Anfang des Jahres bin ich in die SPD eingetreten. Über die Tücken der Anmeldung habe ich hier ja schon geschrieben, ebenso über meine Beweggründe. Nach Ablauf der ersten Monats versuche ich mal, meine bisherigen Eindrücke zu ordnen und wiederzugeben.
Bin ich schon drin?
Auf fast allen offiziellen SPD-Seiten im Web und sogar auch in diesem Blog prangen die Buttons Mitglied werden und Sich einmischen. Also los, draufklicken, die SPD in den Warenkorb legen, das Bezahlformular ausfüllen und auf die Lieferung warten. Leider funktioniert das in der Praxis nicht ganz so reibungslos wie bei Amazon.
Das fängt schon bei der Produktbeschreibung an. Als Wähler hat man natürlich eine gewisse Vorstellung von dem Produkt SPD, als Mitglied in spe möchte man aber wissen, wie der Laden funktioniert, wie man sich am besten einbringen kann, welche Themen vor Ort aktuell sind und vieles andere. Leider findet man auf diese Fragen keine Antworten, es bleibt also nur der Sprung ins kalte Wasser.
Nun gut, ich habe am 2. Januar den Online-Mitgliedsantrag ausgefüllt, am 5. Januar bekam ich per Post einen Begrüßungsbrief von der Landesorganisation Hamburg, der mir den zuständigen Distrikt (vulgo Ortsverein) nannte, und dann passierte von offizieller Seite erstmal lange nichts.
In meinem Distrikt ist es Brauch, Neumitgliedern ein Kennenlernen im kleinen Kreis beim Kaffeetrinken anzubieten. Diesen ersten persönlichen Kontakt mit einem Mitglied aus dem Distriktsvorstand hatte ich am 25. Januar. In den dreieinhalb Wochen seit Antragstellung hatten sich natürlich viel mehr Fragen und Eindrücke bei mir angesammelt, als man in diesem Rahmen in einer guten Stunde besprechen konnte, und ich hätte eigentlich erwartet, dass wenigstens die Formalien der Aufnahme bis dahin abgewickelt worden wären. Das war aber leider nicht der Fall, und ich konnte auch in diesem Gespräch nicht in Erfahrung bringen, wie der Aufnahmeprozess eigentlich funktioniert und warum er so lange dauert.
Ein paar Worte mit dem Disktriktsvorsitzenden nach der Mitgliederversammlung am 26. Januar machten mich nicht viel schlauer. Eine Woche später am 2. Februar war Distriktsvorstandssitzung, an der ich als Gast teilnahm, und bei dieser Gegenheit fragte ich noch einmal nach meiner Mitgliedschaft. Das Fazit dieser Diskussion war in erster Linie gegenseitiges Unverständnis. Der Vorstand verstand nicht, warum ich in dieser Sache nicht locker lassen wollte — weil man nämlich ohne Mitgliedsnummer an diverse interne Informationsangebote nicht herankommt -, und ich verstand und verstehe nicht, warum der Vorstand nicht von sich aus dafür sorgt, dass ein Neumitglied möglichst schnell aktiv in der Partei mitarbeiten und dazu alle verfügbaren Informationsquellen nutzen kann. Man sprach von einer satzungsgemäßen „Karenzzeit” von einem Monat, nach der ein Mitgliedsantrag automatisch als angenommen gilt.
Also denn, ich habe den Mühlen der Partei etwas nachgeholfen und am 4. Februar nach Anruf in der Landesgeschäftsstelle meine Mitgliedsnummer bekommen. Einloggen konnte ich mich damit aber immer noch nicht. Die Mitgliederdatenbank wird gerade umgestellt, wie man mir sagte. Heute habe ich es noch einmal versucht, und jetzt geht’s. Hurra!
Theorie und Praxis
Werfen wir mal einen Blick in das Organisationsstatut der SPD:
§ 3 (1) Über die Aufnahme als Mitglied entscheidet der Vorstand des zuständigen Ortsvereins. Über die Aufnahme neuer Mitglieder muss der Ortsvereinsvorstand
innerhalb eines Monats entscheiden. Lehnt der Ortsvereinsvorstand den Aufnahmeantrag nicht innerhalb eines Monats ab, so gilt dies als Annahme des Antrages. […](3) Wird gegen die Mitgliedschaft innerhalb eines Jahres kein Einspruch erhoben, so ist sie endgültig.
