Die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel erklärt im Interview mit Spiegel Online:
Wir brauchen neben der deutlichen Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze einen eigenständigen Regelsatz für Kinder. Auch die Ein-Euro-Jobs sowie die Sanktionen gegen Erwerbslose gehören abgeschafft. […] Damit jeder Mensch in dieser Gesellschaft menschenwürdig leben kann. Das Recht auf Leben steht in unserer Verfassung. Dazu gehört ein soziokulturelles Existenzminimum. Dies ist nicht an die Arbeitsbereitschaft geknüpft, sondern ausschließlich an die Kategorie Mensch. Wer das nicht ernst nimmt, vertritt im Kern die Position „Wer nicht arbeitet, darf auch nicht essen“. Das hat mit sozialdemokratischer Politik nichts zu tun.
Ist das so? August Bebel (1840−1913), der „Arbeiterkaiser“, schreibt in seinem Hauptwerk „Die Frau und der Sozialismus“ (1883) in Kapitel 21, zitiert nach der Projekt-Gutenberg-DE-Version:
Sobald die Gesellschaft im Besitz aller Arbeitsmittel sich befindet, wird die Arbeitspflicht aller Arbeitsfähigen, ohne Unterschied des Geschlechts, Grundgesetz der sozialisierten Gesellschaft. Die Gesellschaft kann ohne Arbeit nicht existieren. Sie hat also das Recht, zu fordern, daß jeder, der seine Bedürfnisse befriedigen will, auch nach Maßgabe seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten an der Herstellung der Gegenstände zur Befriedigung der Bedürfnisse aller tätig ist. Die alberne Behauptung, die Sozialisten wollten die Arbeit abschaffen, ist ein Widersinn sondergleichen. Nichtarbeiter, Faulenzer gibt’s nur in der bürgerlichen Welt. Der Sozialismus stimmt mit der Bibel darin überein, wenn diese sagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Aber die Arbeit soll auch nützliche, produktive Tätigkeit sein. Die neue Gesellschaft wird also verlangen, daß jeder eine bestimmte industrielle, gewerbliche, ackerbauliche oder sonstige nützliche Tätigkeit ergreift, durch die er eine bestimmte Arbeitsleistung für die Befriedigung vorhandener Bedürfnisse vollzieht. Ohne Arbeit kein Genuß, keine Arbeit ohne Genuß.
Indem alle verpflichtet sind zu arbeiten, haben alle das gleiche Interesse, drei Bedingungen bei der Arbeit erfüllt zu sehen. Erstens, daß die Arbeit im Zeitmaß mäßig sei und keinen überanstrengt; zweitens, daß sie möglichst angenehm ist und Abwechslung bietet; drittens, daß sie möglichst ergiebig ist, weil davon das Maß der Arbeitszeit und das Maß der Genüsse abhängt. Diese drei Bedingungen hängen aber wieder von der Art und Menge der zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel und Arbeitskräfte ab, und von den Ansprüchen, welche die Gesellschaft an ihre Lebenshaltung stellt. Die sozialistische Gesellschaft bildet sich nicht, um proletarisch zu leben, sondern um die proletarische Lebensweise der großen Mehrzahl der Menschen abzuschaffen. Sie sucht jedem ein möglichst hohes Maß von Lebensannehmlichkeiten zu gewähren und so entsteht die Frage: wie hoch wird die Gesellschaft ihre Ansprüche stellen?
Die Bebel’sche Voraussetzung ist nicht gegeben, völlig klar: die Gesellschaft befindet sich nicht „im Besitz aller Arbeitsmittel“ — aber dass es heute demokratischer zugeht als zur Zeit Bebels, kann man nicht negieren. In Deutschland muss niemand verhungern, jeder hat Recht auf staatliche Hilfe. Das war im Kaiserreich nicht der Fall, Arbeiter schufteten unter unglaublichen Bedingungen, und trotzdem mussten ihre Familien oft Hunger leiden. Das ist heute anders, bei allen Ungerechtigkeiten und Härten, die es in unserem Land gibt. Hätte deshalb die Gesellschaft nach Bebel „das Recht, zu fordern, daß jeder, der seine Bedürfnisse befriedigen will, auch nach Maßgabe seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten an der Herstellung der Gegenstände zur Befriedigung der Bedürfnisse aller tätig ist“? Schwierige Frage. Ich bin mir sicher, dass Bebel die Anforderung, dass Arbeitsangebote nicht grundlos abgelehnt werden dürfen, für gut hieße. Einen Arbeitszwang zu sinnloser Arbeit jedoch, also bspw. Laub im Wald fegen, fände sicherlich keinen Zuspruch von Bebel.
