Auch das noch!

Ohje. Jetzt haben wir auch noch ein FTDgate. Wolfgang Münchau kriti­siert Guido Westerwelle und seine Amtsführung massiv: „Westerwelle hat die zweite Verhaltensregel miss­achtet, jeden Anschein von Korruption zu vermeiden. Insofern braucht er sich nicht zu wundern, dass man das ansonsten gute Prinzip außer Acht lässt, einen Außenminister auf Auslandsreisen nicht zu kriti­sieren.” Und damit ist Wolfgang Münchau laut Silvana Koch-Mehrin und Christian Lindner ein homo­phober, demo­kra­tie­feind­li­cher Sozialist. Völlig klar!

Über Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

14 Kommentare zu “Auch das noch!

  1. DIe Financial Times schadet Deutschland, wenn sie den Bundesaußenminister, Bundesvorsitzenden der FDP und Kiezpatron aus Bad Honnef so kritisiert.

  2. Hat man Sarkozy eigent­lich schonmal vorge­worfen, er nähme Carla Bruni nur mit auf Tournee, damit die Werbung für ihre neue CD machen kann?

    Die ganze Affäre wirkt doch sowas von lächer­lich: Das Zusammenstellen von Delegationen nach Sympathie (und Parteispenden) ist leider seit Jahrzehnten üblich und daher auch kaum als erhöhte Korruption zu werten. Wenn die SPD hier plötz­lich den mora­li­schen Zeigefinger erhebt, dann sollte sie nochmal genau nach­schauen, wonach etwa ihr Liebling Obama letztes Jahr seine Botschafterposten vergeben hat, oder welche Pressehofschranzen (Prinz!) und Parteispender (von Pierer!) Schröder oder Steinmeier mit auf Reisen nahmen.
    Guido reagiert wie gewohnt dünn­häutig mit einem pathe­ti­schen Rundumschlag (Demokratie in Gefahr! Warum nicht gleich der Weltfrieden?), was ich ein bißchen nach­voll­ziehen kann, ist er doch momentan liebster Punchingball von sonst ideen­loser Presse und Opposition — als gäb es keine rich­tigen Probleme in diesem Land.
    Das ganze wirkt auf beiden Seiten so künst­lich empört, als hätten wir grade ein Sommerloch zu füllen. Dabei steht in NRW die wahr­schein­lich wich­tigste Wahl vor der nächsten Bundestagswahl vor der Tür, mit großen Auswirkungen auf die Mehrheiten im Bundesrat und damit die Politik der nächsten einein­halb Jahre.

    • „Hat man Sarkozy eigent­lich schonmal vorge­worfen, er nähme Carla Bruni nur mit auf Tournee, damit die Werbung für ihre neue CD machen kann?”

      Keine Ahnung, ich verfolge die fran­zö­si­sche Innenpolitik nicht wirk­lich. Aber was die fran­zö­si­schen Präsidenten für ihre Amtsführung ausgeben, das ist eh völlig maßlos. Dagegen ist Westerwelle ein Waisenknabe.

      • Aber was die fran­zö­si­schen Präsidenten für ihre Amtsführung ausgeben, das ist eh völlig maßlos.

        Die Franzosen kennen wie andere Nationan auch das Konzept der Amtswürde. Die Kosten für die Amtsführung des Präsidenten sind Kosten für die Repräsentation der fran­zö­si­schen Nation und ihres Stolzes.
        Deutsche Politiker und Journalisten schmieren lieber auf dem Niveau von fens­terlnden Dorfbütteln herum. Und so werden sie von den Bürgern dann auch oft eingeschätzt.

        • Erstens sind lange nicht alle Franzosen einver­standen mit den hohen Kosten des Präsidenten.

          Zweitens ist das deut­sche Pendant zu Sarkozy Herr Köhler.

          Drittens muss bspw. der US-Präsident die Dienstleistungen im Weißen Haus bezahlen.

          • Ersteres habe ich nicht behauptet.

            Zweiteres ist so nicht richtig, da Köhler eher ein Haus-und-Hof-Prediger ist, denn der Repräsentant staat­li­cher Macht. Wir haben schlicht kein Pendant zum Präsidenten eines Präsidialsystems.

            Drittens ist eine der vielen Kleinigkeiten, welche mir an den USA immer sehr sympha­tisch sind. Ändert aber nichts am getrie­benen Pomp.

    • Soll der Mronz jetzt auch noch singen?

      Nein, es geht um etwas anderes: Es geht um die Geschäftsanbahnungen des „Herrn Mronz”. Frau Bruni bahnt keine Geschäfte an, wenn sie ihren Mann auf Regierungsbesuchen begleitet.

      Übri­gens mal eine Frage: Siezen sich Herr Westerwelle und Herr Mronz eigentlich?

      • Unternehmern die Geschäftsanbahnung zu erlauben, ist eine der tradi­tio­nellen Hauptaufgaben des deut­schen Außenministers. Die offi­zi­elle und inof­fi­zi­elle Wirtschaftsbegeleitung gehört zum Amtsauftrag.

        • @cali:
          genau. Und am besten nimmt „man„
          dann alle „Spezis” und „Amigos” mit.
          Ähnlich­keiten zum SED-Regime oder dem– zum Glück etwas entschärften– Einparteien-System in Bayern, wären rein zufällig.

  3. Du hast geschrieben: „Die Franzosen kennen wie andere Nationan auch das Konzept der Amtswürde. Die Kosten für die Amtsführung des Präsidenten sind Kosten für die Repräsentation der fran­zö­si­schen Nation und ihres Stolzes.” Rechtlich gesehen stimmt das: der fran­zöi­sche Präsident kann in Saus und Braus leben, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Aber, wie gesagt, stören sich viele Franzosen an der Maßlosigkeit der fran­zöi­schen Präsidenten. Mitterand hat es nicht minder doll getrieben als Sarkozy. Heute bekommen es nur mehr Leute mit.

    Und formal ist Köhler nun mal das Staatsoberhaupt, genau wie Sarkozy. Das der deut­sche Bundespräsident in der bundes­deut­schen Wirklichkeit so schwach ist, ändert nichts an dieser Tatsache.

    Zustimmung zu den USA: ich finde das auch sehr sympathisch.

  4. > Und damit ist Wolfgang Münchau laut Silvana Koch-Mehrin und Christian
    > Lindner ein homo­phober, demo­kra­tie­feind­li­cher Sozialist.
    Merkwürdig. Ich finde nirgendwo, daß Koch-Mehrin oder Lindner das gesagt haben?
    Sollte das also wieder eine der übli­chen Erfindungen sein, von denen die Anti-Westerwelle-Kampagne mangels echter Substanz lebt?

    Ansonsten verdient Münchaus Gesabber keine weitere Beschäftigung.

    • Das Stilmittel der Über­trei­bung (Hyperbel) ist Dir bestimmt bekannt. :-)