(4) Einspruchsrecht hat jedes Mitglied über seinen Ortsvereinsvorstand. Der Einspruch ist zu begründen. Über den Einspruch entscheidet der Unterbezirksvorstand. […]
Diese Information hätte ich gerne vor Absenden des Mitgliedsantrags gehabt. Sie stand auch nicht in der Anmeldebestätigung. Dort war die Rede davon, dass die Aufnahme bis zu vier Wochen dauern kann, aber nicht von einer automatischen Aufnahme nach Fristablauf. Etwas unklar bleibt, ob die Monatsfrist ab Absenden des Online-Antrags oder ab Eingang beim Ortsvereinsvorstand läuft.
Mein Vorstand hat mich nach Auskunft der Landesgeschäftsstelle nicht explizit aufgenommen, sondern einfach die Entscheidungsfrist auslaufen lassen — ich nehme an, das ist dort einfach die gängige Routine. Formal völlig korrekt und satzungskonform, aber wirklich kein leuchtendes Beispiel für professionelle Mitgliederwerbung.
Aus anderen Distrikten hörte ich, dass dort die Aufnahme und Einbindung neuer Mitglieder nicht so abläuft, und auch ein interner Leitfaden Das neue Mitglied, den ich jetzt im Mitgliederbereich einsehen konnte, spricht eine andere Sprache.
Verbesserungsvorschläge
- Bei der Verarbeitung des Online-Aufnahmeantrags werden anhand der Adresse des Neumitglieds automatisch der zuständige Ortsverein und die zuständige Geschäftsstelle ermittelt. Die Mitglieder des zuständigen Vorstands werden automatisch per Email über den Antrag informiert und können die Daten des Neumitglieds in der Mitgliederdatenbank einsehen.
- Ein Vorstandsmitglied nimmt so bald wie möglich direkten Kontakt mit dem Neumitglied auf.
- Sofern kein Vorstandsmitglied Bedenken äußert, stimmt der Ortsvereinsvorsitzende dem Aufnahmeantrag zu. Dafür muss man nicht zwingend bis zur nächsten Vorstandssitzung warten, etwaige Einwände können auch per Email oder telefonisch vorgebracht werden.
Die Nachbarn
Würde ich nicht in der Großstadt Hamburg mit 80 SPD-Distrikten leben, sondern irgendwo auf dem Land, so liefe ich wohl Gefahr, solche Erfahrungen mit meinem Ortsverein für repräsentativ zu halten. Da ich aber gleich mehrere Distrikte in fußläufiger Nähe habe, nutze ich die Möglichkeit, auch an Veranstaltungen der Nachbardistrikte teilzunehmen und allmählich mein eigenes Basisnetzwerk zu knüpfen, unabhängig von Distriktgrenzen.
Die Eindrücke, die ich auf verschiedenen Veranstaltungen in verschiedenen Distrikten gewonnen habe, sind sehr unterschiedlich und in den Nachbardistrikten durchweg positiver als in meinem eigenen, der unter mangelnder Beteiligung seiner Mitglieder zu leiden scheint und auf mich eine gewisse Leb– und Lieblosigkeit ausstrahlt. Insgesamt habe ich an einigen spannenden Diskussionen teilgenommen, sowohl bei offiziellen Versammlungen wie auch einfach beim Bier danach, und viele engagierte Menschen von achtzehn bis achtzig mit ganz unterschiedlichen Biografien kennengelernt — das zeigt mir am praktischen Beispiel, dass die Idee einer Volkspartei wirklich funktioniert, wenn man sie denn mit Leben füllt.
Nicht wenige GenossInnen, sowohl Funktionsträger wie auch einfache Mitglieder, haben mir in den letzten Wochen wissentlich oder unwissentlich geholfen, indem sie mir die Partei erklärt haben (obwohl es nicht ihr Job war) oder einfach durch ihr eigenes Vorbild vermittelt haben, dass es Spaß macht und sich lohnt, in dieser Organisation mitzuarbeiten, und dafür bin ich ihnen allen sehr dankbar.