Aber zumutbare Arbeit, die einen Sinn hat? Warum sollte das mit sozialdemokratischer Politik nichts zu tun haben? Im Grunde genommen würde Hartz IV dann zu einem „Bedingungslosen Grundeinkommen“, wenn man jegliche Sanktionen oder Anforderungen abschaffte. Auf niedrigem Niveau zwar, aber eben bedingungslos. Und zum Bedingungslosen Grundeinkommen hat die Grundwertekommission der SPD im Dezember 2008 ein umfangreiches Papier veröffentlicht, mit der Schlussfolgerung:
Die Grundwertekommission ist der Meinung, dass sozialpolitische Reformen sich grundsätzlich an den dargestellten fünf Eckpunkten sozialstaatlicher Aktivitäten orientieren sollten. Nur in einem Zugleich von Grundsicherung und Mindestlohn, von Erwerbsarbeit, Bildung, sozialen Netzen und sozialen Diensten wird der Sozialstaat der Zukunft wirksam dazu beitragen, dass alle Bürgerinnen und Bürger „in Augenhöhe“ zu allen anderen mit gleichen Beteiligungsrechten „inmitten“ einer Gesellschaft leben können. In diesem Sinne ermutigt die Kommission die SPD, auf den vermeintlichen „Königsweg“ eines Bedingungslosen Grundeinkommens zu verzichten und stattdessen auf diversifizierte, deshalb unterschiedlichen Verwerfungen und Problemen gleichermaßen angemessene Instrumente zu setzen.
Nein, ich glaube, da hat sich Franziska Drohsel vertan. Zumutbare Arbeit im Austausch gegen Hilfe von der Gesellschaft ist meiner Meinung nach vereinbar mit sozialdemokratischer Politik. Sicherlich kann man auch anderer Meinung sein, aber die generelle Aussage, es habe nichts mit sozialdemokratischer Politik zu tun, die geht zu weit.
Bild: Wikipedia (gemeinfrei)


hartzIV ohne arbeitszwang wäre kein bedingungsloses grundeinkommen, denn es wäre ja nach wie vor an die bedingung geknüpft kein anderes einkommen zu haben.
„arbeit” sollte immer freiwillig sein damit sie nicht zur reinen beschäftigung wird. jeder mensch trägt sowieso unabhängig davon ob er einer lohnarbeit nachgeht oder nicht zur gesellschaft bei. bei einem BGE hätte man halt noch mehr freiheit sich z.b. für open-source projekte, kindererziehung oder politik zu engagieren.
wir müssen weg von zwangsarbeit hin zu einem selbstbestimmten leben!
Ok, stimmt, es wäre nicht völlig bedingungslos. Danke für den Hinweis. :)
aber der hauptunterschied zu einem BGE wäre, dass man bei einem BGE arbeiten kann und der lohn voll auf das grundeinkommen aufgeschlagen wird. da würde sich arbeit plötzlich wieder lohnen, ums mal mit FDP-populistisch auszudrücken. das größte problem an hartzIV is für mich nicht die zu niedrige höhe, sondern dass es sich kaum lohnt etwas an seinen prekären umständen zu ändern. mindestlöhne fände ich auch ne sinnvolle sache, damit man auch im niedriglohnbereich ordentlich bezahlt wird und der abstand zu hartzIV vergrößert wird, aber ein BGE (zusätzlich) wäre viel effektiver und hat noch ganz andere positive effekte.
Das BGE ist hier eigentlich nicht das Thema. :o
:) das paulus-zitat „wer nicht arbeitet soll auch nicht essen” ist doch klassisch oder moderne(?) linke ideologie, oder? den hat doch franz münterfering und co schon von sich gegeben. u.a. wegen so einem menschenbild und ihrem arbeitsfetischismus hat sich die SPD inzwischen zu einem persönlichem politischem feind gemausert. schade drum
Mal im Ernst, hast Du den obigen Beitrag komplett gelesen?
nur überflogen :) im prinzip verteidigst du diese aussage als eben eine durchaus sozialdemokratisch-kompatible forderung. oder versteh ich da was falsch?
Der Beitrag ist nicht gerade umfangreich und durchaus zu verstehen. :o
Ich denke Schlussfolgerung „Zumutbare Arbeit im Austausch gegen Hilfe von der Gesellschaft ist vereinbar mit sozialdemokratischer Politik” ist korrekt, jedoch ist die dort hinführende Argumentationskette sehr wackelig und ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass dieser Schluss der Aussage von Frau Drohsel nicht widerspricht.
Die Argumentationskette ist wackelig, da es meiner Meinung nach durch die fortgeschrittene Technisierung nicht mehr nötig ist, oder wenigstens in naher Zukunft nicht mehr nötig sein wird, dass alle Menschen bei der „Herstellung der Gegenstände zur Befriedigung der Bedürfnisse aller” mithelfen. Daraus folgt, dass
„zumutbare Arbeit, die einen Sinn hat” nicht (mehr) für jeden Menschen existiert. Denn wenn sie nicht nötig ist, weil sie von Maschinen übernommen werden kann, dann hat eine Beschäftigung keinen Sinn.
