Nero auf Hartz IV

Die Glosse des Tages auf NDR Info nimmt sich die „altrö­mi­sche Dekadenz” im Sinne des Hobbyhistorikers Westerwelle vor.  Marcel Güsken bittet dazu Auf ein Wort:

Und so sehen wir sie vor uns, die Hartz IV-Empfänger, wie sie sich lümmeln auf der Chaiselongue, die eben erst vom Recyclinghof geret­tet wurde. Unmengen von Hähnchenkeulen, bei Lidl für 2,39 im Angebot, verschwin­den in den offenen Mündern, in Strömen fließt der Lambrusco aus dem Tetrapak, bis alle Hemmungen fallen und schnack­selnd eine neue Sozialhilfegeneration gezeugt wird.

2 Gedanken zu „Nero auf Hartz IV“

  1. Klar doch. So sind sie die Hartz IV Empfänger. Arbeiten? Wozu denn.
    Es geht doch auch so. Die Gemeinschaft füttert uns doch schon durch.

    Naja, bei 1.850,00 Euro für die Familie und auch für mich, im Monat,
    kann man doch ganz gut leben.

    Else: „Schwingt doch einmal den Lambrusco rüber.” Denn wir müssen doch auf Herrn Westerwelle ansto­ßen. Bringt er doch, in die Hartz IV Bewegung, so richtig in Wallung.”

    Und dieser Herr bezahlt uns doch auch unsere gelieb­ten Hähnchen-
    keulen. „Else? Hast Du noch eine davon?”

    Ja, so sehen die Konservativen, sowie Herr Sarazin oder auch Herr
    Westerwelle die Bezieher von Hartz IV. Alles nur Betrüger und Faule. Und diese Menschen leben auf Kosten der Steuerzahler.

    Die Wahrheit ist aber, dass man von Hartz IV leider nicht leben kann. Aber auch nicht von den aktu­el­len Niedrigstlöhnen.

    Es ist an der Zeit, dass die Hartz IV Regelsätze endlich einmal erhöht werden müssen. Gleichzeitig sollte der Niedrigstlohnsektor
    verbo­ten werden.

    Und wir benö­ti­gen endlich einen verbind­li­chen Mindestlohn

  2. Es war doch eigent­lich die FDP erkannt hat, dass die Krise nun auch die Mittelschicht erfasst.
    Es hat doch mit der unge­wohn­ten Wirtschaftskrise in Süddeutschland zu tun, dass das Schonvermögen und das Kindergeld erhöht wurden — das zielt doch eindeu­tig auf baye­ri­sche und schwä­bi­sche Krisenverlierer in der Mittelschicht.

    Warum also zettelt Westerwelle eine Polemik gegen Hartz IV Empfänger an und konstru­iert eine gesell­schaft­li­che Abgrenzung zwischen der arbei­ten­den Mittelschicht und Hartz IV — Empfängern?

    Ich kann es mir nur als Ablenkung von den aber­mals ertapp­ten Steuerhinterziehern und Bänkern aus der eigenen Klientel erklä­ren.

    Sarazzin und Westerwelle -um meinen Vorredner zu zitie­ren- hätten in der eigenen Schicht genug Ermittlungsarbeit zu tun. Aber sie beschäf­ti­gen sich lieber mit Kopftuchträgerinnen und Gemüsehändlern.

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