Feind, Todfeind, Parteifreund
Der Stimmzettelklau bei der Bürgermeisterkandidatur 2007 und der „Ilkhanipour-Putsch” bei der Kandidatur für die Bundestagswahl 2009 haben das Ansehen der SPD in Hamburg nachhaltig beschädigt. Im ersten Fall sind die Hintergründe aufgearbeitet, der zweite beherrscht zwar noch die interne, aber nicht mehr die öffentliche Debatte. Kaum ist etwas Ruhe eingekehrt, sorgt die SPD durch die Ciftlik-Affäre wieder für Negativschlagzeilen.
Es ist fatal, dass durch diese nicht enden wollende Kette von Affären die politische Arbeit der SPD in Hamburg auf der Strecke bleibt. Wo sich Handlungen mit strafrechtlicher Relevanz gegen die Partei oder einzelne Mitglieder richten, sind auch innerhalb der Partei die notwendigen Konsequenzen bis hin zum Ausschluss zu ziehen, wie der Landesvorsitzende Olaf Scholz unmissverständlich klargemacht hat.
Aber auch unterhalb der Schwelle, wo rechtliche Mittel greifen, gab und gibt es eine große Grauzone von Praktiken der innerparteilichen Auseinandersetzung, die zwar formal legal sein mögen, aber zumindest mit meinem Verständnis von Fairness nicht vereinbar sind. Wer in diesem Zusammenhang von Integration und Geschlossenheit der Partei spricht und Debatten über die politische Kultur innerhalb der Partei entweder gar nicht oder unter Ausschluss der (Partei-)Öffentlichkeit führen will, heißt dadurch Unfairness indirekt gut.
Dass der Wähler nicht so schnell vergisst, wie manche hoffen mögen, hat das Bundestagswahlergebnis gezeigt. Und auch unter den eigenen Parteimitgliedern ist verlorenes Vertrauen nur langsam wiedergutzumachen.
Nur indem unfaires Verhalten klar benannt und kenntlich gemacht wird, kann sich die Mehrheit der Fairen wieder Vertrauen erwerben und die Frustrierten in der Partei reaktivieren.
Flügel
Ein Funktionsträger sagte mir, eine Volkspartei brauche Flügel, um möglichst breite Bevölkerungsschichten ansprechen zu können. Ich sage: Flügel gehören in den Konzertsaal.
Es ist völlig klar, dass jede Partei ein gewisses Spektrum in der politischen Farbenlehre abdeckt und nicht nur einen einzelnen Farbton und dass sich die Spektren unterschiedlicher Parteien auch zum Teil überlappen.
Ich sehe keinen Sinn darin, darüber nachzudenken, ob meine Position als hellrot oder dunkelrot zu betrachten ist. Wenn ich eine bestimmte „linke” Position nicht teile, bin ich dadurch noch kein „Rechter” oder umgekehrt — genauso scheinen aber einige Leute zu denken. Regionale Gliederungen oder Arbeitsgruppen werden von anderen mit diesen Etiketten geschmückt oder schreiben sie sich selbst auf die Fahnen, und wer mehr als zweimal im Gespräch mit einer bekennenden Linken oder einem bekennenden Rechten beobachtet wurde, muss zweifellos selber einer sein.
Spezialisierung tut not und Arbeitsgruppen bedürfen auch der Institutionalisierung, um nicht als Kaffeekränzchen zu enden. Aber sie dürfen nicht zu einer Partei in der Partei werden.
Bauchnabel
Ehrlich gesagt, der größte Unterschied, den ich bisher innerhalb dieser Partei ausmachen konnte, ist der zwischen Gestaltern und Verwaltern. Ich nehme zwar zur Kenntnis, wer als „links” oder „rechts” bezeichnet wird, aber habe kaum die Möglichkeit, mir ein eigenes Bild zu machen, solange diese Partei hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt ist. Erstmal sind im März die Organisationswahlen in allen Distrikten, danach muss die Causa Ilkhanipour noch aufgearbeitet werden, und dann ist das politische Jahr 2010 auch schon so gut wie gelaufen, wie einige mehr oder weniger unverhohlen sagen.
Liebe Genossen, ich dachte, wir wollen die Bürgerschaftswahl 2012 gewinnen!? Wollt ihr erst 2011 wieder anfangen, Politik zu machen? Wir müssen raus in die Stadtteile und über alle Themen, die die Menschen bewegen, diskutieren. Wir müssen rein in die Medien und Kompetenz auf breiter Front demonstrieren. Wir müssen ein Team von Meinungsführern aufbauen. Das geht nicht von heute auf morgen.
