Liebe Bayern-FDP: dieses Regieren mit der CSU, des is’ nix. Das wird immer deutlicher.
Seehofer und Söder spielen sich auf, als wären sie Könige von Bayern. Und die FDP soll kleingehalten werden.
Die CSU versteht sich als bayerische Staatspartei, konnte bei der letzten Landtagswahl aber keine absolute Mehrheit mehr erringen.
Der offensichtliche CSU-Filz und die Spitzelaffären sind mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs. Was Bayern braucht, ist frischer Wind.
Es ist an der Zeit für eine bayerische Regierung ohne CSU, für eine Allparteien-Koalition der Verantwortung. Als Ministerpräsidentin bietet sich hierbei Sabine Leutheusser-Schnarrenberger an. Das käme auch den Bürgerrechten zugute.
SPD, Grüne, Freie Wähler und FDP, gemeinsam für Bayern. Das wäre groß!
13 Kommentare
> dieses Regieren mit der CSU, des is’ nix.
Völlig richtig.
Aber eine Koalition mit SPD, Grünen und FWG wäre es halt leider noch viel weniger.
Insbesondere die Landtags-SPD kann man eigentlich nur als regierungsunfähig bezeichnen — das ist halt der traurige Rest, weil alle fähigen Sozialdemokraten entweder in den Kommunen geblieben oder nach Berlin gegangen sind.
Die BayernSPD ist eh ein trauriger Haufen. Mit der krassen Anti-Rauch-Kampagne werden die letzten SPD-Wähler auch noch verschreckt.
Klar: Als SPDler in Bayern anzutreten ist ein politisches Selbstmordkommendo. Nur: Nehmen wir an, ihr würdet in bayern regieren: Das würde selbstverständlich ALLES ändern.
Ich lach mich kaputt
Also SPD, Linke und Grüne — ja. Aber mehr Parteien oder gar gegensätzliche Lager zu vermanschen, das ist absurd.
Es gibt wohl zwei Hauptgründe für das Schattendasein der SPD im Bayern: Regionalpatriotismus (oder Anti-Internationalität) und die Sache, dass sich die CSU immer ein bisschen für die soziale CDU präsentiert hat — also ein Bereich, den traditionell die SPD im Gegensatz zur CDU absteckt.
Als hätte es noch nie sozialliberale Koalitionen gegeben…
Ja. Damals. Die FDP und die FW sind von der SPD teilweise weiter entfernt als die CDU. Eine GroKo SPD/CSU wäre auch noch mittelwahrscheinlich.. Die nächste LTW wird auf jeden fall wieder aber auf jeden fall eine etwas dekadente Zitterpartie für die CSU (dekadent aufgrund eines Fiaskos wenn es 40% gäbe).
Die nächste Bayernwahl wird sehr, sehr spannend. Bisher kann man nicht erkennen, daß sich die CSU aus ihrem Dilettantenstadel befreit hätte. Seehofer ist eine intrigierende Notlösung, dem es nur darum geht, innerhalb von Partei und Regierung alle anderen zu beschädigen. So hofft er wohl, seine Macht zu zementieren — als alternativlos in der Partei, als koalitionsunfähig in der Regierung. Thematisch ist er dabei derselbe windige Herz-Jesu-Sozialist, der er immer war.
Blöderweise merken die Leute das. Seine Attacken auf Guttenberg hat man ihm ebenso übelgenommen, wie die Pöbeleien gegen den Koalitionspartner. Attacken gegen die Bundesregierung, an der man selbst beteiligt ist, ist man gewohnt. Aber die waren bei FJS und auch noch bei Stoiber durch Argumente und glaubwürdige Grundüberzeugungen motiviert.
Bei Seehofer versteht auch in Bayern keiner, was ihn gerade wieder reitet.
Das wird spannend.
Immer diese Betriebsblindheit…
Die CSU ist deshalb so stark verankert, weil sie 1. unter Strauss eine außerordentlich erfolgreiche Politik gemacht hat und auch Stoiber noch sehr erfolgreich war, 2. das in Bayern traditionell sehr starke christlich-konservative Lager mit christlicher Rhetorik bedient und 3. eine glaubwürdig antitotalitaristische Partei ist. FJS hat Bayern aus einem rückständigen Agrarland mit massiven Integrationsproblemen in ein modernes Industrieland, das reichste Deutschlands, verwandelt. Unter Stoiber ist Bayern international und weltläufig geworden.
