Westerwelles schräges Zahlenspiel”

16. Februar 2010
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Grandioser Artikel in der ZEIT über „Westerwelles schräges Zahlenspiel”, nüchtern und faktenreich. Warum das Willy-Brandt-Haus zu so einer Zusammenstellung nicht in der Lage zu sein scheint, ist mir allerdings nicht ganz klar.


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14 Responses to Westerwelles schräges Zahlenspiel”

  1. Kalle Kappner on 16. Februar 2010 at 10:46

    Sehr guter Artikel! Auf soetwas habe ich gewartet. Ich hoffe, die FR bringt auch noch einen ähnlichen Artikel!

    Als Aufgabe der SPD sehe ich die Herstellung solcher Artikel nicht, wenn, dann muss das die FES leisten.

    • Christian Soeder on 16. Februar 2010 at 13:45

      Die FES sollte keine Tagespolitik betreiben. Das ist Aufgabe des WBH. Aber was weiß ich, was die treiben.

      • Kalle Kappner on 17. Februar 2010 at 00:12

        Das ist doch keine Tagespolitik. Die Behauptung, unser Sozialstaat würde immer teurer werden und wir würden uns weltweit den teuersten Sozialstaat leisten gibt es doch schon seit Ewigkeiten.

        • Christian Soeder on 17. Februar 2010 at 00:14

          Von mir aus soll’s die FES machen. Auch recht. Aber wenn es weder WBH noch FES machen und man auf Zeitungen angewiesen ist, dann ist das Mist.

          • Kalle Kappner on 17. Februar 2010 at 00:31

            Vielleicht wird das neugegründete Institut Solidarische Moderne ja etwas mehr in diese Richtung arbeiten…

  2. R.A. on 16. Februar 2010 at 13:37

    Es ist wohl eher die ZEIT, die hier ein schräges Zahlenspiel betreibt.

    Beispiele:
    > Während die oberen Einkommensklassen 1998, zum
    > Ende der schwarz-gelben Regierung unter Helmut Kohl,
    > noch bis zu 53 Prozent Einkommensteuer bezahlten,
    > sank ihre Belastung bis heute auf 42 Prozent.
    Es sank der Spitzensteuersatz. Das ist aber nur eine Komponente der Berechnung. Gleichzeitig wurden aber massiv Abzugsmöglichkeiten gestrichen — es müßte also getrennt berechnet werden, ob diese Leute nun in Summe mehr oder weniger Steuern bezahlen.
    Ganz unterschlagen hat die ZEIT hier auch die „Reichensteuer”, die seit zwei Jahren gilt.

    > Ein lediger Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen
    > Arbeitseinkommen zahlte 2008 rund 300 Euro weniger
    > Steuern als 1998.
    Einkommenssteuer — richtig. Aber gleichzeitig bezahlt er 200 Euro mehr Sozialabgaben und deutlich mehr indirekte Steuern (Ökosteuer, Mehrwertsteuer …) und ähnliche Belastungen (EEG!).

    > Beamte des Finanzministeriums haben bereits
    > ausgerechnet, dass der Spitzensatz der
    > Einkommenssteuer auf 73 Prozent steigen müsste, …
    Die Beamten haben dies auf Geheiß eines Ministers „ausgerechnet”, der Munition gegen den politischen Gegner sammelt — diese Berechnungen sind völlig unsinnig.
    Seriöser Journalismus würde solche Propaganda kritisch auseinandernehmen — nicht für eigene Propaganda verwenden.

    > Auch die Kopfpauschale würde im Endeffekt
    > Geringverdiener stärker belasten als Gutverdiener,
    Das ist natürlich frei erfunden und mit nichts im FDP-Programm begründbar.

    Und so weiter und so fort.

    Wobei ich Dir in einem Punkt recht gebe: Die SPD-Zentrale hätte so etwas bringen können, einseitige Darstellungen sind normal im politischen Geschäft.

    Aber es ist peinlich, wenn eine Zeitung so offensichtlich Parteipolemik betreibt.

  3. nk on 16. Februar 2010 at 14:07

    Dass die ZEIT solche Artikel fabriziert, ist (leider) längst keine Besonderheit mehr. Die ZEIT ist links, aber nur die ganz groß geschriebene Zeit, wie es mit der anderen Zeit aussieht, wird dich zeigen.

    • Christian Soeder on 16. Februar 2010 at 14:10

      FAZ = CDU-Hausblatt
      WELT = CDU/FDP-Mischmasch
      BILD = CDU-Hausblatt
      ZEIT = SPD-nah
      FR = SPD-nah
      taz = Grün-nah

      Gleicht sich ganz gut aus, finde ich.

      • Rayson on 16. Februar 2010 at 23:57

        Die FAZ muss man differenziert sehen:

        Hauptteil = klar CDU/CSU
        Wirtschaftsteil = liberal (nicht zwingend FDP)
        Feuilleton = links

        Leider hat diese Zeitung in allen drei Teilen, deren grobe Richtung übrigens schon so ist, seit ich sie kenne, IMHO stark nachgelassen.

        Wenn ich ein liberales Blatt lesen will, muss ich den Economist nehmen…

        • Christian Soeder on 17. Februar 2010 at 00:07

          Leider hat diese Zeitung in allen drei Teilen, deren grobe Richtung übrigens schon so ist, seit ich sie kenne, IMHO stark nachgelassen.

          Kann sein, ich bin halt noch ein Jungspund. ;-D

  4. R.A. on 16. Februar 2010 at 15:29

    > Gleicht sich ganz gut aus, finde ich.
    Halbwegs.
    Aber da fehlt die größte deutsche Tageszeitung, die SZ (SPD-nah) und natürlich die vielen mittelgroßen Zeitungen des SPD-Medien-Imperiums.
    Und die vielen eher rot/grünen Journalisten in den Staatssendern.

    Auffällig ist jedenfalls, daß es in einem Land der Größe Deutschlands nicht ein einziges liberales Medium gibt.

    • Christian Soeder on 16. Februar 2010 at 15:32

      Ich würde die „Welt” als liberal verbuchen.

  5. Westerwelles Zahlen /// Rauhe Sitten on 16. Februar 2010 at 22:42

    […] (via: Rot steht uns gut) […]

  6. Kalle Kappner on 17. Februar 2010 at 00:15

    Tja, von links tönt es: „Die Presse arbeitet gegen uns” und von rechts schallt es zurück: „Nein, wir sind die Opfer!”

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