Der Aussage von Frau Drohsel widerspricht der Schluss meiner Meinung nach nicht, da letzteres von zumutbarer und sinnvoller Arbeit handelt und ersteres nur von Arbeit oder Arbeitsbereitschaft. Arbeitsbereitschaft hat aber mit Sinn nichts zu tun und die Zumutbarkeit lässt sich sehr schwer definieren. Garantiert Harz IV, dass niemandem zu viel zugemutet wird? Den Gedanken ins Extreme treibend könnte man behaupten, dass es für jemanden der nicht bereit ist zu arbeiten auch keine zumutbare Arbeit gibt. Zu erfassen was zumutbare und sinnvolle Arbeit ist wird auch noch dadurch erschwert, dass die Zumutbarkeit an den Sinn gebunden ist, denn sinnlose Arbeit ist nicht zumutbar.
Ich denke das Problem wird in diesem Blogbeitrag falsch angegangen. Wenn wir über ein bedigungsloses Grundeinkommen nachdenken sollten wir uns nicht die Frage stellen, ob es sozialdemokratisch ist, Arbeit(sbereitschaft) für Sozialleistung zu verlangen, sondern wir müssen uns die Fragen stellen, wie viel Arbeit wir brauchen, und ob die Angst vor der Erwerbslosigkeit als Motivation notwendig ist, um die Qualität der benötigten Arbeitskraft zu sichern. Wenn wir die letzte Frage mit nein beantworten können, oder einfach das Risiko eingehen, dies zu tun, dann bleibt „nur” noch die Rechnerei übrig, wie wir unsere Mittel für ein bedingungsloses Grundeinkommen verteilen.
Ich muss mich ergänzen: Um unsere Mittel für ein bedingungsloses Grundeinkommen zu verteilen wird Rechnerei natürlich nicht ausreichen. Es wird auch eine gehörige Portion Spekulation dazugehören.
Ach, zum Thema „Bedigungsloses Grundeinkommen” und Solidarität werfe ich auch mal was in die Runde: http://blog.kai-bojens.de/2009/02/16/gegen-ein-bedingunsloses-grundeinkommen/
Wie einer meiner Vorredner schon anmerkte:
Zu Bebels Zeiten mag der Satz eine gewisse Berechtigung gehabt haben.
Heute aber befindet sich die Arbeit, wie wir sie kennen, auf dem Rückzug. Es ist eine Illusion, anzunehmen, alle Menschen könnten beliebig hoch qualifiziert werden und der Arbeitsmarkt so weiterhin potentiell Vollbeschäftigung hergeben könnte. Langfristig werden wir uns damit abfinden müssen, dass immer mehr Menschen garkeine Möglichkeit mehr haben werden, zu arbeiten, also ihren Teil zum Wohle der Gesellschaft beizutragen.
Und diese Menschen dürfen trotzdem nicht verhungern.
Ich bin mir sicher, Bebel und andere Sozialdemokraten hätten das eben so gesehen, wenn sie nicht in einer Zeit gelebt und gewirkt hätten, in der Vollbeschäftigung potentiell oder real erreichbar war, der Erfahrung entsprach und völlig natürlich schien.
Der Satz „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.” ist also mit Vorsicht zu genießen. Ich finde es wenig sinnvoll, seine Gültigkeit mit dem Verweis auf die Worte eines Sozialisten zu belegen, der vor Ewigkeiten gelebt hat.
Für diese These spricht überhaupt nichts.
Doch, eigentlich schon. Ich habe auch schon beschrieben, warum:
„Arbeit” neigt heute dazu, immer komplexer und den Geist fordernder zu werden. Wir nennen das meistens „hochqualifiziert”. Damit diese Arbeit verrichtet werden kann, müssen die Menschen natürlich entsprechend hochqualifiziert sein. Nun ist es aber eine Illusion, anzunehmen, alle Menschen könnten beliebig hoch qualifiziert werden.
Natürlich ist unser Bildungssystem zur Zeit noch deutlich ausbaufähig, natürlich gibt es noch unheimliches Potential. Aber das ändert an der These nichts. Langfristig geht es in diese Richtung. Aber das ist überhaupt nicht schlimm, weil gleichzeitig durch immer weniger Menschen immer mehr Werte geschaffen werden können, die dann auch entsprechend verteilt werden können.
