Kurz verlinkt: „taz.de“ über die „späte Genugtuung für Beck“

Kurt Beck hatte im April 2007 vorgeschlagen, mit gemäßigten Taliban zu verhandeln. Dafür wurde er von CDU und CSU verspottet, verlacht und verachtet. Als im August 2009 der Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen den gleichen Vorschlag machte, lachte niemand. Und nun übernimmt die deutsche Mitte-Rechts-Regierung die Vorschläge Becks aus dem Jahr 2007.

Absurd, irre, skandalös und unfair? Ja, ja, ja und ja.

So, wie Politik eben manchmal ist.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

3 Gedanken zu „Kurz verlinkt: „taz.de“ über die „späte Genugtuung für Beck““

  1. Und immer noch genauso idiotisch. Es gibt keine gemäßigten Taliban. Das ist ja der bittere Witz dabei. Das ist, als wolle man mit der gemäßigten SS verhandeln.
    Was es an potentiellen Verhandlungspartnern gibt, sind Mafiabanden, Warlords, kriegerische Stämme, etc.
    Und mit denen wird ja ständig verhandelt.
    Manchmal erfolgreich, dann wieder erfolglos.
    Dann haut man dem Clanchef eine Hellfire ins Zelt und auf einmal will sein Sohnemann doch wieder verhandeln.
    Verhandlungen finden ständig statt.
    Was fehlt, sind offensichtliche eine vernünftige Erfolgskontrolle bei den zivilen Projekten und eine dauerhafte militärische Präsenz in der Fläche. Das müßten dann aber Truppen sein, die sich nicht in Forts verstecken sondern tatsächlich die Kräfte der Banden binden und schwächen.
    Und was bei den zivilen Projekten fehlt, weiß offenbar keiner.
    Alle schwafeln, da müsse mehr getan werden. Fein. Aber was? Und wo? Und woran genau ist denn nun welches Projekt wann gescheitert?
    Weiß kein Schwein.
    Steinmeiers Job wäre es gewesen, das zu überwachen.
    Ob Westerwelle dieses Versagen abstellt oder nicht eher fortführt, steht in den Sternen.
    Denn scheinbar findet da überhaupt keine parlamentarische Überwachung statt.

  2. Sowas gibt es ja oft. Wie war das damals, als Oskar Lafontaine, als SPD-Finanzminister, eine stärkere Regulierung der internationalen Finanzmärkte forderte? Was haben alle gelacht ;). Heute ist das ein Kernanliegen selbst der CDU (zumindest, wenn man den offiziellen Aussagen traut).

    Und in etwas weiterer Perspektive: Was hat man damals über die Ökospinner von den Grünen gelacht. Heute sind alle irgendwie grün.

    Das ist halt politischer Alltag. Primitiv? Ja, aber wir machen das ja auch nicht anders ;).

    1. Was Lafontaine damals gefordert hat, war pikanterweise eine Niedrigzinspoliik der EZB gekoppelt mit einem massiven Subprime-Programm zur Förderung der kleinen Leute.
      Also genau das, was uns die Spekulationsblase und den faulen amerikanischen Immobilienmarkt eingebrockt hat.
      Wir können alle von Glück reden, daß sich die EZB damals zu wehren wußte und Lafontaine gescheitert ist.
      Die derzeitige Niedrigzinspolitik ist schon schlimm genug und wird uns noch mächtig auf die Füße fallen…

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