McKinsey — Die Gesellschaft ohne Haftung

24. Februar 2010
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McKinsey ist die Lehre vom Wohlstand ohne Gegenleistung — nicht Hartz IV.

Man muss nicht allzu tief googeln, um festzustellen, dass die meisten Skandalunternehmen der vergangenen Monate von Ex-McKinsey Beratern oder Partnern geleitet oder beraten werden.

Skandalunternehmen”, weil sie uns Steuerzahler bereits mehr gekostet haben, als die Summe aller Hartz IV — Betrüger.

Hier ein paar Beispiele:

- HSH-Nordbank Chef Nonnenmacher gab 2009 laut WELT 30 Millionen EUR für McKinsey Berater aus.

- Commerzbankchef Blessing, der gestern einen Rekordverlust berichtet hat, kommt von McKinsey. Seine Idee war es, die Dresdner Bank zu übernehmen — so ging für ihn „ein Traum” (Wiwo) in Erfüllung. Auch seinen Leiter Konzernentwicklung, Bonacker, kennt er aus früheren McKinsey-Zeiten. Bonnackers Karriere stand nicht im Wege, dass er zuletzt für das Investmentbanking im deutschsprachigen Raum einer gewissen Lehman Brothers Bank tätig war..

- GM’s früherer Europachef Forster, der es zugelassen hatte, dass Opel all seine Patente an die GM Zentrale für einen Appel und Ei verscherbelte, kam von: McKinsey.

- Klaus Zumwinkel –und sogar sein Nachfolger Frank Appelt– kennen sich aus gemeinsamen McKinsey Zeiten. Dort schärfte Zumwinkel nicht nur sein Gespür für den persönlichen Vorteil, er versenkte auch die Monopolgewinne der Deutschen Post im amerikanischen Markt. Zumwinkel vergab die Basisdienste Briefkastenleerung und Filiale an Niedriglöhner. Die Adressen seiner verprellten Kunden entwickelte Zumwinkel zu einem florierenden Adresshandel. Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet dieser Mann über einen Datenhändler stolperte..

- Der Chef der Postbank, Wolfgang Klein, ist ein ehemaliger McKinsey Berater. Er ritt die Postbank in die roten Zahlen.

Alle genannten Unternehmen wurden und werden schlecht gemanagt. Ihre Manager stehen jedoch nicht für ihren Misserfolg gerade, sondern verweisen auf die „schwierigen Märkte”. Alle genannten halten oder hielten auf irgendeine Weise die Hand auf beim Bundesfinanzminister. Dabei stammen sie alle von der Unternehmensberatung McKinsey, deren Chefs in ARD und ZDF Talkshows gerne das Hohelied der freien Märkte und individuellen Leistung singen. Ihre persönlichen Leistungssaldi sind jedoch negativ. Ihre Schäden liefern sie bei dem ab, den sie am meisten verachten: Dem Staat.

Die gegenwärtige Kampagne von Guido Westerwelle hat deshalb allein den Zweck, vom Versagen und der Verantwortungslosigkeit dieser Schicht abzulenken.


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16 Responses to McKinsey — Die Gesellschaft ohne Haftung

  1. Werner Meltzian on 24. Februar 2010 at 10:09

    Lieber Frank, ich finde es sehr wichtig, diese Fakten in den Blickpunkt zu rücken!
    Gratuliere.

  2. Eckhart Mehler on 24. Februar 2010 at 11:08

    Sehr geehrter Herr Muschalle,

    Ihr Beitrag zeigt sehr einseitig und abqualifizierend das Beispiel, wie publizieren nicht sein sollte. Das Beratungshaus McKinsey leistet — wie auch andere Berater — sehr viel. Auch die SPD hat immer gerne im Wahlkampf und in der politischen Verantwortung auf analytisch begabte Berater und ihre Leistungsfähigkeit zurückgegriffen. Gerade die SPD hat auch gerne Berater aus dem Hause McKinsey beauftragt.