Die Geschichte spricht für diese These. Natürlich werden Menschen immer die Möglichkeit haben zu arbeiten. Das Wohle der Gesellschaft wird aber nicht davon abhängen, denn Arbeitskraft kommt inzwischen nicht mehr nur von Menschen. Die industrielle Enwicklung zeigt, dass Maschinen immer effektiver darin werden, menschliche Arbeitskraft zu ersetzten und damit unnötig zu machen. Es gibt 3,6 Millionen Arbeitslose und 800 000 offene Stellen in Deutschland. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es nicht so viel Bedarf an Arbeit für Menschen gibt, wie es Menschen gibt. Die technologie wird rasant weiterentwickelt und zumindest in Deutschland wächst die Zahl der Menschen nichteinmal an. Maschinen werden also immer mehr Aufgaben übernehmen.
Ich bin Technischer Informatiker und verfolge zum Beispiel Entwicklungen im Bereich der Robotik aufmerksam. Auffallend ist die schnell voranschreitende Entwicklung von Robotern, die motorisch gesehen Menschenähnliche fähigkeiten haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es in 20 Jahren Roboter geben, die es beim Fußballspiel mit Menschen aufnehmen können. Auf Bereiche übertragen bedeutet dies, dass Roboter bald fast alle körperlichen Arbeiten erledigen können, die wenig spontane Kreativität voraussetzen.
Maschinen werden also immer mehr Wohlstand schaffen (in der Vergangenheit kann man dies auch beobachten). Und dieser Wohlstand soll dann nur unter den wenigen Menschen aufgeteilt werden, welche die Maschinen bedienen? Klar, es wird noch Kulturschaffende und solche geben, die Ideen entwickeln, aber auch der Bedarf an diesen Gütern ist begrenzt.
Als Informatiker sollten sie Ihre Weltsicht aber nicht nur auf Hardware beschränken. Und auch diese muß in ihrer ganzen Vielfalt konstruiert, überwacht und gewartet werden.
Der Bedarf an Serviceleistungen ist auch bei weitem nicht nur auf Kulturschaffende begrenzt. Die Arbeitsteilung betrifft ja mittlerweile schon die Kunst, essbare Bratkartoffeln mit Spiegelei auf den Tisch zu bekommen…
Der Witz der Industrialisierung war, und der Technisierung ist, ja gerade, dass die Konstruktion und Wartung der Maschinen wesentlich weniger menschliche Arbeitskraft benötigt als sie ersetzen. Dazu kommt noch, dass Maschinen mit fortschreitender Technologieentwicklung immer weniger gewartet werden müssen. Sie werden sich bald in einem gewissen Maße selber warten, überwachen und fertigen (teilweise tun sie das schon).
Ich prognostiziere, dass Maschinen auch in absehbarer Zukunft essbare Bratkartoffel mit Spiegelei auf den Tisch bekommen können.
Und warum soll ich mich nicht auf Hardware beschränken? Sind Menschen im Endeffekt nicht auch nur Hardware?
Natürlich wird es für längere Zeit immer Aufgaben geben, die nur Menschen erledigen können oder von denen Menschen wollen, dass nur Menschen sie erledigen. Man könnte auf die Idee kommen, diese Arbeiten auf alle Menschen aufzuteilen, aber ich stelle die These auf, dass Arbeit nicht belibig weit teilbar ist. Und wenn, dann erfordert die Organisation dieser Aufteilung — meiner Ansicht nach schon jetzt — mehr Aufwand, als es das Schaffen eines sozialen Systems erfordert, welches Erwerbslosigkeit erlaubt.
Es wird immer Arbeit geben. Die Frage ist, ob es sich um Arbeit in unserem Sinne handelt.
Vorstellbar ist auch ein System, in dem ehrenamtliche Tätigkeiten zur normalen Arbeit werden. Das ist im moment noch Zukunftsmusik, aber ich stimme Niun zu: In diese Richtung wird es gehen.
Nein. Leichen sind nur Hardware. Den Menschen macht die Software aus. Und die Software wird auch in Zukunft das Hauptbetätigungsfel des Menschen sein: Beratung, Hilfe, Konstruktion, Entwicklung, Erfindung.
Daß die Maschinisierung die Produktivität steigert, kann man theoretisch nutzen, um sich in Stagnation und Status Quo einzurichten. Oder man hat eine Gesellschaft, in der sich die Menschen auch weiterhin verbessern wollen und vor allem dürfen, und die dadurch weitere Verbesserungen des Lebens erarbeitet. Das läuft ökonomisch auf das alte Experiment zwischen real existierendem Sozialismus und liberal orientierter Leistungsgesellschaft hinaus. Der höhere Lebensstandard gewinnt.
Naja, wie schon mehrmals hier angemerkt: Das menschliche Potential lässt sich nicht unendlich steigern. Es werden bei der niemals enden wollenden Jagd nach höherer Qualifikation immer mehr Menschen auf der Strecke bleiben.