Es ist ja schon mal ein Fortschritt, dass die Hamburger ihren SPD-Landesvorsitzenden überhaupt kennen. Das war lange Zeit anders. Bis 2012 sollten die Hamburger noch ein paar mehr fähige Leute aus der SPD kennengelernt haben und Positionen mit ihnen verbinden können. Sonst läuft am Ende der Wahlkampf nur unter der Parole Olaf statt Ole, und das wär a weng weng, wie der Franke sagt.
Aber das war jetzt schon off topic. Ich persönlich bin jetzt erstmal gespannt auf den Neumitglieder-Infotag der Landesorganisation nächstes Wochenende und auf den Landesparteitag Ende Februar.
12 Kommentare
Liest sich sehr spannend. Gerne mehr davon. :)
Vielen Dank! Und klaro, Fortsetzung folgt…
Und fast hätte ich es vergessen: Das Bloggen hier auf Rot steht uns gut ist natürlich auch ein Highlight — dafür mal ein Dankeschön an alle Schreiber und Leser!
Hey Harald,
willkommen in der SPD. Du bekommst ja in Hamburg schon einiges mit und es freut mich sehr, dass du über deine Erfahrungen als neues Mitglied hier berichtest. Eines kannst du dir sicher sein: jedes neue Mitglied hat Probleme in die Struktur der Partei durchzublicken. Jeder muss sich da irgendwie „reinfühlen”. Ich denke, du bist da auf einem guten Weg ;) Leider ist die SPD kein Unternehmen, wo es spezielle Beauftragte für Neukunden o.ä. gibt — aber irgendwie ist es auch reizend.
Lg aus Köln
Daniel
Super Text!
In vielem, was du da erzählt hast, habe ich mich auch wiedererkannt — wobei mir die Jusos damals wesentlich dabei geholfen haben, die Partei „zu verstehen” und es immer noch tun.
Was die Anmeldung angeht: Ich habe mich zwei mal, mit einem Abstand von fast einem halben Jahr per Online-Anmeldung angemeldet.
Ohne Reaktion.
Erst meine schriftliche Anmeldung, wiederum ein halbes Jahr später wurde aufgenommen, und bis ich ein Parteibuch und Infomaterial („Das kleine ABC der SPD”) erhalten habe ging auch nochmal gut ein halbes Jahr ins Land. Habe das Zeug auch nicht bei irgendeinem netten „Kaffekränzchen” sondern zwischen Tür und Angel bekommen. Es war auch für mich ein Sprung in das kalte Wasser — aber mit der Zeit versteht man die Mechanismen, die Personen, die unglaubliche Vielfalt an Abkürzungen ;) etc.
Am meisten „merke” ich die Partei während des Wahlkampfes — und den haben wir jetzt langsam wieder (NRW-Wahl im Mai).
Oh je, da hab ich ja wohl noch Glück gehabt… Bin mal gespannt, wie lange das bei mir mit dem Infopack noch dauert, aber jetzt wo ich die Mitgliedsnummer habe, finde ich das Wichtigste auch online.
Ich als Ex-Bonner drück euch feste die Daumen für die NRW-Wahl!
Und ich hoffe, wir merken alle auch zwischen den Wahlen mehr von der Partei.
Ja, Harald, ein lesenwerter Beitrag.
Ein wenig fühlte ich mich an meinen Parteieintritt 2001 erinnert-zwar andere Partei und in einem anderen Bundesland, aber einige Erlebnisse waren ähnlich und vergleichbar– auch der Punkt mit dem Anfangsenthusiasmus– ist gut, wenn „man” dann und wann schonend(!) gebremst wird.
Den Unterschied Stadt/ Land aufzuheben, „ging” wahrscheinlich nur einmal (PolPot… naja, schlechter Scherz).
Den Vergleich mit einem „Konzern” braucht doch die SPD mit ihren vielen Ebenen und Pöstchen direkt/ indirekt (Falken, AWO usw.) nicht zu scheuen-dass hier die direkte „Tuchfühlung” (oder Bodenhaftung?) verloren gehen kann, erlebst Du gerade.
Werde mal meine Ma befragen, wie das war, als sie in die SPD eingetreten ist *damals*- und das bei Interesse hier posten.
Schöner Beitrag.
