NRW-CDU: Wer hat Angst vor dem bösen Blogger?

3. März 2010
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Die NRW-CDU reagiert auf die Enthüllungen diverser Skandale in Blogs verärgert: es wurde Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Das ist natürlich ziemlich lächerlich und dementsprechend gelassen reagiert Blogger David Schraven. Ich meine: gut, dass es unabhängige Blogs wie das Wir-in-NRW-Blog und die Ruhrbarone gibt, die übrigens die NRWSPD nicht ungeschoren lassen (ganz im Gegenteil).

Schlecht ist dabei nur, dass die sogenannten Qualitätsmedien offensichtlich nicht in der Lage sind, diesen Markt zu bedienen, und sich auf Hofberichterstattung beschränken. Gäbe es bei den großen Tageszeitungen echten Journalismus und richtige Meinungen, dann hätten unabhängige Blogs keine Chance, in diese Lücke zu stoßen. Aber da in NRW alle Rüttgers-hörig zu sein scheinen, dürfen sich WAZ und Konsorten nicht über Umsatzrückgang beklagen.

Das Bedürfnis nach unabhängigen und kritischen Informationen ist ganz offensichtlich groß: es ist hervorragend, dass politisch interessierte Menschen Zeit, Kraft und Geld aufbringen, um der Medienmacht der Zeitungen etwas entgegen zu setzen.

Dass das Miet-Rüttgers und seinen Vasallen nicht gefällt, das ist klar.


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8 Responses to NRW-CDU: Wer hat Angst vor dem bösen Blogger?

  1. R.A. on 3. März 2010 at 14:53

    Da scheinen die Nerven bei der NRW-CDU wirklich blank zu liegen.

    Ich habe immer mehr das Gefühl, daß Blogs auch in Deutschland breiter wahrgenommen werden und ein Korrektiv für den klassischen Journalismus bilden. Allmählich wird auch klar, wie schlecht dieser ist, gerade bei Recherche und Hintergrund.

    • Christian Soeder on 3. März 2010 at 14:57

      Hups, wir sind uns einig. Fast schon erschreckend. ;)

  2. Philipp Rebmann on 3. März 2010 at 16:38

    Was Autoren wie Emmanuell Todd, Guy Hermet, Colin Crouch als Postdemokratie benennen,
    ein italienischer Scmittianischer Politologie als Fürstenherrschaft der Demokratie, bei Anthony de Jasay bereits 1992 als Loose Liberalism, deutsch 1995 seitens FDP-naher Organisation, gegen
    Politisierung und Emanzipation gewendet. Nicht zu vergessen die offene Aufforderung zur Beschränkung der Massendemokratie bereits bei Friedrich A von Hayek sowie im Namen von
    Produzenteninteressen in Internetmonographien des Londoner IEA=Institute of Economic Affairs

  3. […] Die panische und nervöse Reaktion der CDU NRW, die auch noch von Unkenntnis begleitet war (so behauptete man dort, dass die Ruhrbarone einen Satz gelöscht hätten, der aber gar nicht gelöscht wurde), sorgte für Aufsehen in den Blogs (u.a. Indiskretion Ehrensache, netzpolitik.org, Carta, Rot steht uns gut). […]

  4. […] einen massiven Schaden zugefügt hat. Schaden in Form eines PR GAU’s nämlich. Es sind ein paar mehr Blogs, die Vorgehensweise der NRW CDU skandalös finden. Sag’s weiter! […]

  5. T. Werthmann on 4. März 2010 at 11:44

    Firmenspenden schaden unserer Demokratie und der Glaubwürdigkeit von Parteien und Politikern. Diese Praxis sollte unbedingt verboten werden. Daher hat der unparteiliche und gemeinnützige Verein Mehr Demokratie einen Aufruf für den Verbot von Firmenspenden gestartet. Bitte unterzeichnet diesen alle hier:
    https://www.mehr-demokratie.de/firmenspenden-verbieten.html

  6. califax on 4. März 2010 at 23:32

    T. Werthmann :
    Firmenspenden schaden unserer Demokratie und der Glaubwürdigkeit von Parteien und Politikern.

    Warum? Wo ist der Unterschied zu Spenden von Firmenangestellten, Firmeninhabern, religiösen Organisationen, NGO oder Taubenzüchtern?

  7. nordstadt on 6. März 2010 at 00:05

    @cali:
    eine gaaaanz tolle Frage ;-)
    Ganz einfach: siehe Mövenpick– die bisweilen „entwaffnend” direkte Wirkung einer (am besten künstlich gestückelten) Millionen-Spende (siehe 20002002 Möllemann u. Ä.).
    Die Abschaffung der Demokratie geschieht z. B. mit „Millionen stehen hinter mir”- siehe John Heartfield, „Der Sinn des Hitlergrußes”- http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/d2z02541/index.jpg

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