Schöner reisen mit der FDP

Interessant, welche Auswirkungen das Steuergeschenk für das Hotelgewerbe auf den Arbeitnehmer hat, der hin und wieder mal auf Dienstreisen geschickt wird. In unserer Firma wurde jedenfalls aus diesem Anlass heute eine neue Reisekostenrichtlinie publiziert.

Status quo bisher:

  • Bei Übernachtung mit Frühstück inklusive wird bei der Reisekostenabrechnung eine Pauschale von 4,80 € für das Frühstück abgezogen, die der Mitarbeiter selbst zu tragen hat.
  • Sind auf der Rechnung Übernachtung und Frühstück separat ausgewiesen, trägt der Mitarbeiter die vollen Kosten für das Frühstück.

Neue Regelung:

  • Wegen der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze für Übernachtung und Frühstück müssen beide Posten auf der Rechnung separat ausgewiesen werden, um überhaupt eine Erstattung zu bekommen.
  • Die Frühstückspauschale entfällt.

Der Mitarbeiter bleibt somit auf den vollen Kosten sitzen. Die meisten Hotels bieten nur ein Frühstückbüffet zum Pauschalpreis von schlappen 18 € oder mehr, egal ob man nur eine Tasse Kaffee und ein Brötchen zu sich nimmt.

Ist natürlich völlig abwegig, dort einen Kausalzusammenhang zu sehen oder sich überhaupt zu beschweren. Und man soll doch froh sein, dass man überhaupt einen Arbeitsplatz hat…

Bild: Arvind Grover (CC-BY-SA 2.0)

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10 Kommentare

  1. Erstellt am 27. Januar 2010 um 19:48 | Permanent-Link

    Man merkt, dass Rosenmontag naht.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Reisekostenordnungen ein Quell stetigen Unbills sind, der sich aus der Trennung von Zahler und Reisenden speist. Für nicht genehme Ausgestaltungen solcher Ordnungen die FDP verantwortlich zu machen, ist ein wegweisender Ansatz, droht aber vor dem Hintergrund der Finanzkrise, für die die FDP ja auch schon verantwortlich war, wegen Geringfügigkeit zu versanden. Um so mehr Publizität hat dieser Beitrag verdient.

    Der echte Sozi weiß, was auf solche drastischen Eingriffe in Arbeitnehmerrechte zu folgen hat: Schleunigst muss ein Reisekostengesetz her, dass, natürlich abgestuft nach Betriebsgrößen und mit den gebührenden Ausnahmeregelungen, die zu erstattenden Beträge verbindlich und sozial gerecht regelt.

  2. Erstellt am 28. Januar 2010 um 09:05 | Permanent-Link

    Dann sollte man einfach auf das Frühstück verzichten. Gibt ja mittlerweile in fast jedem Dorf eine Bäckerei mit Kaffee-Ausschank.

    Die Preispolitik der Hotels beim Frühstück war schon vor der Mehrwertsteueränderung eine Frechheit, die ich vermieden habe, wann immer möglich.

    Da das Frühstück mit 19% und die Übernachtung mit 7% MwSt zu Buche schlägt, wären die Hotels aber schlecht beraten, einen vorherigen Pauschalpreis beim splitten zu sehr aufs Frühstück zu legen. Von einem Übernachtungs-Euro bleiben ihnen über 93ct, von einem Frühstücks-Euro nur 84ct.

  3. Erstellt am 28. Januar 2010 um 10:58 | Permanent-Link

    @Markus:
    ja. So ganz passig ist es nicht, wenn der Tag lang und demzufolge die Nacht kurz war, ist „man” froh, den Service komplett zu bekommen– ist doch eigentlich der Sinn von „auswärts übernachten”?!
    @Rayson:
    wer spricht über die FDP?
    Dieser „Verein” war absurd, ist absurd und wird absurd bleiben, da kann keine obrigkeitsstaatlich orientierte Politik (egal ob SPD, SED oder was auch immer) mithalten– wenn’s (mal wieder) schief gegangen ist (s. Banken„krise”), dann „ziehen alle an einem Strang”- die Gewinne davor kassierten nur Wenige (und das möglichst steuerfrei).
    Erkläre bitte dem erlauchten Publikum mal, warum Du die Partei, die den Kapitalismus* abschaffen will, hier ständig so plump verteidigst?

    *und durch einen monetaristisch-elitär-oligarchischen Führerstaat ersetzen

  4. Erstellt am 28. Januar 2010 um 11:32 | Permanent-Link

    Nordstadt, ich bin leider nicht dazu ausgebildet, auf solch abstruse Gedanken so einzugehen, dass du auch etwas davon hast. Aber so langsam mache ich mir Sorgen über eine SPD, die mit Genossen wie dir ins Bett hüpfen will…

  5. nk
    Erstellt am 28. Januar 2010 um 13:58 | Permanent-Link

    @nordstadt
    ””„monetaristisch-elitär-oligarchischen Führerstaat „”„
    Hört sich geil an. Wie sieht der denn aus ?

    Oh Gott, Ihr Sozen !!

    • Erstellt am 28. Januar 2010 um 19:27 | Permanent-Link

      Kleiner Hinweis: nicht alle Kommentatoren sind in der SPD. „nordstadt” bspw. ist in der Linkspartei.

      • Erstellt am 29. Januar 2010 um 13:00 | Permanent-Link

        @Christian:
        Danke für den Hinweis :-)
        oder ;-)
        Es wäre ja auch wirklich schlimm,
        wenn alle in der SPD wären…

        • Harald Wellmann
          Erstellt am 29. Januar 2010 um 18:28 | Permanent-Link

          Ja, in der Tat. Das Modell Einheitspartei hat sich ja hierzulande nicht besonders gut bewährt.

  6. Erstellt am 28. Januar 2010 um 17:00 | Permanent-Link

    @Rayson– Dass Du überforderst bist, fiel mir schon häufiger auf-ich hüpfe bestimmt nicht mit der ganzen SPD ins Bett ;-)
    @nk:
    wenn Dir die Begriffe in Theorie und Praxis nichts sagen, dann weist das auf einen begrenzten Horizont hin– oder auf Faulheit. Beides ist doch schade.
    Will Dir beides nicht rauben, denn „seelig sind die geistig Armen” (Bibel, Psalm. 08/15), eine G**gle-Recherche nach allen vier Begriffen geht noch– oder?
    Dann kannst Du konstantieren, ob die begrifflichen Zuweisungen zutreffen oder nicht.
    Kleiner Tipp… g**gle mal nach „Bananenrepublik” oder lese mal bei wikipedia zu „Chile”… viel Spaß beim Lesen… das soll bilden– habe ich zumindest mal gelesen ;-)

  7. Harald Wellmann
    Erstellt am 7. Februar 2010 um 10:48 | Permanent-Link

    Jetzt aber mal Schluss mit dem FDP-Bashing. Nicolai Josuttis hat auf heise Developer die FDP als Freund der IT erkannt. Gerade ITler wie ich sollten ihr also dankbar sein. Ich werde mich bemühen ;-)

2 Trackbacks

  1. […] Mehrwertsteuer sorgt nämlich gleichzeitig für mehr Bürokratie, wie in dem Beitrag Schöner reisen mit der FDP schön für Geschäftsreisende beschrieben […]

  2. […] für Hotels rückgängig zu machen, da diese zu mehr Bürokratie führe; man könnte also meinen, Pinkwart sei treuer “Rot steht uns gut”-Leser. Auch wenn ich das nicht ausschließen möchte, halte ich es doch für wahrscheinlicher, dass er […]

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