Die SPD scheint ihre Internet-Aktivitäten gerade neu zu sortieren und schreibt deshalb einen neuen Rahmenvertrag für eine Agentur aus. Gleichzeitig wurde www.frank-walter-steinmeier.de abgeschaltet und verweist nun auf www.spdfraktion.de. (Das hatte ich eigentlich nicht im Sinn, als ich die mangelnde Aktualität der Webseite bemängelt hatte.)
Gleichzeitig wird ein „Gesprächskreis Netzpolitik” eingerichtet, ohne den „vorwärts” zu informieren, obwohl sich dieser bisher große Verdienste bei der Arbeit mit Social Media erworben hat. Es bleibt zu hoffen, dass Björn Böhning als Leiter des Gesprächskreises das profunde Wissen, das die WebSozis gesammelt haben, abruft.
Aber, eines ist auch klar: Technik ist nicht alles. Das beste CMS, das schönste Layout, die tollsten Ideen helfen nichts, wenn es am grundlegenden Verständnis von „Internet” mangelt.
Im Januar habe ich zwei E-Mails an parteivorstand@spd.de geschrieben — beide blieben unbeantwortet. Allein bin ich mit dieser Erfahrung nicht; mittlerweile muss man Neumitgliedern erklären: wenn man etwas vom Willy-Brandt-Haus will, muss man anrufen — E-Mails scheinen als Bedrohung empfunden zu werden.
Leider passt diese Erfahrung zur Studie, die die Agentur „comcheck” durchgeführt hat: im Bundestagswahlkampf hat das Unternehmen untersucht, wie die Parteien E-Mails beantworten: und leider ist die SPD auf dem letzten Platz gelandet, obwohl sie 2005 noch an der Spitze war.
Dieses kleine Beispiel zeigt: Lorbeer macht schläfrig — nicht darauf ausruhen! Die SPD war Vorreiter im Internet, mittlerweile hinkt sie quasi allen Parteien hinterher. Auf „spd.de” fehlen etliche sinnvolle Funktionen, die die anderen Parteien auf ihren Webseiten bieten.
Die Bundespartei muss dabei nicht von Null anfangen. Die Landesverbände zeigen in vorbildlicher Weise, was geht und was nicht — und sich vom politischen Gegner inspirieren zu lassen, ist auch nicht verboten.
Die WebSozis haben ein umfangreiches Papier formuliert — es sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden, und nicht ausschließlich der Agentur-Meinung vertraut werden.


Die Neuausschreibung der Internetdienstleistungen ist ein erstes Zeichen. Ich HOFFE, dass dies positiv umgesetzt wird. Sowohl spd.de als auch meinespd.net sind einfach nur schlecht, inaktuell, umständlich und unansprechend. Ich bin gespannt und harre dem, was da kommt!
Ich hoffe der Arbeitskreis Netzpolitik wird sich bei Ideen zum neuen Internetangebot beteiligen!
Ist das irgendwo abrufbar?
Im WebSozis-Forum; Zugang nur für SPD-Mitglieder. Also, rein mit Dir. ;)
[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Christian Soeder, Christian Soeder, Christian Soeder, Sebastian Schmitt, Tim Rozenski und anderen erwähnt. Tim Rozenski sagte: SPD hat noch sehr viel zu lernen: RT @christiansoeder: Die SPD und das Internet — Teil 2: http://wp.me/pti5k-IR […]
@ Christian: So wie ich das verstehe, ist so eine Agentur (hatte noch nie mit sowas zu tun) doch auch durchaus beratend tätig, was den Aufbau der Inhalte und die Benutzerfreundlichkeit einer Website angeht; ergo nicht blos PHP und hübsches Design.