    Egal welches Beispiel Sie auch oben anführen. Die Art und Weise wie Sie demagogisch polemisieren zeigt meiner Meinung nach nur eins: Unverständnis für Zusammenhänge.

    Mit freundlichen Grüßen
    Eckhart Mehler

  3. nordstadt on 24. Februar 2010 at 14:25

    @Autor:
    Danke für die Auflistung :-)

    @Hr. Mehler:
    dass sich „Berater”, zumeist unberechtigt, zu kleinen Göttern aufschwingen, dürfte hinlänglich bekannt sein.
    Wenn die SPD dumm genug war /ist(?), sich von McKinsey oder Ä. beraten zu lassen, anstatt auf die intellektuelle und praktische Kompetenz der eigenen Mitgliedschaft (sind ja nicht alle blöd, nech?) zu vertrauen, dann zeigt sich dieser fehlerhafte Weg auch in den, teilweise deaströsen Wahlergebnissen und dem immensen Mitgliederverlust und zunehmenden Vertrauensschwund innerhalb der Mitgliedschaft als geradezu prekär auf.
    Das „hohe Lied” der Beraterunkultur als alleinseeliger Kraft zur Erneuerung und zum Finden der besten Lösung– diese Beratungshörigkeit gegenüber dieser Kaste von selbstzufriedenen Autodeterministen– sollte nur noch selten gesungen werden.
    Jedenfalls außerhalb von McKinsey et. al.

    • Kalle Kappner on 24. Februar 2010 at 16:03

      Ach, mach dir doch nichts vor. Wenn die LINKE erst einmal etabliert ist, dann wird sie sich auch von McKinsey beraten lassen.

      Die bieten doch auch nur an, was nachgefragt wird. Und fühlen sich dabei unglaublich wichtig.

      • Christian Soeder on 24. Februar 2010 at 16:19

        Bisher hat die Linkspartei nur erreicht, dass Westerwave ins Amt gekommen ist. Dolle Knolle. :)

        • Markus Ritter on 24. Februar 2010 at 18:05

          Das musst Du mir erklären:
          Wenn es keine Linkspartei gäbe, hätten alle stattdessen die SPD gewählt? Ups, dann hätte es ja immer noch nicht gereicht.

          Die Linkspartei ist dafür verantwortlich, dass viele statt der SPD schwarzgelb gewählt haben?

          Die Linkspartei ist dafür verantwortlich, dass viele potenzielle SPD-Wähler nicht zur Wahl gegangen sind?

          Bei der letzten Bundestagswahl hat die derzeitige Koalition über die Hälfte der Sitze errungen. Da erscheint es mir relativ unerheblich, wie sich die restlichen Sitze auf die übrigen Parteien verteilen, oder wieviele Parteien das sind.

          • Christian Soeder on 25. Februar 2010 at 18:55

            Es hätte möglicherweise gereicht, weil die SPD dann eine Machtperspektive gehabt hätte.

          • Kalle Kappner on 25. Februar 2010 at 21:40

            Daran glaube ich nicht. Markus Ritter hat bereits dargelegt, wieso der Wahlerfolg der SPD nicht allein von der Linkspartei abhängt.

        • Kalle Kappner on 25. Februar 2010 at 18:45

          Das verstehe ich allerdings auch nicht.

    • nk on 24. Februar 2010 at 17:51

      Ausnahmsweise einmal : Amen !

  4. Harald Wellmann on 24. Februar 2010 at 19:00

    Nun ja, es gibt ja auch in schlecht beleumdeten Firmen meistens ein paar gute Leute, man sollte also einzelne Berater nicht unter Pauschalverdacht stellen.

    Meine eigenen Erfahrungen nach 18 Berufsjahren, meistens in internationalen Konzernen bestätigen allerdings dieses Bild, dass nicht nur viele Top-Manager Geld und Mitarbeiter verbrennen, ohne dafür persönlich Verantwortung zu übernehmen, sondern sich das auch gerne noch von teuer bezahlten Beratern bestätigen lassen.

