Mindmap: Digitale Gesellschaft

1. Februar 2010
By

Henning Tillmann hat auf vorwaerts.de eine Mindmap zum Thema Digitale Gesellschaft vorgestellt und lädt alle an Netzpolitik Interessierten zum Mitmachen ein. Die Idee finde ich ganz prima, denn Begriffsbestimmung ist das A und O jeder Diskussion, was leider allzu häufig vernachlässigt wird. Die Mindmap ist schon ziemlich gut gefüllt — ganz spontan fehlen mir aber ein paar wichtige Themen, die ich zunächst lieber in Form eines Artikels beisteuern möchte, da sie sich allein durch Stichworte nicht unbedingt erschließen.

Meine drei Ergänzungen wären:

In der Mindmap sehe ich diese Begriffe in den Zweigen Wirtschaft, Bildung und Teilhabe, finde aber eine eindeutige Zuordnung schwierig.

Open Source Software hat die Art und Weise, wie Software entwickelt und vermarktet wird, grundlegend verändert. Das Internet und Open Source Software bedingen sich gegenseitig. Ohne das Internet könnten weltumspannende Entwicklerteams nicht gemeinsam an Projekten arbeiten. Ohne Open Source Software wie Linux, Apache, MySQL würden die meisten Websites wie auch dieses Blog nicht laufen. Open Source Software hat völlig neue Geschäftsmodelle hervorgebracht. Firmen „verschenken” ihre Software, integrieren Beiträge aus der Community und verdienen ihr Geld mit Beratung und Dienstleistung.

Open Access ist der freie Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, als Gegenentwurf zu der Vermarktung von Forschungsergebnisse durch einige wenige wissenschaftliche Verlage, von denen die Universitäten als Produzenten und Konsumenten gleichermaßen abhängig sind. Es ist nicht einzusehen, dass der Steuerzahler einerseits zu großen Teilen die Produzenten finanziert und für die Nutzung deren Produkte noch einmal von der Privatwirtschaft zur Kasse gebeten wird.

Open Data kann man als Teilaspekt von Open Access begreifen, hier liegt der Fokus aber mehr auf Rohdaten als auf den Ergebnissen geistiger Arbeit. OpenStreetMap etwa ist ein Community-Projekt zur Sammlung freier Geodaten, als Gegenentwurf zu Google Maps. Dass so etwas mehr als ein Projekt für Geeks ist, dürfte spätestens seit der Unterstützung der Hilfsorganisationen in Haiti mit Karten von OpenStreetMap klar sein.


Ähnliche Artikel:

Tags: , , , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Wir sind dabei

re:publica 12

Facebook

Switch to our mobile site