Ärztemangel? Mehr Studienplätze schaffen!

22. Februar 2010
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FDP-Fraktionsvize Ulrike Flach meint, wenn man den Numerus clausus in der Medizin abschafft, dann bekommt man auch mehr Ärzte.

Wie blöd muss man sein? Wenn man den Numerus clausus abschaffte (was eh Blödsinn ist, siehe Wikipedia-Artikel), dann wäre absolut nichts gewonnen. Es würde danach keinen einzigen Medizinstudenten mehr geben, und es würde auch keinen einzigen Arzt mehr geben.

Der Grund ist: wenn nicht genug Studienplätze vorhanden sind, dann sind nicht genug Studienplätze vorhanden. Und momentan sind eben nicht genug Studienplätze vorhanden, weil es schon immer mehr Bewerber für ein Medizinstudium gibt als Plätze.

Wenn also Ärztemangel droht, dann hilft nur eines: mehr Medizin-Studienplätze schaffen. Das kostete enorm viel Geld, aber es wäre gut investiertes Geld. Und wenn es dann irgendwann mehr Medizin-Studienplätze als Bewerber geben sollte, dann fiele der Numerus clausus auch automatisch weg.

Das sind wirklich einfachste Zusammenhänge, die selbst ein Kind verstehen sollte. Die FDP wird echt immer dümmer. Unglaublich.


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10 Responses to Ärztemangel? Mehr Studienplätze schaffen!

  1. Kulle on 22. Februar 2010 at 00:56

    Das war wirklich ein sehr dummer Ausrutscher. Peinlich…

    • Christian Soeder on 22. Februar 2010 at 01:10

      Unglaublich, ja.

  2. Markus Ritter on 22. Februar 2010 at 10:16

    Frau Flach (zu der ich auch als FDP-Mitglied ein eher gespanntes Verhältnis habe) ist ja nicht die FDP.

    Einfach nur mehr Studienplätze zu fordern, bringt allerdings genausowenig.

    Wir haben in Deutschland eine hohe Ärztedichte (die Japaner haben bei einer gering höheren Lebenserwartung nur halb so viele Ärzte pro Einwohner).

    Das Problem scheint mir sowohl darin zu liegen, wie sich die Ärzte in den Regionen verteilen, wie die Altersstruktur der Ärzte ist, als auch, welche Stellung sie innerhalb des Systems einnehmen (Klinik niedergelassen, Allgemeinmedizin Facharzt …).

    Ein weitere Punkt, den ich als Deutscher in der Schweiz mitbekomme ist die doch recht hohe Zahl an Ärzten, die ins Ausland gehen (Norwegen, Schweden, Schweiz). Nicht (nur) wegen der Bezahlung, sondern (auch) wegen besserer Arbeitsbedingungen.

    Das ganze ist ein sehr komplexes Thema, das sich nicht für Schnellschüsse eignet. Aber mit einer adäquaten Betrachtung der Problematik kommt man wahrscheinlich nicht in die Presse, weil es dann für zuviele als langweiliges, trockenes Thema allenfalls als Randnotiz auf Seite 17 taugt.

  3. Werner Meltzian on 22. Februar 2010 at 11:02

    Der eigentliche Mangel besteht doch bei niedergelassenen Ärzten, womöglich in weniger attraktiven Gegenden. Hier müssen wohl Anreize geschaffen werden. Darüber hinaus wäre es schön, wenn die erfolgreichen Absolventen des Medizinstudiums danach auch in Deutschland in ihrem Beruf tätig würden:
    „es werden aber nur etwa vier von fünf Studenten anschließend Arzt, und wiederum nur ein Teil davon lässt sich mit einer eigenen Praxis auf dem Land nieder” Zitat aus dem Artikel.

  4. nordstadt on 22. Februar 2010 at 15:24

    @Markus (und Hr. Meltzian):
    ohoh, höre ich da etwa den „bösen Staat”, der noch böser regulierend eingreifen sollte zugunsten der „Landärzte”= medizischen Versorgungen in eher ländlich strukturierten Regionen?
    Tsts, und das nur wegen der paar Dörfler… ;-)

    • Markus Ritter on 22. Februar 2010 at 15:48

      Du hörst falsch.

      Ich sehe durchaus die Problematik, die sich daraus ergibt, dass man bspw. in wohlhabenden westdeutschen Speckgürteln (mit hohem Anteil PKV-Patienten) ein Überangebot an Ärzten aller Fachrichtungen hat und andererseits in der Uckermark der letzte Hausarzt in 2 Jahren in Ruhestand geht.

      Ich habe mich aber zuwenig damit beschäftigt, um Lösungsvorschläge machen zu wollen (geschweige denn zu können).

      • nordstadt on 23. Februar 2010 at 09:33

        @Markus:
        „Klein-Fritzchen” (also ich) sieht da nun mal eine
        regulierende Kraft (nein, nicht den „magischen” Markt)
        am Werk– nimm mal den MDK als Beispiel oder andere
        regulierende Institutionen– sie agieren aufgrund
        von Gesetzen.
        Konkret weiß ich allerdings auch nicht, wie das
        Problem zu lösen wäre– vielleicht wäre eine Art von
        Landarzt-Gesetzes-Serie mal eine gute Sache– breit, lang
        und auf Konsens diskutiert (vor allem wegen der Umsetzung
        vor Ort …auf Landes– und kommunaler Ebene) und nicht
        tendenziell stümpertes Flick– und Stückwerk
        wie die sog. Hartz-Gesetze.

  5. Jan on 22. Februar 2010 at 21:56

    Ich finde es generell gut, wenn Zugangsbeschränkungen für Studienfächer mal hinterfragt werden. Natürlich bringt das allein nicht mehr Ärzte — in der Tat müssten sich dafür mit Sicherheit die Arbeitsbedingungen und Bezahlung verbessern. Denn dass Ärzte häufiger als andere Berufsgruppen das Land verlassen ist ja unbestritten der Fall und ich denke, dass man diesen Effekt bei einem drohenden Ärztemangel umkehren müsste.

    Davon auszugehen, dass Frau Flach denkt, die Senkung der Zugangsschranken für ein Medizinstudium allein brächte mehr Ärzte finde ich aber auch ein wenig daneben — auch wenn sie sich wahrscheinlich etwas geschickter hätte ausdrücken können.

    PS: Aussagen wie „Die FDP wird echt immer dümmer” sind ein ziemliches Kindergartenniveau, finde ich. Muss das sein?

    • Christian Soeder on 23. Februar 2010 at 15:05

      Jan, was Frau Flach sagt, ist schlichtweg Schwachsinn. Der Name ist Programm.

  6. nordstadt on 23. Februar 2010 at 09:36

    @Jan:
    „dümmer”?
    Nun trifft es mal die FDP– sonst war es (fast) immer die Linkspartei.
    Ja, und die ist– in Grundsatz– und Stil-Fragen– auch mit der FDP, einem 90%-Gegner, solidarisch :-)

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