Alternativvorschlag zur Wahlrechtsänderung

Ein Vorschlag von mir zu einem neuen Wahlrecht, fast genauso radikal, genauso chan­cen­los.

Deutschland wird in 50 Wahlkreise aufge­teilt (wo es nötig ist, auch Ländergrenzen spren­gend). Jeder Wahlkreis hat 12 Abgeordnete. Diese werden nach Verhältniswahl mit Hilfe von Personenstimmen gewählt. Kumulieren und Panaschieren ist möglich.

-Die kleinen Parteien blieben erhal­ten. FDP und Grüne würden im Westen je nach Umständen even­tu­ell noch zulegen, dafür im Osten verlie­ren, bei der Linken wäre es umge­kehrt.

-Trotzdem wäre ein Konzentrationsprozess die Folge. Folge: leich­tere Mehrheitsbildung

-Die Parteilisten würden an Wichtigkeit verlie­ren, die Wähler könnten die Wahl der Partei ändern. Dadurch hätten die Wähler viel­leicht das Gefühl, einen größe­ren Einfluss auf die Vertretung im Parlament zu haben.

-Problem der Hochburgenbildung nur gering, weil Zahl der Abgeordneten trotz­dem noch auf dem Spiel stünde.

-Das Problem, dass gerade auch die Abgeordneten großer Parteien oft inner­halb des Bundeslandes regio­nal konzen­triert sind (zum Beispiel die SPD-BW im Raum Stuttgart), während andere Abgeordnete Riesengebiete betreuen müssen (zum Beispiel Lothar Binding), würde verschwin­den.

12 Gedanken zu „Alternativvorschlag zur Wahlrechtsänderung“

  1. Das die kleinen Parteien mit einem solchen System nicht benach­tei­ligt werden wäre nur möglich, wenn die Anzahl der Kandidaten je Partei auf 2 oder 3 begrenzt wäre. Sonst besteht die Gefahr, das alle 12 Posten ausschließ­lich unter den 2–3 größten Parteien ausge­macht werden.

    In dem Fall könnte man auch einfach die Zweitstimme ersatz­los strei­chen.

    Zusätzlicher Vorschlag von mir: Kandidaten, die während einer Amtsperiode das Rentenalter (von derzeit 67) über­schrei­ten, dürfen nicht mehr zur Wahl aufge­stellt werden. Dadurch kommt mehr Bewegung in die oberen Gremien der Regierung.

    1. Nein, Mirco, jede Partei stellt zwölf Kandidaten. Die Sitzzahl der Parteien bestimmt sich nach der Gesamtstimmenzahl aller Kandidaten einer Partei. Dann bekom­men die stimm­stärks­ten der jewei­li­gen Partei die Sitze, die der Partei zuste­hen.
      Eine Altersgrenze halte ich für unnötig. Im Parlament sitzt, wer gewählt wird.

  2. Das wäre ja ein unglaub­lich kompli­zier­tes System. Schon heute wissen viele Wähler nicht, was Erst- und Zweitstimme sind, und Du willst es noch kompli­zier­ter machen? :-D

  3. Weg mit den Parteilisten. Daß auch Kandidaten kleiner Parteien ohne Liste einzie­hen können, zeigen die Direktmandate gewis­ser Grüner schon seit Jahren.
    Die Kandidaten müssen dann eben ihrem Wahlkreis erklä­ren, was sie warum vorha­ben. Die Anzahl der Wahlkreise wird eher noch verdop­pelt. Dadurch sind die Kandidaten näher an ihren Wählern. Eine Mindestanzahl von Parlamentariern ist notwen­dig, um die parla­men­ta­ri­sche Kontrolle und Sacharbeit in den verschie­de­nen Ausschüssen zu erle­di­gen. Daher macht eine Abschaffung der Listenwahl auto­ma­tisch eine Vermehrung der Wahlkreise nötig.

    1. Wenn zu wenige Kandidaten pro Wahlkreis gewählt werden (im Extremfall nur einer), führt das zu einer Ausgrenzung kleiner und mittel­gro­ßer Parteien — und damit zu starken Verzerrungen des Wählerwillens.

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