Das ist in der Vergangenheit nicht passiert und wird auch in Zukunft nicht passieren. Die Maschinisierung der Feldarbeit und des Gütertransports, die Erfindung von Baumaschinen, etc. hat den Einsatz geringqualifizierter Arbeitskräfte eben nicht überflüssig gemacht, sondern nur in andere Bereiche verlagert. Wir haben heute keine ehrenamtlich tätigen langzeitarbeitslosen Treidler, Drescher und Aushubträger, wie sie nach Eurer Theorie ja die Städte überfluten müßten. Auch die Wollkämmer, Weber, Waschweiber und Steineklopper fehlen irgendwie im Stadtbild.
Der Einsatz Geringqualifizierter hat sich einfach verlagert.
Könntet Ihr also bitte mal Eure hochtrabenden Philosophien wieder auf den Boden der Realität zurückführen? Danke. ;)
Es ist erfrischend, dass es hier mal grundsätzliche Debatten gibt und nicht nur tagespolitischen „Tingel-Tangel”. Im Grunde kann ich aber Kalle nur zustimmen, so einfach, wie es manche hier sehen (Rayson, cali), ist das Problem „Arbeitskult” und Regeneration nebst gesamtgesellschaftlicher Verantwortung für die Schwächeren (auch Arbeitsunlust ist eine Schwäche, aber keine Krankheit) nicht anzupacken, ohne soziale und demokratische Errungenschaften, die dieses Land wohltuend von anderen abheben, zu opfern auf dem Altar des allein-seelig-machenden Marktes (= System, in dem jedwedes menschliches Handeln zur Ware wird aka BWL ohne soziales bzw. demokratisches Gewissen).
Da ich ein spitzfindiger Krümelkacker bin, muss ich anmerken, dass das aus Sicht eines Technischen Informatikers und mit ziemlicher Sicherheit auch aus Sicht eines Neurologen eine falsche Aussage ist.
Momentan schaffen diese Betätigungsfelder aber nicht den Großteil der Arbeitsplätze. Das heisst, da werden einige wegfallen. Sicherlich werden in diesen Bereichen auch welche hinzukommen, aber nicht so viele.
Das „alte Experiment” hat inzwischen einen anderen Aufbau. Ich denke, der kritische Tiefpunkt bei der benötigten menschlichen Arbeitskraft ist langsam unterschritten. Aber ich stimme mit der Vermutung überein, dass die liberal orientierte Leistungsgesellschaft gewinnt, dass aber nach wie vor sozialdemokratische Regulierungseingriffe greifen werden. Und diese müssen einfach nur etwas intensiver werden — nicht gleich sozialistisch — um dem fehlenden Bedarf an Arbeitskraft gerecht zu werden. Der herausragende Lebensstandard für Menschen die qualitativ arbeiten wird weiterhin existieren, gleichzeitig lässt sich aber der Lebensstandard aller langsam anheben, obwohl nicht alle arbeiten müssen.
Ergänzung: mit sozialdemokratischen Regulierungseingriffen meine ich Eingriffe in die liberale Leistungsgesellschaft, nämlich die Grundsicherung des Lebens von jedem Menschen.
Zu behaupten, es gäbe nicht genug Arbeit, zeugt von einer Realitätsverweigerung, die fast schon erschütternd ist.
Man muss sich doch nur mal die Straßen anschauen. Die schlechte Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen. Die Überlastung der Krankenpfleger, der Ärzte in Krankenhäusern, der Altenpfleger in den Altenheimen.
Es gibt genug Arbeit in Deutschland. Sie muss allerdings anständig bezahlt werden.
Wird in diesen Bereichen Arbeit für 2,8 Millionen Menschen benötigt? Kann sein, dass es gerade noch so ist, dass es genug Arbeit gibt. Meine Aussage war aber auch eher: Es wird bald nicht mehr genug Arbeit geben.
Das Problem bei den von Dir angesprochenen Missständen ist doch aber anscheinend, dass unsere Gesellschaft gar nicht anerkennt, dass in diesen sozialen Bereichen Arbeitskraft fehlt. Das äußert sich darin, dass dafür gar keine Stellen ausgeschrieben werden, worauf die von mir weiter oben erwähnten Zahlen auch hindeuten.
Ein Pflegeheim funktioniert halt markttechnisch effektiver, wenn man den Bedarf an Sozialem ab einem bestimmten Punkt nicht mehr als bindend für bezahlte Arbeitskraft anerkennt.
Diese Jobs werden nur erledigt, wenn man die Leute dafür anständig bezahlt (und ausbildet), darin stimme ich mit Dir überein. Aber sie werden nicht „vom Arbeitsmarkt” bezahlt werden. Das Geld müsste also sowiso als Sozialleistung kommen, oder?