Antikommunismus, Law and Order, ein vorbildliches und streng an Leistung orientiertes Schulsystem, geringe Integrationsprobleme, wirtschaftlicher Erfolg und Wohlstand, eine Regierung, die Rücksicht auf die Sitten ihrer Bürger nimmt, christliche Rhetorik, sehr viel kompetentes Personal bei den Kernaufgaben des Staates: Militär, Polizei, Justiz, Wirtschaft. Das sind die Erfolgsfaktoren.
Dazu kommen charismatische Persönlichkeiten mit herausragender Bildung und gutem Humor.
In all diesen Bereichen ist, bzw. will, die bairische SPD das glatte Gegenteil.
Und wenn die Wähler dann nicht so wählen, wie man das weit links der Mehrheit will, jammert man, es gäbe in Bayern keine Demokratie, und die Bayern wären halt zurückgebliebene Deppen. Diese abgedroschenen Floskeln sind so unglaublich dumm, daß sie folgerichtig vom linken Lager nach jeder Bayernwahl geäußert werden — zwanghaft geradezu. Sie sind jedesmal gleich der Auftakt zur nächsten Niederlage.
Eine Partei, die das Wahlvolk für zurückgebliebene Idioten hält, die sich bei wirklich jedem einzelnen Thema gegen den Willen der Bürger stellt — ja, die muß doch irgendwann gewinnen!
Nee, die Bayern-SPD ist nicht satisfaktionsfähig, wie man hier sagt.
Ich kenn hier ein paar alte Genossen, die sind in Sachen Politik sowas von müde…
Die verstehen auch die Diskussionen gar nicht mehr.
Da hat man seine Siemenskarriere aufgebaut, hat 5000qm Grundstück, einen dreistöckigen Architektenalptraum als Haus, mit der Frau aus Übersee redet man irgendein polynesisch, die Tochter grübelt gerade über die Staatsangehörigkeit von Südkorea (oder doch lieber USA?), das vierte Familienauto (A-Klasse, für Freund von Töchterlein) ist schon wieder kaputt, der zweite alljährliche Winterausflug nach Finnland soll diesmal nicht über die Fähre gehen, sagt die Frau und auf Teneriffa machen sich deutsche Touristen breit. Das wird schlimm im Sommer.
Ja, und dann will man mal den Einheimischen was vom Klassenkampf erzählen, und die tippen sich nur an die Stirn.
So müde, Politik kann so unendlich müde machen…
Beim Themna RAuchverbot hat die CSU auf jeden Fall den größten Mist gebaut. Und organisiert wird die Anti-Rauch-Kampagne ohnehin nicht von der SPD, sondern von der ÖDP.
Richtig. Deshalb ist es ja so dumm von der SPD, diese Kampagne zu unterstützen. Es ist noch nicht einmal ihre eigene Idee!
Also ich würde mich ohne Zweifel mit einer Ministerpräsidentin Leutheusser-Schnarrenberger deutlich wohler in Bayern fühlen. Aber wie es dazu kommen soll, dass bei einer Viererkoalition der kleinste Partner die Chefin stellt, solltest Du mal näher ausführen. Frau Schopper oder Herr Aiwanger hätten den Job vielleicht auch gern, die Herren Janecek und Pronold dürfen ja laut Verfassung noch nicht, wenn man mal nur die Landesvorsitzenden betrachtet.
Wobei das größere Problem die Inhalte sind. Klar hat die FDP Probleme mit Herrn Seehofer. Aber weswegen? Weil er ein Sozi ist, nur eben mit schwarzem Parteibuch. Mit der SPD wirds für uns (FDP) sicher nicht leichter.
Was wären denn die Agenda von SPD & FDP in Bayern: die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen wurde ja — wie von beiden gefordert — gesenkt. Was für die SPD natürlich wieder Beweis prinzipieller Käuflichkeit der FDP war.
Könnte die SPD nicht einfach einen höheren siebenstelligen Betrag an die Liberalen „spenden”, um sie aus der Koalition mit Seehofer loszueisen?
Die Agenda für Bayern wäre: mit dem CSU-Filz aufräumen. Damit wäre man vermutlich noch 20 Jahre beschäftigt.
Ein Trackback
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