Twitter-Kristina: im Wahlkampf für Netzsperren, heute angeblich dagegen

Spiegel Online hat mit der neuen Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (ehemals Köhler) ein bemerkenswert unkritisches Jubelperser-Interview geführt. Angeblich ist Schröder heute gegen Internetsperren. Im Wahlkampf war sie noch dafür, ebenso hatte und hat sie mit der Vorratsdatenspeicherung kein Problem, auch wenn sie jetzt angeblich auf die Piraten zugeht. Zudem der erneute Hinweis auf ein YouTube-Video, in dem Twitter-Kristina gegen die Türkei und den Islam agitiert und sich als Racheengel der verfolgten Christen in der Welt aufspielt. (Der Verweis auf einen Kristina-Tweet darf nicht fehlen.)

Wie glaubwürdig der Wandel von Twitter-Kristina ist, darf übrigens hinterfragt werden, da ihre eigene Partei laut netzpolitik.org nach wie vor hinter den Zensursula-Plänen steht.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „Twitter-Kristina: im Wahlkampf für Netzsperren, heute angeblich dagegen“

  1. Tjaja. Wenn die „Klima“-Kanzlerin murmelt: „Wir wollen das Klima retten!“ dann ist das für den Spiegel ein zugehen auf die Grünen. Und wenn Kristina Köhler nicht mehr ganz so radikal ist sondern nur noch ein bisschen, dann ist das anscheinend ein Zugehen auf die Piraten.
    Und wenn die CDU einen Mindestlohn für Banker einführt, ist das dann ein Zugehen auf die Linken?

    1. Die schwarz-grüne Debatte ist eh albern. Wenn die Grünen das machen wollen, ist das ihr gutes Recht. Die Inhalte stimmen zwar vorne und hinten nicht, aber das soll nicht unser Problem sein. ;)

    1. Bei der SPD gibt’s aber Parteitagsbeschlüsse aus Bayern und Baden-Württemberg dazu. Weitere werden folgen. Bei CDU/CSU nichts dergleichen.

      1. Der Sinneswandel hat bei den Schwarzen ja auch später eingesetzt (Unterzeichnung Koalitionsvertrag) als bei der SPD( Tag der Bundestagswahl).
        Bei der FDP gab es vor der Wahl einen Bundesparteitagsbeschluss gegen Netzsperren und auch alle MdBs haben entsprechend abgestimmt.
        Frau Köhler mag mit ihrer Sicht der Dinge in ihrer Partei zu einer Minderheit zu gehören, aber das ging Dir vor einem halben Jahr in der SPD nicht anders.

  2. „(Der Verweis auf einen Kristina-Tweet darf nicht fehlen.) Wie glaubwürdig der Wandel von Twitter-Kristina ist, darf übrigens hinterfragt werden, da…“ – was meinst du damit?

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