Die Frage ist, wie man das aufzieht. Sagt man den Leuten: „Wenn ihr sozialleistungen haben wollt, dann müsst ihr Straßen reparieren oder Popos abwischen”? Oder sagt man: „Ihr bekommt eine bedingungslose Grundsicherung und könnt Euch kostenlos bilden und als Gegenleistung wär es schön, wenn Ihr den Alten und Schwachen etwas unter die Arme greift oder ein paar Steine schleppt”?
Das Klima beim letzten gefällt mir besser, man muss aber schon ein Hippie (so wie ich) sein, um zu glauben, dass das funktionieren kann.
„Wird in diesen Bereichen Arbeit für 2,8 Millionen Menschen benötigt?”
Das weiß ich nicht. Der Aussage, es würde immer weniger Arbeit geben, widerspreche ich aber.
„Das Problem bei den von Dir angesprochenen Missständen ist doch aber anscheinend, dass unsere Gesellschaft gar nicht anerkennt, dass in diesen sozialen Bereichen Arbeitskraft fehlt. Das äußert sich darin, dass dafür gar keine Stellen ausgeschrieben werden, worauf die von mir weiter oben erwähnten Zahlen auch hindeuten.”
Doch, das wird schon erkannt. Aber nicht entsprechend gehandelt. :-)
„Der Aussage, es würde immer weniger Arbeit geben, widerspreche ich aber.”
Mit welchen Argumenten? Ich sehe durch die Technisierung schon Arbeitsbedarf schwinden. Bist Du der Meinung, dass in den von Dir genannten Bereichen der Bedarf steigen wird?
„Doch, das wird schon erkannt. Aber nicht entsprechend gehandelt.”
Dass es erkannt wird ist schon klar, aber es wird von denen nicht anerkannt, die Stellen dafür ausschreiben müssten.
Das Verschwinden der Arbeit durch den technischen Fortschritt wird schon seit Jahrzehnten vorhergesagt, und ebenso steigt seit Jahrzehnten die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden.
Denn die menschlichen Bedürfnisse weit davon entfernt, je vollkommen erfüllt zu werden.
Das Ende der Arbeit können nur diejenigen verkünden, die den Bedarf rationieren.
„Zu behaupten, es gäbe nicht genug Arbeit, zeugt von einer Realitätsverweigerung, die fast schon erschütternd ist.”
Darum geht es ja nicht. Es geht um Arbeit, so wie wir sie jetzt für selbstverständlich halten.
Sozialversicherungspflichtige Arbeit, die über die herkömmlichen Wege (ob privatwirtschaftlich oder staatlich) bezahlt wird.
Auch in einer Gesellschaft mit bedingungslosem Grundeinkommen besteht natürlich weiterhin Bedarf an Arbeitskräften und ehrenamtlichen Engagement, genau wie jetzt.
Aber generell ist das Problem meiner Meinung nach heute noch lange nicht so gravierend wie es in Zukunft sein wird. Und wie schon gesagt: Ich sehe in der Qualifizierung der Menschen auch noch ungeheueres Potential, keine Frage.
In einigen asiatischen Ländern ist man übrigens stolz darauf, immer mehr dieser nicht ausgeschriebenen und schlecht bezahlten Stellen durch Roboter erledigen zu lassen. Kranke werden durch Roboter bewacht, die entweder wie niedliche Robben oder wie Chucky die Mörderpuppe aussehen und sich manchmal sogar in Konversation versuchen. Es gibt Roboter die Bettlegrige wenden können oder Kinder betreuen. Diese Bereiche gehören bei uns zum Glück zu denen, in denen wir (noch) keine Roboter haben wollen. Um Straßen zu reparieren wären sie aber schon denkbar.
Kannst Du Quellen für Zahlen diesbetreffend nennen? Das würde mich ehrlich interessieren.
Ich müsste mir die Zahlen auch erst wieder zusammenklauben. Aber für die meisten Länder lässt sich das ganz einfach aus dem Bevölkerungswachstum ableiten.
Ich habe das mal beim statistischen Bundesamt rausgesucht. Blöderweise finde ich die Arbeitsstunden nur ab 1992. Entgegen Deiner Behauptung ist die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden von 1992 bis 2009 gefallen, von 59,8 Mio auf 56 Mio. Die Arbeitsstunden pro Person in Deutschland auch von 0,74 (1992) auf 0,7 (2008). Letzteres habe ich mal grafisch dargestellt: http://twitpic.com/19fmrw
Wenn man sich das Verhältnis aus sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen zu Erwerbspersonen (Arbeitende+Arbeitslose) anschaut, dann bekommt man das Gefühl, dass diese Tendenz auch bis nach 1970 zurück stimmt. Dieses Verhältnis ist von knapp 0,996 (1970) auf 0,924 (2009) Erwerbstätige pro Erwerbsperson nur leicht gefallen. Ich vermute aber, dass die Erwerbstätigen seit 1970 im Durchschnitt wesentlich weniger Stunden arbeiten, wodurch sich das Verhältnis von Arbeit pro Erwerbsperson viel deutlicher verschlechtert hätte.
