Die Demokraten wollen eine Gesundheitsreform mit „public option”, die Republikaner nicht. Präsident: Demokrat. Senat: demokratische Mehrheit. House: demokratische Mehrheit. Alles klar, denkt der Europäer. Aber nein, erklärt der Amerikaner, im Senat haben die Demokraten keine Super-Mehrheit (60 von 100 Stimmen) mehr, sondern nur noch 59 von 100 Stimmen. Und nur mit 60 von 100 Stimmen kann ein „filibuster” verhindert werden (absurd genug). Also alles verloren? Nicht ganz: plötzlich haben die Demokraten ein neues Instrument „entdeckt”: es wird „reconciliation” genannt und könnte einen sogenannten „filibuster” stoppen. Der Europäer denkt natürlich: hey, das machen die doch sofort, klar!
Doch was machen die Demokraten? Sie zieren sich und hoffen stattdessen darauf, dass die Republikaner doch noch mitarbeiten (vgl. „Daily Show”).
Wie doof muss man sein? Die Republikaner haben zur Genüge bewiesen, dass sie eine Nein-Sager-Partei sind, die nur ein Ziel hat: Barack Obama und seine Präsidentschaft zu zerstören. Wie es dem Land und den Menschen geht, ist ihnen egal.
Wenn die Demokraten nicht bei den „Mid-term elections” untergehen wollen und Barack Obama nicht nach einer Amtszeit abgewählt werden soll, dann müssen sie diese Gesundheitsreform durchpeitschen, egal, wie sehr „Fox News”, „Tea Party”-Spinner und Konsorten aufjaulen. Die politische Kultur in den USA ist mittlerweile dermaßen zerstört, da macht das auch nichts mehr aus.
Wenn die Gesundheitsreform scheitern sollte, bräuchte Barack Obama gar nicht mehr anzutreten. Und die Demokraten könnten sich direkt auflösen.
Volle Zustimmung. Ich glaube, als Europäer kann man diesen Eiertanz der Demokraten schlecht nachvollziehen. In Amerika läuft manches anders, nicht alles effizienter.
In Deutschland wird schon gemeckert wenn die EU in den Handelsklassen für Gemüse den Krümmungsgrad von Gurken festlegt.
Wie würde Deutschland reagieren, wenn die EU vorhaben würde eine europaweit einheitliche Krankenkasse schaffen zu wollen ?