Wie überall hängt es eben maßgeblich an den Personen. Wenn da jemand gerade keine Zeit hat oder überlastet ist, meldet sich schonmal keiner. Funktioniert auch in den kleinsten Ortsvereinen bei mir auf dem Land. Da springen dann meist die Jusos ein und betreuen die Neuen. Wir haben schon öfters gehört: Ihr kümmert Euch wenigstens mal um einen.
Ich habe den Online-Mitgliedsantrag im September 2004 ausgefüllt und habe auch relativ schnell Mitgliedskärtchen, Vorwärts und Infomaterial bekommen. Kontakt ließ aber auf sich warten. Recht lange.
Drei oder vier Monate nach dem Ausfüllen des Antrags bekam ich einen Anruf; aber nicht vom Ortsvereinsvorsitzenden (der damalige Vorsitzende hat niemals auch nur ein Wort an mich gerichtet), sondern vom Sprecher der Juso-AG. Mein Parteibuch bekam ich von selbigem sehr unzeremoniell bei einer Juso-JHV überreicht, vor der Sitzung.
Das liegt vielleicht daran, dass mein OV zu der Zeit ziemlich am Boden lag. Und wenn ich bedenke: Wenn wir bei den Jusos heute ein neues Mitglied bekommen, das wir gar nicht kennen, dann kann es durchaus auch mal zwei Monate dauern, bis wir ihn mal einladen.
Der OV hat auch kein System, wie Neue begrüßt werden, vor allem, weil die meisten Neumitglieder sowieso aufgrund persönlicher Kontakte dazukommen.
Das Organisationsstatut kenne ich nicht, und ich bin auch OV-Vorstandsmitglied.
Deine Probleme sind wohl recht alltäglich…
Manche Ortsvereine haben Neumitgliederbeaufragte — wir haben das leider auch nicht…
Ich lese hier mal sozusagen außer Konkurrenz mit. Bin gespannt, ob das bei euch Sozis grundsätzlich anders ist als in den Parteien, die ich von innen kenne. Mein erster Eindruck entspricht meinen Erwartungen…
@Rayson: Ich vermute mal, die Mechanismen sind in allen Parteien und auch anderen Vereinigungen die gleichen… Ich finde es aber auch interessant zu erfahren, wie gut oder schlecht andere Parteien ihre Mitglieder integrieren.
@alle: Ich denke, jedes Neumitglied ist dankbar über jede Orientierung, und das ist egal, ob sich jetzt der Vorsitzende, ein Beauftragter oder ein Juso oder wer auch immer kümmert. Hauptsache, die „Alten” haben irgendeine Verabredung und es verlässt sich nicht jeder auf die anderen.
Wenn mein Vorstand achselzuckend erzählt, dass manche Neumitglieder ein, zweimal gesehen wurden und dann nicht mehr, dann glaube ich nicht, dass das immer allein an den Neuen liegt.
An anderer Stelle war zu lesen, dass überdurchschnittlich viele Neue innerhalb des ersten Jahres wieder austreten.
So sehen verpasste Chancen aus.
@Rayson:
je kleiner die Partei– und je direkter die (Neu-)Mitglieder-Ansprache, desto eher werden Informationen horizontal und vertikal verteilt, je herzlicher und konfliktreicher der Umgang miteinander, desto stärker ist die Bindung an die jeweiligen Mitglieder– dort, wo nur gekleistert und gedeckelt wird, findet wenig(er) Bewegung statt– dort, wo der Orts(/Kreis)-vorstand schon alles regelt, ist keine Luft zum Atmen mehr da.
Ich bin 2001 im (Kommunal-)Wahlkampf eingetreten und konnte gleich mitmischen, inhaltlich, organisatorisch usw., die erste Rot-rote-Koalition in Berlin bahnte sich an= es kann auch von Zufällen abhängen, inwieweit und ob „man” überhaupt eingebunden wird. Naja, die meisten hier sehen die LiPa, wie auch die Vorgänger-Parteien (PDS bzw. WASG) eh als „Kaderpartei(en)” ;-)
Da wird ein Vergleich mit der SPD, die ja so stolz auf ihre Massen an Mitgliedern, ihren großen und mächtigen „Apparat” ist, sicher nicht gut „ankommen”.
Es ist irgendwie unfair, den „schlafenden Riesen” mit dem agilen Zwerg zu vergleichen :-)
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