Wenn jemand Daten findet, die weiter zurückgehen, wär ich sehr dankbar. Also Schätzungen, die bis zum Anfang der Industrialisierung zurückreichen wären cool.
Genial rausgesucht ;-) Sowohl Deutschland (wegen der durch die Wiedervereinigung erfolgten Abwicklung der DDR-„Wirtschaft”) als auch das Jahr 2009 (wegen der Finanzkrise konjunkturelles Tief) sind natürlich denkbar ungeeignete Maßstäbe.
Und irgendwelche künstlichen Verhältnisse (für den Bedarf an Arbeit ist völlig unerheblich, was „sozialversicherungspflichtig” ist und was nicht) sagen dazu leider überhaupt nichts.
Allerdings würde sich all das selbstverständlich in einem Vergleich zum Anfang der Industrialisierung verflüchtigen. Da ist schon die Bevölkerungsentwicklung vor.
Hey, ich hab einfach die maximal zur Verfügung stehenden Bereiche genommen. Ok, 2009 ist extrem, aber nicht extremer als 2003: http://twitpic.com/19fxcg
Und mein Absatz zum Verhältnis aus sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen zu Erwerbspersonen habe ich als reine Spekulation formuliert.
Deinen letzten Absatz verstehe ich nicht.
Da seit Beginn der Industrialisierung die Bevölkerung beträchtlich gewachsen ist, hat natürlich auch die Menge der geleisteten Arbeit erheblich zugenommen. Das liegt so sehr auf der Hand, dass man dazu außer der Bevölkerungsstatistik keine weiteren Zahlen braucht.
Wenn es ein „Ende der Arbeit” geben sollte, kann dieses unmöglich ein Phänomen sein, dass nur in Deutschland auftritt — es müsste weltweit zu beobachten sein, zumindest bei den hochentwickelten Industriestaaten.
Da musst du schon etwas auf die Suche auch außerhalb Deutschlands gehen und ein paar Kalkulationen durchführen. Ich habe mir mal bei der ILO das Werk „Key Indicators of the Labour Market (KILM), Sixth Edition” heruntergeladen und anhand der Daten darin etwas herumgerechnet. Wenn ich da die jeweiligen Zahlen für Beschäftigung und jährlich gearbeitete Stunden pro Person multipliziere, ergeben sich z.B. für die Jahre zwischen 1980 und 2007 folgende Zuwächse: USA +46%, UK +38%, Australien +58%, Kanada +51%, Schweiz +27%, Südkorea +38%. Rückgänge hingegen sind zu beobachten in Frankreich (-2%) oder Japan (-3%).
Für die USA als weltweit führende Industrienation hat das U.S. Department of Labor einen Zuwachs von 44% (1978 zu 2000) bzw. von 260% (1950 zu 2000) ermittelt.
Ich bleibe also bei meiner These: Es spricht überhaupt nichts dafür, dass die Arbeit geringer wird, aber sehr viel dafür, dass noch nie so viel gearbeitet wurde wie in der Jetztzeit.
Was in Deutschland zu beobachten ist, ist hausgemacht und kein allgemeingültiger Trend.
Achso, und ich dachte, es müsse uns hauptsächlich um Deutschland gehen und was ich mit diesen Zahlen zeigen wollte war lediglich, dass ich nichts finden kann, was Deine Aussage unterstützt. Eher im Gegenteil. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Natürlich liegt das auf der Hand, aber erst wenn man das Verhältnis aus Arbeit zu Menschen betrachtet, dann kann man etwas darüber aussagen inwiefern die Industrialisierung den Bedarf an Arbeit angehoben oder gesenkt hat.
Dann bekommst Du einen Wert für die absolut getätigte Arbeitszeit heraus. Und wie vorher muss ich anmerken, dass das überhaupt nichts aussagt.
Natürlich wird die absolut benötigte Arbeit mehr, wenn es mehr Menschen gibt. Die Frage ist, ob es PRO MENSCH mehr Arbeit gibt, denn nur so sieht man, wie viele Menschen gar keine Chance haben Arbeit abzubekommen (oder ob es einen Trend gibt, dass in Zukunft einige Menschen vielleicht keine Chance mehr haben, Arbeit zu bekommen).
wenn ich der Eifachheit halber WolframAlpha nach „population usa since 1980″ frage, dann bekomme ich Zahlen, die einen Bevölkerungszuwachs von knappen 37% seit 1980 in den USA ergeben. In den USA scheint also tatsächlich die Arbeit pro Mensch leicht angestiegen zu sein, was aber dem Anstieg der Arbeitslosenzahlen „unemployment usa since 1980″ von 7 auf 15,6 Millionen irgendwie widerspricht. Die haben sich mehr als verdoppelt, obwohl die Zahl der Arbeitsstunden stärker gestiegen ist als die Bevölkerung? Das muss man sich nochmal genauer anschauen.