    Und wenn von den Beratern mal sinnvolle Vorschläge kamen, hätte man die auch gratis aus dem eigenen Hause haben können. Aber wer hat schon die Zeit, mit seinen Kunden zu sprechen, geschweige denn mit seinen Mitarbeitern…

    Für die Humorecke: http://www.huehner-info.de/infos/humor_strasse_ge.htm

    Da geht’s allerdings nicht um McK, sondern um Andersen Consulting (jetzt Accenture). Ist dann aber auch egal ;-)

  5. R.A. on 25. Februar 2010 at 12:05

    > Man muss nicht allzu tief googeln, um festzustellen,
    > dass die meisten Skandalunternehmen der vergangenen
    > Monate von Ex-McKinsey Beratern oder Partnern geleitet
    > oder beraten werden.
    Das liegt aber daran, daß fast alle größeren Unternehmen irgendwann in der letzten Zeit mal McKinsey im Haus hatten — das ist nun mal das mit Abstand größte Beratungsunternehmen.
    Heißt umgekehrt auch: McKinsey treibt sich auch bei allen möglichen erfolgreichen Unternehmen rum.

    Der Beitrag ist deswegen schlicht substanzlos.

    • Frank on 25. Februar 2010 at 18:22

      Könne Sie ein Unternehmen benennen, das von einem McKinsey oder Ex-McKinsey zur Abwechslung zum Erfolg geführt wurde?

      Den signifikanten Zusammenhang zwischen epochalem Misserfolg und der McKinsey-Schule können Sie doch nicht widerlegen.

      • Rayson on 25. Februar 2010 at 20:43

        Wolfgang Bernhard fällt mir ad hoc ein. Der hat gleich bei zwei Autokonzernen ausgezeichnete und wichtige Arbeit geleistet.

  6. Geld-regiert-Welt on 25. Februar 2010 at 15:33

    Auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt, haben ja solche Unternehmen auch irgendwo ihre Daseinsberechtigung.

  7. Rayson on 25. Februar 2010 at 20:53

    Schon der Ansatz des Ursprungsbeitrags ist absurd: Man wird bei wirklich jedem Manager Dinge finden, die gut gelaufen sind, und Dinge, die schlecht gelaufen sind. Beim einen überwiegen die guten, beim anderen die schlechten. Immer ist es auch eine Mischung aus eigener Leistung und den gerade herrschenden Umständen. Ich bin dagegen, den Anteil von Topmanagern am Unternehmenserfolg zu überhöhen, und das sollte dann sowohl im Guten wie im Schlechten gelten.

    Tatsächlich müsste Misserfolg viel häufiger zu beobachten sein als Erfolg, denn wenn sich einer so durchsetzt, dass man ihn bejubelt, heißt das immer auch, dass andere eben nicht so gut abgeschnitten haben.

    Also ganz allgemein: Ob einer bei McKinsey war oder nicht, sagt über die Person selbst nicht allzu viel aus. Man weiß dann a priori in der Regel nur drei Dinge: Der Typ kann kein völliger Idiot sein, er ist gut vernetzt, und er wird aus alter Verbundenheit McKinsey Aufträge zuschanzen. Mehr aber auch nicht.

    Ich halte von den meisten Management-Beratungen ziemlich wenig — deren Beauftragung ist aus meiner Sicht in den wenigsten Fällen rational zu begründen. Ein wirklich guter Manager weiß, was er will, und er weiß auch, wie er das ohne Berater durchsetzt.Zumal ja altbekannt ist, dass man von solchen Beratern eine Mischung aus altem Wein in neuen Schläuchen und irgendwelchem Management-Mode-Zeugs serviert bekommt, dessen Mindesthaltbarkeit davon abhängt, wie lange man die entsprechende Powerpoint-Datei speichert.

    Aber die Typen, die da hingehen, die gehören in der Regel schon zu den wirklich Guten. Ob sie aber dann auch gute Topmanager sind, ist eine ganz andere Frage. Das weiß man bei den allerwenigsten Hochschulabsolventen vorher.

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