NRW-CDU: Wer hat Angst vor dem bösen Blogger?

Die NRW-CDU reagiert auf die Enthüllungen diver­ser Skandale in Blogs verär­gert: es wurde Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Das ist natür­lich ziem­lich lächer­lich und dementspre­chend gelas­sen reagiert Blogger David Schraven. Ich meine: gut, dass es unab­hän­gige Blogs wie das Wir-in-NRW-Blog und die Ruhrbarone gibt, die übri­gens die NRWSPD nicht unge­scho­ren lassen (ganz im Gegenteil).

Schlecht ist dabei nur, dass die soge­nann­ten Qualitätsmedien offen­sicht­lich nicht in der Lage sind, diesen Markt zu bedie­nen, und sich auf Hofberichterstattung beschrän­ken. Gäbe es bei den großen Tageszeitungen echten Journalismus und rich­tige Meinungen, dann hätten unab­hän­gige Blogs keine Chance, in diese Lücke zu stoßen. Aber da in NRW alle Rüttgers-hörig zu sein schei­nen, dürfen sich WAZ und Konsorten nicht über Umsatzrückgang bekla­gen.

Das Bedürfnis nach unab­hän­gi­gen und kriti­schen Informationen ist ganz offen­sicht­lich groß: es ist hervor­ra­gend, dass poli­tisch inter­es­sierte Menschen Zeit, Kraft und Geld aufbrin­gen, um der Medienmacht der Zeitungen etwas entge­gen zu setzen.

Dass das Miet-Rüttgers und seinen Vasallen nicht gefällt, das ist klar.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „NRW-CDU: Wer hat Angst vor dem bösen Blogger?“

  1. Da schei­nen die Nerven bei der NRW-CDU wirk­lich blank zu liegen.

    Ich habe immer mehr das Gefühl, daß Blogs auch in Deutschland breiter wahr­ge­nom­men werden und ein Korrektiv für den klas­si­schen Journalismus bilden. Allmählich wird auch klar, wie schlecht dieser ist, gerade bei Recherche und Hintergrund.

  2. Was Autoren wie Emmanuell Todd, Guy Hermet, Colin Crouch als Postdemokratie benen­nen,
    ein italie­ni­scher Scmittianischer Politologie als Fürstenherrschaft der Demokratie, bei Anthony de Jasay bereits 1992 als Loose Liberalism, deutsch 1995 seitens FDP-naher Organisation, gegen
    Politisierung und Emanzipation gewen­det. Nicht zu verges­sen die offene Aufforderung zur Beschränkung der Massendemokratie bereits bei Friedrich A von Hayek sowie im Namen von
    Produzenteninteressen in Internetmonographien des Londoner IEA=Institute of Economic Affairs

  3. T. Werthmann :
    Firmenspenden schaden unserer Demokratie und der Glaubwürdigkeit von Parteien und Politikern.

    Warum? Wo ist der Unterschied zu Spenden von Firmenangestellten, Firmeninhabern, reli­giö­sen Organisationen, NGO oder Taubenzüchtern?

  4. @cali:
    eine gaaaanz tolle Frage ;-)
    Ganz einfach: siehe Mövenpick- die biswei­len „entwaff­nend” direkte Wirkung einer (am besten künst­lich gestü­ckel­ten) Millionen-Spende (siehe 2000–2002 Möllemann u. Ä.).
    Die Abschaffung der Demokratie geschieht z. B. mit „Millionen stehen hinter mir”- siehe John Heartfield, „Der Sinn des Hitlergrußes”- http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/d2z02541/index.jpg

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