Wenn wir aber über Politik in Deutschland reden, dann denke ich, sollte man auch über Trends in Deutschland reden. Die Richtigkeit des Spruchs „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen” ist stark von dem Umfeld abhängig, in dem er ausgesprochen wird.
Nein, das kann man nicht, denn die von dir angegebene Ursache ist eine reine Vermutung. Es kann viele Gründe geben, warum mehr oder warum weniger gearbeitet wird.
Das war nur meine These: Es wurde noch nie so viel gearbeitet wie heutzutage.
Wenn Menschen arbeitslos sind, so kann das viele Gründe haben, aber auf keinen Fall den, dass es nicht genug Arbeit gäbe. Es sei denn natürlich, das Schlaraffenland wäre bereits verwirklicht und alle Bedürfnisse erfüllt.
Kein Wunder: Die Zeiträume für die Arbeitslosigkeit sind nicht vergleichbar. Du machst aus dem Unterschied zwischen dem niedrigsten Stand und dem höchsten Stand eines Monats einen Trend — das ist natürlich Quark. Wenn man sich die Zahlen im Jahresmittel ansieht und einen vergleichbaren Zeitraum nimmt, also sagen wir mal wie oben von 1980 zu 2007, dann ist in den USA die Zahl der Arbeitslosen um ca. 7% zurückgegangen (ftp://ftp.bls.gov/pub/special.requests/lf/aat1.txt).
Es ging darum, ob man die Entwicklung der Beschäftigung in Deutschland damit begründen könne, dass sich hier eine allgemeine Tendenz der Industriestaaten widerspiegele. Um zu erkennen, ob es diese Tendenz tatsächlich gibt, muss man dann schon über den Tellerrand schauen. Und dieser Blick bestätigt die pessimistische Annahme eben nicht. Zwar hat sich in den meisten Industriestaaten die Zahl der wöchentlich gearbeiteten Stunden verringert, dafür ist aber in der Regel der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung gestiegen. Per Saldo ist das Bild uneinheitlich genug, um die These zu widerlegen.
Sorry, aber ihr habt völlig an Bebel vorbei argumentiert. Und zwar so ziemlich alle.
1. Bebel ist in seiner Aussage bereits nach der Kapitalistischen Gesellschaft, was man am ersten Satz über die Produktionsmittel erkennt. Ihr argumentiert aber innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft, wo Bebel sie schon hinter sich gelassen hat. Möglicherweise spricht er auch über das Übergangsstadium zum Sozialismus, mehr aber nicht.
2. Bitte lest doch mal das hegelianische/marxistische Bild von Arbeit nach. Arbeit ist im Kapitalismus entfremdet und keine menschliche Tätigkeit mehr. Und genau diese Kategorie der Arbeit als menschlich-machende Tätigkeit steht bei ihm im Hintergrund. Dieser grundlegende Konflikt des Menschen mit dem Kapitalismus ist nicht lösbar, weshalb der Kapitalismus überwunden werden muss. Und wenn er überwundern ist, gibt es das Problem von Menschen, die nicht arbeiten wollen auch nicht mehr. Dann dann fühlen sich die Menschen bei der Arbeit eben auch ‚bei sich’. Bebel schreibt von nichts anderem.
3. Bebel war nicht der einzige sozialistische Theoretiker, der die SPD beeinflusst hat. Man denke an Marx’ Schwiegersohn und „Das Recht auf Faulheit”.
Soeder, auch du machst einen Kategorienfehler, wenn du Bebels Zitat als historisches Argument benutzt. Wenn überhaupt, dann ist es ein historisch-materialistisches und dann solltest du dich auch innerhalb der gleichen Kategorie bewegen. Das tust du aber nicht.
Ich weiß, dass es in BaWü nicht populär ist, Franzi zu verteidigen. Aber ich bin niemand der sich jemals darum geschert hat. Und ich sage, dass sie verdammt recht hat. Menschenrechte kann man nicht verlieren. Egal, wie sehr man sich verweigert. Wer das behauptet, bewegt sich mit Sicherheit nicht auf sozialdemokratischem Boden. Und das, liebe Genossinnen und Genossen, gilt, solange, wie wir den Kapitalismus nicht überwunden haben. Denn so lange gilt es, ihn zu humanisieren, wie beispielsweise mit Menschenrechten.