich an
    > den Rand des Ruins bringt.
    a) ist dies gut weil es zeigt, daß der Wettbewerb funktioniert und die Kunden davon profitieren.
    b) dürfte ein solcher Geschäftsausfall auch andere Branchen hart treffen.
    c) könnte ein solcher Rückschlag vielleicht die eine oder andere wackelig finanzierte Firma in die Pleite treiben, aber nicht die Mehrheit der Branche.

    > Wer soll einspringen? Natürlich der Staat.
    Nachfragen würde ich an deren Stelle auch. Weil ja die Vergangenheit gezeigt hat, daß der Staat bei genügend Jammern umknickt. Aus Sicht der Firmen ist es völlig legitim, solche Hilfen anzufragen. Weniger legitim wäre es, ihnen das Geld auch zu geben.

    > Schäuble wird die Kasse schön verschlossen halten, davon ist auszugehen.
    Würde ich mir auch wünschen, aber ich bin pessimistisch. Es gibt zu viele negative Präzedenzfälle, von den Banken bis Griechenland.

    > Wenn die Airlines pleite gehen, weil sie es versäumt haben, passende
    > Versicherungen abzuschließen, dann ist das eben Pech.
    Ich glaube nicht, daß man sich gegen höhere Gewalt dieser Art versichern kann. Aber ansonsten hast Du recht: Das ist eben Pech, das geht aber Dritte (also die Steuerzahler) nichts an.

    • Christian Soeder on 20. April 2010 at 16:37

      Mh, versichern kann man sich grundsätzlich bestimmt gegen alles — allerdings dürften die Prämien entsprechend hoch sein. ;)

      Aber ist doch schön, dass mal Einigkeit herrscht.

      • Kalle Kappner on 20. April 2010 at 23:07

        Ja, in der Theorie herrscht in solchen Fragen tatsächlich Einigkeit zwischen Sozialdemokraten und Liberalen.

        In der Praxis dagegen knicken Sozialdemokraten aus Angst vor Arbeitsplatzabbau schnell um. Und Liberale wegen ihrer leider oft wahrgenommen Funktion als Lobbyisten der Wirtschaft.

        • Jan on 21. April 2010 at 09:16

          So siehts wohl aus — siehe unser Bundeswirtschaftsminister. (Wobei: wer für Staatshilfen ist, die nicht grade komplette Volkswirtschaften retten sollen, ist alles Mögliche aber eben nicht liberal.)

      • F.Alfonzo on 21. April 2010 at 13:04

        Würde gar nicht mal sagen, dass so eine Versicherung nicht über Ticketpreise bezahlbar wäre, weil den hohen Ausfällen ja auch eine sehr niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit gegenübersteht.

        Könnte sein, dass bisher noch niemand über so eine Versicherung nachgedacht hat, gerade aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit, dass sowas passiert. Ich glaube sowas ließe sich prima über Katastrophenanleihen rückversichern.

        Ansonsten Zustimmung zu deinem Beitrag. Glaube aber auch nicht, dass deswegen eine Airline pleite gehen wird.

        • Jan on 21. April 2010 at 13:19

          Klar ist es grundätzlich Möglich und bestimmt auch bezahlbar. Aber eine Versicherung gegen etwas, das praktisch nie eintritt (alle ~100 Jahre ist wirklich sehr selten) ist doch trotzdem übertrieben. Man kann nicht jedes Risiko immer und überall absichern, das ist absurd.

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